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Gunung Semeru – ein Bilderbuch-Vulkan

Vulkan...Im Osten von Java erhebt sich ein Vulkan, der mich an Vulkane aus Bilderbüchern erinnert. Kegelförmig und aus dem Krater kommt Lava, Rauch und Gesteinsbrocken. Und genau dieses Erscheinungsbild lässt den Semeru von den anderen vielen Vulkanen in Indonesien hervorstechen.

Ein weiterer Name des Semerus ist „Mahameru“. Übersetzt heißt dies so viel wie „Der große Berg“. Dies passt ganz gut, da er mit seiner Höhe von 3676 Metern die höchste Erhebung auf Java ist. Auch ist er einer der aktivsten Vulkane der Insel. Circa alle 20 Minuten kommt es zu einer Eruption. Der Gunung Semeru und andere Vulkane wurden zu einem Nationalpark zusammengefasst.

Doch wie kommt man zum Bromo-Tengger-Semeru Nationalpark?

Der Nationalpark liegt südöstlich von Surabaja. Der zweitgrößten Stadt Indonesiens. Von dort kann man Touren zum Vulkan buchen, oder mit anderen Verkehrsmitteln in Richtung Semeru aufbrechen. Ob Bahn, Bus, Auto oder Roller. Da wir den Vulkan eigenständig besteigen wollten und der Semeru nicht unser einziges Ziel auf Java war, hatten wir uns dazu entschieden Roller zu mieten. Mit den Rollern konnten wir über Malang bis nach Ranu Pani fahren. Einem kleinem Bergdorf, welches den Startpunkt der Besteigung des Semerus darstellt.

Was muss man beachten bevor man den Semeru besteigt?

Um den Semeru besteigen zu dürfen muss man sich zuvor bei einem Arzt untersuchen lassen um ein Gesundheitszertifikat zu bekommen. Außerdem gibt es eine Gebühr für die Besteigung. Diese ist, wie auch z.B. bei Tempeln, für Ausländer um einiges höher wie für Indonesier.

Die Besteigung des Semerus folgt nicht an einem Tag, was bedeutet dass man die entsprechende Ausrüstung für Übernachtung im Zelte (z.B. Schlafsack und Isomatte) und Versorgung mit sich tragen muss. Wichtig ist es auch zu wissen, dass man die Vulkanspitze in den frühen Morgenstunden, am besten noch vor Sonnenaufgang, besteigen soll.

Dies hat zwei Gründe. Zum einen kann man den Sonnenaufgang dann von oben aus Genießen und zum anderen muss man bis in die Mittagsstunden wieder abgestiegen sein, da sonst die Gefahr besteht den  giftigen Gasen des Vulkans ausgesetzt zu werden.

Und auch wenn es im Tal weit über 30 Grad sind, sollte man sich auf kalte Temperaturen in der Höhe einstellen. Und auch wenn man es sich heutzutage nur noch schwer vorstellen kann, gibt es immer noch Regionen, in der Menschen kein Englisch verstehen oder sprechen können. In unserem Fall haben uns immer Arme und Beine weiter geholfen falls es mit der Kommunikation Probleme gab.

Tag 1: Das erste Grummeln

Wir hatten uns das Ziel gesetzt am ersten Tag unserer Besteigung bis auf knapp 3000 Metern aufzusteigen um dann am nächsten Tag um zwei Uhr morgens zum Gipfel aufzubrechen. Bis zum eigentlichen Kegel des Vulkans verlief der Wanderweg bei ständigem hoch und runter durch schöne Wälder und Wiesen. Oftmals wurden wir von Indonesiern nach einem Foto gefragt, welche wir, auch wenn es uns ein wenig fremd vorkam ein Fotoobjekt zu sein, gerne gemacht haben.

Die Leute, die wir getroffen haben, waren alle sehr nett und es hat Spaß gemacht sich mit ihnen auszutauschen. Die letzten Höhenmeter bis auf knapp 3000 Metern ging es schon steil bergauf. Die Hitze des Tages und die Höhe hatten sich bemerkbar gemacht und wir waren froh, dass wir vor noch  Sonnenuntergang unser Zelt aufbauen konnten.

Auf unserem Weg konnten wir schon den Kegelförmigen Gipfel des Vulkans bestaunen. Auch konnten wir immer wieder Rauchfontänen beobachten die vom Gipfel hervorstiegen. Es regnete auch Asche. All diese Ereignisse und Eindrücke hatten es uns schwer gemacht Schlaf zu finden. Wir waren aufgeregt und freuten uns auf den kommenden Tag. Wir stellten uns auf eine kalte Nacht ein und während wir im Zelt lagen konnten wir immer wieder ein Grummeln des Vulkans hören.

Tag 2: Der Weg nach oben

Um 1:30 Uhr und nach wenig Schlaf klingelte unser Wecker. Im Dunkeln packten wir unsere Sachen und machten uns für den Aufstieg bereit. Zu unserem Erstaunen waren wir einer der letzten die in Richtung Gipfel aufgebrochen sind. Nach wenigen hundert Metern hatten wir die Baumgrenze erreicht. Ab hier ging es gerade den Berg hoch. Es war noch komplett dunkel. Das einzige, was man sehen konnte waren die Lichter der Stirnlampen, die sich langsam nach oben kämpften.

Der Aufstieg war anstrengend und man kam nur langsam voran. Durch den sandigen Ascheboden rutschte man jeden Schritt immer wieder ein Stück zurück. Man musste sich jeden Schritt erarbeiten. Nichts desto trotz überholten wir ständig andere Wanderer auf unserem Weg nach oben. Viele mussten Pausen machen, in denen sie zu unserem Erstaunen fast alle geraucht haben. Das wirkte auf uns ein wenig absurd. Nach einem anstrengend Aufstieg kamen wir als erstes am Gipfel an und warteten auf den Sonnenaufgang.

Noch bevor die Sonne aufging gab es eine Eruption. Man konnte Lava, die aus dem Krater flog, beobachten und uns umgab ein lautes Pfeifen und Grummeln. Mit einem solchen Anblick hatten wir nicht gerechnet und wir waren zu tiefst beeindruckt. Wenig später war es Zeit für den Sonnenaufgang. Im roten Licht konnte man langsam den Krater, aber auch die umliegende Landschaft erkennen.

Man sah noch viele andere Vulkane in der Ferne auftauchen. Semeru warf einen Kegelförmigen Schatten übers Land und man konnte die nicht weit weg entfernte Küste sehen. Im Abstand von geschätzten 20 bis 30 Minuten gab es immer wieder einer Eruption, die mal größer oder kleiner ausfiel. Jedes Mal zog eine beeindruckende Aschefontäne in den Himmel und man sah Gesteinsbrocken im näheren Umkreis des Kraters einschlagen.

Allein unter Vielen

Mehr und mehr Menschen kamen am Gipfel an und viele wollten auch wieder ein Foto mit uns machen. Wir waren die einzigen Menschen, die nicht aus Südostasien kamen. Allgemein konnte ich beobachten, dass es nicht sehr viele Touristen in Java gab, die nicht aus den umliegenden Ländern kamen.

Auch wenn man immer das Gefühl hatte, beobachtet zu werden und aus der Menge herauszustechen, hat es mir sehr gut gefallen, das Java noch nicht so richtig vom Tourismus verändert wurde.

Nachdem wir versucht hatten, das uns gebotene zu verarbeiten und zu verinnerlichen machten wir uns auf zum Abstieg. Man konnte den steilen Abhang durch den losen Boden sehr gut nach unten rennen, welches ein wenig an Skifahren im losen Schnee erinnerte.

Während wir abstiegen, schleppten sich andere immer noch den Berg hinauf, was mittlerweile durch die Sonne um einiges anstrengender wurde. Gegen Mittag kamen wir wieder erschöpft in Ranu Pani an. Schon allein die letzten zwei Tage waren die Reise nach Indonesien wert und wir freuten uns sehr auf zwei weitere Wochen auf Java.


2 Antworten auf Gunung Semeru – ein Bilderbuch-Vulkan

  1. Vanessa Wirtz sagt:

    Hallo Simon,

    vielen Dank für den interessanten Bericht. Wir planen im Juni ebenfalls, den Semeru zu besteigen. Haben hierzu aber noch folgende Fragen, die du uns vllt. beantworten kannst:

    -Wir kommen mit dem Zug in Malang an und würden die Tour von dort aus starten. Wo bekommen wir in Malang die Ausrüstung für die Besteigung (Zelt, Schlafsack, Isomatte, Lampe)?
    -Woher bekommen wir das Gesundheitszertifikat für die Besteigung?

    Vielen Dank für deine Rückmeldung
    Gerrit und Vanessa

  2. Hallo Vanessa
    In Malang Ausrüstung zu besorgen, ist ohne dabei gleich eine Tour buchen zu müssen, eher schwierig. Deshalb ist es empfehlenswert euch in Ranu Pani danach umzusehen.
    Viel Spass am höchsten Vulkan Javas :)
    Andrea

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