{"id":15559,"date":"2017-08-04T12:00:02","date_gmt":"2017-08-04T10:00:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/?p=15559"},"modified":"2025-05-20T16:48:13","modified_gmt":"2025-05-20T14:48:13","slug":"im-reich-des-dreikopfs-des-triglav-nationalparks","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/reiseberichte\/im-reich-des-dreikopfs-des-triglav-nationalparks\/","title":{"rendered":"Triglav Nationalpark: Im Reich des Dreikopfs"},"content":{"rendered":"<p><strong style=\"font-size: 11pt;\">\u201eTriglav Nationalpark\u201c \u2013 schon mehrmals waren wir auf dem Weg nach Kroatien an dieser Autobahnausfahrt vorbeigekommen. Innere Bilder von wilder Berglandschaft entstanden \u2013 und der Wunsch, eines Tages den Triglav (sprich Triglau) Nationalpark und die Julischen Alpen im S\u00fcdwesten von Slowenien zu erkunden.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Mitte Mai 2017 war es dann so weit. Slowenien war uns bisher nur als Transitland bekannt. Erz\u00e4hlungen von Bekannten und eine Lesestunde mit dem Michael M\u00fcller Reisef\u00fchrer (sehr zu empfehlen!) haben ergeben, dass Slowenien ein weit entwickeltes, angenehmes und sicheres Reiseland ist. Eine Recherche weiter war der Alpe-Adria Trail entdeckt, ein Fernwanderweg, der vom Gro\u00dfglockner bis ans Mittelmeer f\u00fchrt. Davon sollten es zumindest drei Etappen sein, und zwar die durch den Triglav Nationalpark.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-slowenien-triglav-nationalpark\/1_blick-in-die-bergwildnis-des-nationalparks.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27501%27%20height%3D%27334%27%20viewBox%3D%270%200%20501%20334%27%3E%3Crect%20width%3D%27501%27%20height%3D%27334%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-slowenien-triglav-nationalpark\/1_blick-in-die-bergwildnis-des-nationalparks.jpg\" alt=\"Blick in die Bergwildnis des Nationalparks\" width=\"501\" height=\"334\" \/><\/a><\/p>\n<p>Als Startpunkt hatten wir Kransjka Gora ausgew\u00e4hlt. Der Ort l\u00e4sst sich \u00fcber das k\u00e4rntnerische Villach und den Wurzenpass mit dem Auto gut erreichen. Beim Abendessen war schnell klar, dass das Preisniveau in der Gastronomie sehr \u00e4hnlich dem in Deutschland oder \u00d6sterreich ist. Die \u00dcbernachtungen waren etwas g\u00fcnstiger als durchschnittlich in Deutschland \u2013 \u201eone sleep twenty Euro\u201c \u00a0war der Standard. Also rund 40 Euro f\u00fcr ein Doppelzimmer oder Apartment.<\/p>\n<p>Der erste Tag sollte ein Einlaufen werden, bevor es mit den gro\u00dfen Rucks\u00e4cken \u201eauf Strecke\u201c ging. Daf\u00fcr sind wir kurzentschlossen entgegen der normalen Laufrichtung einen Teil der Etappe 22 des Alpe Adria Trails gegangen, die den Faaker See in K\u00e4rnten mit dem slowenischen Kransjka Gora verbindet. Das war ein ordentlicher Aufstieg! Rund 900 H\u00f6henmeter weiter und mit zitternden Oberschenkeln kamen wir schlie\u00dflich auf dem Sattel des Techantinger Mittagskogels an (ca. 1.800 m), der zu den Karawanken geh\u00f6rt. Was ein herrlicher Ausblick auf den Triglav Nationalpark von dort! Hier war sie, die wilde Berglandschaft! Ein sch\u00f6ner sinlge trail durch Heidekraut und Enzian f\u00fchrt \u00fcber den Sattel in Richtung \u00f6sterreichische Grenze. Diesen sind wir einen knappten Kilometer gelaufen, bis zu einem sch\u00f6nen Picknickplatz. Von dort haben wir den ebenfalls beeindruckenden Blick in die Karawanken genossen und im Anschluss den R\u00fcckweg angetreten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-slowenien-triglav-nationalpark\/2_blau-wie-enzian.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27499%27%20height%3D%27374%27%20viewBox%3D%270%200%20499%20374%27%3E%3Crect%20width%3D%27499%27%20height%3D%27374%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-slowenien-triglav-nationalpark\/2_blau-wie-enzian.jpg\" alt=\"Blau wie Enzian\" width=\"499\" height=\"374\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am Nachmittag konnten wir in der gut ausgestatteten Touristeninformation in Kranjska Gora (\u00d6ffnungszeigen beachten, diese \u00e4ndern sich je nach Saison und waren andere als im Reisef\u00fchrer angegeben) fundiertes Kartenmaterial erstehen. Am Abend trauten wir uns an die ersten slowenische Spezialit\u00e4ten heran \u2013 gekochte Teigtaschen (den slowenischen Namen leider sofort wieder vergessen) und Gibanica (Schichtkuchen) wurden versucht und f\u00fcr sehr lecker befunden.<\/p>\n<p>Der Wecker klingelte fr\u00fch am n\u00e4chsten Morgen getreu dem Motto \u201eim Fr\u00fchtau zu Berge\u201c \u2013 oder wie war das? G\u00e4\u00e4\u00e4\u00e4\u00e4hhn. Die Trekking-Rucks\u00e4cke waren schon gepackt, das Auto wurde am Jezero See am Ortsrand von Kranjska Gora geparkt. Die locals meinten, das Parken sei sicher dort. Und los ging&#8217;s! Das GPS, f\u00fcr das die entsprechenden Daten auf der Alpe-Adria Website zu laden sind, zeigte uns den Weg \u2013 heute sollte es von Kransjka Gora nach Trenta gehen (Etappe 23). Bald war die russische Kapelle erreicht \u2013 die von russischen Kriegsgefangenen im 1. Weltkrieg gebaut wurde zum Gedenken an die vielen Kameraden, die bei einem Erdrutsch bei Bauarbeiten an der Stra\u00dfe \u00fcber den Vrisic-Pass ihr Leben lassen mussten. Dies sollte nicht das letzte Mal sein, dass wir auf Spuren der Schrecken des 1. Weltkriegs stie\u00dfen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-slowenien-triglav-nationalpark\/5_russische-kapelle.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27501%27%20height%3D%27376%27%20viewBox%3D%270%200%20501%20376%27%3E%3Crect%20width%3D%27501%27%20height%3D%27376%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-slowenien-triglav-nationalpark\/5_russische-kapelle.jpg\" alt=\"Russische Kapelle\" width=\"501\" height=\"376\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ab jetzt wurde es schwei\u00dftreibend. Der Aufstieg auf den Vrsic-Sattel, dem mit 1.611 m h\u00f6chsten Gebirgspass in Slowenien, war relativ steil, teilweise verlief der Weg \u00fcber m\u00e4chtiges Wurzelwerk. Immer wieder querten wir die besagte Stra\u00dfe, auf der jedoch kaum Verkehr war. Die Wolken hingen tief in den Berggipfeln, die Temperatur sank je h\u00f6her wir kamen. Nach ca. 1,5 Stunden war die H\u00fctte Erjavceva Koca auf 1.525 m erreicht (ganzj\u00e4hrig ge\u00f6ffnet), und nach weiteren 45 Minuten der Vrsic-Sattel. Wir wussten bereits, dass die H\u00fctte dort oben (Postarski Dom, 1.688 m) noch geschlossen hatte (die meisten H\u00fctten \u00f6ffnen erst im Juni) \u2013 etwas \u00fcberrascht waren wir von dem Schneefeld vor der H\u00fctte. Leichter Regen setzte ein, und wir fl\u00fcchteten unter ein Vordach, wo es das Mittagspicknick gab.<\/p>\n<p>Mutterseelenallein dort oben, die felsigen Berggipfel von d\u00fcsteren Wolken umrahmt \u2013 wie eindrucksvoll! Der weitere Weg f\u00fchrte uns \u00fcber den Sattel in ein Ger\u00f6llfeld, ziemlich schwierig zu gehen. Konnte das stimmen? Nein! Das GPS best\u00e4tigte dies und zeigte die richtige Richtung, und wir marschierten querfeldein den Ger\u00f6llhang hinunter, durch Wald und Wiesen in besagte Richtung. Jetzt f\u00fchrte der Alpe-Adria Trail durch angenehmen gr\u00fcnen Mischwald, immer bergab, bergab, bergab. An einem Punkt \u00f6ffnet sich der Wald und ein erster Blick ins Trenta-Tal tat sich auf &#8211; ehrf\u00fcrchtig blieben wir stehen und blickten in die Weite. Die im Reisef\u00fchrer beschriebene wilde Welt des Trenta-Tals lie\u00df sich erahnen. Nach einer weiteren Stunde Abstieg, st\u00e4ndig begleitet vom munteren Rauschen<\/p>\n<p>einesBergbaches, erreichten wir ein paar H\u00e4user. Diese war die letze Siedlung im Trenta Tal und gleichzeitig der Ort der So\u010da -Quelle. Der Flu\u00df So\u010da entspringt unter dem Steilhang des m\u00e4chtigen Bergs Mojstrovka, flie\u00dft lebhaft durch das enge Tal und m\u00fcndet nach 140 km in den Golf von Triest. Bekannt ist die gro\u00dfartig t\u00fcrkise So\u010da einerseits bei Kanuten ob ihrer herrlichen Kanustrecken, zum anderen \u2013 weniger sch\u00f6n \u2013 als blutige Frontlinie zwischen Italien und \u00d6sterreich-Ungarn im 1. Weltkrieg.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-slowenien-triglav-nationalpark\/7_erster-blick-instrenta-tal.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27501%27%20height%3D%27334%27%20viewBox%3D%270%200%20501%20334%27%3E%3Crect%20width%3D%27501%27%20height%3D%27334%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-slowenien-triglav-nationalpark\/7_erster-blick-instrenta-tal.jpg\" alt=\"Erster Blick ins Trenta-Tal\" width=\"501\" height=\"334\" \/><\/a>Wir erreichten die H\u00fctte an der So\u010da -Quelle (Ko\u010da pri izviru So\u010de, 886 m)\u00a0 mit schweren Beinen \u2013 wie herrlich, dort einzukehren, den Rucksack abzulegen und etwas auszuruhen. Wir entschieden, dort zu \u00fcbernachten und erst am n\u00e4chsten Tag nach Trenta Dorf zu laufen. Die Quelle wurde nat\u00fcrlich noch erkundet \u2013 so ohne Rucksack stieg es sich wunderbar leicht den felsigen Weg hinauf.<\/p>\n<p>Die H\u00fctte an der So\u010da -Quelle wird von drei Frauen bewirtschaftet. Die Verst\u00e4ndigung auf Englisch klappte mehr oder weniger gut; es reichte f\u00fcr das Wesentliche. Das Zimmer in der ersten Etage mit zwei Stockbetten war recht gem\u00fctlich, Waschbecken und Toilette gab es am Gang. Wir waren die einzigen G\u00e4ste im Haus. Das Abendessen konnten wir anhand bunter Foto-Speisekarten aussuchen \u2013 vier slowenische Gerichte gab es zur Auswahl. Eine \u00e4u\u00dferst gute Wahl waren die hausgemachten Struklji (gekochter Topfenstrudel).<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag f\u00fchrte uns der Weg immer an der zauberhaften So\u010da entlang, die munter \u00fcber Stock und Stein durch das malerische Trenta Tal flie\u00dft. Im R\u00fccken stets die majest\u00e4tischen Alpengipfel, vor uns das gr\u00fcne Tal mit der smaragdgr\u00fcnen So\u010da. Der Weg, gepr\u00e4gt von viel Wurzelwerk, verl\u00e4uft mal direkt am Fl\u00fcsschen entlang, mal etwas weiter in den Wald hoch. Es ist durchaus Konzentration erforderlich um nicht zu stolpern. Nach ca. einer Stunde passiert man einen Abzweig zum botanischen Garten \u201eAlpinum Julijana\u201c, nach rund zwei Stunden ist das Dorf Trenta erreicht. Hier lohnt der Besuch in dem gro\u00dfz\u00fcgig angelegten Nationalpark-Zentrum (Dom Trenta).<\/p>\n<p>Dort finden sich viele interessante Infos \u00fcber den Nationalpark sowie Angebote f\u00fcr diverse Touren in den Park, und die Mitarbeiter\/innen sprechen gut Englisch. Nach einem Rundgang schulterten wir die Rucks\u00e4cke wieder und schlossen uns erneut der So\u010da \u00a0an. Das eine oder andere St\u00fcck erleichterten wir uns den Weg, indem wir auf der wenig befahrenen Stra\u00dfe liefen. Waren wir doch deutlich schneller auf Teer im Vergleich zu dem Wurzelweg, der viel auf und ab ging. Als die M\u00e4gen knurrten, suchten wir uns ein idyllisches Pl\u00e4tzchen am Fluss. Ganz sch\u00f6n kalt, das Wasser des Gebirgsfl\u00fcsschens! Nach einem st\u00e4rkenden Picknick ging esflott weiter, und bald war der Ort So\u010da erreicht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-slowenien-triglav-nationalpark\/11_alpengipfel.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27501%27%20height%3D%27334%27%20viewBox%3D%270%200%20501%20334%27%3E%3Crect%20width%3D%27501%27%20height%3D%27334%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-slowenien-triglav-nationalpark\/11_alpengipfel.jpg\" alt=\"Alpengipfel\" width=\"501\" height=\"334\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nun stand die Entscheidung an \u2013 weitere 10 km bis Bovec marschieren, oder schon hier ein \u00dcbernachtungsquartier suchen? GPS wie Einheimische waren sich einig, dass es keine weiteren \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten bis Bovec gab. Wir beschlossen, kein Risiko einzugehen und in dem \u00d6rtchen zu \u00fcbernachten. Die Auswahl war nicht gro\u00df, ein Apartment war bald gefunden. Kaum hatten wir das Dach \u00fcber dem Kopf, donnerte ein wildes Gewitter los. Zufrieden mit unserer Entscheidung lie\u00dfen wir es toben, und als der Regen nachlie\u00df, spazierten wir zum einzigen Lokal im Ort. Gro\u00dfe Auswahl, netter Service, Preise auf deutschem Niveau.<\/p>\n<p>Die Bedienung machte das k\u00fchle Mai-Wetter verantwortlichf\u00fcr die wenigen G\u00e4ste im Trenta Tal. In der Tag hatten wir bisher kaum andere Wanderer getroffen. Auf dem R\u00fcckweg zum Apartment entdecke ich hinter der Kirche eine gro\u00dfe Anlage \u2013 einst zahlreiche Kriegsgr\u00e4ber, heute erinnern Steinkreuze und Gedenktafeln an die unz\u00e4hligen Gefallenen im 1. Weltkrieg. \u201eSchwurgetreu\u201c in Stein gemei\u00dfelt \u2013 die G\u00e4nsehaut kroch mir die Arme entlang. Sp\u00e4ter erfahren wir, dass der Platz hinter die Kirche ein Lazarett war \u2013 1.400 Soldaten half das nichts, sie verstarben und wurden auf dem Platz hinter der Kirche begraben. Ehrlich gesagt, gut geschlafen haben wir nicht im Apartment neben dem Soldatenfriedhof.<\/p>\n<p>Etwas ger\u00e4dert machten wir uns am n\u00e4chsten Morgen auf den Weg nach Bovec. Kurz hinter dem Ort f\u00fchrte eine H\u00e4ngebr\u00fccke \u00fcber die beeindruckende \u201egro\u00dfe Schlucht\u201c (Velika Korita So\u010de), wo sich das Wasser auf 750 m bis zu 15 mr tief in den Fels gegraben hat. Wir passierten Camp Klim, ein h\u00fcbscher weitl\u00e4ufiger Campingplatz, der auch Zimmer anbietet, liefen an einigen der typischen, mit Holzschindel gedeckten Trenta-H\u00e4usern vorbei, beobachteten Kanuten beim Einsetzen der Boote in den wilden Fluss und erreichten zur Mittagsstunde den Ortsrand von Bovec.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-slowenien-triglav-nationalpark\/12_gedenken-an-die-toten-im-1-wk_.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27501%27%20height%3D%27354%27%20viewBox%3D%270%200%20501%20354%27%3E%3Crect%20width%3D%27501%27%20height%3D%27354%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-slowenien-triglav-nationalpark\/12_gedenken-an-die-toten-im-1-wk_.jpg\" alt=\"Gedenken an die Toten im 1 Weltkrieg\" width=\"501\" height=\"354\" \/><\/a><\/p>\n<p>Vor Erreichen des Stadtzentrums f\u00fchrte uns der Weg durch gepflegte Camping-Anlagen, die vor allem Aktiv-Sportlern ein Domizil bieten. Nach einem kurzen knackigen Anstieg \u00f6ffnete sich vor uns die Hochebene von Bovec \u2013 ein herrliches Plateau auf ca. 500 H\u00f6henmetern. In dem sympathischen St\u00e4dtchen mit mediterranen Flair war schnell ein Lokal mit slowenischen Spezialit\u00e4ten gefunden (Gostisce Martinov hram), in dem ich \u201eFriska\u201c versuchte \u2013 eine Art slowenische Mais-Tortilla. Yammi, auch dieses Gericht sehr lecker! Bei dieser ausgedehnten Mittagspause diskutierten wir wie es weitergehen sollte: Noch einen Tag an der So\u010da \u00a0entlang auf dem Alpe-Adria Fernwanderweg? Wieder zur\u00fcck nach Kranjska Gora? Wenn ja, wie?<\/p>\n<p>Wir entschieden uns f\u00fcr letzteres, da der Wetterbericht f\u00fcr die kommenden Tage nicht allzu gut aussah. In der sehr gut sortierten Touristen-Information kl\u00e4rte sich schnell, dass der Weg mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln zu dieser Jahreszeit umst\u00e4ndlich und langwierig ist. Nur in der Hochsaison (Juli\/August) gibt es eine direkte Busverbindung von Bovec nach Kranjska Gora. Wir bissen also in den sauren Apfel und charterten einen privaten Shuttle \u00fcber die Touristen-Information, der uns f\u00fcr 60 Euro \u00fcber Italien (Tarvisio) in nur einer Stunde auf gut ausgebauten Stra\u00dfen zur\u00fcck nach Kranjska Gora brachte. Unser Auto wartete unversehrt auf uns, und der Himmel bescherte uns einen herrlichen Blick \u00fcber den Jerenza-See in die wilden Gipfel des Nationalparks \u2013 und wir waren doch ein wenig stolz, dass wir diese durchschritten hatten.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise konnten wir unser nettes Apartment vom Beginn der Woche (super Preis-Leistungsverh\u00e4ltnis!) nochmals beziehen. Fr\u00fch schliefen wir an diesem Abend ein, traumlos war die Nacht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-slowenien-triglav-nationalpark\/6_aussicht-vom-vrisc-pass.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27501%27%20height%3D%27334%27%20viewBox%3D%270%200%20501%20334%27%3E%3Crect%20width%3D%27501%27%20height%3D%27334%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-slowenien-triglav-nationalpark\/6_aussicht-vom-vrisc-pass.jpg\" alt=\"Aussicht vom Vrisc-Pass\" width=\"501\" height=\"334\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Tag zeigte sich, wie angek\u00fcndigt, regnerisch und k\u00fchl. Trotzdem wollten wir nochmals in die Bergwelt aufbrechen und unsere Bekanntschaft mit dem Berg machen, der dem Park seinen Namen gibt: Dem Triglav. Der \u201eDreikopf\u201c ist mit 2.864 Metern der h\u00f6chste Berg in Slowenien, und genie\u00dft landesweit gro\u00dfe Bekanntheit. Der Gipfel ist schwierig zu besteigen; die breite und 1000 Meter hohe Nordwand eine Herausforderung f\u00fcr professionelle Bergkletterer. Mit dem Auto l\u00e4sst es sich ziemlich weit heranfahren (ab Mojstrana bis zum Parkplatz an der H\u00fctte Aljazev Dom auf 1.015 m), was bei Nieselregen doch recht komfortabel war.<\/p>\n<p>Ein Rundweg von ca. zwei Stunden L\u00e4nge f\u00fchrt am Fu\u00dfe des Massivs entlang \u00fcber das Biwak \u201ePod Luknjo\u201c, und so l\u00e4sst sich auch als Nicht-Kletterer die Aura der gewaltigen Bergk\u00e4mme sp\u00fcren. Mutterseelenalleine marschierten wir in den Talkessel; das Poltern der herabfallenden Schneebretter an der Wand hallte wie Kanonendonner. Einmal mehr waren wir \u00e4u\u00dfert beeindruckt von der imposanten Bergwelt. Ein gro\u00dfartiger Abschlusstag, trotz Nieselregen und k\u00fchlem Wetter. Triglav, wir kommen wieder! Ob wir dann den Aufstieg \u00fcber die einfachere Route von S\u00fcden her wagen sollen?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-slowenien-triglav-nationalpark\/1_blick-in-die-bergwildnis-des-nationalparks.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload ngg-singlepic ngg-none aligncenter\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27501%27%20height%3D%27334%27%20viewBox%3D%270%200%20501%20334%27%3E%3Crect%20width%3D%27501%27%20height%3D%27334%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/gallery\/reisebericht-slowenien-triglav-nationalpark\/1_blick-in-die-bergwildnis-des-nationalparks.jpg\" alt=\"Blick in die Bergwildnis des Nationalparks\" width=\"501\" height=\"334\" \/><\/a><\/p>\n<p>Einreise und Zahlungsmittel<br \/>\nVisa: mit einem europ\u00e4ischen Pass ist kein Visa n\u00f6tig<\/p>\n<p>Geld: Euro, au\u00dferhalb der Nationalpark-Zentren keine EC- oder Kreditkartenzahlung m\u00f6glich<\/p>\n<p>Aktuelle Angaben zu Verkehrsverbindungen:<br \/>\nVerkehr in Slowenien: meist gut ausgebaute Stra\u00dfen, Autobahn (Maut), \u00f6ffentlicher Verkehr rund um den Nationalpark<\/p>\n<p>Anreise in den Nationalpark bzw. nach Kranjska Gora:<br \/>\n\u00fcber Villach \/ Wurzenpass (Landstra\u00dfe) bzw. Travisio (Italien) \u00fcber Autobahn<\/p>\n<p>Im Nationalpark:<br \/>\n\u00d6ffentlicher Verkehr im Nationalpark in der Hochsaison im Juli und August<\/p>\n<p>Unterk\u00fcnfte:<br \/>\nKranjska Gora \/ Ratece (ca. 6 km westlich von K.G.): Apartments &amp; Rooms Tempfer, keine eigene Internetseite, aber bei allen g\u00e4ngigen Booking-Portalen zu finden, sehr gutes Preis-Leistungsverh\u00e4ltnis<\/p>\n<p>H\u00fctte an der Soca-Quelle<br \/>\nApartments in Soca-Dorf<br \/>\nZeltplatz im Soca-Tal: Camp Klim (in der N\u00e4he des Orts Soca, direkt am Fluss)<\/p>\n<h5><strong>Kartenmaterial\/GPS: <\/strong><\/h5>\n<p>\u201eAlpe Adria Trail \u2013 Vom Gletscher ans Meer \u2013 Wandern im Garten Eden\u201c &#8211; 43 Etappen mit Karte und Unterk\u00fcnften, per Email kostenlos zu bestellen \u00fcber die Website http:\/\/alpe-adria-trail.com\/de\/<\/p>\n<p>GPS Kartenmaterial f\u00fcr Slowenien f\u00fcr ca. 40 Euro im Handel, zus\u00e4tzlich GPS-Daten zum Alpe-Adria Trail \u00fcber die Website http:\/\/alpe-adria-trail.com\/de\/<\/p>\n<p>Michael M\u00fcller, Slowenien, von Lore Marr-Bieger<\/p>\n<p>Wanderkarten in der Touristeninformation in Kranjska Gora gekauft:<\/p>\n<p>Kranjnska Gora \u2013 tourist map of destination, published by Kranjska Gora Toursit Board, Goedetski institut Slovenije (1:30 000), mit Alpe Adria Trail<\/p>\n<p>Julijske Alpe (Julische Alpen \u2013 Nationalpark Trigalv), Wanderkarte, Sidarta Verlag (1:50 000)<\/p>\n<h5><strong>Empfehlungen zur Vorbereitung. <\/strong><\/h5>\n<p>Ausr\u00fcstungstipps: festes Schuhwerk, Regensachen, Verpflegung f\u00fcr mittags, Kartenmaterial und GPS haben sich als gegenseitige Erg\u00e4nzung als sehr g\u00fcnstig herausgestellt<\/p>\n<p>Bei Reisen au\u00dferhalb der Hauptsaison keine vorherige Reservierung von Zimmern n\u00f6tig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eTriglav Nationalpark\u201c \u2013 schon mehrmals waren wir auf dem Weg nach Kroatien an dieser Autobahnausfahrt vorbeigekommen. 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