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Reisebericht: Finnland – Winterwonderland Lappland

Winterparadies Lappland – im hohen Norden von Finnland

Raus aus dem Alltag, rein in die Natur. Auf zur Skitour im finnischen Lappland. Eine Woche unterwegs mit Ski und Pulka. Urige Hütten, einsame Skitouren und zauberhafte Winterlandschaften erwarten uns im Urho-Kekkonen-Nationalpark. Ausgangspunkt unserer Tour ist Saariselkä. Der kleine Wintersportort nahe der russischen Grenze ist verkehrstechnisch gut angebunden und vom Flughafen Ivalo mit dem Linienbus in nur einer Stunde erreichbar. Der Ort lebt vom Tourismus. Hotels und Tourenanbieter prägen hier das Bild. Bereits vorab erkundigten wir uns beim örtlichen Skiverleih, der uns mit Schuppenski und Pulka ausstattete. Fünf Tage wollen wir unterwegs sein und in den unbewirtschafteten, aber gut ausgestatteten Hütten übernachten. Feuerholz, Gaskocher und Außentoilette gehören hier zum Standard.

CAMP4: Reisebericht: Finnland - Winterwonderland Lappland

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Bei herrlichen Sonnenschein und im glitzernden Schnee starten wir unsere Tour. Zunächst können wir das gut ausgebaute Loipennetz Saariselkäs nutzen, auf dem noch viele Skiläufer unterwegs sind. Sie begegnen uns mit einem Lächeln und dem Wissen, dass wir mit dem großen Gepäck wohl länger unterwegs sind. Die ersten Meter mit der rund 20 kg schweren Pulka sind erst mal etwas ungewohnt, wir kommen jedoch gut vorwärts. Dies ändert sich dies jedoch schlagartig, als wir später das Loipennetz verlassen.

Recht unerwartet kommen wir bereits am ersten Tag an unsere Grenzen, sinken Schritt um Schritt in den tiefen Schnee ein und müssen immer wieder Verschnaufpausen einlegen. Jeder noch so kleine Anstieg wird zum Hindernis. Die Skier rutschen mehr zurück als nach vorne und bleiben unentwegt in der weißen Masse stecken. Die Pulkas hängen an Ästen und Sträuchern fest und schieben kleine Schneeberge vor sich auf, die das Weiterkommen zusätzlich erschweren. Die ersten 15 km bis zur Hütte ziehen sich in die Länge und sind mit einem wahren Kraftakt verbunden. Die letzten Kilometer laufen wir im Dunkeln.

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Unsere Tourenpläne für die nächsten Tage werden mit dem späten Erreichen der Hütte im Mondschein noch einmal überdacht. Die aktuellen Schneebedingungen sind zu kräftezehrend. Mehr als 15 bis 20 km am Tag scheinen für uns derzeit nicht möglich zu sein. In diesem Abstand liegen auch die meisten Hütten zueinander. Wir planen um und verkürzen die Tour. Unser Tourenalltag ist einfach: Aufstehen, Skilaufen, Ankommen, Holz hacken, Feuer machen, Essen kochen und ab ins Bett. Vielleicht ist es genau diese Struktur, die uns so viel Kraft und zugleich auch Entspannung gibt.

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Nach den anfänglichen Schwierigkeiten läuft es nach einigen Tagen wie von selbst. Ausschlaggebend dafür sind die nun vermehrt vorhandenen Schneemobilspuren, über die die Hütten im Winter mit Holz und Gas versorgt werden. Sie weisen uns den Weg und auf dem festgefahrenen Schnee gleiten unsere Skier und Pulkas wie von selbst. Bei steileren Anstiegen können wir die Skier nun auch einfach mal kurz abschnallen und in den Spuren laufen, ohne direkt im Schnee zu versinken. Die Zeit konnten wir nun so richtig genießen. Die Landschaft beeindruckte uns immer wieder. Wir erlebten die winterliche Taiga und Tundra mit eingeschneiten Wäldern, zugefrorenen Seen und weißen Bergen.

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Eine Woche Skilaufen im finnischen Lappland war für uns Abenteuer und Entspannung zugleich. Anfang März hatten wir mächtig Glück mit dem Wetter: jeden Tag Sonne und Temperaturen um -10 Grad. Nachts knackte das Thermometer auch mal die -30 Grad. Wir verbrachten gemütliche Abende auf den Hütten, die wir zumeist für uns alleine hatten. Unterwegs trafen wir vereinzelt auch Tourengeher mit Zelt. So würden wir es auch beim nächsten Mal machen, um in der Streckenplanung noch freier und flexibler sein zu können. Die nächste Tour kommt bestimmt und es gibt noch einiges zu entdecken.

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Anreise und Infos:

Wir sind von Berlin Tegel über Helsinki nach Ivalo geflogen. Finnair scheint hier am günstigsten zu sein. Ankunft am überschaubaren Flughafen Ivalo ist bestenfalls am Vormittag, um noch am gleichen Tag in die Loipe starten zu können. Zugleich schont es den Geldbeutel. Unter 100 Euro findet man im Wintersportort Saarisälke sicherlich nur schwer einen Schlafplatz. Gut zu Wissen: Die Busfahrzeiten sind auf den Flugplan abgestimmt. Fahrzeit Saarisälke – Flughafen Ivalo ist rund 1 Stunde, Tickets gibt es direkt im Bus. Benzin für den Kocher bekommt man an der örtlichen Tankstelle. Wir hatten Glück und bekamen im Skiverleih auch etwas Benzin, da sie es für die Schneemobiltouren eh bereit halten.

Kleiner Tipp am Rande: Unseren Hinflug buchten wir mit einem längeren Aufenthalt in Helsinki – 11 Stunden über Nacht. So konnten wir einen Stadtbummel durch Finnlands Hauptstadt machen und schliefen dann über Nacht im Hostel.

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