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Mit Auto, Boot und zu Fuß in das Herz Europas

Meine Tour
Juli 2002: Reichlich zwei Wochen hatten wir Zeit, um Rumänien zu erkunden. Mit dem Auto sind wir aufgebrochen, Boote und Wanderschuhe hatten wir dabei. Zunächst fuhren wir in das Banat um die Nera zu bepaddeln, dann durch die Walachei in die Südkarpaten und über die Transfagarasch nach Transsilvanien. Von dort führte uns unsere Route durch die Westkarpaten wieder in Richtung Heimat. Unterwegs unternahmen wir ein paar Wandertouren und Kulturtrips.

Warum RUMÄNIEN
Durch meine Arbeit im Verein Transbalkan e.V. bin ich 2001 zum ersten Mal in Rumänien gewesen. Leider hatten wir nicht viel Zeit und so hat man die meisten Sachen nur im Vorüberfahren gesehen. Aber die Landschaft war sehr beeindruckend. Auch die Lebensweise der Menschen, besonders auf dem Land, hat mich neugierig gemacht. All die vielen Pferdewagen und kleinen Felder – so muss es in Deutschland vor etwa 100 Jahren ausgesehen haben. Zum Schluss ist da auch noch die Kostenfrage: So billig wie in Rumänien kann man woanders nur schwer Urlaub machen.

Was Sie schon immer über RUMÄNIEN wissen wollten…
Ist ein Urlaub In Rumänien gut, wenn ich abnehmen will?
Jein!
Lebensmittelengpässe sind in Rumänien mittlerweile kein Thema mehr. Fast in jedem Ort gibt es einen Markt, wo man Grundnahrungsmittel sehr billig kaufen kann. In der Hauptsache Obst, Käse und Gemüse wird hier angeboten. Fleisch gibt es nur auf etwas größeren Märkten, da die Stände in einer gekühlten Halle untergebracht sind. In kleineren Orten und Dörfern ohne Markt gibt es auf jeden Fall ein „Magazin Mix“. Hier bekommt man Brot, Konserven, Getränke, Hygieneartikel u.s.w. und sollte schon geschlossen sein, kann man auch mal nebenan klopfen, meist wohnt da der Inhaber und schließt noch mal auf.

Muss ich Angst haben bestohlen zu werden?
Nein!
Man sollte, vielmehr immer etwas Platz im Reisegepäck lassen, da man häufig Kleinigkeiten oder frische Lebensmittel geschenkt bekommt. Sicher sollte man in den größeren Städten die allgemein üblichen Vorsichtsmaßnahmen beachten, die eigentlich überall auf der Welt gelten (Fotoaperrat im Auto, Geld offen zählen, große Menschenmengen u.s.w.), aber Diebstahl ist in Rumänien verpönt. Die Rumänen schämen sich sogar für ihre unehrlichen Mitbürger!

Ich habe gehört dort soll es noch Bären geben!
Ja!
Jagen war bis zur Revolution 1989 nur Ceausescu erlaubt. Entsprechend hoch ist die Population an Wildtieren. Bären und Wölfe gehören hier noch genauso zur Fauna wie Schlangen und sonst seltene Vögel. Wir sind aber nie einem Bären persönlich begegnet. Die Spuren kann man aber gelegentlich entdecken und auch die Schäferhunde sind nicht umsonst so groß und in so reichlicher Anzahl bei den Schafherden.

Rumänien- dass ist doch gefährlich!
Nein!
Natürlich gibt es in Rumänien Gefahren, die man aber eigentlich alle umgehen kann, wenn man sich an die Regeln hält. So sollte man z.B. möglichst nachts nicht Autofahren, da die Pferde- oder Eselwagen hier noch sehr verbreitet sind und diese meist auch sehr abenteuerlich beladen werden und dafür aber nachts nicht beleuchtet sind… Auch Kühe und Schafe laufen nach Sonnenuntergang meist alleine nach Hause. Bergtouren sollte man nicht allein starten, da die Karpaten wirklich einsam sind und die Bergrettung zwar vorhanden, aber noch immer nicht besonders gute ausgerüstet ist.

Wie sind den die Rumänen so?
Sehr gesellig!
Wenn man sich nicht total zurückhält, hat man eigentlich kaum eine Chance, keinen Rumänen kennenzulernen. Beim trampen hält eigentlich jeder an, auch wenn der Dacia schon übervoll ist. An den Cabanas (betreute Wanderbauten) kommt man auch sehr leicht in Kontakt. Nach dem üblichen “Woher” geht man meist direkt zur Familie über, wobei das Familienalbum oder wenigstens ein paar Fotos auch schnell zur Hand sind. Meist kommt dann auch eine Flasche Selbstgebrannter zum Vorschein.

Es soll ja viele streunende Hunde geben?
Ja! Aber die sind eigentlich sehr friedlich und warten in gebührenden Abstand bis man sein Picknick beendet hat. Wenn man dann weiterzieht machen sie sich über die Reste her. Anders ist das bei den Hirtenhunden, die leicht an dem vor die Brust gebundenen Stock zu erkennen sind. Auch sind diese Hunde bedeutend größer und besser ernährt. Bei einer Begegnung am besten stehen bleiben und auf den Schäfer warten.

Wo habt ihr den geschlafen?
Meist im Zelt etwas abseits der Straße. Wildes Campen ist in Rumänien sehr verbreitet und überhaupt kein Problem. Im Gebirge gibt es dann auch noch die Cabanas (betreute Bauden) und Stanas (Schäferhütten), wo man eine Kammer bekommen kann. Pensionen und Hotels sind auch im Kommen und wenn man jemand fragt, wird man meist nach Hause eingeladen oder zu jemanden gebracht der ein Zimmer hat.


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