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Testbericht: Ein-Mann-Zelt MSR Hubba HP

startzelt
Vor ein paar Jahren stellte sich mir die Frage nach der Anschaffung eines Ein-Personen-Zeltes. Es sollte möglichst leicht, dazu noch etwas geräumig, relativ windstabil, freistehend und für alles außer wirklich extreme Witterungen geeignet sein. Dies klingt etwas nach der Quadratur des Kreises, ich fand aber in dem damals neu entwickelten MSR Hubba HP einen guten Kompromiss.

Hillebergs Akto erschien mir nicht so geräumig und vor allem war es ein Tunnelzelt. Und ich hatte just die Grenzen des Nallo in einer Gegend entdeckt, wo zum einen die Verankerung des Zeltes ein paar Probleme bereitete und auch starke Böen aus wechselnden Richtungen das Zelt traktierten. Wechsels Pathfinder war mir eindeutig zu niedrig und relativ schwer, um hier nur zwei mögliche Alternativen zu nennen.

HP oder nicht HP
Das MSR Hubba (ohne HP) war und ist ein Klassiker von MSR (Mountain Safety Research, pflegen ein kleines aber feines Programm von v.a. Zelten, Schneeschuhen und Kochern), vor allem als die 2-Personen-Variante „Hubba Hubba“, und wird wohl schon seit ein paar Jahrzehnten gebaut. „HP“ steht für High Performance und bezieht sich vor allem auf das Material des Innenzeltes. Wo bei der normalen Variante dies nur aus Moskitonetzgaze besteht, wird beim HP ein winddichtes und trotzdem sehr leichtes Gewebe verwendet, was außer im Hochsommer oder in sehr warmen Gefilden, wo ein luftiges Zeltinneres durchaus angenehm ist, nur von Vorteil ist. Doch auch das Material des Außenzeltes ist stabiler als bei der nicht-HP-Version.

Begrenzt Schnee- und Sturmsicher
Bis jetzt verwendete ich das Zelt in Neuseeland, bspw. auf dem Kepler-Trek und in Tongariro- und Mt.Cook -Nationalpark, im Winter im Riesengebirge, in der israelischen Wüste, im Kackargebirge in der Nordosttürkei und bei kleineren Unternehmungen. Von leichten Schneefällen (ohne Sturm) über heftigen (Schnee-)Regen wie auch Sturmböen aus wechselnden Windrichtungen schützte mich das Zelt immer zuverlässig. Auch in schwierigen alpinen Grund ließ es sich gut verankern. Es ist nicht ganz freistehend wie Geodäten, sondern muss an den Längsseiten in jedem Fall mit zwei Heringen gesichert werden.

Dabei wiegt es nur knappe 1,4 kg, ist 1 Meter hoch, das Innenzelt ist zwar nur 70 cm breit, wirkt aber durch die Höhe, die steilen Wände und das helle Material durchaus geräumig. Für nicht zu große Menschen dürfte auch die Länge von 2,2 Metern ausreichen. Ohne Probleme lassen sich auch einige Sachen im Innenzelt verstauen. Sehr praktisch sind ein großer Gear Loft an der Decke und zwei kleinere Taschen im Innenzelt zum Verstauen von Kleinkram.

Ausreichend Stauraum, gute Belüftung
Die Apsis ist auch ausreichend bemessen für Rucksack und Schuhwerk, mit gewisser Vorsicht lässt sich dort auch kochen. Das Außenzelt reicht zur Belüftung nicht bis auf den Boden und jene Längsseite die keine Apsis hat, besitzt eine kleine Lüftungshaube. Da das Material des Außenzeltes Silikon -und Polyurethanbeschichtet ist, dürfte es auch relativ haltbar sein. Mittlerweile hat sich die Farbe von dem herbstlichen Gelb meines Modells bei den neueren Modellen in ein Frühlingsgrün gewandelt, dies dürfte den meisten aber etwas egal sein.

Schnell und einfach aufgebaut
Der Aufbau gestaltet sich sehr einfach: das Innenzelt wird ausgebreitet, an allen vier Enden mit Heringen fixiert, dann wird der einzige, sich an den Enden teilende Gestängebogen (DAC-Featherlite-Aluminium!) an den vier Enden eingesteckt, die Enden des Bügels in der Mitte des Gestängebogens mit dem Himmel des Innenzeltes verknüpft und mit ein paar Klips der Rest eingehängt. Das Außenzelt wird ebenso an dem oberen Bügel eingehängt und an den vier Ecken des Gestängebogens befestigt. Apsis und Lüftungshaube werden noch mit jeweils einem Hering befestigt und schon steht das Zelt.

Das Außenzelt lässt sich an Schlaufen noch adjustieren, wie auch die Möglichkeit zusätzlicher seitlicher Abspannungen durch ein paar Schlaufen gegeben ist. Zudem lassen sich Innen –wie Außenzelt auch getrennt aufbauen. Wer nur den Gestängebogen und das Außenzelt mitnimmt, hat so einen noch leichteren Wind- und Wetterschutz, gewissermaßen ein besseres Tarp, auch als Shelter bezeichnet. Bei Wind oder Sturm ist es logisch, das Zelt so aufzubauen, das es wenig Angriffsfläche bietet. So biegt sich der Gestängebogen zwar schon relativ stark, mit der Längsseite im Wind wäre es jedoch dramatischer.

Fazit:
Das MSR Hubba HP sei allen empfohlen, die ein zuverlässiges, leichtes Ein-Personen-Zelt suchen und damit nicht zu extreme Touren machen wollen. Das Zelt ist nicht ganz günstig, aber seinen Preis durchaus wert. Für Bedingungen des skandinavischen Winters ist es wohl ungeeignet, dürfte aber den Rest des Jahres auch dort gut einsetzbar sein.

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3 Antworten auf Testbericht: Ein-Mann-Zelt MSR Hubba HP

  1. Walter Dorp says:

    Das ist ein sachlicher, ausführlicher Bericht. Danke dafür!

  2. Marco G. says:

    Danke für den Umfangreichen Bericht. Top.

  3. Marcin says:

    Hi, danke für den bericht.
    Könntest du ev. näher auf die wintertauglichkeit eingehen? Hast du hier erfahrungen sammeln können?

    Gruss
    Marcin

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