{"id":10247,"date":"2015-02-23T11:37:19","date_gmt":"2015-02-23T09:37:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/?p=10247"},"modified":"2024-06-26T13:33:13","modified_gmt":"2024-06-26T11:33:13","slug":"reisebericht-ozeanien-melanesien-vanuatu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/reiseberichte\/reisebericht-ozeanien-melanesien-vanuatu\/","title":{"rendered":"Vanuatu \u2013 von Vulkanen und Kannibalen!"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1248px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p><strong>2010 haben wir unseren Beruf f\u00fcr ein Jahr gegen die Berufung Weltenbummeln eingetauscht. \u00dcberland sind wir von Mannheim durch Zentralasien bis nach Indien gereist. Mit einem kurzen Abstecher in \u00a0Malaysia ging es nach Australien und von dort Mitte Oktober f\u00fcr drei Wochen nach Vanuatu , wovon wir bis dato so gut wie nichts wu\u00dften&#8230;<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Andere Reisende hatten uns von abenteurlichen Vulkanbesteigungen und liebenswerten Menschen, abseits der \u00fcblichen Touristenpfade erz\u00e4hlt. Mit dem damals noch erh\u00e4ltlichen Air Pacific Pass sind wir f\u00fcr \u00fcberschaubares Geld von Australien nach Vanuatu, dann nach New Zealand und im Verlauf weiter auf die Cook Inseln gereist.<\/p>\n<p>Dieser Airpass ist seit 1\/2013 leider nicht mehr erh\u00e4ltlich. Unser Abenteuer Vanuatu begann in Perth\/ Australien, wo ich am letzten Tag vor Abflug in einem Bookstore die perfekte Reiselekt\u00fcre fand: The Happy Isles of Oceania von Paul Theroux!<\/p>\n<p><strong>Welkam in Melanesien<\/strong><\/p>\n<p>5 \u00bd Std. Flug hatten uns in der Nacht von Perth nach Sydney gebracht und weitere 3 \u00bd Std. Flug nach Melanesien- Vanuatu! Ein souver\u00e4ner Inselstaat der bis 1980 Neue Hebriden genannt wurde und sich\u00a0 mit 83 Inseln \u00fcber 1300 km des S\u00fcdpazifiks erstreckt .<\/p>\n<p>Zur Begr\u00fc\u00dfung spielte am Flughafen eine \u201eString-Band\u201c mit gro\u00dfen Bl\u00fctenketten um den Hals und wilden Locken auf dem Kopf. \u201e Welkam\u201c steht in gro\u00dfen Buchstaben \u00fcber dem Zoll- kein Schreibfehler- eben \u201eBislama\u201c -Pidgin Englisch!<\/p>\n<p>Unser kleines Hotel \u00a0liegt direkt am Strand samt H\u00e4ngematte zwischen Palmen. Und die Stadt- Port Vila- ist mit dem Minibus in zehn Minuten zu erreichen. Der Markt quillt \u00fcber mit Maniok, Yams und Kawa Wurzeln, Bananen, Papaya und bunten Blumen. Die Frauen in langen, bunt bedruckten Kleidern, bieten lachend und schwatzend ihre Ware an.<\/p>\n<p>Feilschen und Handeln gibt es in der Ni-Van Kultur nicht- alles hat einen fixen Preis. An einer Ecke des Marktes entdecken wir die ersten Frauen die Laplap verkaufen- das Ur- Pazifik- Gericht: Eine Paste aus diversem Wurzelgem\u00fcse, meist Maniok oder S\u00fc\u00dfkartoffel enthaltend, wird dick auf Bananenbl\u00e4ttern aufgetragen, in diese eingeschlagen und anschlie\u00dfend im Erdofen durch heisse Steine gegart. Leider war der 1. Versuch nicht allzu \u00fcberzeugend und die Toilette in der Nacht unser gr\u00f6\u00dfter Freund ;-(.<\/p>\n<p><strong>Auf nach Tanna<\/strong><\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag hie\u00df es erst einmal, unsere Flugtickets zu den \u201eOuter Islands\u201c zu organisieren. Definitiv wollten wir nach Tanna, um den aktiven Vulkan Mt. Yasur zu besteigen und dann noch nach Ambrym.<\/p>\n<p>Die Arbeitsmoral der Air Vanuatu Agentur hatte uns einige Nerven und Zeit gekostet, aber letzten Endes standen wir tags darauf mit unseren Tickets in der Tasche und zehn kg Gep\u00e4ck pro Person am Domestic Flughafen. Mit Versp\u00e4tung und mulmigem Gef\u00fchl stiegen wir zusammen mit 15 anderen Passagieren in die Propellermaschine ein und ohne weitere Komplikationen auf Tanna deutlich erleichtert auch wieder aus.<\/p>\n<p>Die einzigen \u201eWei\u00dfen\u201c mit an Bord waren ein kanadisches Arzt-Ehepaar samt ihrer drei Kinder, die f\u00fcr acht Monate das Insel-Krankenhaus auf Tanna betreuen. Tanna, eine der gr\u00f6\u00dferen Inseln des Archipels und nebst Efate (der Hauptinsel) und Santo, die eigentlich touristisch erschlossenste &#8211; dachten wir zumindest.<\/p>\n<p>Die Kanadier boten uns einen Lift in die \u201eStadt\u201c an, den wir dankend annahmen- auf der Ladefl\u00e4che eines 4&#215;4 Trucks, dem Standarttransportmittel. Bereits die Hauptstrasse vom Flughafen nach Lenakel, der Hauptstadt, war nicht asphaltiert und der Staub hatte sich in Sekunden in Haaren und Kleidern festgesetzt.<\/p>\n<p>Sie empfahlen uns ein kleines Hotel direkt am Strand, wo wir am Abend mit leckerem Fischcurry bekocht wurden. Tropen und Subtropen haben so ihre ganz eigene Zimmerdynamik. Sprich: Man mietet ein Doppelzimmer und unabh\u00e4ngig von der Preiskategorie bekommt man die mitbewohnende kleine Zimmerratte f\u00fcr umme dazu, nebst Geckos und Mosquitos, die leider in Vanuatu Malaria verseucht sind.<\/p>\n<p><strong>Erster Blick auf den Vulkan Yasur<\/strong><\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag wanderten wir nach Lenakel, durch Dschungelpfade und Palmenhaine und unter riesigen Banyanb\u00e4umen entlang. Da Sonntag war, war die \u201eStadt\u201c verwaist und wir haben das kleine Krankenhaus der Kanadier besucht. Montag ist Markttag- und so kommen auch viele Einheimische der anderen Inselseite zu Besuch.<\/p>\n<p>In einem gro\u00dfen Tankschiff im Hafen gibt es sozusagen einen Drive In Supermarkt, normale Gesch\u00e4fte gibt es nicht. Selbst Trinkwasser wurde bereits in Lenakel zum Problem und wir waren mehr als dankbar \u00fcber unseren Steripen: Sterilisiertes Trinkwasser in 90 Sek. dank UV Licht!<\/p>\n<p>Vom Marktplatz aus konnten wir uns eine Fahrt auf die andere Seite der Insel zu besagtem Yasur Vulkan organisieren. 2 \u00bd Std. waren wir mit dem Truck durch tiefsten Dschungel und unwegsamen Pfaden unterwegs. An einer Stelle war ein Truck liegen geblieben- mehr als unterschenkeltief standen alle im Schlamm,, beim Versuch den Truck zu bergen.<\/p>\n<p>Yasur ist einer der wenigen leicht zug\u00e4nglichen aktiven Vulkane der Welt. Man kann in der Tat bis an den Kraterrand wandern, l\u00e4\u00dft die Beine in die Kaldera baumeln und wartet, da\u00df alle 3-4 Minuten ein Lavafeuerwerk den Himmel erhellt. Man sollte sich keine Gedanken dar\u00fcber machen, wenn ab und zu die Erde bebt oder man durch eine heftigere Eruption dezent per Luftdruck nach hinten gesto\u00dfen wird ;-)) Sicherheitsma\u00dfnahmen- wie wir auch sp\u00e4ter noch merken sollten- gibt es in diesem Land nicht!<\/p>\n<p><strong>Geld und Gier verdirbt auch hier den Charakter<\/strong><\/p>\n<p>Die Nacht verbrachten wir einmal mehr mit einer kleinen Ratte im Bungalow, die sich doch sehr \u00fcber unsere Kekse als Mitbringsel gefreut hat. N\u00e4chtliche Toiletteng\u00e4nge geh\u00f6ren auch hier mit zu unseren beliebtesten Erinnerungen, wo man im Schein der Taschenlampe nach allerlei Kriech- und Spinnengetiers Ausschau h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten zwei Tage verbrachten wir in Port Resolution, im sogenannten Yachtclub. Unsere Sorge, ob unsere Kleidung ausreichend kultiviert sei, war ein wenig unbegr\u00fcndet- grins. Wieder einmal war ein netter Bambusbungalow mit Outdoor Waschbecken das \u201eBeste\u201c Hotel vor Ort und wir zun\u00e4chst die einzigen Touristen.<\/p>\n<p>Ein Besuch der Sharksbay mit seinen gelben Riffhaien und ein Handschlag des \u201eChiefs\u201c- dem H\u00e4uptling- haben unseren Tannabesuch nach kurzem unsch\u00f6nen Zwischenspiel ( auch auf dieser Seite der Welt verdirbt Geld und Gier den Charakter) wieder aufgeheitert und wir sind nach abenteuerlicher R\u00fcckfahrt \u00fcber die Insel zur\u00fcck nach Efate geflogen.<\/p>\n<p>Zwei Tage Erholung in der Zivilisation standen auf dem Programm und ein wenig mulmig war uns schon bei dem Gedanken, da\u00df Tanna ja eigentlich touristisch war und uneigentlich wir diese f\u00fcnf Tage nicht wirklich \u201etouristisch\u201c verbracht hatten. Was sollte uns da erst auf Ambrym erwarten? Wirklich ausf\u00fchrlich war unser Reisef\u00fchrer bez\u00fcglich der Vulkanbesteigung auch nicht gerade.<\/p>\n<p><strong>\u201eyou should be fit\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Bei vier verschiedenen Routen wurde unsere ab Meltungen als \u201cmoderate hike\u201c beschrieben und mit \u201eyou should be fit\u201c kommentiert. Die Recherche im Internet ergab nur, da\u00df es wohl anstrengend sei, hierbei wurde jedoch immer dieselbe Route beschrieben und leider eben nicht die unsrige.<\/p>\n<p>Oder die Tour wurde als Expedition f\u00fcr teuer Geld vermarktet, was uns initial ehrlich gesagt wieder ein wenig schmunzeln lie\u00df. Wir haben in den letzten Jahren sooft Touristen getroffen die laut von ihren teuren, aufwendig organisierten \u201eExpeditionen\u201c berichteten- vieles davon haben wir in Eigenregie ohne Expeditionsaufkleber bereits bereist oder erlebt- aber es ist eben immer eine Frage der Darstellung und Selbstwahrnehmung. Nichtsdestotrotz, dachten wir auch dieses Mal, ist es eben nur eine Frage der Betitulierung!<\/p>\n<p>An einem Samstag ging dann unser Flug nach Ambrym-wieder eine 15 Mann- Propellermaschine. Im Landeanflug die beiden Vulkane Benbow und Marum leider im Nebel und unter uns eine Graslandebahn, \u00fcber die wir bei der Landung mehr geschlittert als gerollt sind. Die Vorzeichen waren von der 1. Minute an einfach auf Abenteur pur eingestellt und wir ehrlich das 1. Mal auf dieser Reise skeptisch ob dieses Projekt so wirklich das Wahre ist.<\/p>\n<p><strong>Grasr\u00f6cke und Penisk\u00f6cher<\/strong><\/p>\n<p>Da\u00df man die Insel nicht von Nord nach S\u00fcd, bzw. von West nach Ost auf einer \u201eStrasse\u201c durchqueren kann, hatten wir zwar realisiert, uns aber ehrlich gesagt keine weiteren Gedanken dazu gemacht.<\/p>\n<p>Fakt ist: Auf der ganzen Insel gibt es insgesamt nur sieben Trucks, keine Stra\u00dfen, nur Pisten durch tiefsten Urwald, die mit vor dem Truck laufenden M\u00e4nnern und Macheten immer wieder frei geschlagen werden, keine gemauerten H\u00e4user- nur Strohh\u00fctten, eine handvoll Luxush\u00e4user mit betoniertem Fundament, kein Strom, au\u00dfer einige wenige Familien mit Generatoren und seit ca. 15 Jahren westliche Bekleidung, davor gab es die traditionellen Grasr\u00f6cke und Penisk\u00f6cher.<\/p>\n<p>Nachdem ein einziger Rucksack nebst K\u00f6rben, H\u00fchnern und Gem\u00fcse aus dem Flieger ausgeladen waren, haben wir noch kurz zum Abschied gewunken- in neun Tagen sollten wir von hier wieder abgeholt werden.<\/p>\n<p>Auf der R\u00fcckfl\u00e4che eines Trucks ging es samt unz\u00e4hligen Taschen, Menschen und H\u00fchnern Richtung Baiap, einem Dorf am Meer. Der Truck kam nicht weit, als er das 1. Mal im Morast und dem tiefen Wurzelwerk steckenblieb. Eine kleine Armada an jungen M\u00e4nnern, mit Macheten und Schaufeln best\u00fcckt, sprang vom Truck und machte sich sofort daran, das Fahrzeug wieder in eine fahrt\u00fcchtige Position zu bringen.<\/p>\n<p><strong>Kleines Dorf am Meer: Baiap<\/strong><\/p>\n<p>Knapp drei Stunden sp\u00e4ter, um unz\u00e4hlige blaue Flecken an allen K\u00f6rperteilen bereichert, kamen wir in dem kleinen Dorf am Meer an. Das Guesthouse g\u00e4be es nicht mehr- erz\u00e4hlt man uns dann- wir k\u00f6nnten aber im Gemeindehaus \u00fcbernachten und w\u00fcrden von den Frauen des Dorfes mit Essen versorgt werden.<\/p>\n<p>Prima- dachten wir und arrangierten mit dem Truckfahrer, da\u00df er uns zwei Tage sp\u00e4ter hier wieder abholen sollte, um ins Inselinnere zu fahren, dem Ausgangspunkt f\u00fcr unsere Vulkanbesteigung. Zwischenzeitlich hatten die Dorffrauen das Gemeidehaus frisch gekehrt und mit Strohmatten ausgelegt. Gott sei dank hatten wir unser eigenes Moskitonetz dabei!<\/p>\n<p>Am Abend gab es frischen Laplap, der diesmal richtig lecker war und Regenwasser, das in einer gro\u00dfen Zisterne in der Dorfmitte gesammelt wurde. Wie oft wir in den letzten Tagen um unseren Steripen dankbar waren k\u00f6nnen wir gar nicht sagen! \u201eGeduscht\u201c wurde im Meer, und die Toilette war mit Holzsitzbalken ausgestattet- zart besaitete h\u00e4tten da ihr Leid gehabt :-).<\/p>\n<p>Am Abend f\u00fcllte sich der Himmel mit pr\u00e4historisch aussehenden Miniflugsauriern: Hunderte von Flughunden kreischten durch die Luft und suchten sich den besten Mangobaum zum Pl\u00fcndern aus. In dem kleinen Ort verging die Zeit schnell und zwei Tage sp\u00e4ter stand p\u00fcnklich der Truck vor unserer H\u00fctte um uns nach Meltungen zu bringen.<\/p>\n<p><strong>So sch\u00f6n kann Luxus sein<\/strong><\/p>\n<p>Dort gab es Luxus pur: Eine Regenwasserdusche! Oh wie haben wir uns gefreut! Am n\u00e4chsten Tag sollte es, sofern es nicht in Str\u00f6men regnete, zu den Vulkanen hinauf gehen, \u00fcber Nacht wollten wir in den \u201eAshplains\u201c campen und am n\u00e4chsten Morgen die 20 km zur\u00fcck laufen. Unser eigenes Zelt hatten wir dabei, feste Wanderschuhe eh, leere Wasserflaschen hatten wir vorsorglich mitgenommen, da wir wu\u00dften, da\u00df es dort oben keine Wasserquellen gibt, ebenso Essen. Somit waren wir bestens ausger\u00fcstet.<\/p>\n<p>Nachdem wir acht Liter Regenwasser auf unsere Flaschen verteilt hatten, entschieden wir uns (im nach hinein Gott sei Dank) zum Guide zus\u00e4tzlich noch einen Tr\u00e4ger dazu zunehmen, soda\u00df unsere kleine \u201eExpeditionsgruppe\u201c letzten Endes aus vier \u201eTeilnehmern\u201c bestand ;-).<\/p>\n<p>Initial sollte uns der Truck zum Ende der \u201eStra\u00dfe\u201c bringen. Vier zus\u00e4tzliche M\u00e4nnern, alle mit Macheten best\u00fcckt, waren Begleittrupp, um die \u201eStra\u00dfe\u201c vor unserer Nase \u00fcberhaupt erst befahrbar zu machen- sprich: Wir IM Truck- die M\u00e4nner VOR dem Truck, Schneisen in das undurchdringliche Dschungelgestr\u00fcpp schlagend. Die \u201eStrasse\u201c war dann auch relativ schnell zu Ende- die Fahrt ging jedoch in einem ausgetrockneten Flu\u00dfbett weiter.<\/p>\n<p>Wenn wir dachten, Ger\u00f6llfelder und umgest\u00fcrzte B\u00e4ume w\u00fcrden jeden Moment die Fahrt dann entg\u00fcltig beenden, so hatten wir uns get\u00e4uscht. Immer wieder sprangen die vier M\u00e4nner von der Ladefl\u00e4che des Trucks, um den Weg weiter entlang des Creeks zu bahnen.<\/p>\n<p>Nach drei Stunden war dann jedoch endg\u00fcltig Schlu\u00df. Am n\u00e4chsten Tag wollte man uns um 13.00h wieder abholen und ab nun ging es zu Fu\u00df langsam aber stetig bergauf, immer weiter den trockenen Flu\u00dflauf entlang.<\/p>\n<p><strong>Jetzt geht es nur noch aufw\u00e4rts<\/strong><\/p>\n<p>Gott sei Dank war es bew\u00f6lkt und die Sonne konnte nicht mit ihrer ganzen Kraft auf uns niederbrennen. Der schwarze Lavaboden war auch ohne direkte Bestrahlung hei\u00df genug. Nach 1 \u00bd Std.bergauf \u00a0kam der 1. schwei\u00dftreibende Kletteranstieg, der uns nach einer \u00bd Stunde auf den Grat der Hauptkaldera bringen sollte.<\/p>\n<p>Stutzig wurden wir, als der Guide sagte, Mt. Marum k\u00f6nnte man noch gar nicht sehen. Statt dessen sahen wir Mt. Benbow und ein Meer aus tief zerkl\u00fcfteter Landschaft mit scharfkantigen, sich aneinander reihenden Graten und steil abfallenden Schluchten. Wie sollten wir denn je dieses \u201e Meer\u201c durchdringen? Bei genauerem Hinsehen gab sich ein handbreiter Pfad auf einem Grat zu erkennen, der zun\u00e4chst in die Tiefe und auf der anderen Seite wieder zur Spitze verlief.<\/p>\n<p>Einzelne trockene \u00c4ste waren alle km auf den jeweils h\u00f6chsten Gratpunkten versenkt und markierten den Weg. Loses Ger\u00f6ll wechselte sich mit Lavaasche und verbackenem Gestein ab, wo unser Guide mit der Machete Trittl\u00f6cher einschlug, um wenigstens einen gewissen Halt zu bekommen- rechts und links ging es hunderte von Metern in die Schluchten hinab.<\/p>\n<p>In der Weite konnte man die Aschefelder erkennen- dort wollten wir hin- das Schlimmste war also \u00fcberstanden- dachten wir. Eine weitere Stunde sp\u00e4ter kletterten wir auf allen Vieren zum Zigstenmal in eine Schlucht. Endlich kamen wir dem Aschefeld n\u00e4her. Eine halbe Stunde bergab und wieder eine Stunde bergauf- und dann? Befand sich eine massive Felswand in Form der Kaldera von Mt. Benbow vor uns und der Guide meint nur, da m\u00fcssen wir jetzt hoch, als wir schon lange dachten, jetzt m\u00fc\u00dfte aber langsam der Zeltplatz kommen!<\/p>\n<p><strong>Vertikaler Aufstieg, kein Scherz!<\/strong><\/p>\n<p>Irgendwie sah das von unten alles noch gar nicht so schlimm aus- vielleicht hatten wir aber zu diesem Zeitpunkt einfach auch alles nur noch bedingt realisiert. Fakt war: Es folgte ein einst\u00fcndiger, zum Teil fast vertikaler Kletteraufstieg, ohne Sicherung, ohne alles. Freier Fall nach rechts, nach links und hinten, hunderte von Metern tief. Im Nachhinein nicht mehr vorstellbar, da\u00df da das Gehirn nicht einfach \u201eStop\u201c gefunkt hat und wir umgekehrt sind. Aber wir wollten ja die Lavaseen sehen!<\/p>\n<p>Auf der Spitze der Kaldera angekommen, wurden wir erstmal mit einer mehr als atemberaubenden Aussicht belohnt. Atemberaubend doppeldeutig: Schwefeld\u00e4mpfe trieben uns Tr\u00e4nen in die Augen und Husten in den Hals! Ungl\u00e4ubig starrten wir den Bergabhang, den wir da gerade ungesichert heraufgeklettert waren hinab.<\/p>\n<p>Andreas dachte zu diesem Zeitpunkt immer noch, unsere zwei Jungs h\u00e4tten sich einen Scherz erlaubt, als sie sagten, am Folgetag m\u00fcssten wir den gleichen Weg wieder zur\u00fcck gehen. Es sollte kein Scherz sein! Auf dem schmalen Kraterrand wanderten wir dann auf die gegen\u00fcberliegende Seite, wo wir 40 min. sp\u00e4ter den Abstieg begingen.<\/p>\n<p>Das Lavager\u00f6ll war so lose und schlittrig, da\u00df ich im wahrsten Sinne des Wortes dank meiner Wanderst\u00f6cke wie auf Miniskiern mit meinen Wanderschuhen zum Teil \u201eherunterfahren\u201e konnte. Am sp\u00e4ten Nachmittag erreichten wir ersch\u00f6pft das Aschefeld, wo wir in gefahrenfreier Zone unsere Zelte aufschlagen konnten. Nach kurzer Mittagspause ging es dann noch einmal eine knappe Stunde weiter zum Marum Vulkan.<\/p>\n<p>Der Lavasee war letzten Endes nur noch halb so beeindruckend auf Grund der Erlebnisse der letzten sieben Stunden muss man sagen. Die Lava Eruptionen des Yasur auf Tanna sind sicherlich spektakul\u00e4rer. Nichtsdestotrotz sind wir an diesem Abend gl\u00fccklich und ersch\u00f6pft, aber auch mehr als besorgt in unserem Zelt eingeschlafen. Immer mit dem Gedenken, am n\u00e4chsten Morgen das Ganze r\u00fcckw\u00e4rts bew\u00e4ltigen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Nerv\u00f6se Guides beim Abstieg<\/strong><\/p>\n<p>Dankbar um unseren Schlafsack, in der Nacht wurde es eisekalt, sind wir im Morgengrauen aufgestanden. Der Aufstieg durch das lose Ger\u00f6ll eine Qual: Zwei Schritte vor, ein Schritt zur\u00fcck gerutscht. Zudem hatte es angefangen zu regnen, alles lag in tiefen Nebelwolken, der Boden schl\u00fcpfrig und schlichtweg der Weg entlang des Kratergrades gef\u00e4hrlich und bei genauem hinsehen- lebensgef\u00e4hrlich. Der eigentliche Abstieg stand uns noch bevor.<\/p>\n<p>Unser Guide und Tr\u00e4ger wurden immer nerv\u00f6ser und haben immer nur gesagt \u201edanger-danger\u201c-\u201c slowly slowly\u201c- \u201erain no good!\u201c Wir hatten jedoch keine andere Wahl- 2 l Trinkwasser waren noch \u00fcbrig- warten auf besseres Wetter in anbetracht der tief h\u00e4ngenden Wolken keine wirkliche Alternative- also im wahrsten Sinne des Wortes \u201e Augen zu und durch!\u201c<\/p>\n<p>Letzten Endes sind wir heile den Berg wieder hinunter gekommen und auch aus dem Aschefeld heraus. Als der Truck uns um 13.00h p\u00fcnktlich in Empfang nahm, waren wir mehr als froh- dies war mit Abstand unser bisher gef\u00e4hrlichstes Abenteuer in unserem ganzen Reiseleben- und soo beim besten Willen nicht geplant!<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter erfuhren wir in unserem letzten Dorf Craig Cove, da\u00df die Strecke ab Meltungen die gef\u00e4hrlichste Route und im Regen nicht begehbar sei. Gesagt hatte uns das leider im Vorfeld niemand im Dorf und unser Reisef\u00fchrerbuch (\u201eLP\u201c, laut Dorfbewohnern h\u00e4tte der Autor die Route selbst nicht begangen sondern nur Interviews gef\u00fchrt) hatte an dieser Stelle kl\u00e4glich versagt.<\/p>\n<p><strong>Leben mit einem Mangobaum<\/strong><\/p>\n<p>Die letzten zwei Tage verbrachten wir wieder in Meeresn\u00e4he, Craig Cove. Im Kreise einer Familie waren wir von unz\u00e4hligen H\u00fchnern, Schweinchen und Hunden- vor allem Flug-Hunden umgeben. Ein gro\u00dfer Mangobaum bildete das Zentrum des kleinen Dorfes.<\/p>\n<p>Das Gezetere der Flughunde in der Nacht aus dem Mangobaum heraus, erinnert stark an die kleinen Gremlins der 80`- insbesondere dann, wenn immer wieder ein Flughund beim Pfl\u00fccken einer Mango abst\u00fcrzt, aufs Wellblechdach \u00fcber dem Bett einschl\u00e4gt und sich kreischend an der Kante entlang hangelt- wir haben Tr\u00e4nen gelacht.<\/p>\n<p>Am Morgen sah der Boden unter dem Mangobaum jedesmal wie nach einer gro\u00dfen Schlacht aus, und jeden Morgen hat die 87-j\u00e4hrige Oma den Platz unter dem Baum gekehrt, bevor sie sich in ihre Ecke verzogen hat, um mit ihren erstaunlich flinken Fingern unz\u00e4hlige Dachteile aus Palmbl\u00e4ttern zu flechten- Tag f\u00fcr Tag!<\/p>\n<p>Das Haus in dem wir schliefen hatte, ganz fortschrittlich, ein Wellblechdach, um Regenwasser zu sammeln, das dann in ein Becken weitergeleitet wurde. Von dort wurde dann in Eimern das Wasser, sei es zum Waschen oder zum Trinken, geholt.<\/p>\n<p>Den Kochkurs, den wir erhielten, l\u00e4\u00dft sich leider mangels Landkrebsen und Bananenbl\u00e4ttern zu Hause nur schwierig nachkochen- aber immerhin- haben sich die ehemaligen Kannibalen auf eine neue Nahrungsquelle umgestellt!<\/p>\n<p>Auf der Nachbarinsel Malekula gab es noch nachgewiesenerma\u00dfen bis in die 80-er Jahre Kannibalismus und da sollte eigentlich auch noch unser Weiterflug hingehen! Aber in anbetracht der neunt\u00e4gigen Robinson Crusoe Tour und nun der Aussicht auf drei Tage \u201eUrlaub\u201c mit Dusche, kaltem Bier und Internet haben wir uns dann doch dazu animiert, direkt auf die Hauptinsel zur\u00fcckzufliegen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich braucht man ja auch noch ein paar Ziele f\u00fcr das n\u00e4chste Mal!<\/p>\n<\/div><div class=\"awb-gallery-wrapper awb-gallery-wrapper-1 button-span-no\" style=\"--more-btn-alignment:center;\"><div style=\"margin:-5px;--awb-bordersize:0px;\" class=\"fusion-gallery fusion-gallery-container fusion-grid-3 fusion-columns-total-14 fusion-gallery-layout-grid fusion-gallery-1\"><div style=\"padding:5px;\" class=\"fusion-grid-column fusion-gallery-column fusion-gallery-column-3 hover-type-zoomin\"><div class=\"fusion-gallery-image\"><a href=\"https:\/\/www.camp4.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/20101123_204.jpg\" rel=\"noreferrer\" data-rel=\"iLightbox[gallery_image_1]\" class=\"fusion-lightbox\" target=\"_self\"><img 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