{"id":4014,"date":"2012-07-21T19:20:22","date_gmt":"2012-07-21T17:20:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/?p=4014"},"modified":"2024-06-26T14:04:14","modified_gmt":"2024-06-26T12:04:14","slug":"jugoslawien-im-herbst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/reiseberichte\/jugoslawien-im-herbst\/","title":{"rendered":"Jugoslawien im Herbst"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das ehemalige Jugoslawien besuchte ich schon einige Male, aber vor allem auf der Durchreise aus Bulgarien oder der T\u00fcrkei kommend, und am ehesten kannte ich Belgrad und diverse Fernverkehrsstra\u00dfen vom Trampen. <!--more-->Diesmal sollte es in einer Woche etwas mehr sein: ein kurzer Besuch in Belgrad, dann Wandern im Durmitor (Montenegro) und abschlie\u00dfend noch ein Bad in der Adria in Dubrovnik (Kroatien).<\/strong><\/p>\n<p><strong>Belgrad<\/strong><br \/>\nDer Flug brachte uns von Berlin \u00fcber Wien nach Belgrad, wo wir am Nachmittag landeten und nach dem Beziehen des Quartiers noch Zeit zum Schlendern durch diese sch\u00f6nste Metropole des Balkans hatten. Dies taten wir auch am folgenden Tag, nicht ohne zuvor Tickets f\u00fcr den Nachtzug Richtung Podgorica zu kaufen, von wo aus wir den Durmitor besuchen wollten. Zuvor besuchten wir aber das Museum f\u00fcr die Geschichte Jugoslawiens und das Mausoleum des Marschalls Tito.<br \/>\nDen sp\u00e4tsommerlichen Nachmittag genossen wir auf dem Kalamagdan, der mittelalterlichen Festung \u00fcber der Stadt und des Zusammenflusses von Sava und Donau.<\/p>\n<p><strong>Durmitor<\/strong><br \/>\nAm Abend bestiegen wir den Zug, der in ziemlich schlechten Zustand war, uns aber durch den monotonen Klang der Schwellen schlafen lie\u00df. Im Morgengrauen erreichten wir Mojkovats, unsere Endstation von der aus wir nach Zabljak, dem Startpunkt unserer Tour trampten und Bus fuhren. Dort kauften wir noch schnell etwas Kleinkram und machten uns auf den Weg zum Nationalparkseingang, bezahlten den Eintritt, und liefen auf einem gut ausgebauten, von einigen Touristenstr\u00f6men zeugenden Weg zum Crno Jesero, wo uns ein nur als malerisch zu bezeichnendes Panorama auf die Kalksteinz\u00fcge des Durmitor empfing. Danach wurde es einsamer und der Weg f\u00fchrte durch Nadelw\u00e4lder entlang von B\u00e4chen \u00fcber einen Pass bis zu unserem ersten Zeltplatz auf knapp 2000m H\u00f6he. Wir stellten ein Problem fest: Wassermangel. Die in der Karte verzeichneten Seen waren v\u00f6llig verdreckt, nicht zuletzt ob der auch hier oben stattfindenden Weidewirtschaft. Und die Quellen waren versiegt. Es war schlie\u00dflich Sp\u00e4tsommer. So mussten wir unser Wasser rationieren und wir hofften auf den morgigen Tag.<br \/>\nDieser startete nebelig, was uns nicht davon abhielt, nach S\u00fcden auf einen nicht markierten Weg abzubiegen, der durch Ger\u00f6llfelder \u00fcber einen anfangs nicht sichtbaren, aber zu erahnenden Pass in ein anderes Tal f\u00fchrte, zu nehmen. Dort bogen wir, die Sicht hatte sich mittlerweile verbessert, nach Westen ab, um den Pass s\u00fcdlich vom Bobotov Kuk (2522m), dem h\u00f6chsten Gipfel des Durmitor anzuvisieren. Eine kurz davor befindliche Quelle war ebenfalls versiegt. Langsam gingen wir dazu \u00fcber, das immer knapper werdende Wasser nur noch tropfenweise zu uns zu nehmen. Allzu dramatisch war der Wassermangel aber noch nicht, da es nicht allzu warm und auch nur hin und wieder sonnig war, so dass sich der Schwei\u00dfflu\u00df trotz der zu bew\u00e4ltigenden H\u00f6henmeter in Grenzen hielt. Trotzdem war es ein unangenehmes Gef\u00fchl, da wir auch nicht wussten, wann wir wieder an neues Wasser gelangen w\u00fcrden. Trotzdem bestiegen wir den nicht weit vom Pass befindlichen Bobotov Kuk; am Pass lie\u00dfen wir allerdings unser Gep\u00e4ck zur\u00fcck. Vom Gipfel genossen wir die Aussicht auf das fast in G\u00e4nze zu sehende kleine Hochgebirge.<br \/>\nNachdem wir ca. 500 H\u00f6henmeter abgestiegen waren kamen wir zu einem See, der nicht nur Wasser hatte, sondern dies auch nicht von der Viehwirtschaft in Mitleid gezogen worden war, sondern glasklar und ziemlich kalt war. Eine auf der Karte verzeichnete Quelle oberhalb des Sees war ebenfalls versiegt; bzw. fast: ein Loch im Ger\u00f6ll war mal eine Quelle gewesen. Jetzt stand hier aber das Wasser maximal 5cm hoch. Das Wasser aus dem See entkeimten wir und dann tranken wir. Und kochten. Und genossen die abendliche D\u00e4mmerung. Nachts wurde es schon ziemlich kalt. Am n\u00e4chsten Morgen stiegen wir weiter ab, begegneten einigen anderen Menschen, und kamen schlie\u00dflich auf einer Strasse an, die uns nach Bosnien-Herzegowina f\u00fchren sollte.<\/p>\n<p><strong>Nach S\u00fcden<\/strong><br \/>\nAllerdings war weit und breit kein Auto zu sehen. So liefen wir einfach los. Irgendwann nahm uns ein junges P\u00e4rchen einige Kilometer mit. Und dann noch ein Mann. Und irgendwann wurden wir nicht mehr mitgenommen, so dass wir in endlosen Serpentinen auf hartem Beton bis in ein Tal laufen mussten, wo eine gr\u00f6\u00dfere Strasse verlief. Wir erreichten Pluzine, wo wir einen Bus Richtung Sarajevo nahmen, diesen aber kurz hinter der Grenze verlie\u00dfen, da wir Richtung S\u00fcden in den Sutjeska-Nationalpark wollten, den wir bei Einbruch der Dunkelheit erreichten. Wir n\u00e4chtigten im Hotel Mladost, das schon mal bessere Zeiten gesehen hatte, und am n\u00e4chsten, nebeligen Morgen besuchten wir das Denkmal, dass an den Durchbruch der Partisanen aus dem Kessel der Deutschen und Italiener im Zweiten Weltkrieg erinnert. Der Nebel l\u00f6ste sich auf und enth\u00fcllte eine wunderbare Berglandschaft. Leider hatten wir keine Zeit um hier l\u00e4nger zu wandern, sondern wir trampten weiter Richtung Dubrovnik, was wir abends nicht ganz erreichten, sondern wir blieben noch eine Nacht in Trebinje, einer malerischen mediterranen Stadt an einem Fluss, umgeben von sandfarbenen H\u00fcgelketten, und wenig vom Massentourismus ber\u00fchrt, der im nur wenige Kilometer entfernten Dubrovnik tobte. Dies erreichten wir am n\u00e4chsten Vormittag, bezogen ein Zimmer, und genossen den letzten Urlaubstag am Strand, der wegen der Nebensaison nicht \u00fcberf\u00fcllt war, die Spuren des sommerlichen Massentourismus waren aber omnipr\u00e4sent und un\u00fcbersehbar. Am n\u00e4chsten Nachmittag flogen wir wieder zur\u00fcck nach Berlin.<\/p>\n\n\t\t<style>\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 25%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-4014 gallery-columns-4 gallery-size-full'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a data-rel=\"iLightbox[postimages]\" data-title=\"yugoslavia1\" data-caption=\"\" href='https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/yugoslavia1.gif'><img decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"600\" 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