{"id":2226,"date":"2012-01-02T17:24:09","date_gmt":"2012-01-02T15:24:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/?p=2226"},"modified":"2024-06-26T15:59:45","modified_gmt":"2024-06-26T13:59:45","slug":"europa-gusstaaten-irland-jonas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/reiseberichte\/europa-gusstaaten-irland-jonas\/","title":{"rendered":"Von winkenden Autofahrern und Zaunkletterern"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1248px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p><strong>Meine Tour<\/strong><br \/>\nWir sind Mitte Oktober 2005 zum Kerry-Airport geflogen. Mit dem Airport-Shuttle ging es dann erst mal die 20 km nach Killarney. Am n\u00e4chsten Tag starteten wir auf dem Kerry-Way (Rundwanderweg auf der Iveragh-Halbinsel) durch den Killarney-National-Park nach Kenmare im S\u00fcden<!--more-->, dann ging es \u00fcber Sneem nach Caherdaniel und Waterville im S\u00fcdwesten der Kerry-Halbinsel. In Cahersiveen verbrachten wir noch zwei ruhige N\u00e4chte bei schlechtem Wetter und nahmen dann nach fast einer Woche den Bus zur\u00fcck nach Killarney.<\/p>\n<p><strong>Warum KERRY WAY<\/strong><br \/>\nDa ich schon einmal vor zehn Jahren in Irland unterwegs war, wei\u00df ich, wie sch\u00f6n das Land ist und wie (gast-)freundlich die Menschen dort sind. Damals hatte ich keine Gelegenheit zum Wandern, wollte das Land aber gerne einmal zu Fu\u00df erleben. Der Kerry-Way, der als einer der sch\u00f6nsten der Insel gilt, bot sich auf Grund der in dieser warmen Gegend besonders vielf\u00e4ltigen und seltenen Flora und Fauna sowie der gro\u00dfen Dichte von hohen Bergen (viele \u00fcber 650m \u00fc NN) an.<\/p>\n<p><strong>Was Sie schon immer \u00fcber KERRY WAY wissen wollten&#8230;<\/strong><br \/>\n<strong>Welche Schwierigkeiten birgt der Weg?<\/strong><br \/>\nDer Weg hat meistens gut sichtbare Markierungen (aufrecht stehende Pfosten oder Steine mit gelben Zeichen, nur selten fehlt mal eines) und leicht zu finden. An manchen Stellen (z. B. auf gro\u00dfen Weiden) kann man ihn zwar mal verlieren, aber in der Regel findet man ihn schnell wieder. Bei Nebel allerdings sollte man aufpassen (im Zweifel Kompass oder Zelt aufstellen), da man schnell mal in ein falsches Tal gelangt und nicht unbedingt gleich wieder den Weg findet bzw. ein Haus zum Fragen sieht.<br \/>\nDer Zustand der Wege ist gut. Teilweise waren sie ein wenig zugewuchert, so dass man dann doch durch h\u00fcfthohes und nasses Gras richtig nass wird, obwohl es nicht regnet. Die Bekleidung sollte allerdings sehr strapazierf\u00e4hig sein, da der an den R\u00e4ndern wachsende Stechapfel und die Brombeeren auch durch leichte Gore-Tex Kleidung stechen.<br \/>\nBei den Tagesetappen sind immer wieder Strecken auf wenig befahrenen Stra\u00dfen (Teer- und Schotterstra\u00dfen) dabei und auf kurzen St\u00fccken muss man auf den Ring-of-Kerry (um die Halbinsel herumf\u00fchrende Hauptstra\u00dfe) ausweichen. Wir waren uns anfangs nie sicher, ob das gut geht, aber die Iren gehen auf der Stra\u00dfe selbst mit einem Kinderwagen spazieren, so dass es so aussieht, als w\u00fcrden die Autofahrer mit Personen auf der Fahrbahn schon st\u00e4ndig rechnen. Auch haben wir uns \u00fcber die Winkerei der Autofahrer gewundert, aber das hei\u00dft nur, dass sie einen gesehen haben \u2013 also, so lange sie winken (zur\u00fcckgr\u00fc\u00dfen!), ist man sicher\u2026<br \/>\nEine weitere Eigenheit der Wegf\u00fchrung sind die Z\u00e4une, deren Bau in Irland subventioniert werden muss. Es gibt Strecken, auf denen kommt man aus dem \u201e\u00fcber den Zaun steigen\u201c (Wanderleitern vorhanden) gar nicht mehr raus, aber die Reaktion der Schafe entsch\u00e4digt jedes Mal daf\u00fcr.<br \/>\nEinmal ist es auch vorgekommen, dass der Weg \u00fcber ein Hofgrundst\u00fcck f\u00fchrte und der Hund des Besitzers zu Hause war. In diesem Fall haben wir versucht, auf den Hund ruhig einzureden und langsam und sicher aufzutreten. Mit dieser Taktik funktioniert es h\u00e4ufig ohne Probleme, nur macht der Hund halt einen riesigen Radau. Bei den auf dem Weg stehenden K\u00fchen hilft einfaches Klatschen in die H\u00e4nde, dann laufen sie davon.<\/p>\n<p><strong>Wo am besten \u00fcbernachten?<\/strong><br \/>\nZelten stellt in Irland nur insofern ein Problem dar, dass alles Land weitgehend in Privatbesitz ist und man auf jeden Fall den Besitzer um Erlaubnis fragen sollte (was meistens kein Problem ist). Auf dem Land herrscht auch nicht die gleiche Dorfstruktur wie in Deutschland, sodass man nicht einfach aus einer Ortschaft herauslaufen und sich dort ein ungest\u00f6rtes Pl\u00e4tzchen suchen kann, weil in jedem Winkel doch noch ein Haus auftaucht.<br \/>\nIn Irland gibt es auch eine Reihe von Campingpl\u00e4tzen (obwohl Camping nicht in der Kultur des Iren zu finden ist), wovon wir den in Caherdaniel kennen gelernt hatten. Dieser eine war sehr sch\u00f6n und obwohl er geschlossen hatte, lie\u00df uns der Besitzer dort \u00fcbernachten (Fragen lohnt sich bei der Hilfsbereitschaft fast immer!).<br \/>\nAber auch die privaten Hostels (IHH \u2013 Independent Holiday Hostels) sind sehr sch\u00f6n. Es ist immer eine K\u00fcche und ein Aufenthaltsraum vorhanden, man kann seine Sachen trocknen und mit anderen Reisenden hilfreiche Tipps austauschen. Die Preise bewegen sich zwischen 13-15 \u20ac (dorms) und 16-20 \u20ac (double). Im mit Abstand sch\u00f6nsten Hostel (The Sugan Hostel, Lewis Road) haben wir direkt in Killarney \u00fcbernachtet \u2013 es ist sehr gem\u00fctlich, die Besitzer sind freundlich und direkt daneben ist ein Pub\u2026 Im \u00dcbrigen liegen in den IHHs immer Faltbl\u00e4tter mit allen irischen Hostels aus, in denen Preise, \u00d6ffnungszeiten, Telefonnummern und Adressen verzeichnet sind.<br \/>\nAllerdings muss man zugeben, dass ein Bed&amp;Breakfast in Irland auch seinen Reiz hat. Sie sind zwar teurer (ab 30 \u20ac in der Hauptsaison aufw\u00e4rts), aber die Betten k\u00f6nnen himmlisch sein, man \u201ewohnt\u201c direkt im Haus mit, es gibt sie wirklich \u00fcberall (das Hostel in Sneem musste schlie\u00dfen) und das reichhaltige Fr\u00fchst\u00fcck schafft die beste Wandergrundlage am Morgen. Wenn man ohne Zelt unterwegs ist, sollte man aber beachten, dass die einzelnen Etappen zwischen den Ortschaften teilweise sehr lang sein k\u00f6nnen (bis 30 km), was sich aber auf Grund der guten Wege doch bew\u00e4ltigen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><strong>Wie l\u00e4uft es mit der Verpflegung auf dem Weg?<\/strong><br \/>\nDa es in fast jeder Ortschaft ein Gesch\u00e4ft gibt und diese auch sehr entspannte \u00d6ffnungszeiten (teilweise bis 22:00) haben, kann man sich h\u00e4ufig abends f\u00fcr die n\u00e4chste Etappe leicht verpflegen und muss nicht alles von Anfang an tragen. Die Auswahl in den Gesch\u00e4ften ist nat\u00fcrlich von der Gr\u00f6\u00dfe abh\u00e4ngig, aber Essen findet man immer. Nat\u00fcrlich kann man auch auf die \u00fcberall angebotenen warmen Speisen zur\u00fcckgreifen (z. B. Fish&amp;Chips) und spart sich so auch noch das Kochen.<br \/>\nDem Wasser in den B\u00e4chen haben wir allerdings nicht vertraut (au\u00dfer direkt oben in den Bergen), weil eigentlich \u00fcberall Vieh weidet und die irischen H\u00f6fe auch nicht alle an Kl\u00e4ranlagen angeschlossen sind.<br \/>\nWenn man Gl\u00fcck hat, findet man unterwegs auch Pilze (Tintlinge, Steinpilze, u. a.) Brombeeren und anderes Obst und das Angeln im Meer (nicht in Fl\u00fcssen und Seen, hier ist zwar kein Angelschein notwendig, aber man ben\u00f6tigt eine staatliche Lizenz) ist, wie fast \u00fcberall, auch in Irland frei und erlaubt.<\/p>\n<p><strong>Wo sind die sch\u00f6nsten Stellen?<\/strong><br \/>\nDirekt am Anfang der Tour f\u00fchrt der Weg durch den Killarney-National-Park. Das St\u00fcck im Tal ist zwar noch sehr \u201eparkartig\u201c (sehr alte Eichenmischw\u00e4lder), aber sobald man mit dem Aufstieg begonnen hat, wird es schon urspr\u00fcnglicher und oben auf der Fl\u00e4che, im Kerngebiet des Parks, ist das Land unbewaldet und sehr weitl\u00e4ufig. Wenn man Gl\u00fcck hat, trifft man hier sogar auf Rothirsche.<br \/>\nDer mit Abstand sch\u00f6nste Streckenabschnitt liegt unserer Meinung nach zwischen Sneem und Caherdaniel. Man quert auf dieser Etappe viele wundersch\u00f6n gelegene T\u00e4ler und hat von den dazwischen liegenden R\u00fccken die tollsten Ausblicke auf den Kenmare-River (Meeresbucht), die Bauernh\u00f6fe am Talgrund sowie die Berge im Norden. Am Ende der Etappe, auf dem letzten Pass nach Caherdaniel befindet sich eine Stelle am Weg, an der riesige Mengen von Kamille wachsen, was im Fr\u00fchsommer auf weite Strecken einen angenehmen Geruch verbreitet.<br \/>\nEinen besonderen Reiz hat auch ein Wald aus Stechapfel, am Anfang der Etappe Caherdaniel\u00a0 -Waterville. Man l\u00e4uft hier \u00fcber eine gr\u00f6\u00dfere Strecke hinweg durch einen hallenartigen Wald aus dieser sehr stacheligen Pflanze, ohne mit den Dingern selbst in Kontakt zu kommen und an den wenigen lichten Stellen hat man einen sch\u00f6nen Ausblick auf den Atlantik.<br \/>\nWas man sich allerdings auch nicht entgehen lassen sollte, sind die vielen historischen Pl\u00e4tze (Kirchen, Steinforts, Heilige Brunnen, Ogham-Steine, Steinkreise etc\u2026) rechts und links vom Weg und in den St\u00e4dten. Eigentlich sollen sie gut ausgeschildert sein, aber wir haben h\u00e4ufig die Erfahrung gemacht, dass irgendwann die Schilder dann doch fehlen und man ein wenig suchen muss.<\/p>\n<p><strong>Welche Fortbewegungsm\u00f6glichkeiten gibt es?<\/strong><br \/>\nWill man sich in Irland fortbewegen, sind Busse eigentlich die erste Wahl. Sie verbinden sehr viele, auch kleine D\u00f6rfer, miteinander und fahren sehr regelm\u00e4\u00dfig. In der Nebensaison (Sommer- und Winterfahrplan vorhanden) kann es allerdings passieren, dass manche Gegenden nicht mehr so h\u00e4ufig bzw. gar nicht mehr angefahren werden. Normalerweise verbindet ein Bus mehrmals am Tag alle Orte am Ring-of.-Kerry miteinander, wodurch ein Abbruch der Tour an jedem Punkt, wo der Wanderweg die Ringstra\u00dfe ber\u00fchrt, m\u00f6glich ist. Allerdings wird ab Oktober die Strecke Sneem-Cahersiveen nicht mehr bedient, so dass man zwar von Sneem und von Cahersiveen aus nach Killarney, aber nicht von den Haltestellen dazwischen weg kommt.<br \/>\nDie gr\u00f6\u00dferen \u00dcberlandverbindungen hingegen sind gar kein Problem, auch im Winter nicht und Busse z.B. nach Dublin verkehren mehrmals am Tag regelm\u00e4\u00dfig und zuverl\u00e4ssig. Dabei sollte man aber beachten, dass man immer Hin- und R\u00fcckfahrt gleichzeitig bucht (ist auch im Bus beim Fahrer kein Problem) und dass man gleich das Endreiseziel angibt, weil man dadurch wesentlich g\u00fcnstiger weg kommt. Ein internationaler Studentenausweis kann sich bei gr\u00f6\u00dferen Strecken ebenfalls lohnen.<br \/>\nZum Trampen l\u00e4sst sich sagen, dass es meistens relativ gut geht und die Iren und teilweise auch die Touristen nicht \u00e4ngstlich gegen\u00fcber Tramper eingestellt sind. Im \u00fcbrigen ist es f\u00fcr die Iren in den l\u00e4ndlichen Gebieten normal, mit zu nehmen und auch mitgenommen zu werden (uns wurden \u00f6fters Mitfahrgelegenheiten angeboten, obwohl wir es gar nicht versucht haben), allerdings sollte man sich nat\u00fcrlich nicht darauf verlassen.<br \/>\nEine Bahnfahrt in Irland ist so teuer, dass sie eigentlich nur f\u00fcr Liebhaber in Frage kommt, aber nat\u00fcrlich sind die gro\u00dfen St\u00e4dte auch mit dem Zug erreichbar.<\/p>\n<p><strong>Ist Irland nicht zu teuer?<\/strong><br \/>\nWenn man nicht gerade \u00fcber alle Ma\u00dfe lebt, kann man die Kosten relativ gering halten. Die \u00dcbernachtungspreise habe ich oben schon beschrieben und die einfache Busfahrt Cahersiveen-Killarney hat uns 11,10 \u20ac (Student: 8,80 \u20ac) gekostet. Was Lebensmittel angeht, bemerkt man schon Unterschiede, aber die Preise kann man in Deutschland vielleicht mit einem teureren Supermarkt vergleichen.<\/p>\n<p><strong>Weitere Touren in der Gegend:<\/strong><br \/>\nWer nach dem 215 km langen Wanderweg \u00fcber die Iveragh-Halbinsel noch nicht genug gelaufen ist, hat keine Probleme sich in direkter Umgebung noch weiter auszutoben.<br \/>\nAuf der direkt n\u00f6rdlich liegenden Dingle-Halbinsel verl\u00e4uft der Dingle-Way, welcher mit dem Beara-Way auf der s\u00fcdlich liegenden Halbinsel ebenfalls zu den sch\u00f6nsten Fernwanderwegen von Irland z\u00e4hlt.<\/p>\n<\/div><div class=\"awb-gallery-wrapper awb-gallery-wrapper-1 button-span-no\" style=\"--more-btn-alignment:center;\"><div style=\"margin:-5px;--awb-bordersize:0px;\" class=\"fusion-gallery fusion-gallery-container fusion-grid-3 fusion-columns-total-7 fusion-gallery-layout-grid fusion-gallery-1\"><div style=\"padding:5px;\" class=\"fusion-grid-column fusion-gallery-column 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