{"id":9613,"date":"2014-10-30T09:00:45","date_gmt":"2014-10-30T07:00:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/?p=9613"},"modified":"2024-07-09T16:35:26","modified_gmt":"2024-07-09T14:35:26","slug":"outdoor-filmtipp-das-salz-der-erde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/outdoor-szene\/outdoor-filmtipp-das-salz-der-erde\/","title":{"rendered":"Die Menschen sind \u201eDas Salz der Erde\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wim Wenders wollte endlich herausfinden, warum die Arbeit des Fotografen Sebasti\u00e3o Salgado so einen Eindruck auf ihn macht. Er wird viel mehr als das entdecken: Wenders lernt einen K\u00fcnstler kennen, dem Menschen wichtig sind, der Menschen liebt, denn sie sind das Salz der Erde. Ein Portr\u00e4t.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Diese Worte haben mich schon bei den ersten Filmausschnitten schwer beeindruckt. In seiner Dokumentation begleitet der Regisseur Wim Wenders den Fotografen\u00a0Sebasti\u00e3o Salgado durch die ganze Welt. Er lernt einen Mann kennen, der das Leben mit anderen Augen sieht. Mit dabei auch Salgados Sohn, der auch schon bei vorherigen Reisen dabei war.<\/p>\n<p>Salgados \u00e4ltester Sohn Julian Ribeiro erkl\u00e4rt schon zum Anfang der Dokumentation, er wolle mit dem Film dem Mann n\u00e4her kommen, den er nur als Vater kenne. Beide Filmemacher wechseln sich bei der Erz\u00e4hlung zun\u00e4chst ab, aber auch Sebastiao Salgado kommt immer wieder selber zu Wort. Bis zu dem Punkt, als erst der Sohn und sp\u00e4ter nur noch der Vater als Erz\u00e4hler fungieren.<\/p>\n<p>Mit ruhiger, konzentrierter Stimme kommentiert Salgado seine eigenen Bilder und gibt einen Eindruck davon, was sein Leben und Handeln gepr\u00e4gt haben.<\/p>\n<p><strong>Die Rettung<\/strong><\/p>\n<p>Salgado hat wochenlang in einer brasilianischen Goldmine gelebt, fotografierte in \u00c4thiopien die Hungersnot und begleitete die Fl\u00fcchtlinge in Ex-Jugoslawien. Jahrelang hat er Menschen in ihrer Not und ihrem Elend gesehen und erlebt, bis er es nicht mehr aushielt. Nach dem V\u00f6lkermord in Ruanda konnte er die Menschen nicht mehr sehen, nicht mehr ertragen.<\/p>\n<p><em>&#8218;Das Land heilt\u00a0Sebasti\u00e3os Verzweiflung. Die Freude dar\u00fcber, dass die B\u00e4ume in die H\u00f6he schie\u00dfen und dass die Quellen darunter wieder flie\u00dfen, l\u00e4sst Sebasti\u00e3o seine Berufung nochmal neu verstehen. Aber es gibt es auch keinen Weg zur\u00fcck zu der Arbeit, die er bieher gemacht hat.&#8216; <\/em>So erz\u00e4hlt es Wim Wenders im Film und dann spricht der Fotograf selber:<\/p>\n<p>Dar\u00fcber, dass er ein neues Projekt brauchte. Vielleicht etwas das mit Umwelt zu tun haben k\u00f6nnte. Waldsterben oder die Verschmutzung dre Ozeane, aber das war es nicht. Es sollte eine Hommage an den Planeten werden, n\u00e4mlich dar\u00fcber, dass der halbe Planet noch genauso sei, wie er einst geschaffen wurde. F\u00fcnf Jahre hat es gedauert, von 2009 bis 2013 bis Genesis fertig war. Daf\u00fcr ist Salgado in die entlegensten Winkel der Erde gereist. Er begann auf den Galapagos Inseln, weil er verstehen wollte, was Darwin verstanden hat. Salgado wollte die Sch\u00f6nheit dieser Welt zeigen.<\/p>\n<p><strong>Chronologischer Bilderabend<\/strong><\/p>\n<p>Wie ein gem\u00fctlicher Abend auf dem Sofa mit einem dicken Fotoband kommt man sich manchmal vor, beim Anschauen dieses Filmes. Und Salgado daneben, der zu jedem Foto eine einzigartige Geschichte erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Geschichten, die im Kopf bleiben. Fast alle Bilder sind in schwarz-wei\u00df gehalten und haben trotzdem so ein gewisses Leuchten, das einen nicht mehr los l\u00e4sst. Noch abends liege ich vor dem Einschlafen im Bett und sehe die Leguan Hand vor mir: Die genauso gut die Hand meiner kleinen Tochter sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><em>&#8218;Wenn ich mir diese Klaue eines Leguans ansehe kann ich nicht anders, als an die Hand eines Ritters zu denken mit seinen metallenen Gliedern, die sie wie Schuppen sch\u00fctzen. Und wenn ich die Knochenstruktur sehe, wei\u00df ich, dass der Leguan auch mit mir verwandt ist&#8230;&#8216; <\/em>Ich ertappe mich dabei, wie ich die Bilder B\u00fccher meiner Tochter durchsuche, auf der Jagd nach einem Leguan.<\/p>\n<p>DAS SALZ DER ERDE pr\u00e4sentiert Sebasti\u00e3o Salgados Leben und Arbeit aus der Perspektive seines Sohnes Juliano Ribeiro Salgado, der seinen Vater in den vergangenen Jahren oft mit der Filmkamera begleitete, und der von Wim Wenders, Bewunderer von Salgados Fotokunst, selbst Fotograf und einer der gro\u00dfen Filmemacher unserer Zeit.<\/p>\n<p><strong>Den Filmtrailer gibt es hier:<\/strong><\/p>\n<p><iframe src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/t8SGrKdWRhQ\" width=\"500\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wim Wenders wollte endlich herausfinden, warum die Arbeit des Fotografen Sebasti\u00e3o Salgado so einen Eindruck auf ihn macht. 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