{"id":15672,"date":"2017-09-09T10:30:20","date_gmt":"2017-09-09T08:30:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/?p=15672"},"modified":"2024-06-17T10:38:33","modified_gmt":"2024-06-17T08:38:33","slug":"reisebericht-norwegen-sjunkhatten-nationalpark","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/reiseberichte\/reisebericht-norwegen-sjunkhatten-nationalpark\/","title":{"rendered":"Reisebericht: Norwegen &#8211; Sjunkhatten Nationalpark"},"content":{"rendered":"<p><strong style=\"font-size: 11pt;\">Unsere Reiseplanung begann gegen Weihnachten, als es in Berlin wochenlang kalt war und immer fr\u00fcher dunkel wurde. Wir suchten das Kontrastprogramm. Zur Mitternachtssonne nach Norwegen wollten wir!<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Unser Ziel: N\u00f6rdlich des Polarkreises durch die Wildnis zu wandern, wo die Sonne nachts nicht untergeht und wo wir mehr Rentieren als Menschen begegnen w\u00fcrden. Unsere Wahl fiel auf den Sjunkhatten Nationalpark, weil dieser mit dem Flughafen Bod\u00f8 perfekt angebunden ist. Man kann praktisch direkt vom Flughafen loslaufen und erreicht den Nationalpark nach wenigen Kilometern.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-norwegen-sjunkhatten\/img_0639.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27674%27%20height%3D%27451%27%20viewBox%3D%270%200%20674%20451%27%3E%3Crect%20width%3D%27674%27%20height%3D%27451%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-norwegen-sjunkhatten\/img_0639.jpg\" alt=\"Fast allein...\" width=\"674\" height=\"451\" \/><\/a><\/p>\n<p>Gesagt, getan, und so flogen wir Ende Juni hoch in den Norden der norwegischen K\u00fcste. Bei unserer Ankunft zeigt sich das Land von seiner garstigen Seite. Kalter Nieselregen l\u00e4sst uns fr\u00f6steln, sobald wir das Flughafengeb\u00e4ude verlassen. Wir brauchen unbedingt noch eine Wanderkarte und Gaskartuschen, aber die Gesch\u00e4fte schlie\u00dfen schon in einer halben Stunde. Statt eines Gewaltmarsches durch den Regen nehmen wir ein Taxi zum Einkaufszentrum City Nord. F\u00fcr die f\u00fcnf Minuten Fahrzeit verlangt der Fahrer zwanzig Euro. Willkommen in Norwegen, denken wir uns.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-norwegen-sjunkhatten\/img_0730.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none alignleft\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27431%27%20height%3D%27647%27%20viewBox%3D%270%200%20431%20647%27%3E%3Crect%20width%3D%27431%27%20height%3D%27647%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-norwegen-sjunkhatten\/img_0730.jpg\" alt=\"F\u00fcr das L\u00e4cheln am Abend.\" width=\"431\" height=\"647\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im Einkaufszentrum finden wir eine Buchhandlung, in der wir eine brauchbare Wanderkarte vom Sjunkhatten-Nationalpark kaufen, sowie einen Sportladen mit Gaskartuschen im Sortiment. Danach geht es aber doch hinaus in den Regen. Den Stadtrand von Bod\u00f8 erreichen wir nach einer guten Stunde. Am letzten Waldparkplatz steht ein verlassenes Geb\u00e4ude. Das Tor ist unverschlossen. Wir klettern auf die riesige Terrasse und starren durch die Wolken. Bei klarem Wetter muss die Aussicht fantastisch sein. Wir \u00fcberlegen, hier zu schlafen, laufen dann aber doch noch etwas weiter in die Natur bis zum n\u00e4chsten See. Dort schlagen wir unser Zelt auf, das Reinsfjell Superlight 2. Das Zelt kennt sich hier schon gut aus, denn meine Kollegin Juliane war mit ihm f\u00fcr drei Monate in Skandinavien unterwegs. Wir wollen schnell noch Nudeln kochen und stellen fest, dass das Pesto in Ludwigs Rucksack ausgelaufen ist. Igitt. Zum Gl\u00fcck sind alle Lebensmittel in wasserdichten Beuteln verpackt. Nachts lauschen wir den Ger\u00e4uschen der Natur und schlafen mit unseren Bufft\u00fcchern \u00fcber den Augen, da es nicht dunkel wird.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-norwegen-sjunkhatten\/img_0894.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27674%27%20height%3D%27451%27%20viewBox%3D%270%200%20674%20451%27%3E%3Crect%20width%3D%27674%27%20height%3D%27451%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-norwegen-sjunkhatten\/img_0894.jpg\" alt=\"Hin und wieder geht es \u00fcber Altschneefelder.\" width=\"674\" height=\"451\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag wandern wir gem\u00fctlich \u00fcber das L\u00f8psfjellet bis zum 600m hohen Skautuva. Ein Trampelpfad f\u00fchrt uns durch fast unber\u00fchrte Natur. Nach einigem Auf und Ab erreichen wir den Gipfel. Oben genie\u00dfen wir eine traumhafte Aussicht und g\u00f6nnen uns ein St\u00fcck Gipfelschokolade. Der Blick in Richtung Osten, ins Landesinnere, offenbart schneebedeckte Berge. Am Hang gegen\u00fcber laufen ein paar Rentiere nach S\u00fcden. Die dunklen Silhouetten zeichnen sich auf dem Schnee gut ab. An der K\u00fcste dagegen hat der Sommer schon angefangen und alles gr\u00fcnt und bl\u00fcht. In Richtung Westen sehen wir das Meer und ganz am Horizont eine Inselreihe. Das m\u00fcssen die Lofoten sein. W\u00e4hrend wir uns ein S\u00fcppchen kochen, hoppelt ein Schneehase an uns vorbei.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-norwegen-sjunkhatten\/img_0875-bearbeitet.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27675%27%20height%3D%27449%27%20viewBox%3D%270%200%20675%20449%27%3E%3Crect%20width%3D%27675%27%20height%3D%27449%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-norwegen-sjunkhatten\/img_0875-bearbeitet.jpg\" alt=\"Norwegen in all seiner Sch\u00f6nheit.\" width=\"675\" height=\"449\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am Skautuva beginnt offiziell der Sjunkhatten-Nationalpark. Ab hier treffen wir kaum noch Menschen. Obwohl die Wege nicht markiert sind, f\u00e4llt uns die Orientierung leicht. Wir laufen einfach immer auf dem Grat nach Nordosten parallel zur K\u00fcste. Das hei\u00dft aber auch, dass wir auf klare Sicht angewiesen sind. Unser n\u00e4chstes Ziel ist der Berg Steigtinden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-norwegen-sjunkhatten-ii\/img_1483.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27676%27%20height%3D%27450%27%20viewBox%3D%270%200%20676%20450%27%3E%3Crect%20width%3D%27676%27%20height%3D%27450%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-norwegen-sjunkhatten-ii\/img_1483.jpg\" alt=\"Kr\u00e4fte sammeln f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag.\" width=\"676\" height=\"450\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wir laufen am Hang entlang zum Skauskardet, einer Senke, in der sich der Pfad gabelt. Nach links geht es hinunter ins Dorf Skau, nach rechts f\u00fchrt der Pfad auf das Tonfjellet und den Steigtinden. Wir nehmen den rechten Pfad. Als wir nach einem steilen Anstieg das Plateau des Fjells erreichen, zieht Nebel auf. Es ist eh schon sp\u00e4t, also bauen wir das Zelt auf und hoffen auf besseres Wetter am n\u00e4chsten Tag. Kaum steht das Zelt, f\u00e4ngt es schon an zu regnen. Wir kochen im Zelteingang und kriechen in unsere sch\u00f6nen warmen Schlafs\u00e4cke.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-norwegen-sjunkhatten-ii\/img_1469.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27676%27%20height%3D%27452%27%20viewBox%3D%270%200%20676%20452%27%3E%3Crect%20width%3D%27676%27%20height%3D%27452%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-norwegen-sjunkhatten-ii\/img_1469.jpg\" alt=\"\" width=\"676\" height=\"452\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nachts wache ich davon auf, dass der Wind die Zeltstangen auf mich hinunterdr\u00fcckt. \u00c4ngstlich stemme ich mich gegen den Wind und \u00fcberlege, was wir in dieser Situation unternehmen k\u00f6nnten. Der Blick nach drau\u00dfen verhei\u00dft nichts Gutes. Wir sitzen in einer Wolke. Die Sichtweite liegt bei unter f\u00fcnf Metern. Es regnet und windet und st\u00fcrmt und beim R\u00fcckzug ins Tal w\u00fcrden wir uns wohl verlaufen. Also bleiben wir im Zelt. Wir \u00e4rgern uns, dass wir keine Spiele eingepackt haben, und vertreiben uns den Tag mit Tierger\u00e4uschimitationen, schlafen und M\u00fcsli essen. Das hei\u00dft, einer schl\u00e4ft, einer h\u00e4lt die Zeltstange fest, immer abwechselnd. Der Sturm h\u00e4lt den ganzen Tag an und beschert uns noch eine zweite unruhige Nacht. Erst nach 36 Stunden lassen erst der Wind und dann der Regen nach.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-norwegen-sjunkhatten-ii\/img_1338.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none alignleft\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27450%27%20height%3D%27675%27%20viewBox%3D%270%200%20450%20675%27%3E%3Crect%20width%3D%27450%27%20height%3D%27675%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-norwegen-sjunkhatten-ii\/img_1338.jpg\" alt=\"Endlich geht es weiter.\" width=\"450\" height=\"675\" \/><\/a><\/p>\n<p>Als es aufklart, freuen wir uns wie die Schneek\u00f6nige und wollen so schnell es geht auf den Gipfel. Wir lassen das Zelt mit unseren Rucks\u00e4cken stehen und packen nur eine Wasserflasche und Schokolade ein. Der Weg hinauf f\u00fchrt \u00fcber Schneefelder und zugefrorene Seen. Es macht Spa\u00df, sich endlich wieder drau\u00dfen zu bewegen. Wir treffen zwei Trailrunnerinnen, die wohl aus dem Tal kommen. Die Wolken ziehen langsam ab und blaue Flecken erscheinen am Himmel. Der Weg ist steiler und anstrengender, als wir erwartet hatten, doch nach zwei Stunden sind wir oben angelangt. Am f\u00fcnften Tag unserer Reise stehen wir endlich auf dem Gipfel des Steigtinden. Nun sehen wir all die hohen Berge des Nationalparks vor uns aufgereiht. Zwar tr\u00fcben noch ein paar Wolken die perfekte Aussicht, daf\u00fcr zeigt sich jedoch ein sch\u00f6ner Regenbogen \u00fcber dem Fjord. Wir machen jede Menge Fotos. Wir tragen uns ins Gipfelbuch ein und schmieden Pl\u00e4ne, wo wir gerne \u00fcber welches Fjell und auf welche Gipfel wandern w\u00fcrden. Zun\u00e4chst gehen wir aber zur\u00fcck zum Zelt und zu unserem Gep\u00e4ck. Obwohl das Wetter gut aussieht, wollen wir m\u00f6glichst schnell von diesem Plateau hinunter, um nicht in der n\u00e4chsten Wolke wieder festzuh\u00e4ngen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-norwegen-sjunkhatten-ii\/rucksack.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none alignleft\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27450%27%20height%3D%27675%27%20viewBox%3D%270%200%20450%20675%27%3E%3Crect%20width%3D%27450%27%20height%3D%27675%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-norwegen-sjunkhatten-ii\/rucksack.jpg\" alt=\"Ein kleines Monster als Begleiter.\" width=\"450\" height=\"675\" \/><\/a><\/p>\n<p>Je weiter wir absteigen, desto w\u00e4rmer wird es. \u00dcber dem Fjell, von dem wir kommen, kreisen nun zwei Seeadler. Fasziniert beobachten wir ihren Flug. In der Mittagspause studieren wir die Karte und planen die restliche Strecke. Uns bleiben nur noch drei Tage, sodass wir uns langsam auf den R\u00fcckweg machen m\u00fcssen. Einen kleinen Abstecher hinunter zum Meer g\u00f6nnen wir uns noch. Dort halten wir unsere F\u00fc\u00dfe in das eiskalte Wasser. Am Strand finden wir Muscheln und Seeigel und am Campingplatz kaufen wir uns einen Kaffee. Welch ein Genuss! Danach gehen wir den Weg zur\u00fcck, den wir gekommen sind. Im R\u00fcckblick muss ich sagen, dass das eine sehr gute Idee war. Im Blick nach S\u00fcden er\u00f6ffneten sich v\u00f6llig neue Aussichten und wir nahmen uns viel Zeit, in den Seen zu baden und perfekte, windgesch\u00fctzte Schlafpl\u00e4tze zu finden. Vor uns lag nun die Stadt Bod\u00f8 mit dem Flughafen. Hinter uns lag der Steigtinden. Ab und zu warf ich einen wehm\u00fctigen Blick zur\u00fcck. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, hierher zu kommen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Reiseplanung begann gegen Weihnachten, als es in Berlin wochenlang kalt war und immer fr\u00fcher dunkel wurde. 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