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Expertenwissen » Testberichte

Testbericht: Helsport Fjellheimen Superlight 2 Camp

Nach 1 ½ Jahren der Nutzung des Helsport Fjellheimen Superlight 2 Camp wird es Zeit für ein kleines Urteil. Meine Erfahrungen um ein lieb gewonnenes Zelt, was meine erste Wahl für Trekkingtouren wurde.

In den 1 ½ Jahren begleitete mich mein Fjellheimen mehrfach nach Skandinavien. Auf 2 Touren in Norwegen, 2 in Island und einem 4 Wochenaufenthalt in Grönland war es mein Rückzugsort. Kein Geweberiss oder Gestängebruch, kein Abrieb. Zu Hause wurde es gründlich gesäubert, was nach 4 Wochen Grönland eine ziemliche Plackerei war. Vom Aufbau, Komfort, Platz war ich so angetan das ich mir für Wintertouren recht schnell das „Fjellheimen X-Trem 2“ zugelegt habe (das wird von Helsport nur noch in der 3 und 4 Personenvariante angeboten). Und obwohl das Platzangebot identisch ist, ist es so anders, dass sich dafür ein eigener Artikel lohnt.

Die Fakten zum Fjellheimen Superlight 2 Camp:

  • Personen: 2
  • Gewicht: 1,75 kg (ab 2017 1,90 kg – aufgrund neuer Heringe)
  • Packvolumen: 16 x 40 cm
  • Gestänge: DAC Featherlight NSL
  • Gewebe Außenzelt: Helsport Rainguard Superlight, 2000 mm
  • Gewebe Innenzelt: Airflow Superlight
  • Gewebe Zeltboden: Helsport Rainguard Pro, 3000 mm

Dieser Stoff, ungenutzt und glatt, fabrikneu gleitet er durch die Finger. Silikonisierter Zeltstoff wird bei Helsport beidseitig behandelt. Viele Hersteller werben gern mit extrem hohen Wassersäulen, das beeindruckt zwar erst einmal, technisch gesehen sind aber alle Stoffe ab 800mm wasserdicht (Europäische Norm 343). Unter Druck (Zeltboden, Windeinwirkung) braucht es höhere Wassersäulen. Für das Fjellheimen bedeutet dies 2.000 – 3.000 mm.

Wo liegt nun genau der Unterschied zwischen einer Premiummarke wie Helsport mit 3.000 mm und einem sehr günstigen Konkurrenten, der mit 8.000 mm wirbt?

Arctic Circle Trail - Grönland

Wassersäule ist nicht gleich Wassersäule

Nun, bei richtiger Pflege gilt die Helsport-Garantie 5 Jahre. Eben auch auf Wasserdichtigkeit. Dazu werden die Zelte malträtiert, um einen Gebrauch bei etlichen Touren zu simulieren. Die Wassersäule bei 3.000 gilt weiterhin. Andere Hersteller nehmen dagegen ein fabrikneues, PU-beschichtetes Zelt und messen die Wassersäule. Der Test ergibt 8.000 mm. Sieht der Kunde beide Zahlen, ist er zunächst vom Günstigeren angetan – „das scheint ja irgendwie besser“. PU-Beschichtungen sind ebenso wasserdicht wie silikonisierte Zelte. Jedoch nutzt sich die PU-Beschichtung deutlich schneller ab und ist nicht so UV-beständig. Würde man die Helsport-Tests mit solchen Zelten durchführen, die Zahlen sprächen für sich. Das Ermitteln von Wassersäulen auf diese Art ist in Europa auch rechtlich einwandfrei. Es sagt aber über den Gebrauch, denn den praktizieren wir draußen, leider nichts aus. Zeltverkauf ist daher viel mehr als Zahlenprahlerei.

Die Leichtigkeit des Seins

Geht es ums Gewicht, haben silikonisierte Zelte klar die Nase vorn, sie sind leichter und damit sind wir wieder beim Fjellheimen Superlight. Ich selbst nutze es lieber allein als für 2 Personen, für die es ja gemacht ist. Auf langen Touren, mit viel Ausrüstung, gönne ich mir den Luxus von sehr viel Platz. Mein Schlafplatz befindet sich entsprechend mittig im Zelt. Um mich herum kann ich mich entspannt ausbreiten. Mancher würde es als Chaos bezeichnen aber meine Zelteinteilung ist immer gleich. Ist das Zelt aufgebaut, landen links die Packsäcke mit Bekleidung, rechts Ausrüstung. In der Apside stehen alle relevanten Kochutensilien, Rucksack und die Schuhe zum Auslüften. Insbesondere an regnerischen Tagen ist das Ausbreiten eine wahre Freude. Als aber 2016 in der sächsischen Schweiz ein Unwetter zu Besuch kam, machte das Zelt natürlich auch bei 2 Personen eine gute Figur.

Fjellheimen Liegefläche

Dennoch wurde das Fjellheimen dieses Jahr ein wenig schwerer. Denn leicht ist nett, aber manchmal auch Crap! Der Grund dafür ist gleichzeitig meine größte Kritik von Beginn an gewesen. Die gelieferten Heringe waren absoluter Mist. Anders will ich mich zu dem Thema gar nicht äußern. Die alten Superlight-Heringe waren grüner-rasen-schön-wetter Versionen. Endlich wurde sie ersetzt, durch größere, stabilere, bessere Heringe!

Flinker Aufbau

Viel kann hier nicht schief-gehen. Es gibt 3 Gestänge (DAC Featherlight NSL), 2x Gold (kurz), 1x rot (lang). Die Gestängekanäle sind farblich markiert. In die Mitte kommt Rot, außen je 1x Gold. Diese  können nachträglich nicht mehr nachgezogen werden. Die vordefinierte Spannung ist von Helsport bereits sehr gut berechnet – und es spart Gewicht. Abhängig davon aus welcher Richtung nun der Wind weht, wird das Zelt ausgerichtet. Zwei Heringe kommen am Fußende links und rechts in den Boden. Das gleiche Prozedere wiederhole ich im vorderen Bereich, ich ziehe das Zelt zu mir, dabei richtet es sich auf und steht.

Vier Heringe waren notwendig, theoretisch bin ich nun fertig. Aber im Fjell kann sich das Wetter schnell ändern. Also spanne ich den Rest ab. Wichtig ist vor allem der dritte, mittlere Hering am Fußende des Zeltes, dazu gleich mehr. Nur selten setze ich jedoch die Heringe direkt an den Gestängen. Viel wichtiger sind die Zugleinen. Beim Fjellheimen SL 2 Camp, gibt es davon 6. Da sich silikonisiertes Gewebe durch Feuchtigkeit stärker ausdehnt, ist ein Abspannen vor dem Schlafen gehen stets angeraten.

Mal eben auf Durchzug schalten
Fjellheimen Superlight - Skirt Ventil

Kurz zurück zum mittleren Hering am Fußende. Ist dieser gesetzt, kann der kleine Schwanz aufgerollt werden und ermöglicht eine gute Durchlüftung (Helsport nennt dies „Skirt-Ventilation System“). In Zusammenspiel mit der Öffnung im vorderen Bereich kommt die Zirkulation zwischen Innen- und Außenzelt entsprechend in Fahrt. Der Eingang des Innenzeltes besteht im oberen Viertel aus Mesh und hat am Fußende eine weitere optionale Belüftung. Schaltet man sein Fjellheimen für die Nacht auf Durchzug, sollte man einen wohligen Schlafsack besitzen. An frischer Luft wird es jedenfalls nicht mangeln.

Der „Camp“-Zusatz

Bei dieser Variante gibt es eine große Apsis, nur dafür braucht es das dritte Gestänge. Eingespart hat Helsport dies bei dem „Fjellheimen Superlight“. Somit fällt die Apside schräg ab und ist sehr viel kürzer. Weniger Material bedeutet natürlich auch eine weitere Gewichtsreduzierung. Das Fjellheimen SL 2 wiegt nochmals 300 Gramm weniger (1,6Kg).

Fjellheimen Superlight Camp 2      Fjellheimen Superlight 2

 

 

Mein Zelt musste bisher viel einstecken, hält sich aber weiterhin prächtig. Ob Unwetter in der sächsischen Schweiz, Sonne in Grönland, heftiger Wind auf Island oder gemischtes Wetter wie in Norwegen. Es machte alles mit und wird auch weiterhin mein Begleiter bleiben.

Fakten zu Helsport

Helsport wurde 1951 von Arild Helliksen gegründet (Helliksen + Sport = Helsport), produzierte anfangs Schlafsäcke und seit 1957 Zelte. Nun, im Jahre 2017, greift die Firma auf 60 Jahre Erfahrung beim Zeltbau zurück. 1970 entwickelt Helsport das Tunnelzelt, eine Revolution. Einige Jahre später folgt die erste Apside. Dinge die heute selbstverständlich sind, kommen von Helsport. Und trotzdem verblüfft die Firma immer wieder mit neuen Ideen, Materialien und Konstruktionen.

Helsport gliedert seine Zelte in 3 Produktgruppen: Trek, Pro und X-Trem.

  • Trek, die Allrounder, sind nicht die leichtesten oder gar robustesten. Sie sind in der oberen Mittelklasse angesiedelt und lassen sich für fast alle Aktivitäten nutzen. Gestänge Yunnan.
  • Pro, setzen sich maßgeblich von Trek durch ihr Gewicht ab. Die Anwendungsbereiche sind vielseitig, definitiv auf Rucksacktouren ausgelegt. Gestänge DAC Featherlight NSL
  • Pro-Superlight, eine Unterkategorie der Pro-Reihe. Hier wird geschliffen, was das Zeug hält. Fokus ist, das Gewicht drastisch zu reduzieren. Dünneres Gewebe bei gleicher Reißfestigkeit. Besser geht es nicht, aber das hat auch seinen Preis. Gestänge DAC Featherlight NSL
  • X-Trem, die gelb-roten Zelte sagen, „Achtung, mich haut nichts um!“. Diese expeditionstauglichen Versionen werden auch als 5 Jahreszeiten Zelte beschrieben. Gestängekanäle sind doppelt  ausgelegt, das Zelt „Patagonia” wird gleich mit doppeltem Gestängesatz geliefert. Sie machen nicht nur normale Winter mit, sondern sind auch für dickste Stürme konzipiert. Gewicht ist hier zweitrangig, Robustheit ist gefragt. Gestänge DAC Featherlight NSL

Dieses neue Zelt war so erfolgreich, dass es bei Helsport das erste Zelt war, das in allen Produktgruppen angeboten wurde. Eine Auflistung:

  • Fjellheimen Trek Camp (Trek Serie für 3 und 4 Personen)
  • Fjellheimen Camp (Pro Serie für 3, 4 und 6 Personen)
  • Fjellheimen Superlight (Pro-Superlight Serie für 2 und 3 Personen)
  • Fjellheimen Superlight Camp (Pro-Superlight Serie für 2, 3 und 4 Personen)
  • Fjellheimen X-Trem Camp (X-Trem Serie für 3 und 4 Personen)

Wer mehr zu Wassersäulen erfahren möchte, dem empfehlen wir unseren umfangreichen Blogbeitrag – Expertenwissen Zelte Wassersäule


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