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Zelten mit Kind – ist doch kinderleicht…

Zelten mit Kind Header

Ich möchte allen jungen Eltern Mut machen, die schon immer gerne gezeltet haben und sich jetzt mit Kind vielleicht fragen, ob und wie das weiter funktionieren kann…

Die Nächte, die ich in meinem Leben bereits im Zelt geschlafen habe, kann ich schon lange nicht mehr zählen. Doch seit meine Tochter geboren wurde, sind es bedeutend weniger geworden. Aber nur weil ich nun ein Kind habe, soll ich dauerhaft meine Urlaubsgewohnheiten komplett umstellen? Auf gar keinen Fall!

Nur musste ich ein wenig warten und einige Veränderungen vornehmen. Hier muss ich vielleicht zunächst anmerken, dass meine Tochter Clara jetzt gerade zwei Jahre alt geworden ist.

Im Sommer waren wir an der Ostsee und hatten wegen des mäßigen Wetters unsere Strandmuschel dabei. Während des Aufbaus kam unser Zwerg über den Strand getobt, baute sich neben mir auf und sagte: „Clara will Papa helfen das Zelt aufbauen!“

Und was soll ich sagen, sie war glücklich, weil sie den Gestängebogen halten und mit einschieben durfte und ich war glücklich, weil sie Spaß daran hatte, mit mir ein Zelt aufzubauen. Auch fand sie es ganz toll, in der Strandmuschel zu liegen und schlafen zu spielen. Und schon stand für uns fest, dass wir bei nächster Gelegenheit gemeinsam zelten gehen würden.

Zelten mit Kind

Eins war allerdings auch klar: Mein Tourenzelt ist als Familienzelt nur mäßig geeignet.

Also musste ein Familienzelt her. Irgendwie sind die aber nun gar nicht meine Welt, weil sie mir zu groß, zu sperrig, zu schwer und irgendwie zu spießig sind. Na, zum Glück gibt es ja auch Tipis. Das Verhältnis von Raumangebot zu Gewicht ist sehr gut, sodass du ein Tipi auch mal mit auf Tour nehmen kannst. Die Ausstattung ist im Baukastensystem auswählbar, sodass du von leicht (nur das Außenzelt) bis komfortabel (mit festem Boden und moskitosicherem Innenzelt) variabel wählen kannst.

Camping mit Kind

Ende September war es dann soweit und wir nutzten die Gelegenheit sturmfrei zu haben. Meine Frau war über das Wochenende nicht da und wir brauchten uns nicht um besorgte Mütterkommentare zu sorgen.

Da ich dieses Tipi noch nie aufgebaut hatte und mir vor meiner Tochter keine Blöße geben wollte, baute ich es vormittags auf, als sie in der Kita war. Die einzige Herausforderung beim Tipiaufbau ist, die Heringe ansatzweise im Achteck mit nicht zu viel Spannung in den Brandenburger Boden zu versenken. Schnell noch die Mittelstange eingestellt und schon war ich fertig. Nach dem Wochenende kann ich sagen, dass es wirklich sinnvoll ist, zumindest den passenden Zeltboden, wenn nicht sogar ein Innenzelt, zu benutzen, da man so die Kondensfeuchtigkeit deutlich eindämmen kann.

Schnell noch mit Zeltteppich, Isomatten und Schlafsäcken eingerichtet und ein Tarp vorgespannt, sodass wir auch bei Regen trocken sitzen könnten, und schon war es Zeit, Clara aus der Kita abzuholen.

Sie konnte Ihre Freude kaum fassen, als sie das Zelt sah und ich ihr sagte, dass wir dieses Wochenende im Zelt schlafen würden.

Wir verbrachten den Tag rund um das Tipi, sie konnte Äpfel sammeln und durch das Gras toben und ich bereitete das Abendessen (Fischstäbchen mit Kartoffelpüree und Rotkraut) vor.

Teller

Die Freude, die sie dabei hatte, vor dem Zelt zu Abend zu essen, war auch für mich einfach toll.

Nach dem Essen spielten wir dann noch ein wenig im und um das Zelt und bereiteten uns mit ihren Lieblingspuzzlen auf die Nacht vor. Windeln wechseln und ins Töpfchen pullern geht locker im Zelt. Dicke Socken helfen dabei super gegen kalte Kinderfüße.

Sie krabbelte sogar freudestrahlend in ihren Schlafsack, und das, obwohl sie ihre Nachtschlafsäcke sonst nicht mag, und legte sich erstaunlich freiwillig hin. Eine kleine Zeltlaterne beleuchtete die ganze Szenerie.

Natürlich war der Abend viel länger als gewöhnlich und als sie schon fast eingeschlafen war, setzte sie sich auf und verlangte nach Filinchen mit Butter und Käse. Als das dann schließlich weggeknabbert war, schlief sie glücklich und zufrieden ein.

Zugegeben, meine Nacht war nur mäßig erholsam, da ich immer wieder kontrollierte, ob sie auch wirklich noch richtig im Schlafsack lag und sie immer wieder zudeckte (leider bewegt Clara sich nachts sehr viel). Aber rückblickend war das wohl nur meine Aufregung wegen Claras erster Zeltnacht und weil es für sie recht empfindlich frische 5 Grad waren. Aber nach diesem Wochenende bin ich da jetzt viel entspannter.

Als die Sonne gerade über den Horizont lugte, wurde Clara auch schon wieder wach. Der Tag konnte kommen!

Aber zuerst einmal kam die Morgentoilette mit pullern, waschen und Zähne putzen dran. Das alles machte sie erstaunlich unkompliziert mit. Und das anschließende Frühstück, okay, Clara isst gerne, mit Brot und Obst war total entspannt.

Seither erzählt sie andauernd davon und wartet auf das kommende Frühjahr, denn ich habe ihr versprochen, dass wir dann wieder im Zelt schlafen und draußen essen.

Aus dieser Erfahrung kann ich nun mit ruhigem Gewissen sagen, dass Zelten mit Kind wirklich kein Hexenwerk ist und für Eltern und Kinder viel Spaß machen kann. Probiert es doch einfach mal aus!

 


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