Nach Thüringen? Oder an’s Meer?

von , 24. April 2024

 

Thüringen ist für vieles bekannt: Rostbratwürste. Tiefe Wälder. Lokales Bier. Und Meer.

Ja, richtig gehört; „Thüringer Meer“ so zumindest nennen zumindest die Einwohner rund um „Hohewarte“ liebevoll das größte zusammenhängende Stauseegebiet Europas. Gebildet wird es vom Fluss Saale, der eine von tiefen Wäldern eingerahmte Wasserfläche bildet, die an eine Fjordlandschaft in Skandinavien erinnert.

Ausgeschildert mit rotem Punkt auf weißem Grund kann man – vorzugsweise zwischen April und Oktober – den Stausee in 5 Etappen einmal umwandern. Auf dem sog. „Hohewarte Stausee Weg“.
Bevor es also April wird und der Weg eventuell überlaufen bzw. “überfahrrad“ ist, entschließe ich mich, mit meinem Wanderkumpel Daniel, dem ganzen einen Besuch abzustatten.

Um es gleich vorweg zu sagen: Der sog. Hohenwarte Stausee Weg ist nichts für Spaziergänger:innen. Es ist ein echter Wanderweg mit allem Drum und Dran. Es geht hoch und runter, über anspruchsvolle Pfade, durch dichten Wald, entlang von Steilhängen an der Saale und zu felsigen Aussichtspunkten. Manchmal ist ein wenig Geschick gefragt, auf jeden Fall aber Ausdauer. Denn insgesamt warten knapp 80km Wanderweg und 2000 Höhenmeter auf einen.

Ausgestattet von Camp4 mit Wanderrucksack, Wasserfilter, Gaskocher und Trekkingnahrung für 4 Tage, sowie mit Isomatte und Daunenschlafsack, machten Daniel aus dem Schwarzwald und Ich aus Berlin uns also Ende März auf den Weg nach Thüringen. Ans Meer.

Die Anreise ist denkbar einfach und unkompliziert. Nicht weit von Saalfeld, was mit allen Verkehrsmitteln bequem erreichbar ist, liegt der Startpunkt „Hohenwarte Parkplatz Staumauer“. Wer nicht mit dem Thüringer Wanderbus (ab Saalfeld für ca. 6€) anreist, kann hier für täglich 4€ das Auto stehen lassen. (Schwaben-Spartrick von Daniel: Da die Saison erst im April beginnt, mussten wir Ende März nichts zahlen und haben uns 16€ gespart! :)
Empfohlen wird der Rundwanderweg in 5 Etappen, mit jeweils maximal 18km Länge. Schlafen kann man in Pensionen in kleinen Örtchen, an denen man immer wieder vorbeikommt oder auf einem der vielen Campingplätze, die auf dem Weg liegen.

Daniel und Ich entschieden uns allerdings für keines der beiden Vorschläge. Jeden Tag ein vorher festgelegtes Ziel erreichen müssen!? Nicht mit uns! Wir wollten vollkommen autark und unabhängig unterwegs sein. Nicht nur mit Blick auf die Nahrungsversorgung. Sondern auch bezüglich täglicher Strecke und Übernachtungsmöglichkeit. Schon allein aus dem Grund, weil die Wettervorhersagen nicht nur positiv waren. Und so beinhaltete unser Equipment neben guten Wanderschuhen auch ein Ultra-leicht Tarp. Jede Nacht schliefen wir dort, wo es uns am besten gefiel: Auf saftigen Wiesen, auf Aussichtspunkten, mit einem herrlichen Blick auf das Meer, aber auch einmal in einer kleinen Schutzhütte.

Am ersten (halben) Tag liefen wir knapp 12km und ca. 320m rauf und runter. Vom besagten Startpunkt bis auf den höchsten Punkt nach der sog. „Presswitzer Spitze“ (eine Art Landzunge). Unser Ziel war eigentlich das ca. 5km weiter gelegene „Mooshäuschen“ (eine kleine Schutzhütte).

Aber aufgrund völlig plötzlich (Vorsicht Ironie) einbrechender Dunkelheit, gepaart mit dem Beginn von Regen (leider keine Ironie), entschieden wir uns spontan, unser Nachtlager aufzuschlagen. Gut, dass wir zu zweit waren. Denn ein Tarp im Regen aufzubauen, will geübt sein. Kaum stand unser Wind- und Wetterschutz, hörte es allerdings auf zu regnen.

Am nächsten Tag ging es bei kühlem, aber sonnigen Wetter 23km auf Fichten- und Wichtelwegen (immer wieder waren kleine ca. 20cm große „Häuser“ zwischen Bäume und Wurzeln gebaut) immer weiter Ostwärts bis zum „Lastenberg“, kurz vor der Ortschaft „Ziegenrück“. (Ziegenrück bildet das Ende der ersten Hälfte). Da wir nach 600m hoch und 500m runter ganz schön k.o. waren freuten wir uns erst über einen herrlichen Ausblick vom „Lastenberg“ auf die Saaleschleife, während wir mit frisch gefiltertem Wasser unser Abendessen zubereiteten.

Da uns mit -2 Grad die kälteste Nacht bevorstand, waren wir froh, auf besagten Lastenberg in der „Karl-Rühl-Hütte“ unsere Isomatten ausrollen zu können. Gut auch, dass wir jeweils noch ein Inlett zur Temperatur-Erhöhung für unsere Schlafsäcke dabeihatten.

Am dritten Tag begann quasi die zweite Hälfte der Wanderung, d.h. wir wanderten ab sofort südlich statt nördlich um den Stausee. Kurz nachdem wir das Örtchen Ziegenrück verlassen hatten (in dem man beim örtlichen Bäcker übrigens unglaublich leckeren Kuchen genießen könnte bzw. konnte :) und wieder auf Waldwegen unterwegs waren, lief uns eine Ziege entgegen. Ob dies das Dorf-Haustier /-Maskottchen war, konnten wir allerdings nicht herausfinden. Zutraulich war sie aber 😊

Wie bereits am Vortag, sollte unsere Tour nach ca. 23km und jeweils 550m bergauf und -ab bei der „Schleifenberghütte“ enden.

Da uns bei dieser allerdings der Aussicht fehlte, entschieden wir uns, unser Nachtlager auf der ca. 2km entfernten „Schleifenwiese Süd“ aufzuschlagen.

Dies war definitiv die richtige Entscheidung, denn wir konnten sowohl Sonnenuntergang wie -aufgang genießen. Da schmeckt das Rührei aus der Tüte doch gleich viel besser 😊

Am letzten Tag ging es dann noch mal 450m hoch und 550m runter, bis wir uns nach ca. 13km wieder einen Schlafplatz in der Nähe unseres Ausgangspunktes suchten. Die Wahl fiel auf einen sonnigen Platz in der Nähe von kleinen „Ferienhäusern“, wo wir den Tag und die Wanderung bei einem Lagerfeuer mit Blick auf Hohewarte ausklingen ließen.

3,5 Tage lang bergauf, bergab, knapp 2000 Höhenmeter, einer Bade-Session im Meer und 4 Übernachtungen später, saßen wir wieder im Auto und waren froh, das „Thüringer Meer“ durch Zufall entdeckt und den „Hohewarte Stausee Weg“ begangen zu haben. Denn gelohnt hat es sich allemal. Die Wege und die Aussichten waren atemberaubend schön.

PS / einige „wertvolle“ Tipps:

Viele „Berge“ auf dem Rundweg kann man auch gut umlaufen, falls einem der Weg zu anstrengend sein sollte.
Außerdem gibt es im Internet viele Vorschläge zu einzelnen (Tages-)Etappen rund um den Stausee, die man alle nach eigenen Vorlieben verkürzen oder erweitern kann.

Auf dem gesamten Rundweg um den Stausee sind zahlreiche Geocaches versteckt. Wer also zusätzlich noch auf „Schatzsuche“ gehen möchte, kommt beim Hohewarte Stausee Weg definitiv auf seine Kosten.

In Ziegenrück, d.h. bei der Hälfte des Rundweges, gibt es eine öffentliche Toilette; Wer also das Bedürfnis hat, (mal wieder) zivilisiert(er) Körperhygiene zu betreiben, sollte ihr einen Besuch abstatten. Wir können ihr definitiv das Gütesiegel „sauber und hygienisch“ geben 😊

Immer wieder begegnen einem im Laufe des Wanderweges nicht nur wundervolle Aussichten auf den Stausee, sondern auch liebevoll gestaltete Hütten oder Rastplätze. Besondere Empfehlung ist „Günthers Heil“ – Eine philosophisch-spirituell angehauchte, gemütlich eingerichtete „Höhle“ unterhalb einer Aussichtplattform, mit Hängesessel, Campingstuhl und Feuerschale 😊

Zu guter Letzt ist noch (mal) zu betonen, dass die Saison von April bis Oktober ist. D.h. (auch), dass die Campingplätze, sowie viele Einkehrmöglichkeiten außerhalb dieser Zeit geschlossen sind.

Top of Germany: Der Jubiläumsgrat von der Zugspitze zur Alpspitze

von , 12. Februar 2024

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Im März 2022 war ich mit meinen zwei CAMP4-Arbeitskollegen Tom und Hans unterwegs auf dem Jubiläumsgrat – von der Zugspitze zur Alpspitze. Es war eine sehr faszinierende Gratwanderung mit leichter Kletterei auf Fels und Schnee und einer Übernachtung in einer Biwakschachtel auf dem Grat.

Unsere Tour begann an unserem Arbeitsplatz, dem CAMP4 Berlin. Von dort fuhren wir nach Garmisch-Partenkirchen und verbrachten die erste Nacht im Biwak neben einem Parkplatz. Die Nacht war kühl, aber schön ruhig und der Sternenhimmel funkelte über uns.

Am nächsten Tag nach dem Frühstück gingen wir zum Parkplatz der Zugspitzbahn und fuhren mit der Seilbahn zum Gipfel. Gegen 10 Uhr morgens starteten wir unsere Tour vom Gipfel der Zugspitze und machten uns auf den Weg über den Grat zur Alpspitze. Unsere erste Station sollte die Biwakschachtel auf dem Grat sein.

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Wir hatten wirklich die besten Wetterbedingungen, es gab nicht zu viel Schnee, der vorhandene Schnee war fest, der Himmel war blau und die Sonne schien ganz wunderbar.

An diesem ersten Tag haben wir nur unsere Steigeisen genutzt und natürlich auch das Klettersteigset, das Seil konnte aber im Rucksack bleiben. Wir trugen feste Schuhe, in denen man klettern und gleichzeitig gut laufen kann. In unserem Fall mussten sie steigeisenfest sein, aber nicht zu massiv, es war schließlich März. In der Übergangszeit wird es ein leichterer, steigeisenfester Schuh tun und wenn der Grat komplett schneefrei ist und man sich sicher genug damit fühlt, reicht ein Zustiegsschuh.

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Warum sind wir eigentlich im März unterwegs gewesen? Die Winterbegehung war bewusst gewählt, um dem Andrang im Sommer zu entgehen und den Anspruch zu erhöhen. Ohne Schnee, sprich im Sommer, ist es gewiss einfacher und sicherer, dafür sind aber (gerüchteweise viele) andere Bergsteiger unterwegs.

Für uns war der Zeitpunkt perfekt. Wir waren allein – unterwegs und in der Biwakschachtel- und das Wetter war perfekt. Wir hatten so wenig Schnee, dass dieser kein Hindernis war. Im März kann das Wetter aber teilweise natürlich auch so wüst sein, dass selbst die Anreise vermieden werden sollte. Da braucht es natürlich eine kleine Portion Glück, damit es dann passt.

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Am späten Nachmittag kamen wir gemütlich bei unserer Biwakschachtel – der Jubiläumsgrathütte – an (die übrigens von Hanwag gesponsert wurde). Die rote Hütte aus Aluminium liegt auf 2684 m ü. NHN, kann bis zu zwölf Personen Unterschlupf gewähren und steht jedem offen.

Wir hatten dort einen wunderschönen Abend mit tollem Licht, obwohl die Sonne schon bald hinter dem Berg verschwand. Als wir genügend Schnee geschmolzen hatten, genossen wir einen warmen Tee und ein leckeres Abendessen. Der Platz für die Hütte ist wirklich gut gewählt, man kann gut draußen sitzen, entspannen und den Ausblick genießen.

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Die Zugspitze ist zwar Deutschlands höchster Berg, erschien mir bis jetzt aber gar nicht so hoch. Unser Weg war auf jeden Fall schwieriger als manche Trekking-Trails im Himalaya. Dazu muss ich vielleicht sagen, dass ich in der Manaslu-Region in Nepal aufgewachsen bin. Trotzdem habe ich Respekt vor so einem Gratwanderweg mit leichter Kletterei, wo man trittsicher und schwindelfrei gehen muss.

Die schwierigste Klettersteigpassage ist mit D (schwer) klassifiziert, meist liegt es aber im Bereich A-B. Die Kletterschwierigkeiten gehen bis in den unteren dritten Grad – das ist erstmal nicht sonderlich schwer.
Die schwierigsten Abschnitte, und nur diese, sind als Klettersteig angelegt. Im Winter kommt hinzu, dass einige Sicherungsdrahtseile unzugänglich unter dem Schnee liegen.
Die Herausforderung ist aber vor allem die Länge des Grates. Das heißt, je nach äußeren Bedingungen, ist man 1-2 Tage unterwegs. Man muss dabei zügig klettern, was es unmöglich macht, viel zu sichern. Man muss also 2 Tage (im Sommer sollte ein Tag reichen) ausgesetzt, ungesichert, konzentriert, zügig klettern. Und es gibt nur eine Ausstiegsmöglichkeit. Einfach aufhören geht also nicht. Man kann umdrehen und alles zurückklettern oder eben doch weitermachen.

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Bei blauem Himmel und hervorragenden Schneebedingungen haben wir aber nicht ans umkehren gedacht. Das Wetter hätte wirklich nicht besser sein können. Eine kleine Herausforderung bestand allerdings darin, dass wir nicht optimal durchgängig entweder mit oder ohne Steigeisen klettern konnten. Also haben wir sie irgendwann nicht mehr angezogen.

Der Abstieg von der Alpspitze bis zur Seilbahn-Station war teilweise vereist und sehr glatt. Der Klettersteig war meist unter dem Schnee verborgen und so war der Abstieg teilweise anstrengender, herausfordernder und schwieriger als der Grat.

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Weil noch viel Schnee lag, konnte man den Weg nicht so einfach erkennen, also sind wir neben der Skipiste hinunter ins Tal gelaufen.

Es war alles in allem eine entspannte Zwei-Tages-Tour, bei der wir das Seil nicht gebraucht haben und die Steigeisen auch nur am ersten Tag nutzten.

Für wen ist der Jubiläumsgrat zu empfehlen?

Für Menschen, die sich für schroffe, alpine Landschaft begeistern, über grundlegende Kletterfähigkeiten, Trittsicherheit und Kondition verfügen, um sich mit Genuss in diesem Gelände bewegen zu können und eine Unternehmung suchen, die einen gewissen Anspruch hat, trotzdem unkompliziert und ohne großen Zeitaufwand umzusetzen ist. Auffahrt zur Zugspitze und schon ist man beim eigentlichen Thema, ohne vorher einen Tag aufsteigen zu müssen. Nach spätestens zwei intensiven Tagen ist man wieder im Tal.

Für wen ist dieser Grat nichts?

Für alle, die sich nicht von der obigen Antwort angesprochen fühlen. Es ist ausgesetzt. Man ist die ganze Zeit und über eine längere Strecke in einem Gelände unterwegs, in dem man potenziell tödlich abstürzen kann. Gleichzeitig klettert man die meiste Zeit ungesichert. Dem sollte man mental gewachsen sein.

Unsere Ausrüstung:

Für mehr Infos: https://www.bergsteigen.com/touren/klettersteig/jubilaeumsgrat-zugspitze/

Fotocredits: Tom @tourenblog / http://tour-en-blog.de/

Testbericht: Berghaus MTN Arête Synthetic-Hoodie

von , 1. Februar 2024

 

Da ich grundsätzlich alles gut finde was leicht und lila oder schwarz ist, hab ich mich total gefreut mit dem MTN Arête Isolationshoodie von Berghaus auf Tour gehen zu dürfen. Dabei handelt es sich um die leichteste synthetische Isolationsjacke in unserem Programm und eignet sich damit perfekt für alle, die eine sehr leichte Alternative zur Daune suchen (und alle UL-Fans natürlich auch :-)). Da ich in Bewegung viel schwitze, bevorzuge ich synthetische Füllungen, weil diese weniger empfindlich auf Nässe von innen und außen reagieren.

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Erstmal zu den technischen Details:

Der MTN Arête Hoodie ist mit 40 g/m² Hydroloft® Elite, einer synthetischen Isolation aus 50% Recyclingfasern, gefüllt. Für dieses vergleichsweise geringe Füllgewicht hielt mich die Jacke in Kombination mit einem Fleece dennoch bei ca. 10 Grad warm genug.

Außen ist die Jacke mit einer PFC-freien wasserabweisenden Imprägnierung ausgestattet, sodass leichter Nieselregen gut vom Außenmaterial abperlt. Das dünne Material ist, wie viele (ultra)leichte Stoffe, nicht optimal für dichtes Gestrüpp oder ausgiebigen Felskontakt geeignet. Als Isolationsjacke wird sie aber ja sowieso unter einer „robusteren“ Außenschicht angezogen. Allein getragen fühlt sie sich an wie ein warmer Hauch von Nichts.

Das Besondere an der Jacke:

Sie ist als Wendejacke konzipiert mit einer „warmen“ und einer „kalten“ Seite. Diese werden durch zwei Icons (Flamme und Schneeflocke) am Saum angezeigt. Trage ich die Flamme nach außen ist mir wärmer.

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Das funktioniert, weil das winddichte Material entweder direkt am Körper oder ganz außen getragen wird. Es wird also reguliert, wie viel Luft als Isolationsschicht eingeschlossen wird. Winddicht ist die Jacke durch das Design ohne Steppnähte, egal von welcher Seite sie getragen wird. Beide Seiten unterscheiden sich auch in ihrer Atmungsaktivität nicht.

Test:

Ich testete die Jacke eine Woche während einer Trekkingtour in den Pyrenäen auf ca. 2000 Metern Höhe. Dabei sollte mein Rucksackgewicht inkl. Zelt so niedrig wie möglich sein, um die mehr als 1000 Höhenmeter Aufstieg pro Tag gut zu bewältigen. Dafür ist die Berghaus Mtn Arête Jacke mit 189g (nachgewogen) in Damengröße M optimal geeignet.

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Dadurch, dass ich die Jacke wenden konnte wenn es mir zu warm wurde, ist sie meiner Meinung nach für Trekkingtouren von Frühsommer bis Herbst im Zwiebelsystem geeignet. Während zwei Tagen auf dem Forststeig in der heißen Septemberwoche war die Jacke fast schon zu warm für mich.

Die Taschen der Jacke sind höher gesetzt und können so auch mit geschlossenem Hüftgurt des Rucksacks oder trotz Klettergurt benutzt werden. Durch das glatte Material trägt sie sich sehr gut unter einer Regenjacke. Die flexiblen Ärmelbündchen haben mir außerdem sehr gut gefallen, da sie beim Abwasch machen oder Wasserholen bequem nach oben geschoben werden können und die Jacke so nicht nass wird.

Pros:
– Wendedesign sehr gelungen und praktisch
– für ihr Füllgewicht erstaunlich warm
– extrem leicht
– hoher Tragekomfort

Cons:
– eher dünnes, ultraleichtes Material

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Fazit:
Beim MTN Arête Synthetic Hoodie handelt es sich um eine sehr leichte, vielseitige Isolationsjacke, die sich genauso bequem auf hohen Bergpässen, bei kühlen Temperaturen auf dem Rad in Berlin oder als Kopfkissen beim nächsten Interrail-Abenteuer einsetzen lässt. Sie überzeugt mich durch das Wendedesign, mit dem ich einem Überhitzen kurzfristig entgegenwirken kann und das mir für wenig Gewicht noch „mehr Jacke“ liefert.

Japan. Mit Rad.

von , 18. Januar 2024

Nachdem ich in den letzten Jahren wieder Vergnügen an Radreisen gefunden hatte sollte es im Herbst 2023 in die Ferne gehen, auf ein paar Inseln im Westpazifik. Zuvor war ich bereits einmal im Winter dort und befand es als lohnenswertes Reiseziel. Nun also war der Plan von Osaka aus über die japanischen Alpen an die Westküste Tohokus zu fahren, nach Hokkaido mit der Fähre überzusetzen, dann den Japan Rail Pass zu aktivieren, mit diesem nach Süden zu fahren, und dann weiterzusehen bzw. zu radeln.

Anreise

Das Rad wurde in den Koffer geworfen, das Restgepäck auf zwei kleine Handgepäckstücke verteilt und in Frankfurt ein Flugzeug nach Hongkong bestiegen. Meine Flüge hatte ich so gebucht, dass ich dort bei Hin- und Rückflug jeweils gute 10 Stunden Lay-Over hatte, um mir diese Stadt anzusehen, was sich auf jeden Fall gelohnt hat. Ich habe zwar einige asiatische Metropolen gesehen, aber Hongkong ist irgendwie etwas Besonderes; die vielen bergigen Inseln, die unglaublich hohen (Wohn)Gebäude, das omnipräsente Meer und die schwer zu bestimmende Differenz zu chinesischen Festlandsstädten. Nervös, hektisch, gigantisch, unglatt. Osaka erreichte ich dann nach einem weiteren nicht so langen Flug am Abend und fand meine ‚warmshowers‘-Gastgeber unweit des Airports, wo ich vor allem meinen Radkoffer für 4 Wochen lassen konnte, aber auch eine Nacht blieb.

Nach Hokkaido

Der erste Tag war dann gleich die Feuertaufe: Linksverkehr, mit 1000 Ampeln, im Großraum Osaka, vom Jetlag noch nicht im Vollbesitz meiner Kräfte, aber ich meisterte es, wie auch die Navigation. Die erste Nacht zeltete ich wild an einem Fluss zwischen Osaka und Kyoto, Kyoto durchfuhr ich, als ignoranter Tourist, am nächsten Morgen nur, und dann ging es relativ entspannt an den Ufern des Biwa-Sees entlang, bevor ich am Abend unweit von Gifu wieder an einem Flussufer nächtigte. Das Wetter war ganz gut, wenn auch ziemlich windig und ziemlich warm und ziemlich feucht. Dann ging es in die Alpen, der nächste Tag schlug mit über 2000 Höhenmetern (auf 120km) zu Buche, dazu gab es leichten Nieselregen. Am nächsten Tag wurde es nicht besser und leider sah ich von der Passhöhe auf 1800m nichts außer Wolken, und ich war froh, nicht noch einen tausend Meter höheren Pass angesteuert zu haben. Hinab ging es dann durch viele Tunnel bis Matsumoto, ein mir bereits bekanntes sehr angenehmes Städtchen mit einem ziemlich alten, hölzernen Wasserschloss.

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Von hier fuhr ich mit einigem Auf und Ab über Nagano Richtung Norden und erreichte nördlich von Niigata das Japanische Meer. Langsam wurde ich besser im Navigieren. Sehr oft gibt es nämlich mehr oder weniger parallel zu großen, vielbefahrenen Straßen kleine oder sehr kleine Straßen, die sich zwar in der Regel nicht so schnell fahren lassen, aber dafür viel entspannter. Schnell fahren, wie dann an der Küste entlang bis hinter Akita, wo die Straßen oft breit und glatt waren und viel geradeaus gingen, muss aber auch mal sein, und so fuhr ich bis in die Dunkelheit hinein mal knappe 250km und nächtigte in einer ziemlich guten Bushaltestelle. (Diese diente auch als Umschlagplatz für Druckerzeugnisse; nachts wurde ich von einer älteren Dame mit einem Packen Zeitungen in der Hand geweckt, ich nahm diese entgegen und lagerte sie auf dem vorhandenen Sitzkissen, und früh morgens wurden diese von einem älteren Herren abgeholt.)

Nicht zuletzt war auch die Wetterprognose nicht so rosig, und da ich am Folgetag über einen weiteren Gebirgszug nach Aomori wollte, galt es Strecke zu „machen“. Ich folgte dann einer kleinen Passstraße, die ziemlich weit oben mal wieder gesperrt war. Umkehren war keine Option und ich folgte ihr weiter, bis ich irgendwann schieben musste: massive Erdrutsche hatten die Straße ins Tal, oder massive Felsbrocken auf diese befördert. In Aomori nahm ich mir mal ein Zimmer und setzte am nächsten Morgen mit der Fähre nach Hakodate über. Hokkaido zeigte sich stürmisch und regnerisch,  bald fuhr ich an der Ostküste entlang nach Norden. Am nächsten Tag ging es nach ein paar Höhenmetern zum Shikotsu-See, wo ich mal einen offiziellen Zeltplatz am Ufer ansteuerte. Ursprünglich hatte ich vor, noch länger auf Hokkaido zu fahren, aber angesichts mieser Wetteraussichten für die kommenden drei Tage, fuhr ich noch über Umwege nach Sapporo, trank ein Sapporo, aktivierte meinen Zugpass für den nächsten Tag und reservierte auch ein paar Shinkansen-Sitzplätze. Den Nachmittag und Abend verbrachte ich mit dem Spazieren durch die Stadt, etwas, was ich ja bis dahin nicht getan hatte.

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Inselhopping im Süden

Am nächsten Vormittag verpackte ich mein Fahrrad am Bahnhof und bestieg den Bummelzug, der dann ziemlich voll wurde, nach Hakodate. Von da brachte mich ein Shinkansen bis Tokio, ein weiterer bis Osaka, wo ich den Anschlusszug in 8 Minuten Umsteigezeit(!) erreichte. Der Tag endete für mich im mitternächtlichen Hiroshima. Wäre ich früher am Tag gestartet, wäre ich weiter gekommen, aber so war ich etwas verloren. Kurzentschlossen schraubte ich das Rad zusammen und machte eine nächtliche Stadtrundfahrt, schlief dann noch ein paar Stunden auf einer ruhigen Parkbank am Fluss, um dann den ersten Zug nach Kagoshima, ganz im Süden von Kyushu zu nehmen. Die Natur hier zeigte sich tropisch und es war deutlich wärmer als auf Hokkaido. Ich fuhr entlang der Westküste und schlief am Strand. Am nächsten Tag wurde das Radfahren durch zwei Fährfahrten unterbrochen und abends befand ich mich ganz im Westen, auf Kakinoura. Von hier aus wollte ich mit einer weiteren Fähre nach Nakadori übersetzen, aber nach langem Warten im Hafen wurde irgendwann klar, dass wegen eines nahen Taifun diese Fähre ausfallen würde, und da es unsicher war, ob es am nächsten Tag besser werden würde, disponierte ich um. Ich wollte zurück auf die Hauptinsel. Ein Hafenmitarbeiter brachte mich wegen des Dauerregens in seinem Minikastenwagen, wo wider Erwarten mein Rad reinpasste, zum anderen Hafen, wo ich eine Fähre nach Sasebo nahm. Hier fand ich kurzfristig einen sehr netten Gastgeber via ‚warmshowers‘, was nach einem so vermasselten Tag sehr angenehm war.

Am nächsten Tag ging es nach Hirado, wo ich eine große Rundfahrt machte und final nach Iikitsuki, wo ich strandnah einen Platz zum nächtigen fand. Zwischenzeitlich hatte ich die Idee, nach Busan/Südkorea überzusetzten ad acta gelegt, weil die eine Fähre ziemlich teuer war und die andere immer ausgebucht für die in Frage kommenden Tage. Also war der Plan Shikoku zu bereisen, wo ich aber auch erstmal hinkommen musste. Dafür fuhr ich am nächsten Tag ziemlich geradeaus nach Osten und befand mich am Abend in den Bergen südlich von Hita, um am nächsten Tag nach Südosten nochmal eine Bergetappe zu fahren, die mit knapp 3000hm auf 170km ziemlich gut war. Den letzten Tag auf Kyushu fuhr ich am nächsten Tag küstennah(trotzdem über 2000hm) nach Saganoseki, wo ich auf den Stufen eines Stadions, bewacht von der Stadionkatze nächtigte, um am nächsten Morgen die Fähre nach Misaki (auf Shikoku) zu nehmen. Angesichts eines weiteren nahen, tropischen Wirbelsturms fuhr ich aber nicht nach Süden, sondern machte ein taktisches Ausweichmanöver nach Norden, immer am Meer entlang, um bald auf den wohl bekannten, mir aber bis dahin unbekannten Radweg namens Shimanami Kaido zu treffen, der über einige Inseln und viele Brücken nach Honshu führt. Ich zeltete auf einer dieser kleinen Inseln und drehte dann am Folgetag noch auf Honshu eine kleine, bergige Runde, fuhr am nächsten Tag wiederum Fähre zurück nach Shikoku, mit einem Zwischenstop auf Nagoshima.

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Meine Tage ähnelten sich sehr, ich stand auf wenn es hell wurde und fuhr einfach bis zum Einbruch der Dunkelheit oder auch mehrfach in sie hinein. Stopps machte ich bei Convenience Stores, an Plätzen mit guten Aussichten, an Kreuzungen zur Reorientierung. Größere Ortschaften umfuhr ich meist, kleinere durchkreuzte ich und generell ignorierte ich allerlei Sehenswürdigkeiten, ich passierte einfach sich abwechselnde Landschaften – Küsten, Berge, Täler, Wälder, Felder. Leider waren die Tage nicht mehr allzu lang; ansonsten wäre ich auch, da gut in Fahrt, öfter noch länger gefahren, aber so waren es nur ein paar Mal über 200 Kilometer am Tag, ohne mich sonderlich anzustrengen oder besonders schnell zu fahren.

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Zurück nach Osaka

Auf Shikoku wiederum fuhr ich im Inselinneren ordentlich Höhenmeter(über 3200 auf 150km) um westlich von Kochi wieder auf das Meer zu treffen, nach zwei Tagen erreichte ich dann Tokushima, nächtigte in einem Park, um am nächsten frühen Morgen nach Wakayama(Honshu) überzusetzen. Lange folgte ich dem Fluss, um dann rechts ins Gebirge abzubiegen und bei Shingu wiederum die Küste zu erreichen. Zwei weitere Tage auf der Straße und ich befand mich nach dieser Abschlussrunde wieder in Wakayama, wo ich nördlich der Stadt nahe am Meer in einem Unterstand des örtlichen Sportplatzes nächtigte. Am frühen Morgen wurde ich von sich dort zum Frühsport, mit sehr lauter Musik verabredeten, freundlichen Pensionisten geweckt. Auf den wenigen verbleibenden Kilometern zurück zum Kofferparkplatz sprang ich noch mal ins Meer und putze das Rad. Dann wurde es in den Koffer verfrachtet und ein Hotel in unmittelbarer Flughafennähe aufgesucht, das Flugzeug am nächsten Morgen nach Hongkong bestiegen, dort ein paar Stunden herumgelaufen, eine Fährfahrt bei Sonnenuntergang durch den Victoria Harbour gemacht, nachts nach Frankfurt geflogen, morgens der ICE nach Berlin genommen und in Berlin sich direkt zum Arbeitsplatz begeben. Kostbare Freizeit will optimal genutzt sein.

 

 

Orankecamp 2024

von , 4. Januar 2024

Orankecamp 2024 – schön war’s mit euch! ☀️🌧️

Wir bedanken uns bei euch fürs Vorbeikommen, Plaudern und Zelte anschauen bzw. mitnehmen! Ich hoffe ihr hattet mindestens einen genau so schönen Tag wie wir, trotz Wind & Wetter – von Regenschauern bis sommerlichem Sonnenschein war ja alles mit dabei. Mit solch zahlreichem Erscheinen haben wir da fast nicht mehr gerechnet – also ein herzliches Dankeschön! Und für diejenigen, die nicht dabei sein konnten – nach dem Orankecamp ist ja für gewöhnlich vor dem Orankecamp 😉

Hier noch ein paar Impressionen vom Event:

Das komplette Programm:
– Riesige Zeltausstellung mit über 100 Zelten und der gewohnten CAMP4 Beratung
– Outdoor-Trödelmarkt (ab 10 Uhr)
– Die Kanu-Connection stellt ihre Boote aus
– Mit den Booten der Outdoorvagabunden eine Runde über den See paddeln
Mountain Equipment Down Codex Workshops (11:30 & 14:30)
– CAMP4 Bikepacking Workshop mit Lukas
– CAMP4 Rucksack Workshop
Garmin-Stand und großes Testival mit GPS-Geräten & -Uhren
– Portemonnaie-Selbstbau-Workshop mit VAUDE
Katadyn-Stand mit Wasserfilter-Testing und mehr
Trangia – Outdoorkochen mit Sturmkocher
Nordic Pocket Saw Sägewettbewerb
– Hängematten-Testival mit Ticket to the Moon
Petromax – Glamping mit Feuertopf und Raketenofen
– Kistenklettern mit dem DAV
– große Tombola mit tollen CAMP4 Gewinnen (Zelt, Jacke, uvm.) 16:30 Uhr
– Stockbrotbacken am Feuer
– Pappbootbau mit Rennen für die Kids (ab 14 Uhr)

Programm

Zelte ausprobieren, Probeliegen & zu Aktionspreisen mitnehmen

Erlebe die leichten Raumwunder und fachsimple mit unseren Experten darüber, welches Zelt dich bei deinem nächsten Abenteuer am besten begleiten wird.

Wenn du dich für eines der Musterzelte entscheidest, hast du die Möglichkeit dieses ab 17 Uhr selbst abzubauen, dafür winken noch einmal satte Extra-Rabatte! (ausgenommen Hilleberg)

Outdoor-Trödelmarkt für Schnäppchenjäger

Neuer Besitzer gesucht! Gebrauchte, dennoch gut erhaltene Ausrüstung zum kleinsten Preis von Outdoorliebhabern für Outdoorliebhaber… und das Feilschen nicht vergessen!

Pappbootbauen mit Pappbootrennen

Angehende Piraten aufgepasst! Wer ordentlicher Pirat sein möchte, muss sich zuerst in der Bootsbaukunst beweisen. Wer baut das hochseetauglichste Pappboot jenseits der 7 Weltmeere? In unserer Pappbootwerft steht Material bereit, ihr müsst lediglich eure Eltern mitbringen und die sollten nicht vergessen, Wechselklamotten einzupacken. Wie es sich für einen echten Piraten gehört, habt Ihr eine Stunde Zeit, das Boot „zusammenzuzimmern“. Im Anschluss wird die Schwimmtauglichkeit eurer Boote getestet – schafft ihr es ein Boot zu bauen, das dem Wasser trotzt und nicht sinken wird?

Stockbrotbacken am Lagerfeuer

Am Lagerfeuer das eigene Brot backen für Jung und Alt. Selbstgebacken schmeckt das Brot doch immer noch am Besten.

Tombola

Gewinne satt. Die Spannung steigt – wirst du unter den Gewinnern sein? Finde es heraus, bei unserem Gewinnspiel mit vielen tollen Preisen aus der Outdoorwelt!

Unter anderem zu Gewinnen:
– VAUDE Loggia Zelt
– RAB Firewall Jacket
– CAMP Carbon Wanderstöcke

Bezahlmöglichkeiten: Bar, EC, Kreditkarte (Visa/Mastercard)

Das Orankecamp ist die schönste Einstimmung auf die wärmere Jahreszeit. Die Bäume fangen an zu blühen, die dicke Jacke kannst du zu Hause lassen und vielleicht gehörst du ja zu den Mutigen, die sich ins Pappboot-Rennen begeben? Wir freuen uns jetzt schon und sehen uns dann am See. Lasst uns gemeinsam eine tolle Zeit haben!

Dein CAMP4 Team

 

Hier noch mal die Infos:

CAMP4 Orankecamp
20.April 2024
10:00-17:00 Uhr

Strandbad am Orankesee
Gertrudstraße 7, 13053 Berlin
Eintritt frei!

Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt.
Bei regnerischer Voraussage müsst ihr die Jacken wohl doch nochmal einpacken.

Toiletten des Strandbads sind geöffnet.
Essen und Getränke können mitgebracht oder vor Ort gekauft werden.

 

Neuseeland – Mit Packraft, zu Fuß, per Anhalter. Plus zwei Heimwegstops.

von , 16. Dezember 2023

Neuseeland – am ziemlich genau anderen Ende der Welt – ist bekannt für seine äußerst vielfältigen Landschaften und der zahlreichen möglichen Outdooraktivitäten. Vor über einem Jahrzehnt hetzte ich, zumeist per Daumen, in etwas über zwei Wochen über Nord- und Südinsel, trekkte am Mt.Cook (permanent wolkenverhangen und Schneesturm bei der ‚Mueller Hut‘), beging den Kepler-Trek, traversierte den Tongariro-Nationalpark und schaute mir noch die eine oder andere Ecke an. Diesmal hatte ich über 4 Wochen Zeit, und da ich mein Rucksackboot dabei hatte, war der Plan auf der Südinsel ein paar Überquerungen der Alpen zu versuchen. Dieser Plan ging nicht ganz auf.

Start

Der Weg nach Neuseeland ist weit, aber meist in unter 30h in der Luft zu realisieren. Mein Flug führte von Frankfurt nach Seoul – ein Traum; die Auslastung von 30% und der Sonnenaufgang über den schneebedeckten Gipfeln des Tien Shan – und dann weiter nach Auckland, wo ich vormittags ankam. Ich suchte das Quartier auf und musste mich dazu zwingen statt zu schlafen, das Tageslicht zu nutzen und herumzulaufen. Am nächsten Tag merkte ich dann noch etwas Jetlag, aber da ich die dann folgende Nachtbusfahrt nach Wellington fast durchschlief, erreichte ich frisch und munter das Ziel am nächsten Morgen, erstand ein Ticket für die Fähre, schaute mir wegen einer Verspätung das Hauptstädtchen noch etwas an, schaukelte über die Cook-Straße um am anderen Ufer in Picton direkt mit einer kleinen Wanderung zu beginnen. Ich nächtigte am Queen-Charlotte-Sound, ging am nächsten Tag noch weiter und trampte dann bis Hokitika an der Westküste.

Und dies lief wie am Schnürchen, und so sollte es in den folgenden Wochen zur Regel werden: eine junge deutsche Touristin mit Wohnmobil, 2-3 Kiwis die mich kurze Strecken, immer zur nächsten, besseren Trampstelle mitnahmen, dann ein mittelaltes Ehepaar, vor Jahrzehnten von den britischen Inseln emigriert, ein Chilene, via Work-and-Travel-Visa vor Jahren ins Land gekommen, mit mittlerweile Absichten, zu bleiben, klassenbewusste Minenarbeiter mit derbem Humor, Fischer, Farmer, Bauarbeiter. Kurzum, interessante Reisebekanntschaften. Bezeichnend für meine Geschwindigkeit war, dass es mir gelang, einen Konvoi von alten Bedford-Schaustellertrucks mit röhrenden Dieselmotoren immer wieder einzuholen. Ich blieb eine Nacht in Hokitika und trampte dann am nächsten Morgen zu meinem ersten Trailhead am Whataroa River.

Backcountry

Das Wetter war gemischt, zuerst kam ich auf gut markierten Wegen ganz gut im rutschigen Regenwald voran, musste einige Flüsse durchwaten und erreichte nachmittags am Perth River eine Hütte, wo ich auch nächtigte. Am nächsten Tag wurde es wegen schwieriger Wegfindung im Unterholz komplizierter, aber es war warm und sonnig und ich erreichte bald eine weitere Hütte wo ich wiederum blieb. Dann wurde das Wetter wechselhaft und ich mühte mich über Blockfelder und durch wegloses Unterholz bis ans Ende des Tales des Bettison Stream hinauf, von wo aus ich den Dennistoun Pass queren wollte. Dies scheiterte am nächsten Tag an Null Sicht; ich wusste nicht 100%ig, ob ich wirklich in Passnähe war (mein GPS-Gerät war ausgestiegen und die Karten waren nicht so detailliert), also nächtigte ich auf dem Grat und hoffte auf Wetterbesserung, die aber auch am Folgetag ausblieb. Von riskanten Versuchen in Fels und Eis sah ich ab, da ich keine 20 mehr bin und auch nur begrenzt Werkzeug dafür mitführte.

Also kehrte ich um, nachdem ich eine weitere Geröllrinne auf der Suche nach dem Pass hochgekraxelt war, was wiederum bedeutete, mich durch wegloses Gelände und die erwähnten, nun regennassen Blockfelder zu mühen. Gerade rechtzeitig mit einbrechender Dunkelheit befand ich mich zu Glück wieder auf dem Pfad der mich zur Hütte führte. Ich brauchte wiederum 2 Tage zurück zur Straße, wobei die letzte Nacht und der Folgemorgen sehr unangenehm waren: massiver Dauerregen, Sturm, und die Durchquerung des letzten Sturzbaches war mehr als waghalsig. In Whataroa nahm ich mir ein Zimmer, und trampte am nächsten Tag im anhaltenden Regen in einem Ritt bis Wanaka, wo es fast 30 Grad warm war und die Sonne schien.

Ich überlegte kurz was ich nun tun könnte und trampte noch ein Stück weiter Richtung Mt.Aspiring- Nationalpark, ging noch 1-2 Stunden ein idyllisches Tal hinauf und schlug mein Lager auf. Am nächsten Nachmittag erreichte ich die Ruth Flats und zeltete unweit eines Baches. Nachts setzten Sturm und Regen ein. Ich war genötigt nicht nur alle Zusatzabspannungen zu nutzen, sondern auch alle Verankerungen mit Steinen zu beschweren, was aber nur begrenzt half. Auch nach Tagesanbruch besserte sich nichts an der Situation, ich blieb also im Zelt statt weiter Richtung Pass zu laufen. Da der Bach neben mir stetig anschwoll zog ich irgendwann auf höheren Grund um.

SAR-Beifang

Irgendwann nachmittags hörte ich einen Hubschrauber das Tal hinauffliegen, nach vielleicht einer halben Stunde wieder umkehrend, sich nähernd und 50 Meter von mir entfernt landend. Ich kroch aus dem Zelt und mir entgegen kam ein SAR-Typ, fragte was ich vorhatte, erklärte, dass das Wetter so schnell nicht besser werden würde, sie soeben jemanden gerettet hätten und ob ich mitwollen würde. Ich musste nicht lange überlegen, der Heli wurde zum Parken etwas weiter weggeschickt und mir wurde beim Zusammenwerfen meines Krempels geholfen. Der Heli wurde zurückbeordert, ich nebst Gepäck verfrachtet und wir waren in der Luft. Beeindruckende Wassermassen stürzten unter mir ins Tal, das Fluggerät schwankte in den Böen und Fallwinden, und nach weniger als 30 Minuten setzten wir zur Landung bei strahlendem Sonnenschein in Wanaka an. Die SAR-Basis war unglaublich gut ausgerüstet, und im Gespräch mit einem der Retter erfuhr ich, dass in Wanaka über 50 Freiwillige für multiple Rettungsarten (Alpin, Wildwasser etc.) zur Verfügung stehen würden, und dass sie in der Regel nach Eintreffen des Notrufsignals keine 30 Minuten brauchen würden, um in der Luft zu sein, und dies mit requirierten Helis, was mehr als beeindruckend ist. Zudem erklärte er, dass das seit eh und je unvorhersehbare Wetter in dieser Gegend seit ein paar Jahren noch unvorhersehbarer geworden sei und Prognosen für mehr als 24 Stunden kaum möglich wären. (Jene Person, die den Notruf abgesetzt hatte (Anfang 20, sehr teuer und ultraleicht ausgerüstet) gab an, Zelt und Schlafsack verloren zu haben. Wie dies passiert ist entzieht sich meiner Kenntnis wie mir auch rätselhaft ist, warum er darob einen Notruf abgesetzt hatte, da die nächste Straße 7-8 Gehstunden entfernt war und davon maximal die erste Hälfte in anspruchsvollem, aber markiertem Gelände; das Wetter war zwar sehr hässlich, aber die Temperatur um die 20 Grad nicht lebensbedrohlich.)

Zick-zack

Ich trocknete etwas meinen Krempel und begab mich dann auf den örtlichen Zeltplatz. Angesichts des Wetters war es wenig ratsam, ein weiteres Mal gegen die Alpen anzurennen, also beschloss ich den Clutha hinunterzufahren, um das mitgeschleppte Boot auch mal zu nutzen. Die Fließgeschwindigkeit war hoch und es dauerte nicht lange bis ich am Lake Dunstan ankam, ich rollte das Boot zusammen und trampte bis Alexandra mit einer Studentin aus Dunedin, die auf Heimatbesuch war. Von dort fuhr ich am nächsten Morgen weiter den Fluss in einem Canyon hinab, und stieg wiederum kurz vor einer Stauung aus, trampte ein Stück und setzte dann wieder ein. Aber nicht lange, da der Fluss nicht nur Hochwasser führte, sondern auch komplett unberechenbar war; mit zahlreichen Strudeln, Felsblöcken, Unterströmungen und ähnlichem, wovor man mich auch gewarnt hatte. Also stieg ich aus und wanderte auf einem Weg entlang des Flusses und schlug mein Zelt am Ufer auf.

Bald erreichte ich am nächsten Tag die Straße und beschloss, mal eine Stadt zu besuchen, Dunedin. Nun, ganz angenehm, wenn auch eher unspektakulär. Die Wetterprognose sah nun wiederum ganz gut aus, so dass ich einen weiteren Sturm auf die Gebirgskette wagen wollte, und zwar unweit vom Mt.- Cook-NP. Die gut 400 km bis dahin lagen wie üblich in unglaublichem Tempo hinter mir und ich trottete am späten Nachmittag die Schotterpiste entlang des Lake Ohau hinauf. Ich zeltete bald an einem Bach, wo ich die schlimmste Sandfly-Heimsuchung bis dato erlebte, und so versuchte ich am nächsten Morgen vor Tagesanbruch unterwegs zu sein, um nicht allzu stark belästigt zu werden, was auch beinahe geklappt hat.

Relativ zügig kam ich dann voran, die Sonne schien, und auf verhältnismäßig ausgetretenen Pfaden erreichte ich am Abend eine Hütte am Talende, wo ich auf zwei US-Amerikaner traf, die bereits das zehnte Mal in Neuseeland waren und so Spezialisten auf dem Feld der Backcountry-Hütten. Am nächsten Tag suchte ich nach einer Möglichkeit über die Gebirgskette zu kommen, und scheiterte wieder grandios an weglosem Geröll und Unterholz, kehrte also ein weiteres Mal um und ging dann noch bis zu einer Stelle zurück, wo ich am nächsten Tag das Boot in den Hopkins River einsetzen konnte. Dies klappte dann auch super, teilweise war die Abfahrt, dann auf dem Dobson River, ganz sportlich, teilweise aber auch anstrengend, da der Wasserlauf immer wieder zerfaserte und ich das Boot in Niedrigwasser ziehen musste. Kurz vor dem Lake Ohau stieg ich wiederum aus und begab mich auf die Schotterpiste wo ich auch schon bald einen Lift auf einer Pick-Up-Ladefläche bekam. Mein Ziel war nun der nicht allzu ferne Mt.-Cook-NP wo ich gen Abend am Tasman River entlang nach Norden lief. Die umliegenden Gipfel erstrahlten im Abendlicht und der nahe Tasman-Gletscher rumorte.

Am nächsten Morgen kehrte ich allerdings kurzentschlossen um, da ich angesichts vielversprechender Wetterprognosen, statt einer kleinen Runde hier, es noch einmal wagen wollte Nähe Mt.Aspiring eine mehrtägige Tour zu machen. Also befand ich mich wieder auf der Straße nach Wanaka und am nächsten Tag unweit des Mt.Aspiring. Die letzten Kilometer nahmen mich Alpinisten aus Lettland mit, die den Mt. Aspiring besteigen wollten, wir tauschten uns über diverse Hochgebirge der Welt aus, und als ich sie auf ihre wenig zeitgemäßen sehr hoch beladenen Rucksäcke ansprach, erklärten sie augenzwinkernd, dass sie sowjetische Alpinisten und für wirklich alles gerüstet wären.

Die bald hochalpin werdende Landschaft zeigte sich bei bestem Sonnenschein und ich zeltete unweit des Cascade Saddle, die Nachtruhe wurde allerdings immer wieder von Keas gestört, die es auf die Zeltheringe abgesehen hatten. Am nächsten Tag ging es hinab und dann einen weiteren Pass hinauf, hinter dem ich mein Lager aufschlug. Bald folgte ich dem Rees River und versuchte mein Glück auf dem Wasser. Dies war aber ziemlich schnell zum Scheitern verurteilt, da er einfach zu wenig Wasser führte.

Finale

Das Datum meiner Abreise nahte unaufhaltsam und so machte ich keine allzu großen Sprünge mehr, sondern begab mich, nach einem weiteren untauglichen Paddelversuch (Niedrigwasser) unweit von Arthur’s Pass auf einen Zeltplatz am Meer auf der Banks-Halbinsel südlich von Christchurch, wo ich 1,5 Tage lang einfach mal fast nichts tat, außer spazieren, baden und lesen. Das nach wie vor vom letzten Erdbeben gezeichnete Christchurch sah ich dann an einem sehr verregneten Tag und verließ Neuseeland am nächsten Morgen.

Heimweg mit Stopps

Wenig später landete ich in Sydney. Dummerweise zogen meine Freunde dort just an diesem Wochenende um, also half ich dabei. Es ergaben sich aber auch entspannte gemeinsame Stunden, wie auch Zeit zum Schlendern durch die Stadt.

Mein nächster Flug brachte mich dann nach Bali, per se nicht eine unter den Top-Ten meiner Destinationen, aber ein Freund weilte zu dieser Zeit dort, wie auch eine Bekannte dort seit längerem lebt. Da es auf dem Weg lag, machte ich einen 7-tägigen Stopp. Es war noch Regenzeit, und die imposanten Vulkankegel, die ich ansonsten versucht hätte zu besteigen, waren meist in Wolken gehüllt. Ich verbrachte ein paar Tage an der Ostküste mit den erwähnten Freunden oder ging spazieren, saß auf dem Balkon, starrte aufs Meer oder las. Um noch etwas anderes zu sehen fuhr ich dann nach Ubud, wo mich touristischer Overkill übermannte. Ich mietete mir aber ein Rennrad für 2 Tage, um in den bergigen Norden zu fahren, wie auch die nähere Umgebung zu erkunden. Meist fuhr es sich ziemlich gut, zumindest wenn man auf kleineren Straßen blieb und die Mittagshitze mied, durch bilderbuchartige Terrassenreisfelder und Regenwälder. Die Woche war dann ziemlich schnell vergangen und ich musste die Heimreise antreten.

Kurzum, auch wenn die Touren in Neuseeland wegen objektiver und subjektiver Behinderungen nicht so wie angedacht zu realisieren waren, gelang es mir trotzdem eine sehr gute Zeit zu haben indem ich täglich die Pläne anpasste. Dabei legte ich unglaublich viele Kilometer, mutmaßlich ein paar Tausend, trampend zurück, wobei ich nicht zuletzt wegen der nicht vorhandenen Sprachbarriere Einblicke gewann, die mir sonst und anderswo verwehrt geblieben wären.

 

Shortcuts:

Transport: Flüge ans andere Ende der Welt sind nicht gerade günstig und das frühe Buchen, wie auch das Durchspielen verschiedener Optionen (bestimmte Strecken separat buchen bspw.) kann sich lohnen. Im Land gibt es ein Fernbus-Netz, was aber gerade auf der Südinsel seine Grenzen hat, angesichts geringer Bevölkerungsdichte und mehrheitlich Campervan-fahrenden Touristen. Die Fortbewegung per Anhalter funktionierte unglaublich gut und in der Regel saß ich in einem Auto, bevor die erste Zigarette aufgeraucht war, und das bei den exorbitant hohen Preisen für Tabakwaren im Land. Einen Spitzenplatz in puncto Mitnahmefreundlichkeit haben US-Amerikaner, gefolgt von Einheimischen, es gab aber auch Chilenen, Franzosen, Argentinier, Briten, Österreicher, Chinesen, Deutsche und Koreaner.

Karten: Es gibt ziemlich gute topografische Karten online bzw. auch zum Ausdrucken unter topomap.co.nz in den Maßstäben 1: 250 000 und 1:50 000.

Generell: Wer sich jenseits der Rudeltrekkingpfade ins Hinterland der Westküste wagt, sollte sich in weglosem Gelände zurechtfinden können. Es gibt ein Netz an Backcountry-Hütten, für deren Nutzung der Erwerb eines Backcountry-Hut-Passes notwendig ist. Das Unterholz (Bush) wie auch das unberechenbare Wetter sind Faktoren, die dem an Mitteleuropa oder Skandinavien gewöhnten Reisenden schnell die Tour vermasseln können, vergleichbare Bedingungen gibt es meines Erachtens nur in Patagonien. Ratsam ist in jedem Fall das Anmieten eines Personal Locator Beacons(PLB’s), eines mit GPS versehenen Notrufsenders. Die Kiwis rennen alle damit rum, er kostet für 4 Wochen um die 100 Euro und kann im Ernstfall angesichts exquisiter SAR-Infrastruktur lebensrettend sein.

Meine Großglockner Expedition im Juli

von , 13. November 2023

Nach unserer Familientour auf den Großvenediger ging es für Papi und mich am nächsten Tag weiter. Wir fuhren mit dem Auto nach Kals und kurz vor Mittag starteten wir auf dem Parkplatz am Gasthof Lucknerhaus, von wo sich uns schon eine geniale Aussicht auf den Großglockner bot. Da wollen wir hoch!?

Dann schnappten wir uns unsere Rucksäcke mit Eispickel und Seil und machten uns auf den Weg. Am Anfang ging es über einen Schotterweg mit vielen Touristen, die uns alle bestaunten. Dabei sind wir an einer Schranke vorbeigekommen, wo draufstand „Achtung Schranke“. Das war sehr komisch. Der Weg ging sehr steil und kurvig bis zu einer Hütte. Ab da ging dann ein schmaler, steiniger Trampelpfad weiter. Ein wenig später im Geröll angekommen, haben wir eine erste kleine Pause gemach, um etwas zu Essen und zu Trinken – den Gletscher und auch die Adlersruhe-Hütte konnte man schon sehen. Danach ging es weiter und uns kam ein älterer Mann mit einem Hund entgegen und wir haben uns gefragt, ob der Hund auf dem Klettersteig war. Am Ende des Geröllfeldes ging der Gletscher los, dort haben wir uns unsere Steigeisen angezogen und haben uns gegenseitig ans Seil genommen. Es ging eine ganze Weile über den Gletscher an einer sehr großen Spalte vorbei zum Anfang des Klettersteigs (Oberer Mürztaler Steig). Am Anfang des Klettersteigs hat mein Vater das Seil und die Steigeisen eingepackt und die Klettersteigsets herausgeholt, ich hatte wahrscheinlich Gold gefunden und meinen Vater hat es nicht interessiert. Dann ging der Klettersteig los. Es ging immer höher hinauf und war teilweise sehr ausgesetzt – und der Steig war viel länger, als ich gedacht hatte. Nach einer Weile kamen wir dann an die sogenannte Hühnerleiter. Das waren in den Stein befestigte Balken, auf denen man weiter nach oben in Richtung Hütte (Adlersruhe) geklettert ist.

Als wir endlich gegen 17:00 Uhr an der Hütte angekommen waren, bezogen wir erst einmal unser Zimmer. Zum Abendbrot gab es leckere Nudelsuppe und ich stellte fest, dass kein anderes Kind hier oben war. Am nächsten Morgen sind wir sehr früh aufgestanden, um den wunderschönen Sonnenaufgang zu sehen. Interessanterweise gab es auf der Adlersruhe kein Bad und wir mussten draußen Zähneputzen. Nach dem Frühstück haben wir uns fertig gemacht, d.h. dicke Sachen und den Klettergurt angezogen. Am Anfang ging es über ein steiles Schneefeld, wo ein Zickzackweg zum Einstieg des Glockners führte. Ab dort ging es dann mit Seil weiter und man musste das Seil immer um Stangen doppelt drumherum legen (als Sicherung). Es ging gleich mit steiler Kletterei über und zwischen Felsen hindurch bis hinauf zum Grat. Zunächst kletterten wir auf den Kleinglockner und es war sehr spannend und luftig, denn es ging an beiden Seiten ca. 1000m hinunter. Dann kam der spannendste Teil – die sogenannte Glocknerscharte: Ein sehr schmaler Weg aus Eis und Schnee, wo nur zwei Füße nebeneinander passten (ungefähr 3 Meter lang). Danach ging es eine steile Wand nach oben, das schwierigste Stück kurz vor dem Gipfel. Am Ende dieses Kletterstückes hat mir ein polnischer Bergsteiger einen Karabiner geschenkt, denn er staunte, dass ich mit 11 Jahren schon hier oben bin.

Am Gipfel des Glockner auf (3.798m) angekommen, habe ich meinen Kuschel-Bären Bruno herausgeholt, ich glaube, das ist der höchste Kuschelbär der Welt, den es gibt. Das Gipfelkreuz auf dem Großglockner war riesig und mit Ketten im Felsen befestigt. Wir hatten eine super Aussicht und der Himmel war fast wolkenfrei. Nach einer kurzen Rast und einigen Fotos sind wir abgestiegen und mir hat ein Bergführer über einen Felsblock geholfen. Nach dem Abklettern des Grates mussten wir den Zickzackweg im Schnee und Eis wieder runter, doch der Weg übers Eis war von der Sonne erhitzt und geschmolzen und dadurch war dies kein Weg mehr, sondern ein regelrechter kleiner Fluss.

Unten bei der Hütte angekommen hatte mir die Wirtin einen Anstecker, ein T-Shirt, eine Schokolade und ein Getränk geschenkt. Wir haben an der Hütte noch Mittaggegessen (wieder leckere Nudelsuppe) und sind dann zur Stüdelhütte abgestiegen. Zunächst ein Stück über den Klettersteig zurück und dann quer über den großen Gletscher. An der Stüdelhütte auf ungefähr 2.800m angekommen, gab es erstmal einen wirklich großen Kaiserschmarrn, dann haben wir unser Zimmer bezogen. Wir waren ganz alleine in einem riesigen Zimmer. In der Hütte gab es endlich wieder eine Dusche und ein Bad zum Zähneputzen, außerdem gab es eine innen eingebaute Kletterwand. Das Essen auf der Hütte war super-lecker und es gab zum Abendbrot als auch zum Frühstück ein sehr großes Büfett.

Am nächsten Morgen haben wir uns früh zeitig auf den Weg nach unten gemacht, unterwegs haben wir einige Murmeltiere gesehen. Zunächst sind bis zur Lucknerhütte abgestiegen und haben eine kleine Pause eingelegt. Danach sind wir bis zum Parkplatz abgestiegen und meine Mama und meine Schwester haben schon auf uns gewartet.

Es war eine sehr schöne und empfehlenswerte Tour. Vielen Dank Papi!

„Auch Fingerkuppen brauchen Luft“ – unser Handschuhguide

von , 1. November 2023

Handschuhe im Winter

Manche frieren schon ab 15 Grad ohne Handschuhe, andere quälen sich, wenn sie ab Null Grad welche anziehen müssen. Wieder andere brauchen Handschuhe nur zum Fahrradfahren im Winter. Und welche nimmst du bei -40° C in Alaska? Welche der vielen Handschuhe sind die Richtigen für deine Finger? Wir wagen einen Versuch: Der CAMP4 Handschuh-Guide

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Gipfelblicke, Gletscherwände, Almwiesen – vom italienischen Chiesa in Valmalenco ins obere Engadin

von , 21. September 2023

 

Ich bin schon vor dem Weckerklingeln wach. Ob das heute alles klappt? Ob wir gut ankommen? Noch geht es nicht um einen steilen Pass, sondern um den Weg mit dem ÖPNV von Maloja, Graubünden/Schweiz, nach Chiesa in Valmalenco, Lombardei. Einmal um die Berge herumfahren, um zurück zu laufen. Die geplante Tour verspricht eine gute Mischung für eine abwechslungsreiche Streckentour: Weite Blicke, urige Hütten, zwei Gletscher, ein spannender Pass und eine Landesgrenze. Ich bin angenehm aufgeregt.

Aber zurück zum Anfang in Berlin vor wenigen Wochen: Valma – was? Nie gehört. Ach, Südseite der Bernina-Alpen an der Grenze Schweiz-Italien in der Lombardei? Das sagt mir eher etwas. So ähnliche Gedanken gingen mir durch den Kopf, als ich im Magazin vom Deutschen Alpenverein einen Tourenbericht gelesen hatte. Zur selben Zeit waren mein Mann und ich auf der Suche nach einer Strecke für eine Bergwanderung im Juni. Wir waren nun neugierig geworden auf Valmalenco – eher unbekanntes Terrain, mehrere Hütten zur Auswahl, mit dem Piz Bernina einen 4.000ender im Rücken.

Über Google Earth entdecken wir einen naturnahen Campingplatz auf der Schweizer Seite – und die Entscheidung war getroffen. Ein Blick in outdooractive.com förderte eine viertätige moderate Tour zutage, die uns für die Planung inspirierte. Von Chiesa in Valmalenco sollte es nach Maloja gehen.

Camping Maloja ©SuHerrmann

Camping Maloja ©SuHerrmann

Zum Akklimatisieren bauten wir unseren Lagerplatz für zwei Nächte am Camping Maloja auf. Auf 1.815 m hochgelegen, am blauen Silsersee, mit herrlichen Ausblick auf die umliegenden Gipfel. Ein kleiner, gepflegter und gut organisierter Platz. Das Campingplatz-Restaurant mit knuspriger Pizza zu fairen Preisen überzeugte uns sofort. Ein kühler Wind weht stets durch das Hochtal – für Wassersportler eine Freude, für meine Ohren eher nicht.

Dann geht es los – das Auto wurde am großen Wanderparkplatz kurz hinter dem Ort geparkt. Wir kurvten mit dem – auf die Minute pünktlichen – Postbus Nr. 4 den Maloja-Pass hinunter. In Chiavenna, schon Italien, gab es am Bahnhof den ersten Cappuccino der Reise – hier mit 2 € nämlich wieder bezahlbar. Zug und Ersatzbus brachten uns über Colico nach Sondrio. Von dort schraubte sich der Bus wieder in höher gelegene Gefilde. Chiesa ist der Hauptort im Tal Valmalenco, das in Sondrio beginnt und sich über 15 km nördlich auf den Piz Bernina (4.048 m) zu erstreckt. Das hübsche Bergdorf, gar nicht so klein, zieht sich über mehrere Etagen an den Hängen entlang. In einem sympathischen Bed & Breakfast verbrachten wir die Nacht. Der Vermieter Stefano kennt sich als angehender Mountain Guide sehr gut in der Region aus und konnte viele wertvolle Tipps geben.

Blick auf Chiesa ©SuHerrmann

Blick auf Chiesa ©SuHerrmann

Dem Gewitter entwischt – von Chiesa zum Rifugio Longoni (2.450 m)

1.Etappe: 14,7 km / ca. 1.500 m im Aufstieg, 80 m im Abstieg

Der nächste Morgen ließ den Kreislauf gleich auf Touren kommen: Bis zum Dörfchen Primolo waren es 300 Höhenmeter. Dort lohnte ein Blick in die Wallfahrtskirche Madonna delle Grazie von 1688. Der Weg führt weiter, am Hang entlang – und es wurde laut. Der Bergbau ist ein wichtiger Industriezweig in der Region, und unten im Tal war ein Steinbruch.

Nach der Ansiedlung San Guiseppe folgt man dem Weg durch sanfte geschwungene Almwiesen, bevor es durch trockenen Lärchenwald zum Abzweig zum Rifugio Longoni geht. Das ersten Stück durch den Nadelwald gleicht einer Aromatherapie, so herrlich duftet das Harz der Zirbelkiefern. Hier beginnt aber auch der wahre Aufstieg, für die nächsten Stunden haben Kreislauf und Oberschenkel ordentlich zu tun – aber bei 1.500 Höhenmeter Tagesziel war das ja zu erwarten.

Sanfte Almwiesen nach San Guiseppe ©SuHerrmann

Sanfte Almwiesen nach San Guiseppe ©SuHerrmann

Belohnt wird man mit einem grandiosen Ausblick und exzellenten Hüttenessen – und einer witzigen Hüttencrew. Das Rif. Longoni hatte erst wenige Tage zuvor aufgemacht – nur zu dritt waren wir an diesem Abend. Der Kaminofen knisterte wohlig im Speiseraum, während draußen der Himmel immer dunkler wurde und schließlich ein mächtiges Gewitter losdonnerte.  Wie froh waren wir, ein Dach über dem Kopf zu haben.

Maria und die Viper – vom Rifugio Longoni zum Rifugio Camerini (2.580 m)

2.Etappe: 12 km / ca. 770 m im Aufstieg, 650 m im Abstieg

Jurassic Park ©SuHerrmann

Jurassic Park ©SuHerrmann

„Jurassic Park“ steht heute Früh auf dem Programm – zumindest hatte unser Vermieter in Chiesa den ersten Wegabschnitt in Richtung Rif. Camerini so betitelt. Mehrere Wasserfälle stürzen dunkle Felswände hinunter – in der Zeit der Schneeschmelze ein eindrucksvolles Schauspiel der Kraft des Wassers. Etwas Kraxelei zu Beginn des Weges, dann braucht es manch mutigen Sprung, um über die gut gefüllten Bäche zu kommen. Wir steigen ab zur Alpe Fora, und folgen ein längeres Stück einem Pfad durch den Wald. Es geht quer durch Lärchenwald, und durch bunte Blumenwiesen. Maria grüßt immer wieder vom Wegesrand  – Abbildungen in kleinen Steinhöhen oder unter großen Baumwurzeln fallen auf. Irgendwie beruhigend, das sanfte friedliche Gesicht.

Die hübsche weitläufige Alpe d´Oro lädt ein zu pausieren und Energie zu tanken. Die kann man brauchen, denn kurz danach geht es 600 m hinauf zum Rifugio Camerini. Im oberen Teil versperren sulzige Schneefelder den Weg, mehrmals müssen Umgehungen gefunden werden. Auf einmal eine Bewegung, nur ein kleines Stück von der Stelle entfernt, wo mein Wanderschuh gerade aufgesetzt hat. Hui, eine kräftige Viper!  Mit ihrer schwarz-bronze farbigen Zeichnung ein beeindruckendes Tier, aber sie fühlte sich bedroht und geht in den Angriffsmodus. Schnell weg! Kurz danach ist die kleine Hütte erreicht, der Ausblick auf den Monte Disgrazia (3.678 m) mit Gletscherwand ist großartig. Hinter der Hütte ist Maria mit einer Statue präsent – ich glaube, es schadet gar nicht, wenn man sie mit auf dem Weg weiß..

Mit Maria hinter der Hütte ©SuHerrmann

Mit Maria hinter der Hütte ©SuHerrmann

Das kleine Rifugio Del Grande Camerini bietet acht Schlafplätze – zwei Doppelbetten in einem Biwak, vier auf einer Ebene über dem Esstisch. Heute sind wir die einzigen Gäste und können es uns im Biwak gemütlich machen. Der Blick in den Gletscher ist beeindruckend, man könnte lange einfach auf den Holzbänken sitzen und gedanklich in Schnee und Eis versinken.. Der Wind pfeift kalt und ordentlich, daher schauen wir lieber vom Bett aus, von wo aus tatsächlich der Gletscher zu sehen ist – wie genial ist das denn! Um 5 Uhr bin ich wach, wage mich dick eingemummelt in die Morgenkälte – und tauche ein in die zarten Farben der Dämmerung. Der Klang der Glocken aus dem Tal holt mich irgendwann wieder sanft zurück.

Angekommen am Rif Camerini mit Blick auf Monte Disgrazia ©SuHerrmann

Angekommen am Rif Camerini mit Blick auf Monte Disgrazia ©SuHerrmann

Über den Pass – vom Rifugio Camerini zur Fornohütte (2.574 m)

  1. Etappe: 5 km / 515 m im Aufstieg, 493m im Abstieg

Glück gehabt – blauer Himmel heute! Schon seit Tagen halten wir das Wetter im Blick, denn für die Überquerung vom Fornopass braucht es gute Sicht – die Route durch Stein- und Geröllfelder ist als alpine Route durch Stäbe markiert, seinen Weg muss man selber finden.

Stimmungsvolle Morgendämmerung ©SuHerrmann

Stimmungsvolle Morgendämmerung ©SuHerrmann

Ein Wegweiser zeigt die richtigen Richtung – laut Wanderkarte und Tracking-App hätten wir ein ordentliches Stück absteigen müssen, um den Fornopass in Angriff zu nehmen. Aber man kann quer über den Hang laufen, durch Geröll und ein Schneefeld. Und damit den Weg erreichen, der durch das Val Bona hinauf zum Pass führt. Meine Schritte sind achtsam, nicht wieder will ich einer Viper durchs Wohnzimmer laufen.

Der Pass kommt in Sicht – stattlich, aber machbar. Wir sind seit dem Morgen ganz alleine unterwegs, anscheinend ist der „Passo del Forno“ so früh in der Saison nicht sehr begangen. Im letzten und steilsten Stück versperrt ein weites Schneefeld den Weg – so ganz ohne Fußspuren scheint es sicherer, eine kleine Kletterpartie zu wagen und damit außenherum zu gelangen. Oben angekommen auf 2.781 m – das Herz wird weit, der Ausblick zurück ins Valmalenco ist großartig. Weiße Schäfchenwolken garnieren die Berggipfel.

Rückblick ins Valmalenco vom Fornopass aus ©SuHerrmann

Rückblick ins Valmalenco vom Fornopass aus ©SuHerrmann

Mit einem bewussten Schritt ist die grüne – oder eher graue – Grenze genommen. Hallo Schweiz! Wild ist der Blick ins Gerölltal – mehr als Stein und Schnee ist erst einmal nicht zu sehen. Der Abstieg über große Steinquader fordert die Knie, schließlich bahnt sich ein rot-weiß markierter Pfad durchs Hochtal. Nach einer Weile taucht das silbrig glänzende Hüttendach auf – immer wieder ein erfreulicher Moment, wenn das Tagesziel zu erspähen ist. Je näher wir kommen, je mehr eröffnet sich das Panorama auf den Fornogletscher. Seine Gletscherzunge bewegt sich in einer gewaltigen Rinne in Richtung Tal.

Mit einem Mal ist alles ganz anders – viele Menschen tummeln sich vor der Fornohütte, lüften Wanderschuhe und Socken, genießen ein Getränk in der Sonne. Nach den relativ einsamen Tagen im Valmalenco ungewohnt, aber auch irgendwie heimelig. Sogar eine Berlinerin machen wir ausfindig und ratschen ausgiebig. Die Hütte ist – wie zu erwarten – super organisiert, und die Nacht, trotz gut gefülltem Lager, erholsam.

Fornohütte ©SuHerrmann

Fornohütte ©SuHerrmann

Gletschereis und Blumenwiesen – Fornohütte nach Maloja

  1. Etappe: 13,1 km / 120 m im Aufstieg, 900 m im Abstieg
Viele Wege kreuzen den Blick auf den Fornogletscher ©SuHerrmann

Viele Wege kreuzen den Blick auf den Fornogletscher ©SuHerrmann

Wie alt dieses Eis wohl sein mag? So nahe war ich einer Gletscherzunge noch nie gekommen – beim Abstieg von der Fornohütte kann das Ende des Talgletschers erkunden. Die Eiszunge zog sich einst 8 km hinunter ins Tal, heute sind es weniger als 5 km – 18 m pro Jahr schmelzen weg. Trotzdem eindrücklich, wie gewaltig die Eismassen sind. Das zu Wasser gewordenen Eis wird zum Flüsschen Orlegna, es begleitet einen beim Weg durch das Fornotal. Anfangs läuft man vor allem im grauen Schutt der ehemaligen Grundmoräne, aber schließlich gewinnen Grün und bunte Bergblumen wieder die Oberhand. Am Lägh da Cavlogh springen die Mutigen in das klare, aber eiskalte Wasser – wir gehörten dazu! So erfrischt liefen sich die letzten Kilometer nach Maloja ganz flugs.

Gletscherzunge erkunden ©SuHerrmann

Gletscherzunge erkunden ©SuHerrmann

 

INFO

Anreise: Wir sind mit dem Auto angereist, aber die Anreise mit dem ÖPNV ist grundsätzlich möglich, es geht mit der Bahn von München über Zürich und Chur bis St. Moritz, und weiter mit Postbus Nr. 4 bis Maloja.

Kartenmaterial: Bernina – Valmalenco – Sondria, Kompass Karte Nr 93, 1:50.000; Artikel-Nr.: Ko_WK_93, EAN 9783991215905

Die Internetverbindung in Maloja und im Valmalenco ist relativ gut, daher lassen sich auch Tracking-Apps nutzen.

Ausrüstung: Wanderausrüstung, früh in der Saison Grödel wegen der Schneebretter

Wetter: sehr zu empfehlen die Wetterprognosen von MeteoSwiss, als App oder im Web

https://www.meteoschweiz.admin.ch/

https://www.meteoschweiz.admin.ch/service-und-publikationen/service/wetter-und-klimaprodukte/meteoswiss-app.html

Vor Ort:

Camping Maloja: https://www.camping-maloja.ch/

Wanderparkplatz Maloja: kurz nach dem südlichen Ortsausgang, in der ersten Kurve vom Maloja-Pass führt eine kleine Teerstraße zum Parkplatz

ÖPNV Maloja – Chiesa: Postbus Nr. 4 (von St. Moritz) bis Chiavenna, Bahn R 11 nach Colico, Bahn R 13 nach Sondrio, Bus Nr A 36/A 37 bis Chiesa, Busgesellschaft STPS (Busbahnhof hinter dem Bahnhof durch die Unterführung)

Übernachtung in Chiesa:

Bed & Breakfast Terre Aromatiche: https://www.terrearomatiche.it/

Hütten:

Refugio Longoni:

https://www.rifugi.lombardia.it/de/sondrio/chiesa-in-valmalenco/hutten-longoni.html

Refugio Del Grande Camerini:

https://www.rifugi.lombardia.it/de/sondrio/chiesa-in-valmalenco/hutten-del-grande-camerini.html

https://www.caisovico.it/rifugio/rifugio.html

Fornohütte (Capanna del Forno):

https://www.fornohuette.ch

Tourdaten: 21.-25.06.2023
Text und Fotos von: Su Herrmann (alle Rechte)

 

Green Kayak – Wie Müll sammeln richtig Spaß machen kann

von , 29. August 2023

greenkayak-paddle-for cleaner-oceans

In Berlin kann man ja an einem netten sonnigen Tag so einiges schönes machen. Wenn die Sonne mal wieder ordentlich knallt, denkt wahrscheinlich kaum jemand daran Zigarettenstummeln, alte Plastiktüten und Styropor-Reste einsammeln zu gehen. Da denkt sowieso kaum jemand dran – Wetter hin oder her. Aber eine coole Initiative macht es bei uns in Berlin (und in ein paar anderen Städten) einem jetzt tatsächlich sehr schmackhaft genau das zu tun. Eine Organisation namens GreenKayak bietet kostenlos Boote an, die ihr euch einfach bei teilnehmenden Kanu-Verleihern ausleihen könnt. Im Gegenzug sollt ihr auf eurer Tour übers Wasser allen Müll einsammelt, den ihr finden könnt! Wir haben’s für euch ausprobiert und es war fantastisch!

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Tatsächlich war der Teil der Spree auf dem wir gepaddelt sind – zu unserer Verblüffung – relativ sauber! Da hat der Kanuverleih wohl schon seine Spuren hinterlassen, bzw. die Spuren beseitigt, die andere hier hinterlassen hatten. Nichts desto trotz haben wir am Ende unserer knapp 2-stündigen Tour über 3 Kg Müll eingesammelt!

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Einfach über den Fluss gleiten haben wir uns dabei natürlich nicht, denn den Müll findet man vor allem am Ufer oder Stellen, an denen das Wasser stillsteht – kleine Buchten, an Wurzeln und Geäst im Wasser und in unserem Fall auch zwischen Seerosen-Blättern. Mit den mitgegebenen, praktischen Greifarmen musst du den Müll auch nicht mit der Hand aufsammeln, sondern kannst mit etwas Geschick ganz bequem vom Boot aus picken. Das Paddel hat uns hier auch gute Dienste erwiesen.

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GreenKayak ist eine non-profit Organisation aus Dänemark, die es sich zur Aufgabe gemacht hat die weltweite Meeresverschmutzung zu bekämpfen. Ein wichtiges Thema – und die Organisation macht es uns und dir wirklich leicht mitzumachen. Ein Zeit-Slot ist schnell gebucht – via App oder im Browser – und vor Ort muss man quasi nur noch die Schwimmweste anziehen und einsteigen. Mithilfe von vielen Freiwilligen und eifrigen Paddlern hat GreenKayak schon über 90.000 Kg Müll aus dem Wasser befördert. Das ist schon was Wert! Unter dem Hashtag #paddleforcleaneroceans kannst Du dir einen Eindruck verschaffen und auch selber deine Tour-Bilder teilen.

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Eins kann ich versichern: ich hatte noch nie so viel Spaß beim Müll sammeln! Für den Sommer ist so eine Tour schon wirklich was Feines. Schau dir das Ganze also gerne mal an. Du brauchst weder Kanu-Erfahrung, noch ein großes Social-Media-Following (das Teilen der Tour ist auf der Website aber als Bedingung beschrieben). Noch ein Tipp: Bring ein paar Handschuhe mit, falls du Müll eklig finden solltest!

Lass uns in den Kommentaren wissen wie deine Tour war und was für verrückte Funde ihr im Wasser gemacht habt – oder falls du noch keine Tour gemacht hast, was du von der Sache hältst!