{"id":16633,"date":"2018-03-22T16:45:50","date_gmt":"2018-03-22T14:45:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/?p=16633"},"modified":"2024-06-17T10:32:45","modified_gmt":"2024-06-17T08:32:45","slug":"reisebericht-eine-kleine-wanderung-durch-die-mark","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/reiseberichte\/reisebericht-eine-kleine-wanderung-durch-die-mark\/","title":{"rendered":"Reisebericht: Eine kleine Wanderung durch die Mark"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong style=\"font-size: 11pt;\">Da ich seit 1996 jedes Jahr eine mehrt\u00e4gige Wintertour mache, ist das wohl ein Ritual. Eigentlich h\u00e4tte es eine Schneetour im Erzgebirge sein sollen, aber ohne Schnee geht das nicht. \u201eBrandenburg ist sowieso besser zu erreichen. Ich wohne schlie\u00dflich in Berlin\u201c, rede ich mir ein. Die Skier bleiben zu Hause und ich hole die Wanderschuhe hervor. Umst\u00e4nde verhindern meinen Start am Samstag, aber am Sonntagnachmittag sitze ich endlich im Zug.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Deich<\/strong><\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-i\/ljo_5969.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20viewBox%3D%270%200%20676%20449%27%3E%3Crect%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-i\/ljo_5969.jpg\" alt=\"Dunkle Gestalten.\" width=\"676\" height=\"449\" \/><\/a><\/p>\n<p>K\u00fcstrin-Kietz ist das Ziel, der letzte Halt vor Polen. Ich verlasse den Zug, zurre den Gurt meines Wanderkarrens fest und laufe los. Auf dem Wettermen\u00fc stehen Grabplattenhimmel und Ostwind. Ich betrete den Deich bei Kilometer 19. Mein Ziel ist km 16,4. Dort, beim Wohnwagen, soll der angelnde Kollege zu finden sein. Als ich den Wohnwagen schon gesehen habe, tauchen zwei dunkle Gestalten auf, beide mit gro\u00dfen Rucks\u00e4cken: Auch sie haben den Angler nicht gefunden. Lautes Pfeifen \u00e4ndert nichts daran. Die beiden haben schon den halben Nachmittag \u00fcber gesucht und genug Oder gesehen und K\u00e4lte gesp\u00fcrt und fahren lieber wieder heim.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte weiter. Ich hatte damit gerechnet, dass unser Angler seinen Wasserfilter dabei hat, jetzt kriege ich den Wassersack von den Heimkehrern mit. Das Wetter bleibt tr\u00fcbe. Auf dem Deich gibt\u2019s Aussicht und starken Seitenwind. Etwas kitzelt an meinem Ohr. Ich wusste gar nicht, dass mein Bart schon so lang ist. Auf dem Asphaltweg hinter dem Deich rollt der Wagen besser. Langsam wird\u2019s dunkel. Die gro\u00dfen \u00dcberschwemmungsfl\u00e4chen am Reitweiner Sporn sehen trocken aus. Ich baue mein Zelt auf.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-i\/ljo_6015.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20viewBox%3D%270%200%20676%20449%27%3E%3Crect%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-i\/ljo_6015.jpg\" alt=\"Licht im Norden.\" width=\"676\" height=\"449\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich bin noch nicht lange unterwegs, aber m\u00fcde. Macht die M\u00fcdigkeit mich \u00e4ngstlicher? Ich sehe das trockene Stroh am Boden und mag den Benzinkocher nicht draufstellen. Also plane ich um. Ich r\u00fchre mein M\u00fcesli an mit dem Tee aus meiner Thermoskanne. Zum Nachtisch esse ich ein paar Kekse. Es ist noch fr\u00fch, ich geh wieder raus und sehe sch\u00f6nes fahlgelbes Licht im Norden. Schattenrisse der B\u00e4ume davor.<\/p>\n<p>Meine Kamera macht daraus einen dunkelroten Sonnenuntergang. Dann f\u00e4llt mir ein, dass ich den Wei\u00dfabgleich selber bestimmen kann. Hinterher hilft mir Google: Eine Stadt gibt es da nicht und erst recht keinen Sonnenuntergang, aber ein Erd\u00f6lbohrloch bei Kietz. Das Gas wird abgefackelt.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-i\/ljo_6049.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20viewBox%3D%270%200%20676%20449%27%3E%3Crect%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-i\/ljo_6049.jpg\" alt=\"Morgensonnenschatten.\" width=\"676\" height=\"449\" \/><\/a><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Schlaf<\/strong><\/h3>\n<p>Im Naturschutzgesetz Brandenburg, Paragraf 44, Absatz 4 hei\u00dft es: \u201eFu\u00df-, Rad-, Reit- und Wasserwanderer d\u00fcrfen abseits von Zelt- und Campingpl\u00e4tzen f\u00fcr eine Nacht Zelte aufstellen, wenn sie privatrechtlich dazu befugt sind und keine besonderen Schutzvorschriften entgegenstehen.\u201c Ganz geheuer ist mir das nicht.<\/p>\n<p>Dass die Oder pl\u00f6tzlich hoch schwappt, glaub ich nicht, aber wenn jetzt der Bauer kommt, dessen Land das ist und der mich da nicht haben will? Und warum habe ich eigentlich ein rotes Zelt? M\u00fcdigkeit verst\u00e4rkt die Angst, aber es verbessert auch den Schlaf. Morgens merke ich, wie es hell wird und packe alles zusammen. W\u00e4hrend das Zelt noch steht, f\u00e4hrt ein Auto \u00fcber den Deich, aber es f\u00e4hrt einfach weiter.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-2\/ljo_6054-mit-rahmen.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20viewBox%3D%270%200%20676%20449%27%3E%3Crect%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-2\/ljo_6054-mit-rahmen.jpg\" alt=\"Radical Design Wheelie.\" width=\"676\" height=\"449\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Granitkl\u00f6tzchen auf dem Deich z\u00e4hlen die Kilometer auf, aber es sind tief zweistellige Zahlen. Komisch, die Oder ist bestimmt viel l\u00e4nger. Hier wird nur der Deich abgemessen, finde ich sp\u00e4ter heraus. Ich laufe stromaufw\u00e4rts weiter.<\/p>\n<p>F\u00fcr mein Fr\u00fchst\u00fcck gucke ich nach Osten \u00fcber den Deich hin\u00fcber und sehe, wie die Sonne gerade zwischen den B\u00e4umen aufgeht. Fotozeit mit M\u00fcesli. Bei der Diplomatentreppe gr\u00fc\u00dft mich ein Passant vom Parkplatz aus und fr\u00e4gt, ob er mich \u201aein St\u00fcckel mitnehmen\u2018 soll. Nein danke, ich laufe gerne.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-i\/ljo_6067.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20viewBox%3D%270%200%20676%20449%27%3E%3Crect%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-i\/ljo_6067.jpg\" alt=\"Wald.\" width=\"676\" height=\"449\" \/><\/a><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>H\u00fcgel<\/strong><\/h3>\n<p>Ich laufe ohne Karte. Mein Ziel ist Briesen. Unterwegs h\u00e4ngen oft Landkarten und Pl\u00e4ne aus. Heute zeigt mir die Sonne die Richtung. Die Grabplatten am Himmel haben sich aufgel\u00f6st. Im Westen liegen die Lebuser Oderh\u00e4nge und ich wechsle vom Fluss zu den H\u00fcgeln. Bergan nutze ich die Reste eines Forstwegs. Der Wald l\u00e4sst den Wagen durch. Oben angekommen gucke ich mich um. Zwischen den B\u00e4umen \u00f6ffnet sich leider keine weitschweifende Aussicht \u00fcber den Oderbruch.<\/p>\n<p>Ich stehe aber am Rand einiger wunderh\u00fcbsch geschwungener, wei\u00df gepuderter Felder. Der Wind hier oben ist etwas milder als auf dem Deich. Eine Weide am Weg sieht aus, als seien noch viele dunkle Bl\u00e4tter dran, aber die Spatzen fliegen bald auf und verziehen sich. Beim n\u00e4chsten Baum wiederholt sich das Spektakel und erst drei B\u00e4ume weiter schlagen sie den gro\u00dfen Bogen r\u00fcckw\u00e4rts ein.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-i\/ljo_6079.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" title=\"Spatzenflug.\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20viewBox%3D%270%200%20676%20449%27%3E%3Crect%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-i\/ljo_6079.jpg\" alt=\"Spatzenflug.\" width=\"676\" height=\"449\" \/><\/a><\/p>\n<p>Was vermeid\u2018 ich denn die Wege durch den Wald? Die sind zugewachsen oder machen Kurven in die falsche Richtung. Aber neben der gro\u00dfen Stra\u00dfe mit ihrem Kopfsteinpflaster l\u00e4sst sich\u2019s gut laufen. Der Wagen ist ausgewogen beladen und rollt ruhig hinter mir her. Ich nutze den Platz im Wagen aus, beim Essen hab ich mehr Auswahl dabei als sonst und f\u00fcr die Nacht die gro\u00dfe, dicke Isomatte.<\/p>\n<p>Im Dorf sind die Seitenwege unbefestigt. Ich unterquere die stillgelegte Bahnstrecke durch den Backsteintunnel. Die Tourenplanung \u201aen d\u00e9tail\u2018 mache ich nach Windrichtung und Laune. Vor mir liegt eine gro\u00dfe Ebene, umrahmt von H\u00fcgeln, ich halte mich links und laufe unten am Hang entlang. Auf den Feldern arbeiten die gro\u00dfen Traktoren wie ich sie aus dem Kinderzimmer kenne. Ich werde zu Hause die Kinder mal fragen, wieviel PS da unter der Haube stecken und wie schnell die fahren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-i\/ljo_6082.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20viewBox%3D%270%200%20676%20449%27%3E%3Crect%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-i\/ljo_6082.jpg\" alt=\"Felder.\" width=\"676\" height=\"449\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich lasse mich von der Sonne lenken und verlasse die Felder. Ich h\u00e4tte die Meise am schattigen Hang neben der Stra\u00dfe gar nicht gesehen, aber sie konnte nicht stillsitzen. Hier oben ist die Landschaft nicht ganz so flach wie im Oderbruch. Fr\u00fcher hat man die Kopfweiden in den Holzhecken am Wegesrand bestimmt nicht so sprie\u00dfen lassen.<\/p>\n<p>Das Eis auf den Pf\u00fctzen h\u00e4lt nicht immer, aber darunter sind sie trocken. Wo der Weg hohl ist, finde ich eine windgesch\u00fctzte Ecke. Ich rolle meinen Zeltteppich aus und schnappe mir ein paar Kekse und einen Apfel. Die Sonne w\u00e4rmt sogar ein bisschen. Dass der Weg alt ist, ist leicht zu erkennen: Er geht schnurstracks auf die n\u00e4chste Dorfkirche zu.<\/p>\n<p>Schnee liegt hier nicht mehr und etwas Rostrotes sticht sch\u00f6n hervor gegen die dunkelgr\u00fcnen Ackerpflanzen. Der Fuchs bemerkt mich auch und rennt los. Einige Sekunden sp\u00e4ter legt er sich flach hin und ist wie vom Erdboden verschwunden. Ich war zu langsam mit der Kamera. Aber gesehen habe ich ihn!<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-i\/ljo_6086.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20viewBox%3D%270%200%20676%20449%27%3E%3Crect%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-i\/ljo_6086.jpg\" alt=\"Eis.\" width=\"676\" height=\"449\" \/><\/a><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Wald<\/strong><\/h3>\n<p>Im n\u00e4chsten Dorf \u00e4rgere ich mich \u00fcber einen unbeantworteten Gru\u00df. So schwer kann das ja wohl nicht sein. Der Weg aus dem Dorf heraus hat einen panzerfesten Betonbelag. Im Wald soll es einen Bunker geben. Ein altes B\u00e4nkchen l\u00e4dt mich etwas unbeholfen ein. Es ist nass, vereist und ohne Aussicht. Ich blicke noch einmal zur\u00fcck zum Dorf, dabei trifft mein Blick den Wagen. Der Zeltteppich fehlt.<\/p>\n<p>Ich packe einen Riegel aus und setze mich hin. Vanille ist in dieser Form nicht lecker. Die zweite H\u00e4lfte vom Riegel fliegt in den Wald. Ich \u00e4rgere mich \u00fcber den verlorenen Zeltteppich, aber ich mag keine 7 Kilometer zur\u00fccklaufen und dann vielleicht gar nicht f\u00fcndig werden. Ein paar Minuten weiter versperrt ein gro\u00dfer bewachsener Sandhaufen den gesamten Weg. Dahinter steht ein Bauzaun mit Verbotsschildern.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-i\/ljo_6088.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20viewBox%3D%270%200%20676%20449%27%3E%3Crect%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-i\/ljo_6088.jpg\" alt=\"Am Ende die Kirche.\" width=\"676\" height=\"449\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach schr\u00e4g rechts hinten sticht so etwas wie ein Weg in den Wald hinein. Ich mache einen gro\u00dfen Bogen um das Sperrgebiet herum. Zwischen den B\u00e4umen gibt die tief stehende Sonne genug Richtung vor. Vom Waldrand aus zieht ein gr\u00fcnes Feld hoch zum Abendhimmel. Die rauschende Bundesstra\u00dfe und die bellenden Hunde sind weit genug weg. Ich baue mein Zelt auf und setze mich hin.<\/p>\n<p>Aus den Wolken w\u00e4chst eine lange, dunkle Kondensationsspur in den Himmel. Wenn ich ganz genau gucke, sehe ich auch das Flugzeug. Als die Sonne weg ist, krieche ich in mein Zelt und koche Wasser f\u00fcr mein Abendessen und f\u00fcr eine T\u00fctensuppe in der neuen, dicken Thermoskanne. Vor dem Schlafengehen strecke ich meinen Kopf noch aus der Zeltt\u00fcr heraus und sehe Sterne. Ich knipse ein Paar Sternenstreifenbilder, aber bald ziehen Wolken auf. Schlafenszeit.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-i\/ljo_6096.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20viewBox%3D%270%200%20676%20449%27%3E%3Crect%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-i\/ljo_6096.jpg\" alt=\"Hier fehlt der Zeltteppich.\" width=\"676\" height=\"449\" \/><\/a><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Schnee<\/strong><\/h3>\n<p>Nachts bemerke ich irgendwann, dass Schnee auf dem Zelt liegt. Noch sp\u00e4ter h\u00f6re ich, wie der Regen leise tropft. Beim allerersten Licht \u00f6ffne ich die T\u00fcr und sehe, dass das ganze Feld jetzt wei\u00df ist. Der Regen hat den Schnee schon vom Zelt runtergesp\u00fclt. Mir soll\u2019s recht sein. Ich mache mir immer ein bisschen Sorgen, ob nicht der F\u00f6rster mit dem bissigen Hund kommt oder der Yeti oder was wei\u00df ich wer, aber im Halbdunkeln im Schneeregen ist das sehr unwahrscheinlich.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-2\/ljo_6097.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20viewBox%3D%270%200%20676%20449%27%3E%3Crect%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-2\/ljo_6097.jpg\" alt=\"Irgendwas war hier verboten.\" width=\"676\" height=\"449\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Ausstiegstaktik passe ich dem Wetter an. Zu Hause w\u00fcrde ich schnell aufs Klo huschen und wieder zur\u00fcck ins Bett, aber hier packe ich lieber zuerst alles zusammen, damit ich das Zelt auf einen Schlag verlassen kann. Es nieselt noch ganz leicht oder es tropft was von den Zweigen runter. Ohne Klischee kann ich dar\u00fcber nicht schreiben.<\/p>\n<p>Es hat eine Verwandlung stattgefunden: Gestern war alles noch kalt und trocken, jetzt hat sich eine wei\u00dfe Decke \u00fcber die B\u00e4ume und Wege und Felder gelegt. Nach den ersten Schritten meldet sich mein Magen. Das tr\u00fcbe Wetter ist weniger pausenhaft, aber ich hole meine Thermoskanne hervor. Der L\u00f6ffel steckt griffbereit in meiner Hosentasche und ich genie\u00dfe meine wohltemperierte Suppe.<\/p>\n<p>Mit Einlage, das gilt also als Fr\u00fchst\u00fcck. Ich habe gestern Abend knapp lange genug auf die Karte geschaut, als dass ich die Wegmarkierung erkenne. Auch hier hat der Sturm getobt. Ich hebe den Wanderkarren \u00fcber zwei dicke B\u00e4ume hin\u00fcber. Ultraleicht ist der nicht, aber normalerweise rollt er ja.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-2\/ljo_6106.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20viewBox%3D%270%200%20676%20449%27%3E%3Crect%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-2\/ljo_6106.jpg\" alt=\"Contrail im Abendlicht.\" width=\"676\" height=\"449\" \/><\/a><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Sonne auf dem Schnee<\/strong><\/h3>\n<p>Aus der Ferne sehe ich schon den Mann mit Hund auf meinem Weg. Er sieht mich anscheinend auch, z\u00fcndet die n\u00e4chste Zigarette an, wartet, bis ich vor ihm stehe und w\u00fcnscht mir freundlich \u201aGuten Morgen!\u2018. Ein guter Rat ist einfacher als zehn Minuten auf die Karte zu starren. Die Nu\u00dfallee ist h\u00fcbsch.<\/p>\n<p>Der Radweg, den der Mann genannt hat, ist asphaltiert und gestreut. Die Alternative durch den Wald w\u00e4re wesentlich beschwerlicher, also nehme ich die Bundesstra\u00dfe in Kauf und laufe los. Es sind acht Kilometer bis Briesen. Aus den Feldern ragen hier die Windm\u00fchlen empor. Ich schalte auf den Dauerlaufmodus und komme schnell voran.<\/p>\n<p>Es regnet l\u00e4ngst nicht mehr und das Sonnenlicht wechselt sich ab mit den Wolkenschatten auf den frisch beschneiten Feldern. Ich folge jetzt Spuren im Schnee. Keine Wildtiere diesmal, sondern ein \u201aOutdoor-Athlet\u2018, wie das bei der im Schnee deutlich erkennbaren Schuhmarke hei\u00dft.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-2\/ljo_6125.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20viewBox%3D%270%200%20676%20449%27%3E%3Crect%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-2\/ljo_6125.jpg\" alt=\"Unerfahrener Selfiemacher.\" width=\"676\" height=\"449\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das letzte St\u00fcck geht leicht bergab. Ich merke, wie ich immer langsamer werde. Ich laufe trotzdem weiter. Am Bahnhof setze ich mich in der Sonne hin und esse den Rest M\u00fcesli auf. Der Zug kommt in einer halben Stunde. In der Stadt zeigt sich der Winter grau. Ich aber habe sch\u00f6ne neue Bilder im Kopf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-2\/ljo_6143.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20viewBox%3D%270%200%20676%20449%27%3E%3Crect%20width%3D%27676%27%20height%3D%27449%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-wanderung-durch-die-mark-2\/ljo_6143.jpg\" alt=\"Fr\u00fchst\u00fcck.\" width=\"676\" height=\"449\" \/><\/a><\/p>\n<p><em><strong>Du hast Fragen, Anregungen oder Verbesserungsvorschl\u00e4ge?<\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong> Schreib uns eine E-Mail: <a href=\"mailto:blog@camp4.de\">blog@camp4.de<\/a><\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Da ich seit 1996 jedes Jahr eine mehrt\u00e4gige Wintertour mache, ist das wohl ein Ritual. 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