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Wirklich gute Jacke mit Öko-Touch

Janice traegt das Eco-Trail Jacket von Fjaellraeven.Sie kann alles, sieht super aus und ist dabei auch noch richtig Öko. Genau, dass ist unsere Verkäuferin Janice! Aber nicht nur sie, auch die Fjällräven Eco-Shell kann all das. Wie sich Fjällräven mit Fluorkarbon, Greenpeace und Umweltschäden auseinandersetzt sowie den Testbericht zum Eco-Trail Jacket lest ihr hier.

Eco-Trail Jacket – voll funktionsfähig und ökologisch korrekt

“Das Eco-Trail Jacket von Fjällräven ist für all diejenigen geeignet, die eine Jacke mit all den praktischen Eigenschaften einer Funktionsjacke suchen und zusätzlich noch von geringen negativen Umweltfolgen profitieren wollen”, erklärt mir Jacken-Experte Enrico. Ausgestattet ist die Eco-Shell Jacke mit den üblichen Annehmlichkeiten: atmungsaktiv, wasser- und winddicht und mit niedrigem Gewicht.

Die Fjällräven Eco-Trail Jacket bei uns im Shop

Fjällräven hat entgiftet

Mit seinem neuen grünen Shell-Material hat Fjällräven entgiftet und damit auf die vom Oktober 2012 veröffentlichte Greenpeace-Studie reagiert. Nach einem Test diverser Outdoor-Jacken wurden auch in der Eco-Shell Jacke geringe, aber messbare Mengen an PFC gefunden.

PFC sind perfluorierte Chemikalien und werden vor allem in Imprägnierungen verwendet, um dem Gewebe dauerhafte wasser- und schmutzabweisende Eigenschaften zu verleihen. Fjällräven wirbt damit, dass sie auf den Einsatz dieser Chemikalien grundsätzlich verzichten. Mit Schrecken mussten die Schweden aber das Ergbnis hinnehmen, dass Greenpeace doch etwas messen konnte: “Die dort geäußerte Kritik an der Fjällräven Eco-Trail Jacke überrascht und trifft uns sehr”, steht in der Stellungsname zum Thema.

Fjällräven gibt an, dass Grund hierfür zum einen in den unterschiedlichen Messverfahren liege, die ständig weiterentwickelt und verfeinert werden und zum anderen, dass sehr geringe Mengen dieser perfluorierten Chemikalien in praktisch allen Materialien – seien es Kleidungsstücke oder Nahrungsmittel – zu finden sind. Denn Fluorkarbon kann heute weltweit sowohl in der Luft als auch im Wasser vorkommen.

Und dann hat Fjällräven etwas ganz erstaunliches getan. Sie haben nicht nur die Imprägnierung, die sie für ihre Produkte verwenden ausgetauscht und die Eco-Shells erneut getestet, sie haben auch noch eingesehen, dass die Bezeichnung “fluorkarbonfrei” auf ihren Kleidungsstücken nicht mehr möglich ist.

So gibt es jetzt nur noch die Bezeichnung, dass für die wasserabweisende Imprägnierung in den Stoffen aus der Eco-Shell Serie keine Fluorkarbone verwendet wurden. Natürlich ist Fjällräven dennoch davon überzeugt: “Wir haben nach wie vor und mehr denn je die Gewissheit, dass wir in unseren Imprägnierungen keine perfluorierten Chemikalien verwenden.”

Kleine Chemie-Kunde

Aber was sind Fluorkarbone nun eigentlich? Ganz allgemein gesagt ist das eine Gruppe von Stoffen, die als Gemeinsamkeit eine bestimmte Substanz enthalten. Nämlich die, mit der für Outdoor-Kleidung so wichtigen wasserabweisenden Funktion. Diese poly- und perfluorierten Chemikalien werden auch PFC genannt. Und genau die sind schädlich für Mensch und Natur. Das Problem dabei ist, dass PFC vom Körper nur schwer abbaubar ist und sich demzufolge lange dort aufhält.

Fjällrävens Eco-Trail Jacket funktioniert bei jeder Witterung. Gibt's auch im CAMP4 Berlin. Foto: Fjällräven.

Fjällrävens Eco-Trail Jacket funktioniert bei jeder Witterung. Gibt’s auch im CAMP4 Berlin. Foto: Fjällräven.

Bedenkliche Folgen ließen sich bisher allerdings nur bei Tieren nachweisen. Dazu gehört die Schädigung der Fortpflanzung sowie der Wachstum von Tumoren. Beim Menschen könnten auch Übergewicht, verminderte Fruchtbarkeit, Immunstörungen und Schilddrüsen-Erkrankungen auftreten. Ein Zusammengang wird allerdings nur vermutet und ist wissenschaftlich nicht belegt. So ist auch eine Belastung über die Haut nicht nachweisbar. Aber über den Gebrauch und die Entsorgung gelangt PFC in die Umwelt und über Luft, Hausstaub und Trinkwasser können die Stoffe dann auch in den Körper gelangen.

Eco-Shell und sein Recycling-Polyester

Aus diesem Grund verwendet Fjällräven keine Fluorkarbone mehr zur Imprägnierung seiner regendichten Fjällräven Jacken. Damit diese trotzdem wasser- und ölabweisend sind, müssen sie nach jeder zweiten Wäsche mit einem fluorkarbonfreien Spray imprägniert werden. Zusätzlich ist in diesem Fall die Eco-Shell Jacke mit einer Membran ausgestattet, die die Körperfeuchtigkeit ableitet.

Fjällräven erklärt das so: Wasserdicht wird diese Bekleidung durch die Membran, deren Poren Wassermoleküle in Form von Dampf durchlassen, Wassertropfen aber aussperren. Die Membran macht die Shellbekleidung in jeder Situation wasserdicht.

Die Membran ist aus Recycling-Polyester hergestellt. Und nun kommen wir dem Eco-Gedanken noch näher. Durch das Recyclingsytem Eco Circle ist das Polyester auch wieder zu 100 Prozent recyclingbar. Dieses Material ist dabei weder qualitativ schlechter noch in seiner Funktion gemindert.

Und das wissen wir sicher, denn unsere Verkäuferin Janice hat die Jacke bei Wind und Wetter getestet. “Bis auf das Rascheln der Jacke bin ich voll zufrieden: fühlt sich super an, ist schön griffig und hält trocken und warm”, sagt Janice und fügt schmunzelnd hinzu: “Vor allem das Klima in der Jacke ist angenehm, da kann man sicher auch nackig im Wald rum rennen, wenn man die Jacke anhat ist alles trocken und luftig.”

Farbliche Alternative

Jacken-Experte Enrico ist sich sicher, dass vor allem die Farbe auch eine schöne Alternative zu den anderen Funktionsjacken darstellt. “Viele Kunden wollen nicht unbedingt diese leuchtenden Farben, die sind oft einfach zu krass”, weiß er aus dem Laden zu berichten, “die Eco-Shell bietet hier mit der Farbe ‘Tarmac’ eine wunderbare farbliche Alternative.”

Ansonsten hat die Jacke natürlich all die anderen Annehmlichkeiten, wie die komplett verstellbare Kapuze, die den Kopf festgezurrt einmal umschließen kann. Dank dem schlanken Schnitt macht die Jacke in der richtigen Größe jede Bewegung mit und bauscht nicht an den falschen Stellen auf. Die Nähte an den passenden Stellen verringern das Scheuerrisiko und natürlich wird auch hier wie gewohnt bei einer Funktionsjacke die Feuchtigkeit nach draußen geleitet. Unterkühlung adé.

Wohin mit der alten Funktionsjacke

So und was macht der Outdoor-Freund nun, wenn die Eco-Shell nicht mehr tragbar ist? Genau, recyceln. Oberstoff, Mesh-Futter sowie die wind- und wasserdichte Membran bestehen ja sowieso schon aus sortenreinem Recycling-Polyester Und das ist – natürlich – erneut recycelbar. Durch das weltweit erste tatsächlich funktionierende PES-Recycling-System Eco Circle kann die Kleidung am Ende des Lebenszyklus erneut verwendet werden.

Wer seine Funktionsjacke wirklich nicht mehr tragen möchte, gibt sie aber am besten in die Kleidersammlung oder bei der Bahnhofsmisson ab. Selbst bei dem unwahrscheinlichen Fall, dass die Funktion nicht mehr gegeben ist, wird die Jacke wohl für einen Bedürftigen noch tragbar sein. Und wer das auch nicht möchte, der versucht einfach mal das gute Stück beim CAMP4 Trödelmarkt zu verkaufen!


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