{"id":3102,"date":"2012-01-09T16:54:40","date_gmt":"2012-01-09T14:54:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/?p=3102"},"modified":"2024-06-24T12:00:58","modified_gmt":"2024-06-24T10:00:58","slug":"europa-gusstaaten-baltikum-polen-martin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/reiseberichte\/europa-gusstaaten-baltikum-polen-martin\/","title":{"rendered":"Polnische St\u00e4dtereise: Kunst in der Danziger Werft"},"content":{"rendered":"<p><strong>Meine Tour<\/strong><br \/>\nBirte und ich erkundeten Polen f\u00fcr drei Wochen im September. Wir hatten unseren Hauptst\u00fctzpunkt in Danzig und unternahmen von dort aus sternf\u00f6rmig Ausfl\u00fcge nach Malborg, Warschau, in die Masuren, auf die Halbinsel Hel und in die Kaschubische Schweiz.<!--more--> In Danzig ist besonders das Werftgel\u00e4nde und die Ausstellung zur Solidarnosc einen Abstecher wert. Bei einem Blick \u00fcber die Stadt fallen besonders die unz\u00e4hligen Werftkr\u00e4ne ins Auge. Lohnenswert ist auch die Badeort Sopot, wo es sich problemlos n\u00e4chtelang durchfeiern l\u00e4sst. Die \u00e4lteste Ritterburg Polens, Malbork, ist touristisch gut aufgearbeitet und einen Ausflug Wert. Auf der Halbinsel Hel kann man stundenlang am fantastisch wei\u00dfen Ostseestrand entlang schlendern. Die polnische Hauptstadt ist nicht nur historisch besonders interessant. Auch wenn die Plattenarchitektur der Nachkriegszeit in Warschau den Besucher zun\u00e4chst etwas abschreckt \u2013 hier pulsiert die polnische Musik- und Kunstszene.<\/p>\n<p><strong>Warum POLEN<\/strong><br \/>\nPolen ist erstens nicht weit von Leipzig entfernt und \u00e4u\u00dferst facettenreich. Die polnischen Landschaften sind weithin unber\u00fchrt und die Geschichte des Landes ist besonders f\u00fcr Deutsche bewegend.<br \/>\nPolen hat riesige, gr\u00fcne, duftende W\u00e4lder, die von Fl\u00fcssen durchzogen werden und Seen einschlie\u00dfen (siehe Kaschubische Schweiz, Masuren, &#8230;). Entlang der gesamten Ostseek\u00fcste, z. B. auch auf der Halbinsel Hel, findet man herrliche, wei\u00dfe, wilde, menschenleere Sandstr\u00e4nde. Polen ist auf jeden Fall eine Reise wert.<\/p>\n<p><strong>Was Sie schon immer \u00fcber POLEN wissen wollten&#8230;<\/strong><br \/>\n<strong>Kann man in Danzig baden?<\/strong><br \/>\nJa. Die Danziger Werft ist zwar gro\u00df, dennoch gibt es Badestr\u00e4nde. Sch\u00f6ner ist allerdings ein Ausflug auf die 42 km lange Halbinsel Hel. Sie ist an den engsten Stellen nur 300 m breit und hat atemberaubende Sandstr\u00e4nde. Wir haben uns durch den Wald geschlagen. Dieser wurde dann ziemlich buschig und entpuppte sich sp\u00e4ter als aktives Milit\u00e4rgel\u00e4nde, mit allem drum und dran. Es gab pl\u00f6tzlich alte Wegplatten, einen Aussichtsturm einschlie\u00dflich sp\u00e4hendem Soldaten und rotierender Satellitensch\u00fcssel. Als er uns ersp\u00e4hte, sprintete er in seine Office. Wir schauten, dass wir den Strand fanden, h\u00fcpften \u00fcber erodierte Sch\u00fctzengr\u00e4ben und verschwanden am Sandstrand. Der Strand ist schier endlos, wei\u00df und menschenleer. Lediglich ein P\u00e4rchen mit Hund war unterwegs. Die Str\u00e4nde k\u00f6nnen aber auch auf normalem Weg begangen werden.<\/p>\n<p><strong>Gibt es kulturelle Unterschiede?<\/strong><br \/>\nJa. Oft wird zum Mittagessen in einer Art Mensa (Bar Mleczny) eingekehrt. Dort gibt es immer eine reiche Auswahl an typisch polnischem Essen. Besonders empfehlenswert sind die Pierogi, die mit Frischk\u00e4se, Sauerkraut oder auch Fleisch gef\u00fcllt werden. Vielleicht nicht jedermanns Sache aber durchaus interessant ist die Rote-Bete-Suppe Barszcz oder auch Zurek, eine Mehl-Kartoffelsuppe. Besonders lecker sind die unz\u00e4hligen Varianten der Hefegeb\u00e4ckst\u00fcckchen, die man an St\u00e4nden und B\u00e4ckereien erstehen kann. Unbedingt zuschlagen!<br \/>\nDie Menschen in Polen sind zumeist sehr hilfsbereit. Nicht nur uns gegen\u00fcber sondern auch untereinander. So stehen M\u00e4nner in der Bahn Frauen auf und auch der Handkuss ist durchaus noch \u00fcblich. Das gibt&#8217;s in Leipzig wohl eher nicht.<\/p>\n<p><strong>Wie habt ihr euch in Polen fortbewegt?<\/strong><br \/>\nPer Bus und Bahn. Das ist \u00fcberhaupt kein Problem in Polen, weil die \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel gut ausgebaut sind. Schwieriger ist es, das richtige Ticket zu kaufen. Die wenigsten Ticketverk\u00e4ufer sprechen englisch, daher lieber ein paar Minuten mehr einplanen. Es gibt einige Jugend- und Studentenrabatte, auf die die Verk\u00e4ufer nicht immer aufmerksam machen. Die Tickets k\u00f6nnen auch im Zug gekauft werden, dann wird es aber geringf\u00fcgig teurer. Trampen ist in Polen nicht besonders \u00fcblich.<\/p>\n<p><strong>Wie ist der Lebensstandard der Polen?<\/strong><br \/>\nDas Durchschnittseinkommen eines normalen Polen liegt mit 400 &#8211; 600 \u20ac deutlich unter dem Deutschen. Das sollte man sich bei den f\u00fcr deutsche Verh\u00e4ltnisse g\u00fcnstigen Preisen vielleicht auch ein bisschen im Kopf behalten.<br \/>\nBesonders die Altersarmut ist in Polen ein gro\u00dfes Problem. So wird man h\u00e4ufig auf alte Leute treffen, die auch Nachts noch in den Unterf\u00fchrungen Blumen verkaufen oder sogar betteln m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Schmeckt der Vodka?<\/strong><br \/>\nJa. Besonders angetan war ich von einer Sorte genannt \u201eZubrowka\u201c In jeder Flasche befindet sich ein B\u00fcffelgrashalm. Er bereicherte unsere Wanderung durch die kaschubische Schweiz. An einem Steg rasteten wir und genossen Vodka und Sonnenuntergang. Es war idyllisch. Die Nacht brach herein. Die Luft wurde k\u00fchler. Wir hatten noch keine Unterkunft, wussten aber wo das n\u00e4chste \u00d6rtchen liegt. Also spazierten wir weiter und trafen in der Dunkelheit auf allerhand gesellige Gestalten. Wir f\u00fchlten uns sicher. Letztendlich trafen wir auf einen Ladenbesitzer. Er wollte gerade schlie\u00dfen. Er erkannte unsere Lage und rief bei einer Bekannten an. Bei dieser konnten wir dann problemlos \u00fcbernachten. Spontanit\u00e4t macht das Reisen zum Erlebnis. Festzuhalten bleibt das die Leute \u00fcberaus hilfsbereit sind.<\/p>\n<p><strong>Was sollte man in Danzig nicht verpassen?<\/strong><br \/>\nMeiner Meinung nach sollte man auf den Berg in Danzig gehen von dort hat man eine prima Aussicht. Auch die Solidarnosc Ausstellung ist ein Muss. Abseits von bekannten Tourizielen, hat man sich zu erkundigen, was abends auf dem Werftgel\u00e4nde so los ist. Wer auf progressives Leben steht, ist auf dem Werftgel\u00e4nde richtig. K\u00fcnstlergruppen leben in den Werftbl\u00f6cken, die freuen sich bestimmt \u00fcber interessierte Besucher. Au\u00dferdem gibt es in der Innenstadt eine Kneipe Namens \u201eSoldat Schwejk\u201c mit Dudegarantie. Dort sollte man auf jeden Fall einen Abend einkehren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Tour Birte und ich erkundeten Polen f\u00fcr drei Wochen im September. 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