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Ein Abenteuer in Mexiko und Guatemala

Dies ist eine Geschichte von fremden Mythen, gruseligen Totenkulten, riesigen Tempeln und Pyramiden, tiefem Dschungel, azurblauem Meer, langen Sandstrände, riesigen Surfwellen – taucht mit uns ein in die Exotik Südmexikos und Guatemalas – los geht’s!

Warum Zentralamerika? 

Mit ausreichend Zeit, einem relativ kleinen Budget und großen Angebot an Kultur und Natur haben Mexiko und Guatemala alles zu bieten, was das Urlauber- und Abenteurerherz sich wünscht!

Unsere Tour

In 5 Wochen kämpften wir uns von Cancun über die Halbinsel Yucatan, in den Bundesstaat Chiapas weiter nach Oaxaca, um von der dortigen Pazifikküste zurück in den Süden über die guatemaltekische Grenze zu gelangen. Nach einer Vulkanbesteigung, Dschungeltouren und Tempelbesichtigungen fuhren wir noch Norden, um Belize zu durchqueren und die Karibikküste zu erreichen.

  1. Teil: Yucatan, Tabasco und Chiapas

Cancun und das lang ersehnte Wiedersehen

Mit dem Flug von Köln/Bonn landete ich nach 11 Stunden Flugzeit mit Eurowings in Cancun und suchte mir ein Hostel. Nach 30 Stunden auf den Beinen freute ich mich nur auf ein kühles(!)Bettchen (bei Ankunft war es dunkel und 30° warm). In einem Hostel in der Nähe des Terminals wurde ich fündig und fiel sofort nach einer wunderbaren Dusche todmüde in den Schlaf.

Am nächsten Tag startete ich ausgeruht in die Stadt, um mir einen ersten Einblick von Mexiko zu verschaffen, besuchte die Karibik und holte mir gleich einen richtig fetten Sonnenbrand auf den Schultern, von dem ich die nächsten zwei Wochen noch zehren durfte. Wie ich recht schnell feststellte, und im Nachhinein betrachtet stimmt das umso mehr, hat Cancun nur sehr wenig mit dem übrigen Mexiko gemein, gleiches gilt für die Karibikküste. Es ist sehr amerikanisch dominiert, viele Touris bevölkern die östliche Karibikküste, riesige Hotelanlagen verschandeln die schönen Strände und verhindern den uneingeschränkten Zugang zum Strand.

Der Urlaub beginnt mit azurblauem Karibikstrand

Ich holte Marcus um 15 Uhr vom Busterminal ab. Er startete seine Weltreise knapp vier Monate zuvor, bereiste Island, Kanada und Costa Rica. Der Plan war, dass wir Mexiko, Guatemala und Belize zusammen erlebten, bevor er sich nach Südamerika aufmachte und ich in den deutschen Unialltag zurückkehrte. Das Wiedersehen war herzlich, wir quatschten wie die Äffchen, gönnten uns einen ersten Einblick in die mexikanische Küche und schauten uns Cancun noch ein bisschen genauer an.

Der Aufbruch in die Mitte

Am nächsten Morgen verließen wir das Hostel früh und brachen mit dem Bus nach Valladolid Richtung Westen auf und bewegten uns damit aus dem Bundesstaat Quintana Roa nach Yucatan.

In Mexiko ist der Bus das Fortbewegungsmittel Nr. 1. Es gibt 3 Klassen, preislich absteigend den Luxusbus, die 1. Klasse und die 2. Klasse. Von der Ausstattung her gibt es neben Klimaanlage und moderneren Sitzen nur Unterschiede in der Geschwindigkeit. Mit dem 2. Klasse-Bus fährt man jedes kleine Dorf an, viele Einheimische reisen mit und ständig steigen Verkäufer ein, die alles Mögliche an den Mann (oder Frau) bringen. Für zwei bis drei Stunden Busfahrt zahlt man im Schnitt je nach Landkreis so ungefähr um die 100-200 Pesos, also ca. 5 bis 10 €. Auch sonst erwies sich Mexiko im europäischen Vergleich als eher günstiges Reiseland, umso näher man an den großen Touristenhochburgen ist, desto mehr zahlt man. Handeln kann man fast überall und dementsprechend ist Spanisch von großem Vorteil, damit man nicht sofort als unwissender, doofer Touri übers Ohr gezogen wird. Aber trotz unserer sehr rudimentären Sprachkenntnisse kamen wir ohne nennenswerte Probleme die ganze Tour gut voran.

Per Liane zur Cenote

In Valladolid angekommen, einer kleiner mexikanischen Westernstadt, suchten wir uns ein wunderschönes Hostel, Hostel La Candelaria, das sehr gemütlich und sauber anmutete. Wir liehen uns dort Fahrräder aus und fuhren etwas orientierungslos, aber am Ende dann doch erfolgreich zu einer nahegelegenen Cenote, einem riesengroßen Kalksteinloch in der Erde, das mit Wasser gefüllt war. Wir nahmen dort ein erfrischendes Bad und schwangen uns an Seilen tarzanartig ins kühle Nass. Zum Glück wurden wir von unserem Hostel vorher über den Preis informiert, denn die Einheimischen vor Ort versuchten uns direkt übers Ohr zu hauen. Aber nicht mit uns! Zurück in der Stadt, suchten wir uns etwas zu essen, was sich für Marcus als Vegetarier als recht schwierig in ganz Mittelamerika erwiesen hat und erweisen wird. Aus Solidarität schloss ich mich der Suche natürlich an.

Der ständige Konsum von fleischhaltigem und fettem Essen, die Größen der extrem(!) zuckerhaltigen Getränke mit zwei bis vier Litern Füllmenge, sowie die Abwesenheit von Gesundheits- und Fitnessangeboten wundert also nicht, dass die Mexikaner derzeit die fettesten Menschen der Welt sind. An diesem Abend kauften wir also ein paar Zutaten für eine Guacamole und Pasta ein und bereiteten uns einfach selbst ein leckeres Abendmahl.

Weltwunder und Reise zum Golf von Mexiko

Am nächsten Tag fuhren wir zu einem der neuen sieben Weltwunder, nach Chichen Itza, der berühmten Maya-Pyramide. Grundsätzlich ist es schon sehr beeindruckend, wie hoch entwickelt die Maya-Kultur mit Astronomie, Zeitberechnung und Totenkult war und wie riesig diese Stadt gewesen sein muss, in der zur Blütezeit 90.000 Einwohner Platz fanden. Voller Erwartung erblickten wir schon von weitem die Menschenmassen! Überall nervten uns Straßenhändler und auch die Temperaturen von über 35° motivierten uns nicht gerade zur Sightseeing-Stimmung. Das Gefühl von historischer Verbundenheit und kultureller Erkenntnis kam unter diesen Umständen leider nicht zum Vorschein. Kapitalismus und Geldmacherei wichen hier leider der Wertschätzung und dem Respekt eines so wertvollen Kulturguts.

Proppevolles Chichen Itza

Der perfekte Abschluss eines tollen Tages

Nach intensivem Besuch fuhren wir weiter in die quirlige Stadt Merida. Wir suchten uns ein zentrales Hostel und hatten einen guten Blick auf den Plaza Grande, auf dem am Abend anlässlich eines Nationalfeiertages ein großes Fest mit mexikanischer Musik und hübschen Frauen stattfand. Wir bummelten etwas durch die Straßen und erhöhten unseren Blutzucker. Nachdem wir am nächsten Morgen das großartige Frühstück mit Pancakes, Rührei und Früchten genossen hatten (in Mexiko wird das Frühstück im Hostel oft zubereitet und man bekommt es frisch auf den Teller), fuhren wir dann weiter nach Campeche und freuten uns auf das Meer, den Golf von Mexiko, denn es war sehr heiß hier. Nach einer dreistündigen Busfahrt kamen wir an, suchten uns ein ziemlich hässliches, aber dafür auch sehr billiges Hostel und gingen zum Meer: tja Pech gehabt, der Blick war zwar ziemlich schön, aber von Bademöglichkeiten gab es keine Spur.

Weder Campeche, noch das Hostel waren wirklich nach unserem Geschmack, da beides sehr hässlich und dreckig war. Wir vertrieben uns irgendwie den extrem heißen Tag, latschten kreuz und quer durch die Stadt, sahen so auch mal etwas realistischere mexikanische Viertel außerhalb der Tourizentren, aßen Eis und gingen früh ins Hostel zurück, nachdem wir noch etwas am siffigen Stadthafen spaziert waren, bei dem es aber am Horizont ein atemberaubendes Gewitter gab, das den Ort dann ebenfalls heimsuchte. Nun könnte es aber endlich mal schön werden, hier in Mexiko. Bisher hatte sich das so angepriesene Yucatan nicht gerade von seiner schönsten Seite für uns gezeigt. Doch nun ging es in den Dschungel von Palenque!

Fiesta!

Dschungelfieber

Die Busfahrt dorthin dauerte 6 Stunden und führte uns in den Bundesstaat Chiapas. Wenn man es mit deutschen Verhältnissen vergleicht, ist es schon ziemlich deprimierend z.T. an die drei bis vier Stunden für 100km zu tuckeln. Wir waren total platt als wir nach einer kurzen Taxifahrt vom Busterminal in El Panchán bei Palenque unser Doppelzimmer bezogen. El Panchán ist ein bekannter Traveller-Treff mitten im Regenwald, nicht weit entfernt von den Ruinen. Hier war es deutlich tropischer als bisher und der Ventilator in unserem Zimmer hatte ordentlich gegen die hohe Raumtemperatur anzukämpfen. Wir gönnten uns nach dieser anstrengenden Anreise noch ein leckeres Abendessen im nahelegenden Restaurant, lauschten den Livebands und genossen unseren ersten Tequila. So kommt Urlaubsfeeling auf! Nach den ersten eher enttäuschenden Reisetagen schoss unser Reisefieber und die Laune in die Höhe! Riesige Spinnen, Motten und Frösche gesellten sich nicht nur draußen zu uns.

Ruinen von Palenque…

…und kühlender SchattenDer nächste Tag führte uns in den Nationalpark von Palenque, auf dem wir selbstverständlich wie soll es auch anders sein, auf einem kleinen Dschungelpfad auf der anderen Seite der Welt eine Gruppe deutscher Touristen trafen. Uns gibt’s anscheinend überall!

Wir staunten nicht schlecht über die mitten im Regenwald liegenden Mayaruinen. Diese waren deutlich beeindruckender, als die so angepriesenen aber doch so touristisch ausgeschlachteten Mayaruinen Chichen Itzas. Hier konnte man die alte Mayakultur noch richtig spüren! Und auch die vielen tausend Tierchen, Blattschneiderameisen, etliche Käfer, Raupen, Spinnen, Frösche und sogar Affengeschrei in der Ferne erfreuten unsere Outdoorherzen.

 

Schwebende Blätter überall

Nach diesem ersten wirklich schönen mexikanischen Erlebnis in Mexiko, entschieden wir uns gegen die als im Reiseführer und von den Locals als gefährlich beschriebene Nachtfahrt nach San Christobal de las Casas in den Bergen und blieben lieber noch eine Nacht in unserem Zimmer. Vorher liefen wir jedoch nochmal nach Palenque, um unsere Bustickets für den nächsten Tag zu kaufen und besuchten auf diesem Weg noch eine sogenannte Wildtierauffangstation, die jedoch eindeutig eher ein Zoo unter falscher Flagge war. Aber so erblickten wir trotzdem freilebende wilde rote Papageien, die über unserenKöpfen in den Baumwipfeln wild umherkreischten. Palenque fand ich recht authentisch, in dem Sinne wie Mexiko nach meinem persönlichen Eindruck wohl am ehesten ist: die Gesellschaft ist sozial gespalten, es gibt keine wirkliche Mittelschicht, sondern nur sehr arme Menschen oder recht reiche.

Krächzendes Kreischen in den Baumwipfeln

Von Korruption, Drogenkartellen und Polizeigewalt ist in den Medien ständig die Rede und sicherlich, um ehrlich zu sein, hat mir das auch zu Anfang ein paar Sorgen bereitet. Man darf den Informationen des Auswärtigen Amtes nicht allzu viel Beachtung schenken. Definitiv gilt, dass es sich nicht um Europa handelt, an bestimmte Verhaltensweisen muss man sich einfach halten, das gilt für nächtliches Flanieren auf verlassenen Straßen ebenso wie für IPhone-spielen in bestimmten No-Go-Areas. Auch eine ständige Polizeipräsenz und das öffentliche Tragen von Waffen, v.a. im Supermarkt und an großen Plätzen, zeigen, dass es hier wohl heiß hergehen kann.

Nach einer gewissen Zeit hat man sich daran gewöhnt, wie man wo was macht und was nicht, sodass das Reisen wirklich Spaß macht. Man muss eine gesunde Balance finden zwischen paranoider Vorsicht und naiver Offenheit, nur dann kann der Urlaub entspannt genossen werden. In den fünf Wochen, die wir uns in Mittelamerika bewegten, habe ich mich nur in einer Handvoll Momenten unwohl gefühlt. Belästigt oder gar ausgeraubt wurden wir in dieser Zeit nicht einmal.

Überall krabbelts und kriechts

 

Die sozialen Rahmenbedingungen sind sicherlich auch kein Zuckerschlecken, nur die gut Verdienenden können studieren, Versicherungen sind eher eine Seltenheit und der Durchschnittsmexikaner arbeitet lang und hart bei nur zwei Wochen Urlaub im Jahr für wenig Geld. Das erklärt natürlich auch, warum Touristen überall extra zahlen dürfen. Die meisten Städte sind schmutzig und selbst in manchen Naturschutzparks sahen wir Müllkippen. Offensichtliche Probleme wie Natur- und Umweltschutz werden hinten angestellt, bei den herrschenden sozialen Ungerechtigkeiten.

Eine z.T. schöne Natur muss geschützt werden, doch dies ist natürlich nur möglich, wenn andere Rahmenbedingungen vom Staat erfüllt werden. Für diesen Wandel braucht Mexiko aber sicherlich noch ein bisschen mehr Zeit! Trotz dieser Schwierigkeiten sind die Menschen überwiegend ein sehr geselliges, fröhliches, nationalbewusstes stolzes Volk, frei nach dem Motto: Viva la vida! Aber sicher kann man hier Mexiko ebenso wie Deutschland nicht alle über einen Kamm scheren, der Norden ist anders als der Süden, die Küste anders als das Hochland, Menschen haben ein unterschiedliches Nationalbewusstsein und verschiedene regionale Zugehörigkeiten und Bräuche an unterschiedlichen Orten.

Kühle Hochlandfrische

Am nächsten Morgen erreichten wir wieder nach langer, anstrengender Busfahrt San Christobal de las Casas und fanden ein nettes Hostel (Puerta Vieja Hostel), wo wir in einem Dorm mit super Ausblick über die Stadt und vielen coolen Features unterkamen. Wir fühlten uns sofort pudelwohl und genossen das deutlich kühlere Bergklima. Hier stießen wir das erste Mal auf richtige Indios mit deren Kultur und kauften uns gleich zwei Indiopullover, womit wir wie zwei Hippies wirkten. Wir genossen das kleine hippe Backpackerstädtchen mit seinem indigenen Einfluss sehr und schlenderten am ersten Abend noch lange durch die mit Restaurants und Bars gesäumten Straßen.

Am nächsten Morgen besuchten wir ein traditionelles Medizinmuseum am Rande der Stadt und waren schockiert über diesen Kulturschock außerhalb der gepflegten Altstadt. Hier war es überfüllt, eng und vor allem extrem schmutzig. Jeder schmiss seinen Müll einfach in die Kanäle oder auf die Straße und dementsprechend roch es dort auch. Das totale Gegenteil vom netten Stadtzentrum. Da sind wir wohl in die Touristenfalle getappt.

Das Museum war eher etwas für stark Abergläubige unter uns und hatte nahezu gar nichts mit der westlichen Schulmedizin zu tun. Es war kurz gesagt einfach viel Hokuspokus. Als in einem Video ein  Huhn über einer Schwangeren bei der Geburt rotiert wurde und das Neugeborene mit Ei, Dreck und irgendeinem Gebräu abgerieben wurde, musste ich irgendwie an die etwas gegensätzlichen mikrobiologischen Hygieneseminare an der Uni denken. Ist ja interessant zu wissen, wie früher die Maya-Medizin praktiziert wurde, das Problem aus meiner Sicht ist nur, dass die Mehrheit der indigenen ländlichen Bevölkerung noch heute nur Zugang zu einer solch archaischen Medizin hat!

Danach besuchten wir noch zwei Kirchen auf zwei Hügeln, von wo man einen ganz netten Ausblick auf die Stadt hatte. Die Landschaft in der Umgebung war der Wahnsinn, allerdings ist es nicht möglich einfach so dort zu wandern. Es gibt einfach keine Wanderwege und die Randbezirke sind für Touristen No-go-Areas. Auch sehr ungewöhnlich und schwer nachzuvollziehen für europäische Maßstäbe! Wir gingen zurück Richtung Hostel um unsere Wäsche aus der Wäscherei zu holen. Dort trafen wir zwei junge deutsche Damen, die wir zuvor im Hostel kennengelernt hatten und verabredeten uns zum Abendessen. Dafür gingen wir zuerst in ein Restaurant und danach in eine nette Weinbar, tauschten unsere Erlebnisse und Erfahrungen aus. So ließen wir unseren letzten Abend in San Christobal ausklingen, bevor wir uns am nächsten Tag zu einem Lonely Planet Geheimtipp aufmachten.

San Christobal de las Casas

Maya-Tanzaction

 

Einsamkeit, wilde Papageien und ein reißender Wasserfall

Wie es immer so ist mit dem Lonely Planet Geheimtipp, da ist man doch nie allein! Und so stellten wir uns auch bei der Erkundung der Sima de las Cotorras auf ein Touristenpublikum ein. Doch schon bei der Planung der Anreise wurde uns bewusst, dass wir wohl auf ein eher verlasseneres Fleckchen treffen werden: von San Christobal fuhren wir mit einem Linienbus eine Stunde bis Tuxtla, um dort durch die halbe Stadt zu watscheln einen Lokalbus bis nach Coita zu nehmen, um von dort ein Collectivo zu erwischen. Collectivos sind kleine Minibusse, die jeden gegen einen geringen Obolus  mitnehmen und der Erfahrung nach bis zum Rand vollgestopft werden.

So auch in diesem Falle: in dem 12-Mann-Bus saßen bereits 16 Menschen und als sie uns große Europäer sahen, wollten sie, dass wir uns ebenfalls mit hinein quetschten. Unsere Rucksäcke wurden uns von zwei hilfsbereiten Herren abgenommen, die uns ihre Plätze überließen und mit unserem Gepäck auf das Dach kletterten. Nach einer Stunde Fahrt mitten durch das Nirgendwo, das Collectivo brachte jeden Dorfbewohner an seine Hütte, kamen wir an der Sima de las Cotorras an, einer großen Schlucht, in der viele Hunderte Papageien morgens ausfliegen sollten.

Indio-Chilling

Es stellte sich heraus, dass der Fahrer des Collectivos der Guide des Nationalparks war, was für ein Zufall. Außerdem waren wir sehr überrascht, dass der Lonely Planet tatsächlich einen Geheimtipp gebracht hatte, denn wir waren die einzigen Gäste. Für umgerechnet drei Euro konnten wir unser Zelt auf der Restaurant-Terrasse aufstellen und die Gegend erkunden. Den Rundweg um die zugegebenermaßen beeindruckende riesige Cenote hatten wir rasch absolviert und damit war es das schon, was man hier machen konnte. Der Abend gestaltete sich daher eher langweilig und wir gingen früh zu Bett, um am nächsten Morgen schon zum Sonnenaufgang für das Papageien- Spektakel auf den Beinen zu sein. Die Nacht war sehr unbequem im Zelt, vor allem weil langsam durch die hohe Luftfeuchtigkeit die Hitze steht. Das Spektakel der ausfliegenden Vögelchen am nächsten Morgen war ganz nett aber sicher nicht die umständliche Anreise wert. Ein eigenens Auto zu haben, wäre hier sicherlich von Vorteil gewesen…

Wir ließen uns von dem Restaurantbesitzer zum nahegelegenen Wasserfall El Aguacero fahren und hofften dort auf mehr. Hier war schon von weitem ein sehr beeindruckender Canyon zu sehen, durch den sich ein Flusslauf zog. Der als idyllischer Wasserfall und kleine Fluss im Reiseführer beschriebene, war bei unserem Besuch durch die Regenzeit auf ein reißendes Niveau angewachsen, sodass wir hier eine schwierige Klettertour wagen mussten, um überhaupt was davon sehen zu können.

El Aguacero

Die Fahrt zurück in die Stadt war stark überteuert und so entschieden wir die 5 km selbst zu laufen. Am Ende hatten wir Trampglück, es nahm uns noch ein nettes, junges Paar mit und brachte uns mit ihrem Auto nach Coita zurück, von wo aus wir uns über Tuxla in einer super anstrengenden Nachtfahrt nach Oaxaca weitermachten. In Tuxla streikten die Lehrer und blockierten alle Straßen, weshalb wir zeitaufwändige Umwege fahren und mitten in der Nacht den Bus wechseln mussten. Dann kamen auch noch mitten in der Nacht Polizisten in den Bus, die unsere Pässe kontrollierten und der Bus hielt ständig, wobei er jedes Mal das Licht anstellte. (Es ist auch völlig normal in Mexiko, dass Polizisten durch die Busse laufen, jeden abfilmen und nach Verdächtigen Ausschau halten). Kurzum, es war eine anstrengende, nicht gerade schlafreiche Nacht und so kamen wir sehr übermüdet in Oaxaca im gleichnamigen Bundesstaat am nächsten Morgen an.

Weiter an den Pazifik und nach Guatemala geht’s im 2. Teil!


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