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Die Menschen sind „Das Salz der Erde“

DAS SALZ DER ERDE: Nenzen am Polarkreis. © Sebastião SALGADO / AmazonaWim Wenders wollte endlich herausfinden, warum die Arbeit des Fotografen Sebastião Salgado so einen Eindruck auf ihn macht. Er wird viel mehr als das entdecken: Wenders lernt einen Künstler kennen, dem Menschen wichtig sind, der Menschen liebt, denn sie sind das Salz der Erde. Ein Porträt.

Diese Worte haben mich schon bei den ersten Filmausschnitten schwer beeindruckt. In seiner Dokumentation begleitet der Regisseur Wim Wenders den Fotografen Sebastião Salgado durch die ganze Welt. Er lernt einen Mann kennen, der das Leben mit anderen Augen sieht. Mit dabei auch Salgados Sohn, der auch schon bei vorherigen Reisen dabei war.

Salgados ältester Sohn Julian Ribeiro erklärt schon zum Anfang der Dokumentation, er wolle mit dem Film dem Mann näher kommen, den er nur als Vater kenne. Beide Filmemacher wechseln sich bei der Erzählung zunächst ab, aber auch Sebastiao Salgado kommt immer wieder selber zu Wort. Bis zu dem Punkt, als erst der Sohn und später nur noch der Vater als Erzähler fungieren.

Mit ruhiger, konzentrierter Stimme kommentiert Salgado seine eigenen Bilder und gibt einen Eindruck davon, was sein Leben und Handeln geprägt haben.

Die Rettung

Salgado hat wochenlang in einer brasilianischen Goldmine gelebt, fotografierte in Äthiopien die Hungersnot und begleitete die Flüchtlinge in Ex-Jugoslawien. Jahrelang hat er Menschen in ihrer Not und ihrem Elend gesehen und erlebt, bis er es nicht mehr aushielt. Nach dem Völkermord in Ruanda konnte er die Menschen nicht mehr sehen, nicht mehr ertragen.

‘Das Land heilt Sebastiãos Verzweiflung. Die Freude darüber, dass die Bäume in die Höhe schießen und dass die Quellen darunter wieder fließen, lässt Sebastião seine Berufung nochmal neu verstehen. Aber es gibt es auch keinen Weg zurück zu der Arbeit, die er bieher gemacht hat.’ So erzählt es Wim Wenders im Film und dann spricht der Fotograf selber:

Darüber, dass er ein neues Projekt brauchte. Vielleicht etwas das mit Umwelt zu tun haben könnte. Waldsterben oder die Verschmutzung dre Ozeane, aber das war es nicht. Es sollte eine Hommage an den Planeten werden, nämlich darüber, dass der halbe Planet noch genauso sei, wie er einst geschaffen wurde. Fünf Jahre hat es gedauert, von 2009 bis 2013 bis Genesis fertig war. Dafür ist Salgado in die entlegensten Winkel der Erde gereist. Er begann auf den Galapagos Inseln, weil er verstehen wollte, was Darwin verstanden hat. Salgado wollte die Schönheit dieser Welt zeigen.

Chronologischer Bilderabend

Wie ein gemütlicher Abend auf dem Sofa mit einem dicken Fotoband kommt man sich manchmal vor, beim Anschauen dieses Filmes. Und Salgado daneben, der zu jedem Foto eine einzigartige Geschichte erzählt.

Geschichten, die im Kopf bleiben. Fast alle Bilder sind in schwarz-weiß gehalten und haben trotzdem so ein gewisses Leuchten, das einen nicht mehr los lässt. Noch abends liege ich vor dem Einschlafen im Bett und sehe die Leguan Hand vor mir: Die genauso gut die Hand meiner kleinen Tochter sein könnte.

‘Wenn ich mir diese Klaue eines Leguans ansehe kann ich nicht anders, als an die Hand eines Ritters zu denken mit seinen metallenen Gliedern, die sie wie Schuppen schützen. Und wenn ich die Knochenstruktur sehe, weiß ich, dass der Leguan auch mit mir verwandt ist…’ Ich ertappe mich dabei, wie ich die Bilder Bücher meiner Tochter durchsuche, auf der Jagd nach einem Leguan.

DAS SALZ DER ERDE präsentiert Sebastião Salgados Leben und Arbeit aus der Perspektive seines Sohnes Juliano Ribeiro Salgado, der seinen Vater in den vergangenen Jahren oft mit der Filmkamera begleitete, und der von Wim Wenders, Bewunderer von Salgados Fotokunst, selbst Fotograf und einer der großen Filmemacher unserer Zeit.

Fotos und Filmtrailer gibt es hier:


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