{"id":7081,"date":"2013-12-03T12:34:21","date_gmt":"2013-12-03T10:34:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/?p=7081"},"modified":"2024-06-26T13:52:34","modified_gmt":"2024-06-26T11:52:34","slug":"eine-reise-in-das-isolierteste-land-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/reiseberichte\/eine-reise-in-das-isolierteste-land-der-welt\/","title":{"rendered":"Eine Reise in das isolierteste Land der Welt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ich habe dies bis zu meiner Reise nur einer Handvoll von Leuten erz\u00e4hlt \u2013 nun ist es an der Zeit, es jedem zu sagen: ich war letzte Woche in Nordkorea. Die Erfahrungen und Erinnerungen, die ich in diesen f\u00fcnf Tagen gesammelt habe, k\u00f6nnten leicht ein Buch f\u00fcllen. Ich beschr\u00e4nke mich momentan jedoch auf diesen Bericht.<\/strong><\/p>\n<p><!--more-->Die Idee f\u00fcr diese mehr als ungew\u00f6hnliche Reise hatte ich w\u00e4hrend meines Besuches in S\u00fcdkorea vor einigen Monaten. Ich hatte geplant, zur entmilitarisierten Zone zu fahren, die seit dem Koreanischen Krieg die Trennlinie zwischen den beiden Koreas darstellt.<\/p>\n<p><strong>Teil einer Tourgruppe<\/strong><\/p>\n<p>Allerdings war dies aufgrund einer sp\u00e4ten Buchung nicht mehr m\u00f6glich. Ich war dennoch von der Idee fasziniert und habe angefangen, im Lonely Planet-Reisef\u00fchrer mehr dar\u00fcber zu lesen. Dort wurde erw\u00e4hnt, dass eine Reise nach Nordkorea nicht sehr schwer w\u00e4re \u2013 man m\u00fcsse nur Teil einer Tourgruppe sein. Ich begann eine Internetrecherche und fand eine Tour f\u00fcr Anfang Februar. Man kann nach Nordkorea zwar nicht \u00fcber S\u00fcdkorea einreisen, jedoch plante ich ohnehin, im Februar in Peking zu sein, von wo aus eine Einreise m\u00f6glich ist. Somit stand mir nichts mehr im Wege.<\/p>\n<p><strong>Blick von der Chinesischen Mauer<\/strong><\/p>\n<p>Unsere Reise startete in Dandong, einer kleinen chinesischen Stadt an der Grenze zur Demokratischen Volksrepublik Korea. Nach Ankunft unseres Nachtzuges aus Peking begann der Prozess der Visabeschaffung durch unsere Tourleiter. Unsere Gruppe (bestehend aus zwei Briten, zwei Norwegern, einem Iren und mir) hatte deshalb den Tag zur freien Verf\u00fcgung und wir nutzten die Zeit f\u00fcr eine Erkundungstour durch die Stadt.<\/p>\n<div id=\"attachment_7094\" style=\"width: 212px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Nordkoreanische-Berglandschaft.gif\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7094\" class=\"lazyload  wp-image-7094 \" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27202%27%20height%3D%27151%27%20viewBox%3D%270%200%20202%20151%27%3E%3Crect%20width%3D%27202%27%20height%3D%27151%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Nordkoreanische-Berglandschaft.gif\" alt=\"Ein Blick auf nordkoreanische Berge. Alle Fotos: Martin Hellwanger\" width=\"202\" height=\"151\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7094\" class=\"wp-caption-text\">Ein Blick auf nordkoreanische Berge. Alle Fotos: Martin Hellwagner<\/p><\/div>\n<p>Nach einem vorsichtigen Blick auf ein scheinbar verbotenes Land auf der anderen Seite des Grenzflusses fuhren wir zum \u00f6stlichsten Teil der Chinesischen Mauer. Es war wahnsinnig kalt an diesem Tag \u2013 einmal glaubte ich sogar, dass meine Zehen abgestorben w\u00e4ren und operativ entfernt werden m\u00fcssten. Der Spaziergang auf der Mauer jedoch war eine gro\u00dfartige Erfahrung und die Ausblicke einzigartig. Auf der Chinesischen Mauer zu stehen und direkt nach Nordkorea zu blicken ist sicher eine nicht ganz allt\u00e4gliche Erfahrung.<\/p>\n<div id=\"attachment_7108\" style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/chinesischeMauer.gif\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7108\" class=\"lazyload  wp-image-7108 \" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27480%27%20height%3D%27360%27%20viewBox%3D%270%200%20480%20360%27%3E%3Crect%20width%3D%27480%27%20height%3D%27360%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/chinesischeMauer.gif\" alt=\"Der Blick von der Chinesischen Mauer...ein unglaubliches Bauwerk.\" width=\"480\" height=\"360\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7108\" class=\"wp-caption-text\">Der Blick von der Chinesischen Mauer&#8230;ein unglaubliches Bauwerk.<\/p><\/div>\n<p><strong>\u00a0Bayerisches Sushi?<\/strong><\/p>\n<p>Am Abend gingen wir zu einem Restaurant, das den Titel \u201eFusion Cuisine\u201c vermutlich mehr verdient h\u00e4tte als jedes andere. Trotz typisch \u00f6sterreichisch-bayrischem Stil mit Kellnern in traditionellen Lederhosen war das Essen alles andere als urig. Obwohl viel Fleisch in europ\u00e4ischer Manier zu unserem Tisch gebracht wurde, waren die Beilagen doch sehr asiatisch (man denke an Sushi, s\u00fc\u00df-saures Schweinefleisch, Nudeln und noch mehr). Dies sollte in keinster Weise als Kritik an dem Restaurant zu verstehen sein, jedoch war ich ob der ungew\u00f6hnlichen Kombination von westlichem und asiatischem Essen erstaunt.<\/p>\n<p><strong>Einreise nur ohne Handy<\/strong><\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen waren unsere Visa fertig und wir konnten die Volksrepublik betreten. Bevor wir jedoch Fu\u00df auf nordkoreanischen Boden setzen konnten, wurde unser Gep\u00e4ck genauestens kontrolliert. Jedes Buch und Magazin wurde von den Grenzposten detailliert \u00fcberpr\u00fcft. Ich war nicht einmal sicher, ob ich mein Lonely Planet-Buch (das mir die urspr\u00fcngliche Idee f\u00fcr die Reise gab) mit in das Land nehmen durfte. Obwohl Kameras und Laptops kein Problem darstellten (es gab ohnehin kein WLAN in Nordkorea), mussten Handys drau\u00dfen bleiben.<\/p>\n<p>Nach einer strengen Grenzkontrolle brachte uns ein Minibus zu der einzigen Br\u00fccke, die China mit Nordkorea verbindet. Es ist verr\u00fcckt daran zu denken, dass die einzigen \u201elegalen\u201c Landwege in diesen isolierten Staat \u00fcber jeweils eine Br\u00fccke aus China und eine aus Russland f\u00fchren. Durch diesen Umstand gab es regen Verkehr \u00fcber die Br\u00fccke, wobei die passierenden LKWs vor allem Hilfsg\u00fcter von China nach Nordkorea transportierten.<\/p>\n<div id=\"attachment_7099\" style=\"width: 174px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Chuche-Turm-das-nationale-Symbol-von-Nordkorea.gif\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7099\" class=\"lazyload  wp-image-7099 \" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27164%27%20height%3D%27218%27%20viewBox%3D%270%200%20164%20218%27%3E%3Crect%20width%3D%27164%27%20height%3D%27218%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Chuche-Turm-das-nationale-Symbol-von-Nordkorea.gif\" alt=\"Der Chuch'e-Turm, das nationale Symbol von Nordkorea.\" width=\"164\" height=\"218\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7099\" class=\"wp-caption-text\">Der Chuch&#8217;e-Turm, das nationale Symbol von Nordkorea.<\/p><\/div>\n<p><strong>Eine Reise in die Vergangenheit<\/strong><\/p>\n<p>Nach der Einreise a\u00dfen wir in der nordkoreanischen Grenzstadt namens Sinuiju zu Mittag. Die ersten Eindr\u00fccke konnten nicht selbsterkl\u00e4render f\u00fcr die Volksrepublik sein: h\u00e4ufige Stromausf\u00e4lle, ein massiver Personenkult um den \u201eewigen\u201c Pr\u00e4dienten Kim Il-Sung und dessen Sohn, den fr\u00fcheren F\u00fchrer Kim Jong-Il, sowie eine gro\u00dfe Anzahl an Propagandavideos und -b\u00fcchern standen in starkem Kontrast zur Au\u00dfenwelt. Ein Essay mit dem Titel \u201eUSA \u2013 Das Regime des Terrors\u201c (angeblich verfasst von dem F\u00fchrer selbst) war nur der Anfang dieser Reise in das isolierteste Land der Welt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am Nachmittag bestiegen wir einen Zug Richtung Pj\u00f6ngjang. Falls wir bis jetzt noch nicht das Gef\u00fchl bekommen hatten, in der Sowjetunion der 60er-Jahre oder in Ostberlin der 80er-Jahre gelandet zu sein, so war es auf jeden Fall in diesem Zug soweit. Keine Heizung, keine bequemen Sitze, keine sauberen Toiletten, stattdessen jedoch viele uniformierte Fahrg\u00e4ste. Mich beschlich der Verdacht, mehrere Jahrzehnte in der Zeit zur\u00fcckgereist zu sein.<\/p>\n<p><strong>Frieren und rauchen<\/strong><\/p>\n<p>Da nicht nur der Zug, sondern auch die dazugeh\u00f6rige Infrastruktur nicht mit der Zeit gegangen zu sein schienen, wurde aus der 6-st\u00fcndigen Reise in die Hauptstadt eine 13-st\u00fcndige. Minus 20 Grad au\u00dferhalb des Zuges und nicht viel mehr innerhalb machten die Zugfahrt nicht gerade angenehm (genauso wenig wie ein grundloser Halt im Nirgendwo f\u00fcr zwei Stunden).<\/p>\n<p>Obwohl die nordkoreanischen Mitreisenden \u00fcberraschend ruhig blieben und nur noch mehr Zigaretten rauchten, litten und froren wir Europ\u00e4er au\u00dferordentlich. Ein irischer Mitreisender fasste die Situation mit den Worten \u201ein jedem westlichen Land w\u00fcrde jetzt bereits eine Ausschreitung im Gang sein\u201c treffend zusammen.<\/p>\n<p>Erstaunlicherweise erreichten wir schlie\u00dflich doch noch unser Ziel. Nach der k\u00e4ltesten und schrecklichsten Zugfahrt meines Lebens betrat ich den Bahnsteig des Bahnhofes Pj\u00f6ngjang. Die ganze Situation f\u00fchlte sich mehr als abstrakt an.<\/p>\n<div id=\"attachment_7102\" style=\"width: 496px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Hotelblick.gif\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7102\" class=\"lazyload  wp-image-7102 \" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27486%27%20height%3D%27194%27%20viewBox%3D%270%200%20486%20194%27%3E%3Crect%20width%3D%27486%27%20height%3D%27194%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Hotelblick.gif\" alt=\"Blick aus dem Hotel \u00fcber Pj\u00f6ngjang.\" width=\"486\" height=\"194\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7102\" class=\"wp-caption-text\">Blick aus dem Hotel \u00fcber Pj\u00f6ngjang.<\/p><\/div>\n<p><strong>Unerwartetes Fr\u00fchst\u00fcck<\/strong><\/p>\n<p>Der ersten Tag in der Volksrepublik fing mit einem Anblick an, den ich absolut nicht erwartet h\u00e4tte: \u00f6sterreichische Darbo-Marmelade auf dem Fr\u00fchst\u00fcckstisch. Nach dieser \u00dcberraschung wurden wir unseren Reisef\u00fchrern vorgestellt und bestiegen den Minibus, der extra f\u00fcr uns angemietet wurde. Auf dem Weg zu unserer ersten Station gaben uns unsere Reisef\u00fchrer einen ersten \u00dcberblick \u00fcber Nordkorea.<\/p>\n<p>Ihre Geschichte war bemerkenswert einseitig und wir mussten aufpassen, nicht alles zu glauben, was sie erz\u00e4hlten. Wir h\u00f6rten viel \u00fcber die nordkoreanischen Machthabender und f\u00fchlten ihren Schmerz, als sie \u00fcber den Tod von Kim Jong-Il im vergangenen Dezember sprachen. Jedoch bemerkte ich, dass \u2013 obwohl die oberfl\u00e4chlichen Br\u00e4uche sehr verschieden sind \u2013 die darunter liegenden Traditionen von Nord- und S\u00fcdkorea sich anscheinend doch \u00e4hneln. \u00dcberraschenderweise sind die Bewohner der Volksrepublik f\u00fcr eine Wiedervereinigung der beiden Koreas. Klarerweise nur unter nordkoreanischer F\u00fchrung.<\/p>\n<p><strong>\u00a0Das \u201eechte\u201c Nordkorea nur im Kopf<\/strong><\/p>\n<p>Unsere erste Station war schlie\u00dflich die \u201eInternationale Freundschafts-Ausstellung\u201c. Sie war nicht viel mehr als eine Selbstbeweihr\u00e4ucherung der nordkoreanischen F\u00fchrungsriege und bestand aus Geschenken von mehr als 170 L\u00e4ndern f\u00fcr Kim Il-Sung und Kim Jong-Il. Das Museum und das exzellente Mittagsessen nach dem Besuch gaben uns bereits einen erste Vorstellung davon, dass wir genau die Sachen zu Gesicht bekommen w\u00fcrden, die die Regierung uns zeigen wollte.<\/p>\n<p>Trotz dieses fixen Programms konnte ich etwas w\u00e4hrend den Busfahrten hinter die Kulissen blicken und das \u201eechte\u201c Nordkorea erkennen. Obwohl Fotos aus dem fahrenden Bus strengstens verboten waren, konnte ich viele Bilder davon in meinem Kopf bewahren.<\/p>\n<div id=\"attachment_7095\" style=\"width: 204px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Nordkoreanische-Kinder-nach-einer-Zirkusvorstellung.gif\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7095\" class=\"lazyload  wp-image-7095 \" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27194%27%20height%3D%27146%27%20viewBox%3D%270%200%20194%20146%27%3E%3Crect%20width%3D%27194%27%20height%3D%27146%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Nordkoreanische-Kinder-nach-einer-Zirkusvorstellung.gif\" alt=\"Nordkoreanische Kinder nach einer Zirkusvorstellung.\" width=\"194\" height=\"146\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7095\" class=\"wp-caption-text\">Nordkoreanische Kinder nach einer Zirkusvorstellung.<\/p><\/div>\n<p><strong>Was ist echt und was nicht?<\/strong><\/p>\n<p>Danach fuhr unsere kleine Gruppe zu einer Vorstellung des Pj\u00f6ngjang-Zirkus. Diese stellten eine eindrucksvolle Show mit nur einigen kleinen Makeln vor \u2013 ein Umstand, der deshalb sehr beeindruckend war, da die Artisten vermutlich keinen Zugang zur internationalen Zirkus-Gemeinschaft hatten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach der Vorstellung wurden wir zu dem Geburtshaus des ewigen Pr\u00e4sidenten Kim Il-Sung gebracht, wobei ich sehr skeptisch ob der Echtheit der H\u00fctte war \u2013 sie sah sehr danach aus, als ob sie in den 80er-Jahren gebaut worden war (obwohl der Pr\u00e4sident bereits in den 10er-Jahren geboren wurde).<\/p>\n<p><strong>Einheimische sind tabu<\/strong><\/p>\n<p>Nach diesem ersten Tag des Sightseeings in Nordkorea hatte ich einige Kritikpunkte: unsere Reisef\u00fchrer, obwohl nett und freundlich, tischten uns ausschlie\u00dflich makellose Geschichten \u00fcber ihr Land auf. Es war auch interessant zu beobachten, dass sie versuchten, uns so wenig Kontakt wie m\u00f6glich mit den Einheimischen zu erm\u00f6glichen. Ich vermutete zwar, dass die Nordkoreaner sehr gastfreundlich waren, dies jedoch nicht zeigen durften. Sie waren die Einheimischen, wir waren die Touristen \u2013 diese Trennung war ganz klar in der Volksrepublik.<\/p>\n<p>Am zweiten Tag fuhren wir endlich in die entmilitarisierte Zone. Die zwei-st\u00fcndige Busfahrt wurde dazu genutzt, um uns eine weitere Lektion \u00fcber die grausamen Menschen in den USA und S\u00fcdkorea zu geben. Verglichen mit der \u201eoffiziellen\u201c\u00a0 Version der Geschichte war die nordkoreanische Version davon das genaue Gegenteil. Dies machte auch den Kommentar unseres Reisef\u00fchrers, \u201eich w\u00fcnsche, dass ihr in eure L\u00e4nder zur\u00fcckkehrt mit dem Wunsch, die koreanische Halbinsel bei ihrer Wiedervereinigung zu unterst\u00fctzen und somit f\u00fcr Weltfrieden zu sorgen\u201c, etwas dubios \u2013 er hatte sicher die richtigen Ans\u00e4tze, jedoch die falschen Hintergr\u00fcnde.<\/p>\n<p><strong>Be\u00e4ngstigendes Niemandsland<\/strong><\/p>\n<p>In der entmilitarisierten Zone bot sich ein eigenartiges Bild: zwischen den beiden L\u00e4ndern war ein vier Kilometer breites Niemandsland eingerichtet, das als stummer Zeuge einer unn\u00f6tig geteilten Nation fungierte. Zwei Fahnenstangen thronten auf dem offenen Feld, so nah und doch so fern voneinander.<\/p>\n\n\t\t<style>\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 25%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-7081 gallery-columns-4 gallery-size-full'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a data-rel=\"iLightbox[postimages]\" data-title=\"1\" data-caption=\"\" href='https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/1.gif'><img decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"800\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27600%27%20height%3D%27800%27%20viewBox%3D%270%200%20600%20800%27%3E%3Crect%20width%3D%27600%27%20height%3D%27800%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" class=\"attachment-full size-full lazyload\" alt=\"\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/1.gif\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a data-rel=\"iLightbox[postimages]\" data-title=\"massiver-meerdamm-und-gleichzeitig-objekt-der-propaganda\" data-caption=\"\" href='https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/massiver-meerdamm-und-gleichzeitig-objekt-der-propaganda.gif'><img decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"450\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27600%27%20height%3D%27450%27%20viewBox%3D%270%200%20600%20450%27%3E%3Crect%20width%3D%27600%27%20height%3D%27450%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" class=\"attachment-full size-full lazyload\" alt=\"\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/massiver-meerdamm-und-gleichzeitig-objekt-der-propaganda.gif\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a data-rel=\"iLightbox[postimages]\" data-title=\"neutrale-zone\" data-caption=\"\" href='https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/neutrale-zone.gif'><img decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"450\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27600%27%20height%3D%27450%27%20viewBox%3D%270%200%20600%20450%27%3E%3Crect%20width%3D%27600%27%20height%3D%27450%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" class=\"attachment-full size-full lazyload\" alt=\"\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/neutrale-zone.gif\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a data-rel=\"iLightbox[postimages]\" data-title=\"streng-bewachte-grenze\" data-caption=\"\" href='https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/streng-bewachte-grenze.gif'><img decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"450\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27600%27%20height%3D%27450%27%20viewBox%3D%270%200%20600%20450%27%3E%3Crect%20width%3D%27600%27%20height%3D%27450%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" class=\"attachment-full size-full lazyload\" alt=\"\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/streng-bewachte-grenze.gif\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n<p>Im gemeinsamen Sicherheitsgebiet standen ein paar kleine H\u00fctten einsam im Schnee \u2013 die waren die einzigen Bereiche, wo man sich frei zwischen dem Norden und dem S\u00fcden bewegen konnte. W\u00fcrde man versuchen, au\u00dferhalb der H\u00fctten die Grenze zu \u00fcberqueren, w\u00fcrde man bedingungslos erschossen. Man hatte den Eindruck, sich im Auge des Sturms zu befinden \u2013 bei so viel Anspannung in der Luft w\u00fcrde schon eine einzige falsche Bewegung reichen, um tausende Soldaten in einen brutalen Kampf zu schicken. Bill Clinton hatte diesen Ort nicht ohne Grund als angsteinfl\u00f6\u00dfendsten Ort der Welt bezeichnet.<\/p>\n<p><strong>\u00a0\u201eDie Achse des B\u00f6sen\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Zur\u00fcck bei unserem Bus kam einer der Reisef\u00fchrer auf mich zu und fragte, ob er einen kurzen Blick in mein Lonely Planet-Buch werfen d\u00fcrfte. Ich gab es ihm, und bekam es bis zum Ende der Reise nicht mehr zu Gesicht. Die erste \u00dcberschrift, die er nach dem \u00d6ffnen des Buches zu Gesicht bekam, war \u201edie Achse des B\u00f6sen\u201c. Er fing ob diesen zuvor unbekannte Worten an zu lachen, wobei sich sein Lachen wie eine Mischung aus komplettem Unglauben und drohender Besorgnis anh\u00f6rte.<\/p>\n<p>Ich f\u00fchlte pl\u00f6tzliches Mitleid mit dem Mann: wie auch konnte er es besser wissen, wenn ihm seine eigene Regierung eine Gehirnw\u00e4sche verpasst hatte und er nur deren Version der Geschichte kannte? Alle Menschen glauben, was sie h\u00e4ufig h\u00f6ren, und er hatte nie die gesamte Wahrheit erfahren. Kein Nordkoreaner (bis auf die h\u00f6chsten Parteimitglieder) durfte das Land verlassen, und somit verf\u00fcgte der gute Mann klarerweise nur \u00fcber eingeschr\u00e4nktes Wissen \u00fcber die Welt.<\/p>\n<div id=\"attachment_7109\" style=\"width: 497px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/U-Bahn.gif\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7109\" class=\"lazyload wp-image-7109 \" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27487%27%20height%3D%27196%27%20viewBox%3D%270%200%20487%20196%27%3E%3Crect%20width%3D%27487%27%20height%3D%27196%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/U-Bahn.gif\" alt=\"Im Kriegsfall soll die U-Bahn als Luftschutzkeller dienen.\" width=\"487\" height=\"196\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7109\" class=\"wp-caption-text\">Im Kriegsfall soll die U-Bahn als Luftschutzkeller dienen.<\/p><\/div>\n<p>Die letzte Attraktion des zweiten Tages war schlie\u00dflich die U-Bahn von Pj\u00f6ngjang. Tief unter der Oberfl\u00e4che (im Durchschnitt 100 Meter) fungierte sie als Bunker im Falle eines Angriffs der USA. Der Besuch der U-Bahn war eine der raren Chancen, in Kontakt mit den Einheimischen zu treten (was jedoch auf ungl\u00e4ubige Blicke und sch\u00fcchternes Winken der Kinder beschr\u00e4nkt war). Nat\u00fcrlich durften Fotos nur auf Anweisung der Reisef\u00fchrer geschossen werden.<\/p>\n<p><strong>Lonely Planet verbrannt?<\/strong><\/p>\n<p>Der dritte Tag unserer Entdeckungsreise begann mit einem Besuch in der gr\u00f6\u00dften Bibliothek der Stadt. Nachdem die Bibliothekarin angegeben hatte, fast alle ausl\u00e4ndischen B\u00fccher der Welt lagernd zu haben, war ich nicht verwundert, dass sie dennoch nie von Klassikern wie \u201e1984\u201c, \u201eSch\u00f6ne Neue Welt\u201c oder \u201eFahrenheit 451\u201c geh\u00f6rt hatte (ironischerweise war die Situation in diesen B\u00fcchern ziemlich genau mit der der Volksrepublik vergleichbar). Ich scherzte sogar schon mit meinen Mitreisenden, dass mein Lonely Planet vermutlich schon ein Schicksal \u00e0 la \u201eFahrenheit 451\u201c erfahren hatte und verbrannt wurde.<\/p>\n<p><strong>Propaganda, Propaganda und noch mehr Propaganda<\/strong><\/p>\n<p>Unser Nachmittagsprogramm brachte uns in den Hafen von Nampo, wo wir die M\u00f6glichkeit hatten, ein Video \u00fcber die flei\u00dfigen Arbeiter der Volksrepublik zu sehen, wie sie einen riesigen Damm bauten. Schon einigerma\u00dfen abgeh\u00e4rtet gegen\u00fcber dem andauernden Personenkult und der effizient funktionierenden Propaganda-Maschine kam die Phrase \u201enur das nordkoreanische Volk h\u00e4tten so ein Projekt fertigstellen k\u00f6nnen\u201c just als eine weitere Erinnerung an das strikte Regime des Landes.<\/p>\n<div id=\"attachment_7097\" style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Nordkoreanischer-Marine-Soldat-sowie-meine-Person.gif\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7097\" class=\"lazyload wp-image-7097 \" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27480%27%20height%3D%27360%27%20viewBox%3D%270%200%20480%20360%27%3E%3Crect%20width%3D%27480%27%20height%3D%27360%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Nordkoreanischer-Marine-Soldat-sowie-meine-Person.gif\" alt=\"Nordkoreanischer Marine-Soldat sowie meine Person.\" width=\"480\" height=\"360\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7097\" class=\"wp-caption-text\">Nordkoreanischer Marine-Soldat sowie meine Person.<\/p><\/div>\n<p>Dasselbe Gef\u00fchl beschlich mich auch bei unserem Besuch der USS Pueblo, einem amerikanischen Schiff, das 1968 von Nordkorea gekapert wurde. Im dazugeh\u00f6rigen Propagandafilm wurde Pr\u00e4sident Johnson daf\u00fcr verantwortlich gemacht, die Massenmedien zu manipulieren.<\/p>\n<p>Nach diesem Kommentar des Moderators mussten wir uns sehr zusammenrei\u00dfen, um nicht in lautes Gel\u00e4chter auszubrechen, da klarerweise das Video selbst auch von den (nordkoreanischen) Massenmedien manipuliert wurde. Ich bekam den Drang, die Volksrepublik bald wieder verlassen zu wollen.<\/p>\n\n\t\t<style>\n\t\t\t#gallery-2 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 25%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-2' class='gallery galleryid-7081 gallery-columns-4 gallery-size-full'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a data-rel=\"iLightbox[postimages]\" data-title=\"1\" data-caption=\"\" href='https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/1-1.gif'><img decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"450\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27600%27%20height%3D%27450%27%20viewBox%3D%270%200%20600%20450%27%3E%3Crect%20width%3D%27600%27%20height%3D%27450%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" class=\"attachment-full size-full lazyload\" alt=\"\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/1-1.gif\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a data-rel=\"iLightbox[postimages]\" data-title=\"2\" data-caption=\"\" href='https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/2-1.gif'><img decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"450\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27600%27%20height%3D%27450%27%20viewBox%3D%270%200%20600%20450%27%3E%3Crect%20width%3D%27600%27%20height%3D%27450%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" class=\"attachment-full size-full lazyload\" alt=\"\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/2-1.gif\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a data-rel=\"iLightbox[postimages]\" data-title=\"3\" data-caption=\"\" href='https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3-1.gif'><img decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"450\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27600%27%20height%3D%27450%27%20viewBox%3D%270%200%20600%20450%27%3E%3Crect%20width%3D%27600%27%20height%3D%27450%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" class=\"attachment-full size-full lazyload\" alt=\"\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3-1.gif\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a data-rel=\"iLightbox[postimages]\" data-title=\"4\" data-caption=\"\" href='https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/4-1.gif'><img decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"450\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27600%27%20height%3D%27450%27%20viewBox%3D%270%200%20600%20450%27%3E%3Crect%20width%3D%27600%27%20height%3D%27450%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" class=\"attachment-full size-full lazyload\" alt=\"\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/4-1.gif\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n<p><strong>Angst vor ehrlicher Meinung<\/strong><\/p>\n<p>Am Ende unserer Tour auf dem Schiff fragten uns unsere Reiseleiter, wie wir uns ob der gesamten Situation f\u00fchlten. Viele Gedanken waren in meinem Kopf gefangen, aber ich traute mich nicht, etwas zu sagen. Noch nie zuvor hatte ich solche Angst, meine ehrliche Meinung kundzutun.<\/p>\n<p>In einem Land mit einer derma\u00dfen starken Einschr\u00e4nkung der Meinungsfreiheit stand es au\u00dfer Frage, das Regime zu kritisieren. Anscheinend ist es viel besser, nichts zu sagen und ein funktionierender Teil des Systems zu sein. In diesem Moment war ich unheimlich froh, in einer \u201eechten\u201c demokratischen Gesellschaft au\u00dferhalb Nordkoreas zu leben, wo Meinungsfreiheit und Menschenrechte noch geachtet wurden. Anscheinend lernt man etwas nur zu sch\u00e4tzen, wenn man es nicht mehr hat.<\/p>\n<p><strong>\u00a0Entsetzliche Armut: Ein Blick auf das wahre Nordkorea<\/strong><\/p>\n<p>Am letzten Tag unserer Nordkorea-Reise h\u00e4tten wir wieder den Zug zur Grenzstadt nehmen sollen. Da dieser jedoch nicht kam, mussten wir als Alternative unseren Minibus besteigen. Genau dann begann sich \u2013 ungewollt \u2013 das \u201eechte\u201c Nordkorea zu offenbaren.<\/p>\n<p>Zu allererst war die Stra\u00dfe zur Grenze keine geteerte Stra\u00dfe, sondern ein Feldweg, was die Busfahrt sehr holprig machte. Beunruhigender war jedoch die Szenerie, die sich auf der Au\u00dfenseite des Busses bot: extrem rurale und arme Bauernd\u00f6rfer, in denen G\u00fcter mithilfe von Kuhfuhrwerken, Fahrr\u00e4dern oder sogar auf dem R\u00fccken von Menschen transportiert wurden. Die traurige Szenerie ohne Autos sah sogar erschreckender aus als manche bolivianische Landstriche.<\/p>\n<p>In diesem Moment sah ich mit meinen eigenen Augen, was ich die ganze Zeit schon vermutet hatte: Nordkorea war ein Dritte-Welt-Land, das unbedingt die Hilfe der internationalen Gemeinschaft brauchte. Jedoch kritisierte das Land lieber die UNO (zusammen mit den USA und Japan) aufgrund deren aggressiven Haltung und dem Start des Koreanischen Krieges, anstatt die von dieser Organisation angebotene Hilfe anzunehmen.<\/p>\n<p>Des Weiteren wird von der Volksrepublik lieber in den Bau von Atombomben investiert als in das eigene Volk. Ebenso werden Meinungsfreiheit und Menschenrechte verweigert und stattdessen lieber ein enormer Personenkult aufgezogen sowie jeder Deserteur in Arbeitslager gesteckt.<\/p>\n<p>Auf dieser Busfahrt f\u00fchlte ich mich leer und besch\u00e4mt. Ich h\u00e4tte mein Mittagessen so gerne an die armen Bauern weitergegeben oder Geld an einen Hilfsfonds f\u00fcr Nordkorea gespendet. Schrecklicherweise existierten beide Optionen nicht in der Realit\u00e4t.<\/p>\n<p><strong>\u00a0Endlich wieder raus<\/strong><\/p>\n<p>Zur\u00fcck an der Grenze wurden wir erneut \u00fcber eine Stunde wie Schwerverbrecher durchsucht. Ich war sehr beunruhigt, dass mein Notizbuch gefunden werden w\u00fcrde, in dem ich Ideen f\u00fcr diesen Bericht vermerkt hatte. Als wir schlie\u00dflich doch die Br\u00fccke nach China \u00fcberqueren durften, war ich sehr erleichtert, die Demokratische Volksrepublik Korea \u2013 eines der faszinierendsten und gleichzeitig furchteinfl\u00f6\u00dfendsten L\u00e4nder der Welt \u2013 wieder verlassen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe dies bis zu meiner Reise nur einer Handvoll von Leuten erz\u00e4hlt \u2013 nun ist es an der Zeit, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":152,"featured_media":7084,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[11,940,5],"tags":[944,942,941,2311,943],"class_list":["post-7081","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-asien","category-nordkorea","category-reiseberichte","tag-chinesische-mauer","tag-keine-fotos","tag-lonly-planet","tag-nordkorea","tag-pjoengjang"],"geo":{"latitude":38.9613419,"longitude":125.8279953,"description":"Pj\u00f6ngjang, Nordkorea"},"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Wiedervereinigungs-Bogen_sl.gif","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4csa8-1Qd","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7081","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/152"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7081"}],"version-history":[{"count":21,"href":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7081\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":30416,"href":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7081\/revisions\/30416"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7084"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7081"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7081"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7081"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}