{"id":15781,"date":"2017-09-20T17:25:33","date_gmt":"2017-09-20T15:25:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/?p=15781"},"modified":"2024-06-17T10:38:17","modified_gmt":"2024-06-17T08:38:17","slug":"reisebericht-von-der-kunst-nach-2-wochen-wandern-schlecht-gelaunt-anzukommen-teil-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/reiseberichte\/reisebericht-von-der-kunst-nach-2-wochen-wandern-schlecht-gelaunt-anzukommen-teil-13\/","title":{"rendered":"Reisebericht &#8211; \u201eVon der Kunst, nach 2 Wochen Wandern schlecht gelaunt anzukommen\u201c Teil 1\/3"},"content":{"rendered":"<p><strong style=\"font-size: 11pt;\">Drei Tage vor meiner Abfahrt aus Berlin begann mich mein Ischias zu plagen. Wie viel Kilo wogen Ausr\u00fcstung und Verpflegung noch mal? Ach ja, grob 21 kg insgesamt, d. h. ca. 17,5 im Rucksack. Verfluchtes Hundefutter.<\/strong><br \/>\n<!--more--><br \/>\nUnd das 320 km und \u00fcber rund 16.000 H\u00f6henmeter schleppen? Klang gar nicht mehr so lustig wie vor einem halben Jahr, als ich mit den konkreten Planungen begann.<br \/>\nDer zwiebelnde Ischias sollte das erste Anzeichen sein, dass in dieser Tour der ber\u00fchmte Wurm stecken w\u00fcrde. Aber fr\u00f6hlich kr\u00fcmmt sich das W\u00fcrmchen, das ein Holzwurm werden will.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Es gab einen, der auszog, einmal quer durch die Eifel zu wandern. Dies ist seine Geschichte und die seiner Reise.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Willkommen auf dem Eifelsteig \u2026<\/strong><\/p>\n<h5><strong>0. Etappe: Der Start Aachen \u2013 Kornelim\u00fcnster (7 km)<\/strong><\/h5>\n<p>Zun\u00e4chst galt es, zum Eifelsteig zu kommen. Da der Weg kein Rundweg ist, fiel das Auto als Option weg. Also Bahn fahren. Ich bin ewig nicht mehr mit der Bahn gefahren und in meinem Kopf steckten oft gepflegte Vorurteile wie die Bahn ist eh nicht schneller, kostet mehr und man muss zigmal umsteigen. Doch die \u00dcberraschung: Aachen \u2013 Berlin mit einmal umsteigen in K\u00f6ln in 6 Stunden und paar Zerquetschte f\u00fcr 40,- Euro. Da kann man nicht meckern.<br \/>\nIm Preis inbegriffen war dann zwar eine dauertelefonierende Russin. Aber offensichtlich ist es heutzutage \u00fcblich, sich die Bahnfahrt mit dem Handy zu vertreiben, denn kaum waren wir losgefahren, hatte jeder sein Teil an der Ohrmuschel. Ich schaute frappierend Old School aus dem Fenster und sah der Welt beim Vorbeiziehen zu.<\/p>\n<p>Derweil reisten meine Gedanken schon voraus nach Aachen, das ich zur besten Abendzeit erreichen w\u00fcrde. Wie bei vielen vermarkteten Premium-Wanderwegen spart die Marketingabteilung h\u00e4ssliche Abschnitte gerne aus und l\u00e4sst die Wege ziemlich sinnlos im Nirgendwo beginnen. Daher beginnt der Eifelsteig auch nicht, wie es n\u00fctzlich w\u00e4re, in Aachen am Hauptbahnhof (= Zentrum) , sondern im eingemeindeten Ort Kornelim\u00fcnster. Dass man da trotzdem irgendwie hinkommen muss, spielt da keine sonderliche Rolle, versteht sich. Obwohl zu den offiziellen 313 km gerade mal 7 bis 8 km dazukommen w\u00fcrden. \u201eIch bin von Aachen nach Trier gewandert\u201c, klingt zudem viel knackiger, finde ich. Von Kornelim\u00fcnster bleibt beim Geneigten Leser\/Zuh\u00f6rer eh nur \u201eKorneli \u2026 was?\u201c h\u00e4ngen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-1\/001.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none alignleft\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27230%27%20height%3D%27307%27%20viewBox%3D%270%200%20230%20307%27%3E%3Crect%20width%3D%27230%27%20height%3D%27307%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-1\/001.jpg\" alt=\"Die Wanderbegleitung war offensichtlich noch m\u00fcde vom Zugschlaf\" width=\"230\" height=\"307\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Plan war also, bis zum Start in \u201eKorneli &#8230; was?\u201c zu latschen und sich dann unters Himmelszelt zu legen. Die Tour sollte nachts vor allem drau\u00dfen verbracht werden \u2013 da konnte man gleich auch mit anfangen. Der Rest des Weges sollte sich als ziemlich gegenteilig herausstellen.<\/p>\n<p>Der Weg aus Aachen heraus war schon \u00fcberwiegend schmucklos. Was\u00a0 in des gro\u00dfen Karls Residenzstadt wom\u00f6glich an H\u00fcbschem mal geschaffen worden sein mag, ist sp\u00e4testens im 2. Weltkrieg gr\u00fcndlich ausged\u00fcnnt worden. Daf\u00fcr konnte ich mir zwischendurch eine Pizza g\u00f6nnen und somit das Kochen sparen. Irgendwann l\u00e4uft man auf der alten Trasse der Vennbahn und der Abschnitt ist durchaus wert zum Eifelsteig zu z\u00e4hlen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-1\/002.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20viewBox%3D%270%200%20495%20371%27%3E%3Crect%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-1\/002.jpg\" alt=\"Die Benediktinerabtei in Kornelim\u00fcnster\" width=\"495\" height=\"371\" \/><\/a><\/p>\n<p>Kornelim\u00fcnster ist gegen\u00fcber Aachen tats\u00e4chlich recht h\u00fcbsch, auch im Dunkeln. Den Kern bildet ein h\u00fcbscher Platz mit Kloster (ein Teil des Jakobsweges geht hier lang, wie auch sp\u00e4ter noch manches Pilgerweg ist) und ein paar schmucken H\u00e4uschen: ehrf\u00fcrchtig hab ich ein Selfie vor dem Startschild des Eifelsteigs gemacht \u2013 ich bin ja nicht von ganz hinterm Mond.<\/p>\n<p>Der Weg folgt gleich hinter dem Ort einem B\u00e4chlein, der \u201eInde\u201c, und bald fand ich einen muckeligen Hain zum N\u00e4chtigen, ohne jemandem zur Last zu fallen. \u201eLeave no trace\u201c ist sowieso Pflicht.<br \/>\nUnter einem grandiosen Sternenhimmel bei unsympathischen 4\u00b0 C schliefen meine Fellnase und ich ein \u2013 der neue Daunenschlafsack hatte sich schon gelohnt.<br \/>\n<strong>Stand: 1 km.<\/strong><\/p>\n<h5><strong>1. Etappe: Kornelim\u00fcnster &#8211; Camping Perlenau (31,5 km)<\/strong><\/h5>\n<p>Die offizielle 1. Etappe geht bis Roetgen. Aber das \u00d6rtchen klingt nicht nur wie Frosch im Hals, sondern ist mit 14 km relativ leichter Wegstrecke sehr schnell erreicht. Mit einer aufgegabelten Wandergenossin wurde Roetgen f\u00fcr eine Rast genutzt und dann auch schon wieder verlassen. Der Weg war bisher optisch ganz nett, aber alles andere als abgeschieden und nur Natur. Ein gem\u00fctlicher Einstieg in ganzem Sinne. Ein H\u00f6hepunkt sollte das Naturschutzgebiet Struffelt mit seinen Holzstegen sein, aber entweder habe ich zu viel mit meiner Begleitung gequatscht oder es war einfach zu klein zum Zu-toll-finden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-1\/101.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20viewBox%3D%270%200%20495%20371%27%3E%3Crect%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-1\/101.jpg\" alt=\"Das Itertalviadukt\" width=\"495\" height=\"371\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die offizielle zweite Etappe f\u00fchrt vom \u00d6rtchen mit dem Hustenreiz-Namen nach Monschau, was nicht nur eines der Eifelsteig-Juwele sein soll, sondern auch vergleichsweise wie Poesie \u00fcber die Lippen kommt. Eigentlich hatte ich gar nicht vor, soweit zu wandern, sondern mir irgendwo davor ein nettes Pl\u00e4tzchen zu suchen. Allerdings geht es auf der 2. Etappe ein gutes St\u00fcck durch Belgien und da wiederum durch was Naturgsch\u00fctztes mit Wegegebot, sodass ich zumindest wieder bis nach Deutschland kommen wollte. Wer wei\u00df schon, wie die Belgier so drauf sind?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-1\/102.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20viewBox%3D%270%200%20495%20371%27%3E%3Crect%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-1\/102.jpg\" alt=\"Holzstege im NSG Struffelt\" width=\"495\" height=\"371\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der belgische Wegabschnitt entpuppte sich als h\u00f6chst zwiesp\u00e4ltig. Zum einen kann man ein gutes St\u00fcck sch\u00f6nste Heidelandschaft (ein Teil des hohen Venns) bewundern, zum anderen ist das sch\u00f6nste St\u00fcck 5 km geradeaus und gr\u00f6\u00dftenteils asphaltiert. Und 5 km geradeaus laufen und voraus schauen zu d\u00fcrfen, macht trotz sch\u00f6nster Natur beileibe keinen Spa\u00df. Ich bin dann auch schneller durchmarschiert, um es hinter mich zu bringen, was sich am Ende des Tages r\u00e4chen sollte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-1\/103.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none alignleft\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27233%27%20height%3D%27310%27%20viewBox%3D%270%200%20233%20310%27%3E%3Crect%20width%3D%27233%27%20height%3D%27310%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-1\/103.jpg\" alt=\"So weit das Auge reicht \u2013 Karte \u00fcberfl\u00fcssig\" width=\"233\" height=\"310\" \/><\/a><\/p>\n<p>Genervt in good old Germany angekommen, waren die Kr\u00e4fte nach 24 km langsam geschwunden, aber kein Schlafplatz in Sicht. Erst kam die Zivilisation, dann wurde es um den Weg herum zu steil. Ich wusste nach Monschau k\u00e4me ein Natur-Campingplatz, aber eigentlich hatte ich null Bock, noch so weit zu laufen. Wie es so kam, lief und lief ich und kann erst einmal nach Monschau. Und was soll ich sagen, Monschau ist wirklich ansehnlich. Von steilem Hange kommt man auf spektakul\u00e4rem Wege (Danke an meine Leki Sherpa XXL an dieser Stelle) zu dem Ort, von dem man eine der zwei Burgen schon von Weitem sieht. Ich war etwas zerknirscht von dem Anblick, da die zu erblickende Topographie bedeutete, ich w\u00fcrde zun\u00e4chst den Hang runter, um dann wieder zu der Burg hoch zu m\u00fcssen. Ich fluchte und schleppte mich voran bzw. nach unten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-1\/104.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20viewBox%3D%270%200%20495%20371%27%3E%3Crect%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-1\/104.jpg\" alt=\"Blick \u00fcber Monschau\" width=\"495\" height=\"371\" \/><\/a><\/p>\n<p>Schwei\u00dfgebadet und ziemlich alle kam ich bei der Burg an. Die Burg selbst war offenbar mal ruin\u00f6s, ist dann etwas lax wieder hergerichtet worden und mittlerweile eine Jugendherberge. Im Ort finden sich zwar viele Hotels und Unterk\u00fcnfte, aber das war mir trotz meiner M\u00fcdigkeit alles zu fein und nobel. Mit dem Charme von Kaffeekr\u00e4nzchen um 16 Uhr nach dem Shoppen in L\u00e4den mit Stadtansichten auf Geschirr. Oh, wie ich diesen Charme vermisste, als es direkt nach Monschau in berstige Steigungen ging. Von Monschau bis zum Zeltplatz sollten es nur 2,5 km sein, aber die waren teuflisch.<\/p>\n<p>Mein Wasser war alle, nachdem ich darauf verzichtete, in Monschau nachzuf\u00fcllen, weil ja schlie\u00dflich der Weg direkt an der Rur langgehen sollte. Ging er auch, aber leider einen 50 m hohen Hang dar\u00fcber. Wie ich so ging, fragte ich mich auch, warum der Weg immer h\u00f6her ging, w\u00e4hrend der Platz immer n\u00e4her r\u00fccken sollte. Ich bef\u00fcrchtete schon, der w\u00fcrde zwar Luftstrecke nahe am Weg liegen, aber wie die Rur unerreichbar. Meine Bef\u00fcrchtungen wuchsen, als ich tief unten erste Wohnwagen sah. Mir fiel ein ganzes Felsmassiv vom Herzen, als ich auf einen Abzweig traf, der vom Eifelsteig zum Zeltplatz f\u00fchrte. Die 2 km zus\u00e4tzlichen Weg und der fast schon halsbrecherisch zu nennende Abstieg war dann auch wurscht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-1\/105.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none alignleft\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27233%27%20height%3D%27311%27%20viewBox%3D%270%200%20233%20311%27%3E%3Crect%20width%3D%27233%27%20height%3D%27311%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-1\/105.jpg\" alt=\"Zeltplatz mit Entspannungsatmosph\u00e4re\" width=\"233\" height=\"311\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Platz selber liegt herzerweichend sch\u00f6n in einer Schleife der Rur, sodass man vom S\u00e4useln des Wassers in den Schlaf gegluggert wird. Daf\u00fcr ging kaum nen Hering durch die Schottersplitter des \u201eZeltplatzes\u201c. Ich musste meine Tarpschn\u00fcre teils an Felsbrocken knoten \u2013 ganz doof. Zum Gl\u00fcck regnete es\u00a0 ohne viel Wind. Platt wie Flunder g\u00f6nnte ich mir Schnitzel plus Bierchen im zugeh\u00f6rigen Restaurant und beendete meine erste richtige Etappe wie fast alle sp\u00e4teren: ersch\u00f6pft, mit Regen und mit kaum sonderlichen Eindr\u00fccken vom Weg. Die Sehensw\u00fcrdigkeiten waren f\u00fcr die Strecke wirklich sp\u00e4rlich. Was bliebe zu erw\u00e4hnen? Ach ja, die Felsen an Karl des Gro\u00dfen angeblichen Rastplatz waren ganz nett.<br \/>\nObwohl ich eigentlich in Anbetracht der Gesamtdistanz es ruhig angehen lassen wollte, war ich nun nach dem ersten Tag eine Etappe voraus &#8230; yeah?<\/p>\n<p><strong>Stand: 32,5.<\/strong><\/p>\n<h5><strong>2. Etappe: Camping Perlenau \u2013 Einruhr (22 km)<\/strong><\/h5>\n<p>Mit m\u00fcden Gliederm sch\u00e4lte ich mich morgens relativ sp\u00e4t aus dem Schlafsack. Die gestrige Etappe steckte mir deutlich in den Knochen und ich schob die Gedanken an den Aufstieg zur\u00fcck auf den Eifelsteig geflissentlich beiseite. Jeden Morgen f\u00fchlt man sich auf Wanderung wie 100 und dann geht es wundersamerweise trotzdem weiter.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-1\/201.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none alignleft\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27233%27%20height%3D%27311%27%20viewBox%3D%270%200%20233%20311%27%3E%3Crect%20width%3D%27233%27%20height%3D%27311%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-1\/201.jpg\" alt=\"Steil, steil, steil\" width=\"233\" height=\"311\" \/><\/a><\/p>\n<p>Durch meinen Gewaltmarsch am ersten Tag fiel an diesem die Etappe knapper aus. War trotzdem ziemlich anstrengend. Immerhin war mir sp\u00e4ter am Abend klar, dass Etappen, die als \u201eschwer\u201c betitelt werden, es auch sind. Vor allem mit ordentlich Gep\u00e4ck. In der Hinsicht kein Zweifel in der Eifel.<\/p>\n<p>Ansonsten kommt man mt zwei f\u00fcr den n\u00f6rdlichen Teil des Weges pr\u00e4genden Dingen in Ber\u00fchrung: dem Nationalpark Eifel und den beeindruckend aufragenden Hecken mancher H\u00e4user. Beidem begegnet man im \u00d6rtchen H\u00f6fen &#8211; und die Hecken haben da die Nase weit voraus. Bis zu 10 m ragen diese seit dem 17. Jh. den kalten Westwinden zum Trotz angelegten Wunder der G\u00e4rtnerkunst auf.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-1\/202.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20viewBox%3D%270%200%20495%20371%27%3E%3Crect%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-1\/202.jpg\" alt=\"Aussicht Perdsley\" width=\"495\" height=\"371\" \/><\/a><\/p>\n<p>Insgesamt geht es auf der Etappe recht viel rauf und runter, da man an reizvollen Fl\u00fcsschen entlangkommt und der Weg gern mal die Seite wechselt, um oben sch\u00f6ne Aussichten zu bieten. Leider war die Eifel in Sachen Bl\u00e4tterwuchs noch nicht so weit wie Berlin, sodass alles braun in braun war. Der Weg zog sich etwas langsam dahin, obwohl viel Natur zu sehen war, aber irgendwie z\u00fcndete nicht der rechte Funken. Es war vor allem anstrengend.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-1\/203.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20viewBox%3D%270%200%20495%20371%27%3E%3Crect%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-1\/203.jpg\" alt=\"So sieht Urlaub in der Nordeifel aus\" width=\"495\" height=\"371\" \/><\/a><\/p>\n<p>Einruhr als Etappenziel ist ein doch schon eher unauff\u00e4lliger Flecken, der vor allem von ein paar Hotels und Pensionen zu leben scheint. Es liegt sagen wir mal idyllisch am Anfang des Obersees, einem Stausee, den ich morgen recht lange durch den Nationalpark folgen w\u00fcrde. Da ich f\u00e4lschlicherweise angenommen hatte, die Etappe nach Einruhr l\u00e4ge schon im Nationalpark, wo frei \u00fcbernachten ein richtig b\u00f6ses No-Go ist, hatte ich eine g\u00fcnstige Pension angesteuert. Vor dem H\u00e4uschen kochend beschloss ich den Abend und fragte mich, wann die Eifel wohl anfangen w\u00fcrde, ihre Reize zu zeigen.<\/p>\n<p><strong>Stand: 54,5.<\/strong><\/p>\n<h5><strong>3. Etappe: Einruhr \u2013 Gem\u00fcnd (ca. 23 km)<\/strong><\/h5>\n<p>Auf diese Etappe habe ich mich besonders gefreut, sollte sie doch durch den ber\u00fchmten Nationalpark Eifel f\u00fchren. Im Nachhinein war sie eine der besseren Etappen der ersten H\u00e4lfte des Eifelsteigs, aber der Nationalpark selbst war eher eine Entt\u00e4uschung. Am fr\u00fch einsetzenden Regen lag es jedoch nicht. Beim Betreten gibt es viel Brimborium mit Infos und Verboten und Tor und so. Dann l\u00e4uft man jedoch auf einem breiten Weg, der die ganze Zeit an dem Stausee entlanggeht. Auf der anderen Seite sieht man hier und da ein Wochenendhaus, es tuckert ein Ausflugsdampfer \u00fcber den See und ich hab sogar nen Angler angeln sehen. Also alles andere als unber\u00fchrte Natur. Daf\u00fcr jede Menge H\u00f6henmeter aufw\u00e4rts, um sich die Staumauer ansehen zu d\u00fcrfen und schlie\u00dflich die Dreiborner H\u00f6he zu erreichen. Dennoch paradox: man darf die Wege nicht verlassen, aber offensichtlich ein idyllisches Fl\u00fcsschen mit einer kolossalen Staumauer aufstauen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-2\/301.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20viewBox%3D%270%200%20495%20371%27%3E%3Crect%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-2\/301.jpg\" alt=\"Urftstaumauer \u2013 so ne Art Sehensw\u00fcrdigkeit am Nationalpark(!)\" width=\"495\" height=\"371\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die folgende Wald- und Wiesenlandschaft ist selbst im Regen unheimlich sehenswert. Eine wundersch\u00f6ne Landschaft, die Spa\u00df macht zu durchwandern. Zudem trifft man auf lebendige Geschichte, wie ich es auf Wandertour in Deutschland mag. Wie aus dem Nichts tauchen viereckige, merkw\u00fcrdige Geb\u00e4ude auf, die wie das Millionengrab eines Immobilien-Magnaten aussehen, der in dieser sch\u00f6nen Landschaft Ferienh\u00e4user verkaufen wollte. Diese sind jedoch im Erdgeschoss vermauert und unverputzt \u2013 sehr seltsam.<\/p>\n<p>Alsbald kommt dann eine alte Kirche in Sicht und langsam wird die Sache interessant. Denn so unvermutet wie nur m\u00f6glich ist man in eine W\u00fcstung geraten, also an einen Ort, der fr\u00fcher mal offiziell bewohnt war. Informationstafeln und ein Modell informieren \u00fcber den Ort Wollseifen, der bis zum 2. Weltkrieg ein kleines Dorf war. Er wurde dann im Krieg weitestgehend zerst\u00f6rt, aber dennoch kehrten die Bewohner zun\u00e4chst zur\u00fcck, um dann vom britischen Milit\u00e4r vertrieben zu werden, die daraus einen Truppen\u00fcbungsplatz machten. Die neueren Bauten sind wiederum Kulissenbauten des belgischen Milit\u00e4rs, die diesen sp\u00e4ter nutzten, und machen die bizarre Atmosph\u00e4re perfekt.<br \/>\nBis heute existiert ein Wollseifener Verein, der sich um den Ort bem\u00fcht und zum Beispiel die ruin\u00f6se Kirche instand h\u00e4lt. Ein interessantes Beispiel von Heimatverbundenheit. Aber auch ein sehr melancholisches, wenn man \u00fcber die alte Dorfstra\u00dfe l\u00e4uft und hier und da die alten Keller der fr\u00fcheren H\u00e4user erahnen kann.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-2\/302.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20viewBox%3D%270%200%20495%20371%27%3E%3Crect%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-2\/302.jpg\" alt=\"Milit\u00e4rische Kulissen in Wollseifen\" width=\"495\" height=\"371\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach diesem bewegenden Blick in die Geschichte, wartete auch schon der n\u00e4chste: die NS-Ordensburg Vogelsang. Ein wirklich furchtbarer Ort, der bei mir absolut kein Interesse f\u00fcr eine n\u00e4here Betrachtung weckte. H\u00e4sslich, sinnlos, deprimierend in seiner Wirkung. Zum Gl\u00fcck ging der Weg bald in sch\u00f6ne Natur \u00fcber und bot neben einer weiteren Hochebene mit Eifelblick und urt\u00fcmlichen T\u00e4lern wieder was f\u00fcr die Stimmung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-2\/303.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20viewBox%3D%270%200%20495%20371%27%3E%3Crect%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-2\/303.jpg\" alt=\"NS-Ordensburg Vogelsang\" width=\"495\" height=\"371\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-2\/304.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none alignleft\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27211%27%20height%3D%27282%27%20viewBox%3D%270%200%20211%20282%27%3E%3Crect%20width%3D%27211%27%20height%3D%27282%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-2\/304.jpg\" alt=\"Frisch geregnet ist halb getarpt\" width=\"211\" height=\"282\" \/><\/a>Ein Regenschauer in Gem\u00fcnd (das kurorttypisch etwas langweilig ist) machte fast meine Tarppl\u00e4ne zunichte, aber mein Optimismus bescherte mir hinter dem Ort nicht nur einen sch\u00f6nen Schlafplatz, sondern auch eine Regenpause von rund 1 Stunde.<\/p>\n<p><strong>Stand: 77 km.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><\/h5>\n<h5><\/h5>\n<h5><\/h5>\n<h5><strong>4. Etappe: Gem\u00fcnd \u2013 Nettersheim (27 km)<\/strong><\/h5>\n<p>Gem\u00fcnd selbst ist nach offizieller Einteilung Ende der 4. Etappe, ich war also noch immer eine Etappe voraus. Auch an diesem Tag sollte ich letztlich unfreiwillig Vorsprung herausholen. Enden sollte die Etappe nach 17,4 km in Kloster Steinfeld. Meine urspr\u00fcngliche Planung sah vor, nach dem Kloster mich irgendwo in die Natur zu verziehen. Letztlich war ich doch am Kloster recht abgek\u00e4mpft und versuchte am dortigen Hotel mein Gl\u00fcck. Ich hatte aber einen von zwei (!) Ruhetagen erwischt. Eine f\u00fcrs l\u00e4ndliche Deutschland typische Unsitte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-2\/401.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20viewBox%3D%270%200%20495%20371%27%3E%3Crect%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-2\/401.jpg\" alt=\"Kloster Steinfeld in wechselhafter Wetterkulisse\" width=\"495\" height=\"371\" \/><\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr mich hie\u00df es jedenfalls die m\u00fcden Glieder sortieren, im mal wieder einsetzenden Leichtregen Wasser fassen aus der am Wegesrand flie\u00dfenden Urft dank Saywer-Filter und weiterziehen. Das Kloster selbst hat mich nicht sonderlich gereizt, ich habs nicht so mit den religi\u00f6sen Kulturst\u00e4tten, von denen es in Form von Kreuzen, Kapellen, Kirchen und Kl\u00f6stern wirklich reichlich auf dem n\u00f6rdlichen Eifelsteig gab. Auch in den Unterk\u00fcnften fand ich eine gewisse konservative Grundstimmung vor, aber dazu sp\u00e4ter mehr.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-2\/402.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20viewBox%3D%270%200%20495%20371%27%3E%3Crect%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-2\/402.jpg\" alt=\"allgegenw\u00e4rtige Spuren von Forstwirtschaft\" width=\"495\" height=\"371\" \/><\/a><\/p>\n<p>Letztlich war die Etappe weitestgehend unspektakul\u00e4r, aber mal wieder ziemlich anstiegsfreudig. Wie h\u00e4ufig in den Eifeler W\u00e4ldern stie\u00df ich hier auf viele Eingriffe durch Forstwirtschaft. Sicher ist das auch ein Teil des deutschen Waldes, aber beim Wandern gehe ich ungern in den riesigen Reifenspuren der Maschinen, auf zerw\u00fchlten Wegen oder m\u00f6chte nicht die Mannschaften beim Rausrupfen der B\u00e4ume sehen. Bilder, die praktisch den ganzen Eifelsteig zu sehen waren und das Walderlebnis empfindlich gest\u00f6rt haben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-2\/403.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20viewBox%3D%270%200%20495%20371%27%3E%3Crect%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-2\/403.jpg\" alt=\"Gr\u00fcner P\u00fctz: Quelle und R\u00f6mische Wasserleitung\" width=\"495\" height=\"371\" \/><\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr mich als alter Lateiner war es dann aber keine geringe Freude auf r\u00f6mische Reste in Form von alten Handelsstra\u00dfen und Wasserleitungen zu treffen. Wieder mal Geschichte zum Anfassen und wie immer erstaunlich, was die R\u00f6mer so alles geleistet haben. Von hier aus wurde K\u00f6ln mit Wasser aus der Eifel versorgt!<br \/>\nEigentlich sollte Nettersheim dann schlie\u00dflich meine Endetappe mit Unterkunft werden, aber alle Unterk\u00fcnfte waren angeblich ausgebucht. W\u00e4hrend der Vorsaison, bei miesem Wetter und bei wenig Wanderern unterwegs. Ein Ph\u00e4nomen, das ich mehrfach beobachten konnte: die Eifeler sind wenig bis gar nicht auf spontane Wanderer eingestellt und sagen lieber \u201en\u00f6\u201c. Sp\u00e4ter sollte ich noch erfahren, dass nach immerhin 8 Jahren Existenz des Eifelsteiges erst langsam Pensionen und Hotels davon abr\u00fccken, G\u00e4ste unter einer bestimmten Anzahl an \u00dcbernachtungen gar nicht erst anzunehmen. Eigentlich unglaublich f\u00fcr einen so bekannten Wanderweg mit stolzen 15 Etappen. Touristisch kann die Nordeifel jedenfalls noch ne Schippe drauflegen. So viel also zu NETTersheim.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-2\/404.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20viewBox%3D%270%200%20495%20371%27%3E%3Crect%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-2\/404.jpg\" alt=\"ein eifeltypischer Kalkofen\" width=\"495\" height=\"371\" \/><\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr mich hie\u00df das, sich v\u00f6llig entkr\u00e4ftet in die Natur schleichen. Um so sch\u00f6ner, dass alle Optionen entweder voll einsehbar waren oder am Hang lagen. Ich entschied mich f\u00fcr den Hang sowie eine neue Tarp-Aufbauform und kroch hundem\u00fcde in die Koje. Beim n\u00e4chtlichen Umdrehen zeigte dann mein Schlafsack bemerkenswerte Rutscheigenschaften, Hang sei Dank. Nat\u00fcrlich regnete es mal wieder. Aber immerhin die 100-km-Grenze war geknackt. Juchee &#8230;<\/p>\n<p><strong>Stand: 104 km.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-2\/405.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20viewBox%3D%270%200%20495%20371%27%3E%3Crect%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-2\/405.jpg\" alt=\"In Richtung der \u00d6ffnung lie\u00df es sich super rausrutschen\" width=\"495\" height=\"371\" \/><\/a><\/p>\n<h5><strong>5. Etappe: Nettersheim \u2013 Ripsdorf (20 km)<\/strong><\/h5>\n<p>Mit der \u00dcbernachtung bei Nettersheim lag ich nun ungef\u00e4hr 1,5 Etappen voraus. Wie sch\u00f6n, dass ich es eigentlich gem\u00fctlich angehen lassen wollte, nachdem ich letztes Jahr auf dem Hexenstieg lernen musste, dass Aussch\u00f6pfen des k\u00f6rperlichen Potenzials nicht gleich auch Erholung ist. Komisch. Auf dem Eifelsteig sollte es auf der ersten H\u00e4lfte hingegen schwierig sein, die Etappen k\u00fcrzer zu legen \u2013 im Gegenteil brachten mich die Umst\u00e4nde stets zum Verl\u00e4ngern. Mit dieser Etappe sollte sich mein Vorsprung aber ziemlich verringern.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-2\/501.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20viewBox%3D%270%200%20495%20371%27%3E%3Crect%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-2\/501.jpg\" alt=\"Steinr\u00fctsch mit dem R\u00f6merkastell\" width=\"495\" height=\"371\" \/><\/a><\/p>\n<p>Aber zun\u00e4chst ging es weiter im Urfttal auf den Spuren der R\u00f6mer. Direkt am Weg begnet man einem Kleinkastell und trifft auch wieder auf Reste der Wasserleitung. Kurz darauf darf man sich wieder \u00fcber einen Anstieg freuen. Durch den Regen der Tage zwar teils schwierig zu begehen, aber so verwunschen, dass es nur eine helle Freude ist.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-3\/502.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none alignleft\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27175%27%20height%3D%27233%27%20viewBox%3D%270%200%20175%20233%27%3E%3Crect%20width%3D%27175%27%20height%3D%27233%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-3\/502.jpg\" alt=\"verwunschene ...\" width=\"175\" height=\"233\" \/><\/a>\u00a0\u00a0<a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-3\/503.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none alignleft\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27175%27%20height%3D%27233%27%20viewBox%3D%270%200%20175%20233%27%3E%3Crect%20width%3D%27175%27%20height%3D%27233%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-3\/503.jpg\" alt=\"H\u00f6henmeter\" width=\"175\" height=\"233\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kaum auf einer Hochebene angekommen, fing es derart an zu sch\u00fctten, dass ich das erste Mal meine Sherpa Lithang rausholen musste. Nur mit Galgenhumor sah ich das Positive, dass ich das knappe halbe Kilo nicht umsonst mitgenommen hatte. Trotz atmungsaktiver Membran brachte mich ein strammer Anstieg geh\u00f6rig ins Schwitzen. Au\u00dfen nass, innen nass \u2013 was will man mehr? Ich eilte derweil Blankenheim als einem weiteren st\u00e4dtischem H\u00f6hepunkt entgegen und fl\u00fcchtete mich zum Mittag in ein heimeliges Gastgewerbe. Was sich bitter r\u00e4chen sollte \u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-3\/504.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20viewBox%3D%270%200%20495%20371%27%3E%3Crect%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-3\/504.jpg\" alt=\"Blankenheim: Burg, Kirche, Fachwerk\" width=\"495\" height=\"371\" \/><\/a><\/p>\n<p>Denn wie sich sp\u00e4ter herausstellte hatte Blankenheim neben Burg, Fachwerk und Regen (der Ort ist \u00fcbrigens wirklich schmuck) auch noch eine Lebensmittelvergiftung f\u00fcr mich parat. Diese tarnte sich als Erbsensuppe, um dann wenige Stunden sp\u00e4ter meine ganze Tour zu gef\u00e4hrden. Als ob die Suppe nicht genug war, folgt man nach Blankenheim dem historischen Brotpfad inklusive mal wieder steilem Anstieg. Warum der Pfad so hie\u00df \u00fcberlie\u00df ich anderen Wanderern mit besserer Laune \u2013 ich wollte nur ankommen. So langsam nervten die Anstiege gepaart mit der etwas d\u00fcrftigen Sehensw\u00fcrdigkeitendichte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-3\/505.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20viewBox%3D%270%200%20495%20371%27%3E%3Crect%20width%3D%27495%27%20height%3D%27371%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-eifelsteig-3\/505.jpg\" alt=\"Es lief ein Fuchs durch die Landschaft, also ein anderer\" width=\"495\" height=\"371\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ein Etappenziel hatte ich nicht wirklich gesetzt, nur irgendwo hinter Ripsdorf. Aber schon ein paar Kilomter davor, im Schaafbachtal, begann ich mehr als sonst m\u00fcde zu werden. Erst dacht ich, ich sei unterzuckert. 1 km vor Ripsdorf machte sich schlie\u00dflich mein Kreislauf bemerkbar, indem im Kreis laufen eher ging als geradeaus. Ich schleppte mich mehr als dass ich wanderte zum Hotel und bestellte mir sofort ne Limo, die \u00fcberhaupt nichts half. Mein Versprechen zum Abendessen in die Wirtsstube zu kommen, hielt ich dann nicht mehr.<\/p>\n<p><strong>Stand: 124 km.<\/strong><\/p>\n<p>Teil 2\/3 folgt demn\u00e4chst&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drei Tage vor meiner Abfahrt aus Berlin begann mich mein Ischias zu plagen. 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