{"id":3198,"date":"2012-01-09T21:00:54","date_gmt":"2012-01-09T19:00:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/?p=3198"},"modified":"2024-06-26T14:11:56","modified_gmt":"2024-06-26T12:11:56","slug":"europa-gusstaaten-spanien-stefanie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/reiseberichte\/europa-gusstaaten-spanien-stefanie\/","title":{"rendered":"Pilgern auf dem Drahtesel &#8211; Jakobsweg per Fahrrad"},"content":{"rendered":"<p><strong>Meine Tour<\/strong><br \/>\nSommer 2001. Unsere Tour entlang des Jakobswegs begann in Madrid. Mit dem Zug transportierten wir unsere Mountainbikes bis nach Burgos. Von dort aus fuhren wir etappenweise und meist schon am fr\u00fchen Morgen (jeden Tag zwischen 50 und 70 km) die ca. 600 km bis zum Ziel Santiago de Compostela.<!--more--> Unterwegs machten wir Rast in jeder gr\u00f6\u00dferen Stadt, beispielsweise in Le\u00f3n und Ponferrada. In der Zielstadt -Santiago de Compostela- verbrachten wir unfreiwillig ganze vier Tage, weil uns der Zug mit den Fahrr\u00e4dern nicht an Bord lassen wollte. Schlie\u00dflich machten wir einen Reisebus ausfindig, der uns wieder zur\u00fcck nach Madrid bef\u00f6rderte. Von dort aus gings unkompliziert mit dem Flugzeug zur\u00fcck nach Leipzig.<\/p>\n<p><strong>Warum SPANIEN<\/strong><br \/>\nDer Jakobsweg war uns bereits aus dem Spanisch-Unterricht in der Schule ein Begriff. Und bei genauerem \u00dcberlegen stellten wir fest, dass die Tour von Burgos bis Santiago de Compostela genau das vereinen w\u00fcrde, wonach uns der Sinn stand: Wir wollten im Sommer nicht faul am Strand abh\u00e4ngen, sondern unsere Kondition und die Robustheit unserer Mountainbikes in einem landschaftlich \u00fcberw\u00e4ltigendem Gebiet testen, ein paar Vokabeln wieder auffrischen und mal ein paar Tage auf Luxus verzichten. Dabei kam uns nat\u00fcrlich entgegen, dass man in den Pilgerunterk\u00fcnfte auf dem Jakobsweg gegen eine kleine Spende \u00fcbernachten kann und nicht allein f\u00fcr die \u00dcbernachtungen schon das halbe Urlaubsgeld drauf geht.<\/p>\n<p><strong>Was Sie schon immer \u00fcber den JAKOBSWEG wissen wollten&#8230;<\/strong><br \/>\n<strong>Was ist der Jakobsweg?<\/strong><br \/>\nDer Jakobsweg ist ein Wege-System. Es f\u00fchrt durch ganz Europa und hat zum Ziel die Kathedrale in Santiago de Compostela, in der sich das Grab des heiligen Jakobus befindet. Santiago de Compostela geh\u00f6rte im Mittelalter mit Rom und Jerusalem zu den drei Hauptorten der christlichen Pilgerziele und ist noch heute von Pilgern aus aller Welt stark frequentiert. Der Name Jakobsweg bezieht sich auf den Apostel Jakobus den \u00c4lteren. Er war zusammen mit seinem Bruder Johannes einer der zw\u00f6lf Apostel. Den Jakobsweg k\u00f6nnt ihr gar nicht verfehlen, denn er ist unterwegs mit Jakobsmuscheln sowie gelben Pfeilen \u201eausgeschildert\u201c.<\/p>\n<p><strong>Wem begegnet man auf dem Jakobsweg?<\/strong><br \/>\nAuf dem Jakobsweg sind vorwiegend Europ\u00e4er unterwegs, meist Spanier, Franzosen, Deutsche sowie Engl\u00e4nder. Die meisten Menschen, die wir unterwegs getroffen haben, pilgern nat\u00fcrlich aus religi\u00f6sen Gr\u00fcnden, aber das war f\u00fcr uns nicht der ausschlaggebende Grund. Selbstverst\u00e4ndlich schauten wir uns unterwegs viele Kathedralen an und besch\u00e4ftigten uns mit der Geschichte des Pilgerwegs, im Vordergrund stand f\u00fcr uns aber eindeutig der sportliche und landschaftliche Aspekt dieser Reise. Der Gro\u00dfteil der Menschen pilgerte weniger mit dem Fahrrad als zu Fu\u00df. Die Fu\u00dfpilger starten noch vor den Radlern mit dem Sonnenaufgang um 5 Uhr und legen beachtliche Strecken am Tag zur\u00fcck (zwischen 30 und 40 km). Damit waren sie nur unmerklich langsamer als wir auf unseren Fahrr\u00e4dern. Auf keinen Fall d\u00fcrft ihr vergessen, allen Pilgern, die ihr unterwegs trefft \u201ebuen camino\u201c (\u201eEinen guten Weg\u201c) zu w\u00fcnschen.<\/p>\n<p><strong>Gibt es Probleme bei der Anreise mit dem Fahrrad?<\/strong><br \/>\nDie Anreise mit dem Fahrrad kann aus zwei Gr\u00fcnden ein Problem sein. Zuerst muss man die g\u00fcnstigste fahrradtransportierende Fluggesellschaft ausfindig machen. Bei Lufthansa sollten wir pro Rad am Flughafen 100 DM zahlen. Merkw\u00fcrdigerweise wollte die von uns am Schalter weder bei der Hin- noch bei der R\u00fcckreise jemand haben. Die sind also kostenlos geflogen. Andere Fluggesellschaften verlangen pro Fahrrad ein paar Prozente des Reisepreises, bei wiederum anderen zahlt man das Rad als \u00dcbergep\u00e4ck, also pro Kilo. Das zweite Problem, sofern der Tripp in Madrid starten soll, ist, dass es vom Flughafen kaum eine M\u00f6glichkeit gibt, mit den Zweir\u00e4dern ins Stadtzentrum zu gelangen. Die Flughafenbusse werfen einen wieder raus, an Taxis ist nicht zu denken, die Autobahn mit dem Rad zu benutzen ist auch unm\u00f6glich. Bleibt die Metro. Die kann man zwar mit dem Rad nutzen, aber nur zu bestimmten Tageszeiten, nach denen man sich vorher erkundigen sollte. Sich einfach reinschmuggeln funktioniert leider nicht, es sei denn, ihr schafft es am Metro-Aufseher vorbei und \u00fcberwindet mit Fahrr\u00e4dern und Gep\u00e4ck das Drehkreuz. Und es gibt sogar ein drittes Problem: Weder Bahnh\u00f6fe, noch Metrostationen in Spanien sind wirklich behindertengerecht gestaltet, so dass man immer und immer wieder die R\u00e4der irgendwelche Treppen hoch und runter schleppen muss. Am Anfang sind wir dabei wirklich verzweifelt.<\/p>\n<p><strong>Wie findet man eine Unterkunft und wie sind diese ausgestattet?<\/strong><br \/>\nUnterwegs existieren zahlreiche Pilgerunterk\u00fcnfte, die gegen eine kleine Spende (um die 3 Euro) Einlass und \u00dcbernachtung gew\u00e4hren. Dort gibt\u2019s meistens eine K\u00fcche, in der man zusammen mit anderen Pilgern kochen kann sowie einen sch\u00f6nen Garten, in dem man die Seele baumeln und das Reisetagebuch vervollst\u00e4ndigen kann. Mitunter gibt es auch private Pilgerunterk\u00fcnfte, die ein wenig teurer sind. Die Schlafm\u00f6glichkeit gestalten sich sehr unterschiedlich. Auf ein Einzel- oder Zweibettzimmer sollte man nie hoffen. Schlafs\u00e4le mit Doppelstockbetten oder viele Matratzen, die auf dem Fu\u00dfboden liegen, sind die Regel. Die Unterk\u00fcnfte sind im Sommer sehr voll. Wenn gar nichts mehr geht, kann man im Pfarrhaus oder in einer naheliegenden Turnhalle n\u00e4chtigen. Wer mit dem Rad unterwegs ist, sollte wissen, dass Fu\u00dfpilger stets Vorrang vor Radpilgern haben. Wenn also abends noch ein schwankender Fu\u00dfpilger auftaucht, wird man als Radpilger gebeten, weiter zu fahren.<\/p>\n<p><strong>Was ist ein Pilgerpass und wie erhalte ich ihn?<\/strong><br \/>\nDer Pilgerpass ist sozusagen euer Ausweis f\u00fcr unterwegs. Ihr m\u00fcsst ihn in jeder Unterkunft vorzeigen und damit nachweisen, dass ihr in religi\u00f6ser Mission unterwegs und damit berechtigt seid, die Pilgerunterk\u00fcnfte zu nutzen. Ihr k\u00f6nnt ihn schon von Deutschland aus bestellen oder in Spanien in jeder gr\u00f6\u00dferen Kathedrale f\u00fcr ca. 3.50 Euro kaufen. Die entsprechenden Vereinigungen f\u00fcr den Jakobsweg in Deutschland stellen den Pilgerpass aus. Einige verlangen die Mitgliedschaft, andere stellen den Pilgerpass direkt gegen Geb\u00fchr aus. Jede Kathedrale und jede Unterkunft, die ihr besucht, verewigt sich mit einem eigenen Stempel in eurem Pass. So k\u00f6nnt ihr noch viele Wochen nach der Reise nachvollziehen, welche Orte ihr besucht habt.<\/p>\n\n\t\t<style>\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 25%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-3198 gallery-columns-4 gallery-size-full'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a data-rel=\"iLightbox[postimages]\" data-title=\"spanienstefanie1\" data-caption=\"\" href='https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/spanienstefanie1.jpg'><img decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"600\" 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