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Testbericht: Primus OmniLite Ti Kocher

Omnilite Testbericht

Manuel und Felicitas sind mit ihren zwei Kindern auf Fahrrad-Weltreise: Im Juni 2019 sind sie in Kanada gestartet. Seitdem folgen sie der Panamericana nach Süden. Für uns haben sie den Primus OmniLite Ti Kocher getestet.

Diesen Kocher haben wir auf Anfrage kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen. Was bedeutet, wir wollten das Teil haben, weil wir’s super finden, und wir haben im Gegenzug versprochen, einen ehrlichen Testbericht darüber zu verfassen. Hier ist er:

10….9….8….7…..6…5…4…3…2…1 go. Wenn wir unseren Primus OmniLite Ti startklar haben, klingt es fast, als würde ein Düsen-Jet neben einem fliegen. Wieder ein Equipment-Teil in unseren Taschen, welches mir ein bisschen zu laut geraten ist….vielleicht bin ich auch etwas empfindlich, aber andere Stimmen im Internet scheinen das ähnlich zu sehen/hören. Abhilfe würde da der OmniLite Ti Silencer schaffen. Nichtsdestotrotz ist dieser kleine (Höhe: 90mm, Tiefe: 114mm, Durchmesser: 55mm), feine Kocher ein absolutes Leichtgewicht (230g) und im Handumdrehen aufgebaut (maximal 2 Minuten).

Kochen mit dem Omnilite

Wenn man eine passende Gaskartusche im Reiseland findet, brennt der OmniLite noch schneller, da das Pumpen unserer PRIMUS Fuel Bottle wegfällt und auch das Festschrauben meines Erachtens etwas einfacher ist. Zudem bleiben die Hände sauber oder das Schutz-Handschuhe an- und ausziehen bleibt einem erspart, da leider immer etwas Brennstoff aus der Fuel Bottle austritt, sobald man den Kocher mit der Flasche verschrauben möchte. Die „Vorwärmzeit“ ist bei der Gaskartusche ebenfalls nicht nötig. Falls man jetzt, so wie wir gerade, auf einen alternativen Brennstoff zurückgreifen muss, läuft das Kochprozedere wie folgt ab:

Unsere Küchentasche vom Fahrrad holen und die Fuel Bottle ebenfalls vom Rad abschnallen. Anschließend den Kocher auf eine stabile und gerade Unterlage stellen. Manchmal hilft uns dabei auch einer unserer Teller, falls der Untergrund zu weich ist. Es gibt allerdings auch eine optionale Titanunterlage (PRIMUS StovePaw) des Herstellers, falls man auf das Originalzubehör zurückgreifen möchte. Jetzt Fuel Bottle an den Kocher schrauben und mit der markierten Seite „on“ die Flasche nach oben drehen. Dann wird gepumpt. Etwa 21mal reicht dabei aus. Die FuelBottle-Zufuhr aufdrehen und den stabil stehenden Kocher ebenfalls aufdrehen. Dabei tritt die Brennflüssigkeit durch eine kleine Düse aus. Jetzt lässt man den „Schwamm“ am Boden des Kochers etwas vollsaugen und dreht den Kocher wieder zu. Nun wird die Feuerquelle meiner Wahl genommen und der OmniLite kann angezündet werden. Mir persönlich ist ein Streichholz oder das Feuerzeug am liebsten. Man bekommt ihn aber auch mit Feuerstahl angezündet (dafür bin ich aber scheinbar noch nicht trainiert genug – dauert länger). Nach einer Weile (15-20 Sekunden) ist alles gut „vorgeheizt“ und der Kocher kann jetzt mit dem Regler in meiner gewünschten Stärke eingestellt werden. Meistens ist „Vollgas“ angesagt, da schnell und viel gekocht werden muss. Jetzt kommt der Topf auf die 3 „Beinchen“ des OmniLite, die mir zu Beginn unserer Reise doch recht instabil erschienen waren, aber dem absoluten Belastungstest von unserem großen Topf mit Suppe bis zum Rand (etwa 3,7 Liter) super stand halten….natürlich nur, wenn unser Jüngster genug Abstand zum Kochgeschehen hat. Durch den „Düsen-Jet“ Charakter hat der OmniLite Ti scheinbar eine sehr hohe Anziehungskraft für unseren Sohn.

Omnilite - sicher aufstellen!

Allerdings ist die leuchtend rote Primus Fuel Bottle nicht minder attraktiv für unseren kleinen Entdecker. Ob am Rad montiert oder auf ihren Einsatz wartend, ist sie für ihn unwiderstehlich. Ganz besonders die Pumpe hat es ihm angetan. Daher sind wir auch sehr froh, dass wir dabei ebenfalls eine stabile und robuste Wahl getroffen haben. Denn eine Kunststoff-Variante der Brennstoff-Flaschen-Pumpe wäre sicher schon unserem Sohn zum Opfer gefallen.

Das Baby und die Brennstoffflasche

Apropos Langlebigkeit, die Haltbarkeit einer Gaskartusche (450 gr) war bei uns etwa 14 Tage. Allerdings kann die Brenndauer auch sehr variieren, je nachdem, wie stark der Wind ist…denn selbst mit dem inbegriffenen, separaten, faltbaren Windschutz dauert das Kochen bei einem Lüftchen deutlich länger. Die Außentemperatur spielt natürlich ebenfalls eine Rolle u.v.m. Daher würde ich keine allgemein gültige Aussage zur Brenndauer treffen. Effizienter ist eine Gaskartusche allerdings auf jeden Fall im Vergleich zu alternativen Brennstoffen.

Mit Windschutz geht das Kochen schneller

Zurzeit kochen wir mit sogenanntem „White Gas“, was super sauber verbrennt und weniger Müll als Gaskartuschen produziert. Allerdings geht bei dem OmniLite Ti wesentlich mehr. Alles was brennt, kann „gefüttert“ werden. Ob Benzin, Flüssiggas, Petroleum, Kerosin oder Diesel ist dabei total egal. Das, was da ist, kann verbrannt werden. Dafür sollte man dann nur die jeweils passende Düse am Kocher montiert haben (3 verschiedene Größen), sonst bleibt der Topf kalt. In unserer 1,5 Liter Fuel Bottle hatten wir auch schon sehr lang gelagerten Diesel, welcher tatsächlich brannte aber scheinbar so alt war, dass wir nur am Reinigen der Düse waren und das Kochen nicht wirklich Spaß gemacht hat. Nicht zuletzt auch deshalb, weil es beim Verbrennen ekelhaft gerußt und gestunken hat. Frischer Brennstoff ist daher sehr ratsam! Die 1,5 Liter sind für uns die beste Wahl gewesen. Die Größe passt noch super an den Fahrradrahmen und ist aber gleichzeitig nicht ZU klein, so dass man beim Brennstoff nachfüllen nicht mehr hinterherkommen würde, denn das ist tatsächlich jedes Mal eine unangenehme Sache…Geruch…zeitaufwendig. Ebenfalls nötig bei einem langen Reisezeitraum ist das PRIMUS Servicekit für unseren Kocher mit den wichtigsten Ersatzteilen.

Omnilite Nahaufnahme

Nachtrag: Nach 8,5 Monaten Nutzung des Primus-Kochers ist uns in der Pumpe der Lederstopfen verschlissen und stecken geblieben.

Wie haben wir das festgestellt? Die Pumpleistung ließ in den letzten Tagen erheblich nach und wurde sehr viel schlechter, bis am Ende gar kein Pumpen mehr möglich war. Also erstmal alles auf- und abschrauben, was ging, und nachsehen, wo das Problem liegen könnte. Nachdem wir feststellten, dass der Stopfen am Ende festklemmte und das Teil aus Leder ist, haben wir uns ein bisschen geärgert, dass wir die Pumpe bzw. den Pumpmechanismus zwischendurch nicht ab und zu eingefettet haben. Demzufolge mussten wir den Lederstopfen ersetzen und bemühen uns, diesen in Zukunft etwas mehr zu pflegen (einfetten).

Unser Fazit:

Super Kocher für unsere Zwecke. Ultra leicht und klein aber trotzdem stabil! Ebenfalls sehr einfach zu reparieren, falls doch mal etwas kaputt gehen sollte und kinderleichte Bedienung oder Wartung inklusive. Essentielles Zubehör: PRIMUS Servicekit.

Kochen mit dem Omnilite

Der OmniLite Ti im CAMP4 Webshop


2 Antworten auf Testbericht: Primus OmniLite Ti Kocher

  1. Matthias says:

    Hey,

    ich habe den Kocher auch schon länger in Benutzung und bin suer zufrieden.
    Eine kleine Anmerkung:
    Es ist wichtig die Flasche vor Beendigung 30 – 60sek (je nach Flaschengröße & Füllstand) umzudrehen und den Kocher “ausbrennnen” zu lassen. Der Druck soll NICHT in der Flache bleiben.
    Dann drückt es beim auf und Abschrauben auch keinen Krafstoff raus. Notfalls nach dem Kochen die Flasche kurz öffnen und abzischen lassen.
    Und beim Zusammenlegen das Ventil am Kocher wieder leicht öffnen! Die Horizontalstellung des Metallbügels vorm Einklappen öffnet das Ventil schon ausreichend :)

    Viel Spaß noch!

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