{"id":977,"date":"2011-10-10T14:14:51","date_gmt":"2011-10-10T12:14:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/?p=977"},"modified":"2024-06-26T16:09:25","modified_gmt":"2024-06-26T14:09:25","slug":"sudamerika-peru-amanda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/reiseberichte\/sudamerika-peru-amanda\/","title":{"rendered":"Zu den Kaffeebauern im n\u00f6rdlichen Perus"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1248px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p><strong>Mich f\u00fchrte ein Praktikum im August 2005 nach Peru \u2013 hoch in den Norden nach Piura, knapp 1000 km n\u00f6rdlich von Lima. W\u00e4hrend meines sechsw\u00f6chigen Aufenthaltes bei der Nichtregierungsorganisation Pidecaf\u00e9 pendelte ich zwischen Piura und Montero hin und her. Au\u00dferdem besuchte ich einige kleinere St\u00e4dte und Orte in der Umgebung wie Catacaos, Chulucanas, Paita, Sullana und, etwas weiter s\u00fcdlich, Pacasmayo sowie Lima.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Peru ist faszinierend: In diesem gro\u00dfen Land gibt es einfach alles: Gebirge (die Anden), Ozean (Pazifik), gro\u00dfe Fl\u00fcsse (z.B. der Amazonas), gro\u00dfe Seen (der Titicacasee), schwindelerregende H\u00f6hen (4000m \u00fcber dem Meeresspiegel sind schon \u00f6fter mal dabei), W\u00fcste en masse, Dschungel (60% der Fl\u00e4che Perus!), Millionenst\u00e4dte, kleine D\u00f6rfer, Lama- und Alpacaherden, Pumas,\u2026 und Kaffee!<\/p>\n<p>Besonders letzterer brachte mich nach Peru. Mich interessierte das Leben von Kaffeekleinbauern in S\u00fcdamerika und ich konnte durch mein Praktikum bei Pidecaf\u00e9 einen guten Einblick erhaschen.<\/p>\n<p><strong> Was Sie schon immer \u00fcber PERU wissen wollten&#8230;<br \/>\n<\/strong><strong>Was gibt es in Nordperu denn so zu sehen?<\/strong><\/p>\n<p>Piura ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und hat um die 600 000 Einwohner. In Reisef\u00fchrern wird die Stadt, wenn \u00fcberhaupt, nur kurz erw\u00e4hnt. Piura liegt mitten in der W\u00fcste, hat einen sehr sch\u00f6nen Hauptplatz (Plaza de Armas) und interessante M\u00e4rkte.<\/p>\n<p>In sechs Wochen bekam ich h\u00f6chstens eine Handvoll Gringos zu Gesicht. Touristen kommen in Piura nur auf dem Weg nach Ecuador vorbei oder als \u201eKaffeetouristen\u201c. Die Stadt wirkt daher einfach peruanisch. Wenn man schon mal da ist, empfiehlt sich der Besuch in Catacaos, etwa 12 km von Piura entfernt. Dort gibt es einen wundersch\u00f6nen Markt mit Kunsthandwerk aus der Region.<\/p>\n<p>Catacaos ist sehr praktisch mit den sehr engen und \u00fcberf\u00fcllten \u00f6ffentlichen Kleinbussen oder mit dem Taxi zu erreichen. Montero liegt ca. 120 km n\u00f6rdlich von Piura, was eine halsbrecherische Fahrt von vier Stunden im Sammeltaxi bedeutet. Einmal angekommen und vom Schock der Fahrt erholt, f\u00fchlt man sich wie im Himmel.<\/p>\n<p>Raus aus der W\u00fcste, rein in die gr\u00fcnen, fruchtbaren Anden. Montero ist sehr klein, besitzt aber zwei Hostals, mehrere \u201eRestaurants\u201c, ein \u00f6ffentliches Telefon f\u00fcr den ganzen Ort und Internetanschluss. Die Gegend ist wundersch\u00f6n zum Wandern, vorbei an Kaffee- und Zuckerrohrfeldern, Bananenstauden, Mango-, Papaya- und Limab\u00e4umen.<\/p>\n<p><strong>Wie sind die Pazifikk\u00fcsten im Norden Perus?<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Sie werden besonders von peruanischen Urlaubern frequentiert. Besonders beliebt ist Tumbes, ganz in der N\u00e4he von Ecuador. Auch europ\u00e4ische Touristen entspannen sich dort f\u00fcr ein paar Tage an den Str\u00e4nden.<\/p>\n<p>Ich besuchte die Str\u00e4nde von Paita (bei Piura) und Pacasmayo (noch s\u00fcdlich von Chiclayo). Im August und September waren die Str\u00e4nde wie ausgestorben. Das Wasser ist zu dieser Zeit besonders k\u00fchl, doch Baden ist trotzdem m\u00f6glich und vor allem die Bodysurfer lie\u00dfen sich den Spa\u00df nicht verderben. Die Hochsaison ist allerdings im Januar und Februar, der hei\u00dfesten Zeit des Jahres.<\/p>\n<p><strong>Wie kommt man von A nach B?<\/strong><\/p>\n<p>Die Infrastruktur in Peru ist mittelm\u00e4\u00dfig ausgebaut. Es gibt inzwischen sehr viele Busgesellschaften, die in Konkurrenz zueinander stehen. Auf Langstrecken empfehlen sich Nachtbusse oder Fl\u00fcge. Es gibt einen Flugpass, der f\u00fcr eine bestimmte Anzahl von Fl\u00fcgen g\u00fcltig ist und nur im Ausland erworben werden kann (im Reiseb\u00fcro nachfragen!).<\/p>\n<p>Ansonsten m\u00fcssen Fl\u00fcge innerhalb des Landes immer one way bezahlt werden (ca. 90 Euro pro Strecke) Wer von Piura nach Arequipa fliegen will, muss erst den Flug nach Lima bezahlen und dann einen weiteren nach Arequipa, sprich 180 Euro. Ich entschied mich f\u00fcr die zum Teil sehr komfortablen Nachtbusse, die pro 1000 km bei ca. 25 Euro liegen (inklusive DVD-Kino ohne Ende, Abendessen und Fr\u00fchst\u00fcck) und sehr p\u00fcnktlich sind.So ist das Hotel gespart und man kann wenigstens ein bisschen schlafen.<\/p>\n<p>Der Fahrstil eines jeden Bus- oder Taxifahrers ist meist kaum auszuhalten, deswegen: Nachts fahren, da sieht man\u2019s nicht. Iquitos, die Hauptstadt des Dschungels im Amazonasgebiet, ist allerdings nur per Flugzeug oder Boot zu erreichen. F\u00fcr kurze Strecken empfehlen sich immer Linienbusse. F\u00fcr diese gibt es keinen Fahrplan \u2013 es geht dann los, wenn keiner mehr reinpasst.<\/p>\n<p><strong>Wie (un)sicher ist Peru f\u00fcr Touristen?<\/strong><\/p>\n<p>Vor meiner Reise wurde ich st\u00e4ndig gewarnt: Pass auf deine Sachen auf! Ich hatte die gr\u00f6\u00dften Horrorgeschichten von Taschendieben, Raub\u00fcberf\u00e4llen und anderen schrecklichen Dingen geh\u00f6rt. Auch wurde ich sofort vom ersten Taxifahrer in Lima \u00fcber die Gefahren der Stadt aufgekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Die H\u00e4user ab Mittelklasseniveau sind in ganz Peru mit dicken Mauern umgeben, Stacheldraht darauf oder gleich ein elektrischer Zaun. Wer sich es leisten kann stellt noch einen Security Mann vor die T\u00fcr. Das Gesch\u00e4ft der privaten Sicherheitsfirmen boomt. In Peru ist die Armut riesig, nur knapp 15% der Peruaner befinden sich in einem Angestelltenverh\u00e4ltnis.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Mehrheit verdient sich den Lebensunterhalt mit Taxi fahren oder dem Verkauf von S\u00fc\u00dfigkeiten und Zigaretten. M\u00e4nner wie Kinder putzen Schuhe, viele Frauen sind W\u00e4scherinnen oder stricken M\u00fctzen und Pullover aus Alpacawolle f\u00fcr die Touristen. Touristen werden h\u00e4ufig ausgeraubt und es gibt unz\u00e4hlige Tricks der Taschendiebe.<\/p>\n<p>Wie \u00fcberall anders lautet also die Devise: Alles Wertvolle nahe am K\u00f6rper tragen und immer ein Auge auf Tasche oder Rucksack haben. Eine Umh\u00e4ngetasche erwies sich in den St\u00e4dten als sehr praktisch, da Rucks\u00e4cke oft von hinten aufgeschlitzt werden. Die Tasche ist zwar unbequemer, kann man aber daf\u00fcr fester im Griff haben.<\/p>\n<p><strong>Wer baut eigentlich den Kaffee wie und wo an?<\/strong><\/p>\n<p>Kaffee ist nach Erd\u00f6l der meistexportierte Rohstoff der Welt. Vor allem in Europa werden Unmengen von Kaffee getrunken (Deutschland: ca. 6 kg pro Person\/Jahr). Die Kaffeepflanze wird in Afrika, Asien und Lateinamerika angebaut. Der Kaffeeanbau verlangt aufgrund der Sensibilit\u00e4t der Pflanzen sehr viel Arbeit.<\/p>\n<p>Im Norden Perus bildete sich vor ca. 15 Jahren eine Kooperative aus Kaffeekleinbauern, die beschlossen, ihre Ernte gemeinsam auf dem Markt zu verkaufen und die Zwischenh\u00e4ndler (die so genannten \u201eCoyoten\u201c) zu umgehen. Inzwischen besteht diese Kooperative mit Namen Cepicaf\u00e9 aus \u00fcber 4000 Kaffeekleinbauern.<\/p>\n<p>Der Kaffee wird so weit wie m\u00f6glich im fairen Handel (z.B. an die gepa) verkauft. Dieser Markt ist allerdings noch recht klein, daher konnten bisher h\u00f6chstens 30% der Gesamternte eines Jahres zu fairen Preisen verkauft werden. Der Rest wird dem konventionellen Markt angeboten (d.h. der \u201eregul\u00e4re\u201c Kaffee im Supermarkt oder Ketten wie Tchibo).<\/p>\n<p>Die Preise im konventionellen Markt sind so niedrig, dass die Bauern kaum ihre Produktionskosten decken k\u00f6nnen. Ich hatte die Gelegenheit einige der Bauern von Cepicaf\u00e9 in Montero, ca. vier Autostunden n\u00f6rdlich von Piura, kennen zu lernen. Ich war im August zur Kaffeeerntezeit da und durfte auch selbst die roten und gelben Kaffeekirschen pfl\u00fccken.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem wurde mir gezeigt, wie die Kirschen gesch\u00e4lt, gewaschen und zum Trocknen ausgelegt werden m\u00fcssen. Ich sah die \u00e4rmlichen H\u00e4user der Bauern, oft ohne Elektrizit\u00e4t und festgestampfter Erde als Fu\u00dfboden. Die Bauern waren ausnahmslos sehr freundlich und antworteten auf alle Fragen. Es brauchte nicht viel, um zu sehen, dass der Verkauf im fairen Handel f\u00fcr diese Bauern lebenswichtig ist und einen Funken Hoffnung f\u00fcr eine bessere Zukunft f\u00fcr sich und ihre Familien bedeutet.<\/p>\n<\/div><div class=\"awb-gallery-wrapper awb-gallery-wrapper-1 button-span-no\" style=\"--more-btn-alignment:center;\"><div style=\"margin:-5px;--awb-bordersize:0px;\" class=\"fusion-gallery fusion-gallery-container fusion-grid-3 fusion-columns-total-8 fusion-gallery-layout-grid fusion-gallery-1\"><div style=\"padding:5px;\" class=\"fusion-grid-column fusion-gallery-column fusion-gallery-column-3 hover-type-zoomin\"><div class=\"fusion-gallery-image\"><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/peruamanda1.jpg\" rel=\"noreferrer\" data-rel=\"iLightbox[gallery_image_1]\" class=\"fusion-lightbox\" target=\"_self\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/peruamanda1.jpg\" 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