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Das machen, was mir am besten gefällt!

sliderWir leben in einer Zeit, in der wir ständig in Bewegung sind, ständig auf der Suche nach dem Sinn und nach Dingen, die uns glücklich machen. Wir wollen uns auf das einfache besinnen, suchen die Natur und bleiben doch in der Stadt!? Simon Michalowicz hat über diese Suche ein Buch geschrieben, zumindest im übertragenen Sinne…

Aber jetzt nicht, wie du denkst, ein Buch etwa, über das Leben und wie man es besser macht. Anders: Er hat darüber geschrieben, wie er seinen Job kündigte, um fünf Monate durch Norwegen zu wandern – 3000 Kilometer zu Fuß bis zum Nordkap – auf dem Norge på langs. „Norwegen der Länge nach“ heißt Simon Michalowicz’ Buch und das gibt es bei uns im CAMP4 Reisebuchladen LandKarten!

Es sollte eine Reise, eine Wanderung werden, die ihn auch im Nachhinein nicht mehr los lässt, auf die er immer wieder angesprochen wird und mit einem ganz besonderen Effekt: „Nach einer Wanderung durch die norwegische Hardangervidda war ich endgültig mit dem Nordlandvirus infiziert, und ich fürchte, der ist unheilbar. Die warmherzigen Menschen, ihr entspannter Lebensstil und die unfassbare Natur sind für mich einfach perfekt und ich fühle mich dort mittlerweile ein gutes Stück zu Hause“, erzählt Simon.

Der Anfang: Schwer gemacht

Es begann auf den asphaltierten Straßen Südnorwegens. Simon lief und lief und es nieselte beinah pausenlos. Er quälte sich und auch ich hatte beim Lesen der ersten Seiten meine Schwierigkeiten. Aber nicht nur ich wunderte mich, auch die Menschen, die Simon in diesen ersten Tagen traf waren verwirrt. Was machst du denn hier bei dem Wetter, heißt es im Buch und nach der Antwort: Zum Nordkap laufen konnte auch ich das Fragezeichen im Gesicht der Menschen verstehen: Wie kommt man denn auf so eine Schnapsidee, fragten sich viele. Aber das versteht man nur, wenn man weiter liest…

Im Folgenden erfährt der Leser wie Simon sich vorbereitet hat, dass er seinen Job kündigte und was ihn dazu bewegte sich endlich diesen lang gehegten Traum zu erfüllen. „Ich wollte einmal raus aus dem Alltagstrott und einfach eine Weile genau das machen, was mir am besten gefällt und an dem ich die meiste Freude habe. Und das ganz ohne Wenn und Aber und ganz ohne Verpflichtungen“, schreibt er mir im Interview.

Nieselregen und nicht enden wollende Fußschmerzen ließen ihn zu Beginn schier verzweifeln und auch beim Lesen durchzog mich ein leichter Schauer, wenn Simon morgens die Hüttentür öffnete und es wieder regnete und grau war.

Endlich allein sein

Aber es wurde besser und die Landschaft tat seinen Rest. Noch im Nachhinein kann ich beinah fühlen, welches Glücksgefühl der Autor empfand als er durch das Nabar-Gebiet weit im Norden kurz vor Alta lief. Vier Tage irrte Simon dort umher, suchte sich seinen Weg selbst und traf keine Menschenseele.

Simon schreibt mir im Interview folgendes: „Das totale Hochgefühl und der schönste Moment der gesamten Tour war, als ich in der Ferne am Horizont das erste Mal den Altafjord zu Gesicht bekam. Ich bekomme jetzt noch eine Gänsehaut, wenn ich daran denke!“

Zweifel an seiner Tour hatte Simon tatsächlich nie und auch an aufgeben war nicht zu denken. Wenn das schlechte Gefühl und die Füße doch mal Oberhand zu bekommen drohten, halfen ihm die Gedanken an den Büroschreibtisch und den ewigen Trott im heimischen Iserlohn. „Aber das war nichts gegen die unfassbar tollen Momente voller tiefer innerer Zufriedenheit“, schreibt er mir. Und das ist doch genau das, wonach wir alle suchen.

Von Ängsten, Schweinhunden und Grenzen

Nichtsdestotrotz, oft ist so eine Wanderung auch harte Arbeit, nur eben der Lohn ein anderer. Das Simon es nicht packen könnte oder das ihn doch einmal seine Kräfte verlassen könnten war nur zum Anfang ein Gedanke. Später waren es eher die Naturgewalten, die ihn ab und an fürchten ließen. „Aber auch das legte sich und es stellte sich ein Gefühl von Demut vor den Elementen ein. Quasi als Angst im Sinne von Bedrohungen“.

Bei der Frage nach dem inneren Schweinehund sehe ich Simon lachen, als er die Antwort tippt: „Auf den langen Straßen durch den norwegischen Süden war der innere Schweinehund mein ständiger Begleiter, da musste ich schon oft ganz schön gegen ihn ankämpfen.“ Aber dank Ananas-Dosen und Ruhetagen, konnte er ihn stets erfolgreich besiegen.

Apropos Ananas, sie verfolgt mich beim Lesen die ganze Zeit. Kam Simon nämlich in eine Hütte des norwegischen Wandervereins, öffnete er stets zuerst eine Dose Ananas und hat diese mit größtem Genuss verschlungen. Aber auch Bier stand hoch im Kurs, er schreibt im Buch:

Bei der nächsten Rast ist das Bier fällig. Was für eine Wohltat. Obwohl es noch nicht mal Mittag ist. Als das kalte Bier meine Kehle herunterrinnt, zählt nur der Moment. Wahnsinn, wie gut das schmeckt! Die Stimmung steigt. Leider auch das Thermometer. Aber dank der Kombination aus Bier und steigender Temperatur laufe ich jetzt etwas beschwingter.

Neuer Job, Umzug und weitereWanderpläne

Eine Gartenparty, ein neuer Job, ein Umzug und ein Buch später weiß Simon, er wird es wieder tun. Die Pläne sind geschmiedet und die Reisevorbereitungen in vollem Gange. Einen weiteren Versuch gab es schon, diesmal mit Skiern und Pulka, aber das Wetter spielte nicht mit. Und so musste sich Simon diesmal der Macht der Elemente beugen.

Die Wanderung hat sein Leben verändert und so ist es nicht verwunderlich, dass Simon den hohen Weiten des Nordens und seinen Bewohner verfallen ist:

„Ganz egal wohin ich kam, alle waren von Norge på langs total begeistert und haben mich unterstützt, wo es nur ging, einfach unglaublich. Ich bin so glücklich, dass ich diese Gastfreundschaft erfahren durfte.“

Wie es am Ende war, das Nordkap wirklich zu erreichen und wie es sich anfühlt, solch einen Weg vor und hinter sich zu haben, gibt es im Buch „Norwegen der Länge nach“ von Simon Michalowicz bei Jürgen im Reisebuchladen!


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