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Radreise Innsbruck-Barcelona

OLYMPUS DIGITAL CAMERADas Fahrrad ist eines der ältesten und umweltschonendsten Fortbewegungsmittel – also warum nicht mal mit dem Rad auf Reisen gehen? Letzten Sommer bin ich von Innsbruck nach Barcelona geradelt. Entlang der italienischen Riviera, der französischen und spanischen Küste entdeckte ich viele kleine Orte, denen ich in einem schnelleren Fahrzeug keinen Blick gegönnt hätte.

Vor dem Beginn einer solchen Reise ist darauf zu achten, möglichst gewichtsparend zu packen. So habe ich mich mit einem Minimum an Gewand begnügt und dieses auf Campingplätzen regelmäßig gewaschen. Des Weiteren sind Gepäckstaschen Anhängern gegenüber, wegen des angenehmeren Fahrverhaltens, auf jeden Fall vorzuziehen.

Solchermaßen nur mit dem nötigsten ausgestattet startete ich von Innsbruck in Richtung Brenner. Vom Brenner führt ein 200 Kilometer langer, überraschend gut ausgebauter Radweg zum Gardasee. Immer leicht bergabgehend ist dieser ein angenehmer Einstieg auf jeder Radtour. Auf dem Weg zum Gardasee werden Brixen, die älteste Stadt Tirols, Bozen und Trento passiert. Die Stadtbesichtigungen bieten eine wohlverdiente Pause.

Allein aber nicht einsam

Als Alleinreisender habe ich jedoch leider den Nachteil, dass ich in keine Kirche hineingehe, da ich mein Rad mit dem ganzen Gepäck nicht unbeaufsichtigt stehen lassen möchte. Dennoch bin ich froh, dass ich diese Reise alleine angetreten habe. Das eigene Tempo fahren zu können und mit Pausen auf niemanden Rücksicht nehmen zu müssen und keinen aufzuhalten finde ich unbezahlbar.

Als einzelner Radreisender  zieht man einiges an Aufmerksamkeit auf sich und lernt täglich viele interessante Leute kennen. Die aufmunternden und motivierenden Zurufe der vorbeifahrenden Autos geben zusätzlich Kraft! Wer also Angst vor der Einsamkeit einer solchen Reise hat, den kann ich beruhigen  ich habe mich kein einziges Mal allein gelassen gefühlt.

Italien

Die Strecke zwischen Cremona und Genua ist der härteste Teil meiner Reise. Ohne einen Campinglatz zwischen den beiden Großstädten um die Zelte aufzuschlagen muss ich die 175 km an einem Tag schaffen. Die vielen Hügel entlang des Pos und die unangenehmen Tunnel, in denen ich von LKWs in vollem Tempo knapp überholt werde, machten es nicht einfacher.

Entlang der, mit Glassplittern gespickten, italienische Küstenstraße war ein platter Reifen kaum zu vermeiden. Dass mir beim Schlauchwechsel meine Pumpe abbricht hatte ich jedoch nicht erwartet. CO² Kartuschen wären wohl doch die bessere Wahl gewesen.

Savonna, Albenga, Laigueglia, Imperia und Ventimiglia bieten mir eine Vielzahl an Besichtigungs- und  Bademöglichkeiten bevor es weiter nach Frankreich geht.

Monaco

Ein Großteil der Straßen in Monaco verläuft unterirdisch und ist zu eng um Autos überholen zu lassen. Ich halte den Verkehr auf, werde angehupt und habe aber keinerlei Ausweichmöglichkeiten. Zudem fühle ich mich mit meinem Rad von den Leuten in ihren Luxusautos nicht gerne gesehen. Dreckige und verschwitzte Radreisende und das schöne, reiche Monaco scheinen nicht zusammenzupassen. Ähnlich unerwünscht fühle ich mich später nur in St. Tropez.

Frankreich

Mit der Ausnahme von Nizza und Marseille beeindrucken mich Frankreichs Städte wenig. Dafür hinterlässt die im Vergleich mit Italien um einiges schroffere Küste mit rotem Gestein einen bleibenden Eindruck. Es gibt kaum eine Straße, auf der ich nicht auch anderen Radfahrern begegne.

Ich treffe drei Burschen aus Paris und sechs Medizinstudenten aus Liverpool, die ebenfalls mit dem Rad nach Barcelona unterwegs sind. Zwei Tage lang schließe ich mich den Engländern an und  lerne meine Mountainbikereifen zu schätzen   die dünnen Rennreifen der Briten sind um einiges anfälliger und zwingen uns zu fünf Schlauchwechseln an einem Tag!

Das Highlight meiner Reise ist unbestritten die Camargue. Zwischen Sanddünen und auf rissigem und knochentrockenem Boden geht es durch den Nationalpark. Wie ich hunderten Flamingos beim Fischen in den Salzseen zusehe, übermannt mich ein unbeschreibliches Gefühl. Einzig und alleine für diesen Anblick haben sich alle meine Anstrengungen bezahlt gemacht!

Spanien

Über die Ausläufer der Pyrenäen geht es nach Spanien und dort die Costa Brava entlang. Für Camper ein teures Pflaster! Für eine Nacht am Campingplatz zahle ich so viel wie für zwei Nächte in Italien oder Frankreich.

Je näher ich an mein Ziel komme, desto schwerer werden meine Füße und desto stärker fühlt sich der Gegenwind an. Ich glaube die letzten Kilometer sind immer die schwersten. In Barcelona angekommen ist die Freude dafür umso größer!

Rückreise

Die Rückreise per Zug ist anstrengend und zeitraubend. Fahrräder werden nur in wenigen Zügen mitgenommen und es ist nicht möglich vor Ort die Rückreise über mehrere Länder buchen. So lautet meine abschließende Empfehlung für alle Radbegeisterten: Fliegt nach Hause! Der Flug ist nur minimal teurer als eine 2 ½ tägige Bahnfahrt und um weites angenehmer!

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