{"id":11152,"date":"2015-08-25T08:05:57","date_gmt":"2015-08-25T06:05:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/?p=11152"},"modified":"2024-06-21T14:00:08","modified_gmt":"2024-06-21T12:00:08","slug":"camp4-unterstuetzt-schuelerwanderung-norwegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/outdoor-szene\/allgemein\/camp4-unterstuetzt-schuelerwanderung-norwegen\/","title":{"rendered":"Eine Wanderreise ins Erwachsenwerden"},"content":{"rendered":"<p><strong>Rucks\u00e4cke gepackt. Wanderschuhe angezogen. Gesichter erwartungsvoll. Das letzte St\u00fcckchen Pizza runtergeschluckt und es ging los. Ab jetzt gab es nur Haferflocken zum Fr\u00fchst\u00fcck. Kein Handy, kein Smartphone, kein Tablet, ein Leben fernab von dem, was wir eigentlich gewohnt waren.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Nach 24 Stunden fahren und alles m\u00f6gliche singen von Whitney Houston, \u00fcber Adele bis Hannah Montana, kamen wir schon an. Wir waren an dem Ort, von dem wir vor einem halben Jahr nur getr\u00e4umt haben.<\/p>\n<p><em>10 Tage Norwegen, 10 Tage im Zelt, 10 Tage ohne Dusche und richtige Toilette, 10 Tage <\/em><em>ohne K\u00fchlschrank, Handy, Fernseher und Spielkonsole. \u00dcber 100 Marschkilometer und <\/em><em>insgesamt \u00fcber 1500 H\u00f6henmeter. Darauf haben sich 13 Sch\u00fcler der Schule an der <\/em><em>Jungfernheide eingelassen.<\/em><\/p>\n<p>Wir standen genau an dem Ort, von dem wir bisher Bilder gesehen hatten und an dem Ort, f\u00fcr den wir unz\u00e4hlige Marmeladengl\u00e4ser verkauft haben.<\/p>\n<p><em>Die Finanzierung erfolgte \u00fcber drei S\u00e4ulen: Sch\u00fclereigene Akquise, Elternbeitrag und Drittmittel. Die erste S\u00e4ule wurde zusammengetragen aus Kuchenverkauf,\u00a0 Pfandsammeln und Marmeladenverkauf. Die meisten Familien haben einen sozio\u2010\u00f6konomisch schwachen Hintergrund, der es ihnen nicht erm\u00f6glicht,\u00a0 Sonderanschaffungen wie Zelte, <a title=\"Den richtigen Trekkingrucksack gibt es auch hier im CAMP4 Webshop\" href=\"https:\/\/www.camp4.de\/wanderrucksaecke\/\">Rucks\u00e4cke <\/a>und <a title=\"Warme Schlafs\u00e4cke gibt es hier im CAMP4 Webshop\" href=\"https:\/\/www.camp4.de\/schlafsaecke\/\">Schlafs\u00e4cke <\/a>zu leisten. Hier ein Dank an das <a title=\"Wanderausr\u00fcstung gibt es hier im CAMP4 Webshop\" href=\"https:\/\/www.camp4.de\">CAMP4 <\/a>und <a title=\"Team Profil\" href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/camp4-team\/mathias-hascher\/\">Mathias Hascher,<\/a> er unterst\u00fctzte uns mit fachlicher Beratung und professionellem Equipment.<\/em><\/p>\n<p><strong>Ein anderes Leben<\/strong><\/p>\n<p>Und jetzt? Jetzt wurden wir von dem L\u00e4cheln der Sonne und den Glocken der Schafe aufgeweckt. Bezaubernde Aussichten, von denen man G\u00e4nsehaut kriegte, kaltes, klares Wasser, blauer Himmel und niemals ging die Sonne unter, das war unser Leben f\u00fcr die n\u00e4chsten zehn Tage.<\/p>\n<p><em>Es ist eine weitere Nacht in meinem Leben vergangen, nur war es die erste in Norwegen. Es <\/em><em>war wundersch\u00f6n, dass man gestern Abend da sa\u00df und dachte es sei vielleicht 19 Uhr\u00a0 und <\/em><em>dabei war es schon Mitternacht. Au\u00dferdem kann man mit der Luft hier und allem\u00a0 schlafen <\/em><em>wie ein Murmeltier. Als wir dann Morgengymnastik machten, merkte ich, dass es hier was <\/em><em>ganz anderes ist, als wenn ich jetzt morgens auf dem M\u00fcggelberg oder so meine \u00dcbungen <\/em><em>machen w\u00fcrde. <\/em><\/p>\n<p><em>Dann gab es was echt widerliches zum Essen, Haferschleim. Auch die kleinen <\/em><em>\u00c4pfel haben es nicht besser gemacht, nur mit Honig war es dann der Hammer. Und die Zeit <\/em><em>verging, die Dinge wurden erledigt, die Wanderer machten sich auf die Tour bereit und\u00a0 es <\/em><em>ging los!! Wir <a title=\"Wanderschuhe gibt es im CAMP4 Webshop\" href=\"https:\/\/www.camp4.de\/trekkingschuhe\/\">wanderten <\/a>hinter uns den Berg hinauf. Jeder auf seinem Tempo, Joel ist wie ein <\/em><em>Bergmensch da hoch gerannt und ich war immer ganz weit hinten. Das war manchmal <\/em><em>peinlich wenn die 15 Minuten auf mich gewartet haben. Zum Schluss ging es aber. <\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Nur musste Herr <\/em><em>G\u00fcndogdu uns in ein matschiges Gebiet f\u00fchren. Wo wir eine Ewigkeit im Wasser laufen <\/em><em>mussten bis wir eine trockene Stelle gefunden haben. Dort a\u00dfen wir\u00a0 Brot mit Nutella. Von <\/em><em>dort aus wanderten wir eine Weile durch den Schnee zur\u00fcck den wir anfangs extra gemieden <\/em><em>hatten. Aber irgendwie wussten wir jetzt, dass er ungef\u00e4hrlich war. Als wir immer weiter <\/em><em>runter gingen, kamen wir immer weiter von dem Kurs Richtung <a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/zelte\/\">Zelte<\/a> ab, weil wir nicht \u00fcber <\/em><em>den Bach kamen, und liefen deshalb lange nicht auf einem Wanderweg. <\/em><\/p>\n<p><em>Aber irgendwann <\/em><em>kamen wir wieder auf den Hauptweg und jeder hat ein paar <a title=\"Hochkalorische Trekkingkekse und Riegel gibt es im CAMP4 Webshop\" href=\"https:\/\/www.camp4.de\/trek-n-eat\/trekkingkekse.html\">Kekse\u00a0<\/a> bekommen. Wir gingen <\/em><em>nur uns waschen, Feuer machen und halt wichtig, essen\u00a0 aufsetzen. Es gab lecker Nudeln. (Tim Pieper 16 Jahre)<\/em><\/p>\n<p><strong>Den eigenen Gedanken zu h\u00f6ren<\/strong><\/p>\n<p>Auch w\u00e4hrend der Wanderungen, die meistens sechs bis neun Stunden dauerten, blieb man manchmal still und genoss den Moment.<\/p>\n<p><em>Heute hatten wir einen <a title=\"Sonnenh\u00fcte gibt es im CAMP4 Webshop\" href=\"https:\/\/www.camp4.de\/kopfbedeckungen\/\">sonnigen <\/a>Tag, sind wir zum See gewandert und waren da auch baden. <\/em><em>Wir hatten die Aufgabe bekommen auf dem R\u00fcckweg 10 Minuten vor dem Ziel einfach unseren <\/em><em>Gedanken zuzuh\u00f6ren (und nicht miteinander zu reden). Mein erster war, ob alle in der Gruppe <\/em><em>so denken wie ich. <\/em><\/p>\n<p><em>Hmmm, eigentlich die H\u00e4lfte des Weges hab ich einfach an nichts gedacht. <\/em><em>Doch der eine Gedanke an meine Familie, also meine Mutter, Schwester, Papa, Bruder&#8230; auf <\/em><em>dem Weg taten meine F\u00fc\u00dfe von der Wanderung weh, aber auch dern Schmerz wurde irgendwann ein beinah <\/em><em>angenehmes Gef\u00fchl. Denn ich wusste, dass ich <em>meinem Ziel <\/em>mit jedem Schritt n\u00e4her kam.\u00a0 <\/em><\/p>\n<p><em>Zur\u00fcck <\/em><em>zum Gedanken an meine Mutter: Ich vermisse sie, aber je mehr ich sie vermisse, desto mehr <\/em><em>freue ich mich auf den R\u00fcckweg und genie\u00dfe einfach die Tage in Norwegen.\u00a0 Eine Reise, bei <\/em><em>der die Sonne nie untergeht, bei der man an seine Grenzen kommt und Freude mit Menschen, <\/em><em>wie meiner besten Freundin, verbringen kann. Der Ausblick an jeder Wanderung ist einfach <\/em><em>unbeschreiblich und wundersch\u00f6n. Man kann nie am Ende seiner Gedanken sein, aber jetzt bin ich <\/em><em>angekommen. Ich bin am Ziel. (Julita Napieraj, 16 Jahre)<\/em><\/p>\n<p><strong>Geh an deine Grenze<\/strong><\/p>\n<p>Wir wollten von allem so viel wie m\u00f6glich mitnehmen, denn wir wussten, dass wir wahrscheinlich nie wieder den selben Weg laufen w\u00fcrden. Nat\u00fcrlich war es nicht immer leicht und oft hatten wir Heimweh, denn die Reise war kein Urlaub zum Entspannen, sondern eine Reise um uns zu testen, um zu sehen wie weit wir mit uns selbst gehen k\u00f6nnen und um herauszufinden, was eigentlich Worte wie \u201eein Team\u201c oder \u201eGrenze\u201c bedeuten.<\/p>\n<p><em>Ja, ich kam an meine Grenze und ja, es war unangenehm, aber zwischen all <\/em><em>den Tr\u00e4nen bin ich auch ein kleines bisschen froh, dass ich wei\u00df, wie weit ich gehen kann und <\/em><em>wo meine Grenzen sind, obwohl sie nicht so weit gehen&#8230;(Syuzan Stoyanova, 16 Jahre)<\/em><\/p>\n<p>Wenn man aber eine kleine Pause machte und sich zum tausendsten Mal die Landschaften dieses unbeschreiblichen Landes anschaute, wusste man, dass sich alles lohnte. Am Abend<br \/>\nmachten wir unser Feuer an, kochten Essen, dann spielten und a\u00dfen wir.<\/p>\n<p><em>Ein paar Wochen vor Norwegen hab ich noch \u00fcberlegt, ob es so &#8217;ne gute <\/em><em>Entscheidung war, aber jetzt bin ich so froh, dass ich dabei bin. Ich finde alles hier <\/em><em>ist so einmalig und ich finde es krass, dass es Lehrer gibt, die den ganzen Stress <\/em><em>auf sich nehmen, nur um uns so etwas zu erm\u00f6glichen, ich glaub nicht, dass <\/em><em>jemand hier dieses Erlebnis je vergessen wird. (Nancy Adamoschek, 15 Jahre)<\/em><\/p>\n<p><strong>Kein ICH, nur WIR<\/strong><\/p>\n<p>Da wo die Sonne nie unterging, konnten wir leider kein Verstecken spielen. Man hatte dieses Zeitgef\u00fchl nicht, das dir immer sagt \u201eokay, jetzt bist du m\u00fcde, jetzt sollst du schlafen\u201c. Wir konnten stundenlang Singen und Lachen. Oft wurde Franks Wiese von den Funken vom Feuer verbrannt, daf\u00fcr entschuldigen wir uns dann herzlich bei ihm.<\/p>\n<p>Hier gab es kein \u201eich\u201c. Hier gab es nur \u201ewir\u201c. \u201eWir\u201c, die mit den Schafen kommunizierten, in eiskaltem Wasser duschten und durch Schnee, \u00fcber Wasserf\u00e4lle, steile Wege und durch Schlamm wanderten. \u201eWir\u201c, die ihre Grenze auf irgendeine Art und Weise gefunden und ihre \u00c4ngste \u00fcberwinden haben.<\/p>\n<p><em>Mit norAway haben wir den Schwerpunkt Lernen aus dem Klassenzimmer hinaus in die <\/em><em>Berge Norwegens verlegt. Bei diesem Projekt sollten die Sch\u00fcler an ihre psychischen <\/em><em>und physischen Grenzen sto\u00dfen, um \u00fcber sich selbst hinauswachsen zu k\u00f6nnen. Der Teamgedanke spielte dabei eine ausschlaggebende Rolle. Jeder kam w\u00e4hrend <\/em><em>des Projektes an den Punkt, an dem die eigenen Bed\u00fcrfnisse hinter die der Gruppe gestellt <\/em><em>werden mussten. <\/em><\/p>\n<p>Dieses &#8222;wir&#8220;, das nie vergessen werden wird. Unbeschreiblich. Traumhaft. Verbindend: norAway \u2013 bis an deine Grenze.<\/p>\n<p>Ein Text von: Syuzan Stoyanova und den Sch\u00fclern der Schule an der Jungfernheide<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rucks\u00e4cke gepackt. Wanderschuhe angezogen. Gesichter erwartungsvoll. Das letzte St\u00fcckchen Pizza runtergeschluckt und es ging los. 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