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Produktpflege Teil 2: Funktionsbekleidung richtig waschen und imprägnieren

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Muss ich meine Regenbekleidung waschen? JA, unbedingt! Dies ist sogar zwingend notwendig, denn auch die teuersten Jacken brauchen Pflege. Hier unterscheiden wir zwischen der normalen Wäsche und der anschließenden Imprägnierung. Warum dies bei Regenbekleidung notwendig ist, erfahrt ihr bei uns.

Wir erleben es immer wieder im Laden, dass unsere Kunden offen zugeben, ihre Regenbekleidung noch nie gewaschen zu haben. Fragen wir genauer nach, erfahren wir, dass mancher glaubt, die Bekleidung sei danach nicht mehr wasserdicht. Dabei wird fälschlicherweise die Wasserdichtigkeit mit der Imprägnierung gleich gesetzt.

Klartext – die Imprägnierung hat nichts mit der Wasserdichtigkeit gemein! Wasserdicht sind Jacken aufgrund ihrer verwendeten Membran wie GORE-Tex, Dermizax, Event, Climaloop, Zethar und vielen weiteren am Markt. Ob du eine 2, 2 ½ oder 3-Lagen-Jacke besitzt, spielt dabei keine Rolle. Sie alle sind wasserdicht.

Was ist also die Imprägnierung?

Die Imprägnierung musst du dir als ein „Finish“ der Jacke vorstellen. Was beim Auto die Lackschicht übernimmt, die Bleche vor Korrosion zu schützen, macht bei Regenbekleidung die Imprägnierung. Im Fachjargon wird diese auch als DWR bezeichnet. (Durable Water Repellent)

Foto: GORE-TEX Inc.

Die Imprägnierung ist sowohl wasser- als auch schmutzabweisend und verringert in der Faser die Oberflächenspannung des Außenstoffs. Wasser perlt also einfach von der Jacke ab. Über die Zeit verliert sich dieser Effekt und eine neue Imprägnierung sollte von dir aufgetragen werden. Je besser die Imprägnierung desto:

  • besser arbeitet die Membran
  • schneller die Trocknung
  • weniger Dreck verbleibt an der Jacke
Funktionsbekleidung waschen:

Aber bevor unsere Jacke oder Hose eine neue Imprägnierung bekommt, müssen wir sie waschen. Denn Dreck und Schweiß (Fette und Salze) setzen dem Material ordentlich zu, sie müssen raus aus der Jacke. Dies ist insbesondere im Sommer notwendig, hier tragen wir die Regenbekleidung meist nur über einem T-Shirt. Die Ausdünstungen unseres Körpers gehen direkt an die Jacke und die „getapten“ (wasserdicht verklebten) Nähte über und greifen diese an. Die häufigsten Beschädigungen, aufgrund von nicht gewaschener Bekleidung, sind daher am Armbündchen und im Halsbereich zu sehen. An diesen Stellen lösen sich die „Tapes“ stets als Erstes. Wer im Herbst seine Regenjacke täglich auf dem Rad benutzt, ist ebenfalls gut beraten, die Jacke alle 4 bis 6 Wochen zu waschen. Weichspüler sind bei Funktionsmaterialien tabu. Die Inhaltsstoffe könnten Fasern und „Tapes“ angreifen.

Pflegemittel:

Welche Mittel eignen sich dafür? Generell sollte auf Waschpulver verzichtet werden. Zum einen könnte das Pulver sich nicht vollständig auflösen und Membranen verkleben. Zum anderen besteht die Gefahr, eine mechanische Reibung des Pulvers an der Jacke zu erzeugen. Was die Jacke zwar nicht zerstört aber eine unnötige Belastung des Ober- und Innenstoffs zur Folge hat.

Flüssigwaschmittel sind somit die bevorzugte Wahl. Bei CAMP4 haben wir dafür FIBERTECPro Wash Eco“ im Sortiment. „Pro Wash Eco“ ist für alle Arten von Funktionsbekleidung geeignet. Es erhöht zugleich die Atmungsaktivität und ist biologisch abbaubar. Tatsächlich ist selbst die Flasche biologisch abbaubar. Für die gesamte Bandbreite von FIBERTEC gilt zudem, dass sie für GORE-TEX Produkte empfohlen werden. Wer sein kunstfasergefüttertes Kleidungsstück waschen möchte, für den gibt es speziell das FIBERTEC „Loft Wash Eco“. Dies sorgt für optimalen „Loft“ (Volumenmaximierung) des Materials, was die Wärmeleistung erhält. Besitzt man ein Daunenprodukt, so muss zwingend ein Daunenwaschmittel eingesetzt werden (z.B. FIBERTEC „Down Wash Eco“). Bei der Trocknung würden die Daunen nicht mehr voneinander zu lösen sein und als Klumpen verbleiben, dein Produkt wäre vorerst völlig unbrauchbar. Daher muss es über eine rückfettende Wirkung verfügen, normale Waschmittel haben dies nicht.

Wie genau eure Funktionsbekleidung gewaschen werden muss, steht in der eingenähten Waschanleitung des Produkts. Mit der Faustregel 30° C und Feinwaschmittel (flüssig) kannst du aber nichts falsch machen. Falls ein Maschinenprogramm ohne Schleudern vorhanden ist, ist dies bei Regenbekleidung vorzuziehen. Warum? Ein Material, was dafür gemacht ist, kaum Wasser aufsaugen zu können, aus dem kann auch durch Schleudern nichts herausgewirbelt werden. Ihr setzt eure Bekleidung nur einer unnötigen mechanischen Belastung aus. Jacke und Hose am besten in der Badewanne oder auf dem Balkon aufhängen und trocknen lassen.

Sprühimprägnierung auf die gewaschene Jacke auftragen

Die Imprägnierung auftragen:

Endlich sind wir bei der Imprägnierung angekommen. Mit den von uns verkauften Mitteln, habt ihr 3 Möglichkeiten dazu:

  1. Die Waschimprägnierung: Nach der Reinigung gebt ihr eure Regenjacke/Hose erneut in die Waschmaschine und fügt FIBERTEC „Textile Guard Eco – Einwaschimprägnierung (Fluor frei) hinzu. Anschließend geht es bei 60° C für 30 Minuten in den Trockner oder mithilfe des Bügeleisens, Stufe – Synthetik, das getrocknete Kleidungsstück aufbügeln. WICHTIG: Hier ist die Wärmebehandlung zwingend notwendig!
  1. Die Sprühimprägnierung: mit FIBERTEC „Textile Guard Eco – Spray On“ (Fluor-frei, daher nicht ganz so beständig). Das gewählte Mittel wird auf dem gesamten Oberstoff der Jacke aufgetragen und anschließend getrocknet. WICHTIG: Hier ist die Wärmebehandlung zwingend notwendig! Generell würde ich immer die Sprühvariante vorziehen denn:
  • Die Imprägnierung macht im Inneren der Jacke wenig Sinn und verringert im schlimmsten Fall die Atmungsaktivität der Jacke oder Hose.
  • Stärker beanspruchte Stellen, wie Schultern, können gezielter behandelt werden.
  1. Die Sprühimprägnierung: mit FIBERTEC „Textile Guard Pro – Spray On“ wird ebenfalls das gesamte Kleidungsstück eingesprüht. Bei Regenhosen sind die Oberschenkel meist stärker betroffen und sollten daher entsprechend eingesprüht werden. Eine anschließende Wärmebehandlung ist bei dieser Imprägnierung nicht notwendig! Bestandteil dieser Imprägnierung sind C8-Fluor-Verbindungen. Diese lösen sich zwar schneller auf als die älteren Verbindungen, die noch langkettiger waren, ist aber noch immer keine ideale Lösung. FIBERTEC arbeitet fieberhaft ein einer Alternative. Ein Grund, der für dieses Mittel spricht, die Imprägnierung ist robuster als die der „Eco-Variante“.

Je nach gewähltem Weg kommt unsere Jacke oder Hose aus dem Trockner oder vom Bügelbrett. Solltet ihr Schritt 3 gewählt haben, muss die Jacke an einem gut durchlüfteten Ort für 12 Stunden trocknen. Diese Vor- oder Nachbereitung nimmt also ein wenig mehr Zeit in Anspruch, auch wenn der Akt des Auftragens eine Sache von kaum 5 Minuten darstellt.


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