Expertenwissen » Testberichte

Testbericht: Isomatten von Therm-a-Rest im Dauereinsatz

Isomatten im Dauereinsatz

Manuel und Felicitas sind mit ihren zwei Kindern auf Fahrrad-Weltreise: Im Juni 2019 sind sie in Kanada gestartet. Seitdem folgen sie der Panamericana nach Süden. Hier berichten sie von ihren Erfahrungen mit den Isomatten von Therm-a-Rest: NeoAir XLite, NeoAir XTherm, RidgeRest SOLite und ProLite

„Wie man sich bettet, so schläft man.“ Aber wie sieht das ganz genau aus, so mit Rädern unterwegs und im Zelt übernachtend?

Für uns sollte es so leicht und bequem wie möglich sein, denn nichts ist schlimmer, als unausgeruht auf’s Rad zu steigen und Höchstleistungen vollbringen zu müssen. Zudem bekomme ich (Felicitas) auch äußerst schlechte Laune, wenn mein Schlafpensum nicht erreicht ist… Also her mit den dicken, kuscheligen Matratzen!

Bequem schlafen auf der richtigen Isomatte

Da wir bisher sehr gute Erfahrungen mit Therm-a-Rest gemacht hatten und wir ebenfalls ausführlich recherchierten, war für uns klar, das „Gleiche in grün“ nehmen wir noch einmal. Sprich: Es ging noch einen Tick leichter und kleiner im Packmaß, was für uns sehr wichtig war. So sind wir bei der NeoAir XLite gelandet. Mit 460 g (Large), 28 cm x 11 cm und einer komfortablen 6 cm Dicke. Schnell wurden 2 Matten bestellt: Eine extra große Matratze für den Mann… bei 1,90 m Körpergröße und seeehr breiten Schultern unbedingt nötig und sehr zu empfehlen! Für unsere Tochter Laetitia hatten wir ebenfalls eine NeoAir XLite in der Standardgröße gekauft, allerdings stellten wir dann in der Testphase zu Hause fest, dass diese nicht ganz optimal für Laetitia war. Warum? Weil unsere Tochter in der Nacht im Zelt überall lag, nur nicht auf ihrer Isomatte. Die Oberfläche ist für „bewegte“ Schläfer offenbar einfach zu rutschig. Dazu kam, dass die Matratze bei jeder Bewegung LAUT knarrt. Ja, daran werde ich mich wahrscheinlich nie gewöhnen. Diese herrlich komfortablen Isomatten sind unwahrscheinlich laut. Glücklicherweise sind Manuel und ich eher ruhige Schläfer, aber für Laetitia war die XLite eine eher ungünstige Wahl. Daher kam die RidgeRest SOLite von Therm-a-Rest ins Spiel: Ultra robust, leise, leicht (400g) und perfekt isoliert schläft die Große nun zwischen Manuel und mir im Zelt. Diese Lage ist optimal für sie, da rechts und links durch unsere Matratzen eine kleine Begrenzung entsteht und Laetitia im Schlaf nur noch nach oben oder unten „wandern“ kann.

Zudem kommt diese Matte auch außerhalb des Zeltes oft zum Einsatz. Beispielsweise wickelt es sich darauf hervorragend, sie dient uns als Sitzgelegenheit oder Spielplatz für die Kinder. Leider ist die RidgeRest SOLite sehr groß (51 cm x 20 cm) und passt in keine Radtasche, was natürlich auch nicht unbedingt nötig ist, da sie einfach zusammengerollt ans Rad gebunden wird und den Witterungsbedingungen absolut standhält! Allerdings bringt das auch mit sich, dass die Matratze nach einem Regentag zunächst gründlich abgetrocknet werden muss, bevor man sie ins Zelt legt. Das gestaltet sich durch die sehr vielen und tiefen Rillen sehr langwierig und schwierig. Man „erwischt“ nicht jeden Wassertropfen und sollte zeitig genug damit beginnen. Wenn man schon müde ist, macht die Trocknerei noch weniger Spaß. Falls man diesen Punkt vermeiden will, könnte man sicher auch eine wasserfeste Hülle dafür organisieren. Dies wäre allerdings wieder etwas mehr Gewicht und wenn man während des Radelns schnell mal eine Wickel- oder Sitzgelegenheit benötigt, eine größere Fummelei beim Abschnallen vom Fahrrad. Die Abdeckung werden wir aber sehr wahrscheinlich bei dem anstehenden herbstlichen Regenwetter in Erwägung ziehen. Unsere Empfehlung dafür: Der Ortlieb 13 Liter Packsack Dry Bag PD350 passt perfekt!

Nach ca. 10 Wochen täglichem Einsatz der RidgeRest SOLite stellen wir ebenfalls fest, dass die Silber-Beschichtung, welche die Körperwärme reflektieren soll (ThermaCapture), schon sehr deutlich abgenutzt ist. Das erscheint uns doch sehr vorzeitig. Bisher hat sich unsere Tochter aber noch nicht beschwert, dass ihr in der Nacht zu kalt sei.

Apropos kalt! Falls sich jetzt jemand fragt, warum ich denn eine andere Isomatte nutze als Manuel…meine NeoAir XTherm hat einen höheren R-Wert (5.7). Ganz einfach erklärt bedeutet das: Je höher der Wert (Manuels NeoAir XLite liegt bei 3.2), desto besser isoliert liegt man. Für Frostbeulen wie mich ist das daher genau die richtige Lösung, denn keine andere Luft-Isomatte weltweit erhält die Wärme besser als die NeoAir XTherm (laut Hersteller). Allerdings sollte man beim Markenvergleich mit dem R-Wert aufpassen. Jeder Hersteller hat wohl seine eigenen Maßstäbe, daher sind diese Zahlen nur „intern“ vergleichbar. Sonst unterscheiden sich Manuels und meine Isomatten nicht so sehr: mit 430 g nur 30g leichter und das Packmaß ist durch meine Standard-Größe ebenfalls nur sehr gering kleiner (23 cm x 10 cm). Ach ja, die Farbe ist natürlich durch die mehrfachreflektierende Beschichtung (ThermaCapture) komplett anders… Grau statt Orange.

Unsere beiden komfortablen 6 cm Matratzen sind allerdings etwas „sensibel“, was nachvollziehbar ist, wenn man solche Leichtgewichte haben möchte. Die Luftkammern sind speziell verklebt und dadurch sicher etwas anfälliger als „normale“ Luftkammer-Isomatten. Manchmal hatte ich schon den Verdacht, sie sei kaputt, da nach etwa 2-3 Tagen kaum noch Luft in meiner NeoAir XTherm war. Scheinbar ist das aber normal oder liegt eventuell an den Luftdruckveränderungen oder Ähnlichem…?

Das bringt uns zu einem weiteren verlockenden und wichtigen Punkt: Unsere Therm-a-Rest Matratzen haben lebenslange Garantie. Mit zwei kleinen Kindern im Zelt ist diese Option für uns äußerst relevant. Denn wenn mal wieder im Zickzack durch’s Zelt Fangen gespielt wird, ist niemand mehr sicher und es wird keine Rücksicht auf Isomatten oder Eltern genommen!

Isomatten im Härtetest

Jetzt verliere ich noch ein paar Worte zu Vincents Luftmatratze. Viel kann ich dazu nicht schreiben, da wir diese Matte freundlicherweise gebraucht zur Verfügung gestellt bekamen. Daher nur kurz: Der Sohnemann schläft mal mehr und mal weniger gut auf der Therm-a-Rest ProLite (small), was aber sicherlich anderen Umständen geschuldet ist. Ihm ist warm und die Polsterung ist mit 2,5 cm genau richtig! Da seine Matte offenbar eine ältere Matratze ist, kann es natürlich sein, dass die technischen Daten mit dem neueren Modell evtl. nicht 100% übereinstimmen. Mit dem Packmaß von 28 cm x 8 cm ist sie vergleichbar mit Manuels NeoAir XLite und mit einem Gewicht von 350 g ist sie nur 50g leichter als die RidgeRest SOLite von Laetitia, obwohl die Liegefläche deutlich kleiner ist als bei unseren anderen Matten! Dafür ist sie aber für eine Luftkammer-Isomatte deutlich robuster! Für den Packmaß-Vergleich haben wir einfach mal unsere 1-Liter-Nalgene-Flasche neben unsere Therm-a-Rest-„Parade“ gelegt.

Pro
NeoAir XLite + XTherm: Leicht und sehr kleines Packmaß bei 6 cm Isomattendicke. Lebenslange (30 Jahre) Garantie.
RidgeRest SOLite: Leicht und robust.

Contra
NeoAir XLite + XTherm: Nicht so robust. langwieriges Aufpusten, wenn man keinen Pumpsack benutzt. Nach längerer Zeit (für uns ca. 3 Tage) verlieren sie Luft. Laut.
RidgeRest SOLite: Riesiges Packmaß. Zu leichtes Lösen der Beschichtung.

Isomatten Groessenvergleich


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *