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Testbericht: Isoliergefäße – Thermoskannen, Foodcontainer und Thermobecher

Wie bekomme ich mein Essen und Trinken bei der kalten Jahreszeit warm über den Tag? Die Fragen stellten wir uns für Euch und haben verglichen. Thermosflaschen, -becher und -essensbehälter im Vergleich.

Aufbau moderner Isolierflaschen.

Bereits im Frühjahr haben wir unsere Thermoskannen getestet. Im Herbst herrschen wieder ähnliche Bedingungen.

Für unseren Vergleichstest haben wir die 3 Kategorien unterteilt.

  • Thermobecher
  • Essensbehälter (oft als Foodcontainer bezeichnet)
  • Thermosflaschen (Isolierflaschen)

In jeder Kategorie haben wir Produkte verglichen. Gemessen wurde jeweils nach 2 ½ und 5 Stunden. Dies ist ungefähr die relevante Zeitspanne bis zur Mitte des Tages, in der ein Großteil der Lebensmittel konsumiert wird. Für Isolierflaschen legten wir die Latte ein wenig höher, in diesen soll auch noch am Nachmittag der Kaffee heiß sein. Hier testeten wir bis zu 24 Stunden.

Angetretene Firmen:

  • HydroFlask
  • Thermos
  • Tatonka
  • GSI
  • Contigo
 Unser erster Test

GSI Microlight, HydroFlask Wide Mouth, Thermos King Mug

Thermobecher: Verglichen haben wir bei Bechern 3 Modelle: GSI Microlight 500, HydroFlask Wide Mouth und Thermos King Mug

Unsere Testergebnis für Thermobecher (anklicken zum Vergrößern):

Testergebnis Thermobecher

Anmerkungen:

GSI Microlight 500 – beim Testsieger fiel des Weiteren das Gewicht und der gummierte Standfuß positiv auf. Egal auf welcher Oberfläche, der Becher steht fest. Der Verschluss ist dicht. Die Konstruktion könnte sich, unter sehr ungünstigen Verkettungen, jedoch mal öffnen.

Thermos King Mug – öffnet sich nach oben hin leicht in die Breite. Somit ist ein Abrutschen, trotz der glatten Lackierung, keine Gefahr. Der King Mug hat den besten Verschluss aller Becher, per Schieber (links/rechts – auf/zu) ist er auch im Auto sehr einfach zu bedienen.

HydroFlask Wide Mouth – präsentiert sich farbenprächtig – hier die Farbe “Pacific”. Die Matte Lackierung lässt sich gut greifen und ist auch nicht zu groß für die Hand. Der Becher belegt zwar den letzten Platz in unserem Test, jedoch sind 54 °C nach 5 Stunden noch immer mehr als nur “warm”.

Unser zweiter Test

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Foodcontainer: Verglichen haben wir 2 Modelle: Thermos Food Jar und Hydro Flask Food Flask

Unsere Testergebnis für Foodcontainer (anklicken zum Vergrößern):

Testergebnis Essensbehälter (Food Container)

Anmerkungen:

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Thermos King Food Jar – klarer Fall, ob die 0,7 L Version oder die etwas kleinere Variante 0,5 L (nicht in der Tabelle aufgeführt), Thermos macht das Rennen. Erfahrungswerte aus Wintertouren unseres Teams zeigen, dass der Food Jar auch dort ein verlässlicher, heißer Begleiter ist.

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Hydro Flask Food Flask – der Temperaturunterschied ist deutlich, denn der Food Flask hat keinen doppelten Verschluss wie der Thermos Food Jar. Dennoch liegt auch der Food Flask nur knapp unterhalb der gesetzlichen Definition von “heiß”, mit 66 °C. Für Leute die nicht permanent draußen unterwegs sind, eine bunte Alternative.

Unser dritter Test

Unsere Isoliergefäße im Vergleichstest

Isolierflaschen: Verglichen haben wir unterschiedlichste Größen von Contigo, Thermos, Tatonka und Hydro Flask

Unsere Testergebnis für Isoliergefäße (anklicken zum Vergrößern):

Testergebnis Isolierflaschen (Thermosflaschen)

Anmerkungen:

Tatonka Hot & Cold – die Flaschen schlagen sich solide im Mittelfeld müssen aber ein wenig Kritik einstecken. Der Durchmesser ist so groß, dass Leute mit tendenziell kleinen Händen diese oft nicht sicher mit einer Hand greifen können. Auch ist der Stahl weicher als bei anderen Testkandidaten. Dennoch überzeugt die Wärmeleistung und der Preis.

Thermos Light & Compact & Thermos King 1,2 L – wir hatten es schon alle vermutet und der Test unterstrich die Sonderstellung von Thermos. Der Namensgeber ist auch klarer Sieger in allen Belangen. Wärmeleistung, Handhabung und Stabilität suchen ihresgleichen. Aber das hat auch seinen Preis. Die Thermos King 1,2 L besitzt zudem einen Griff aus Kunststoff, greifen bei niedrigen Temperaturen mit dicken Handschuhen ist kein Problem.

Hydro Flask Wide Mouth & Standard Mouth – die fröhlichen Farben können den Schwachpunkt von Hydro Flask nicht überstrahlen. Da es keinen doppelten Verschluss gibt, fällt die Wärmeleistung hier immer am stärksten ab. Wer aber sein Getränk innerhalb eines halben Arbeitstages konsumiert, hat auch bei den bunten Kandidaten immer ein heißes Getränk.

Contigo Thermal Bottle 1,2 L – ganz frisch am Markt und schon von uns getestet. Die Flasche soll bis zu 35 Stunden heiß halten können, was unser Test leider nicht bestätigen konnte. Dabei waren unsere Testbedingungen nicht sonderlich schwer. Pluspunkte sammelt Contigo dennoch reichlich. Der Griff klappert nicht, sondern sitzt fest an der Flasche. Der große Trinkbecher ist sehr stabil und der Silikongriff an Becher und Flasche verhindert ein Abrutschen in jedem Fall. Der 360-Grad-Ausguss ist innovativ und praktisch zugleich.

 

CAMP4-Empfehlung:

Im Zuge dieses zeitaufwendigen Tests, sprach ich mit vielen Leuten im Laden und so kam viel Erfahrung zusammen. Zwei Kollegen berichteten, dass sie aus Zeitmangel am Morgen, oft schon abends den Tee für den nächsten Tag zubereiten. Oder auch mal für die Kids zum Mitgeben. Andere mögen die heiße Suppe auf Tour im Winter oder den Tee in der Mittagspause, ohne den Kocher anwerfen zu müssen. Oft fiel dabei der Name der Firma Thermos. Aber auch Tatonka Isolierflaschen fanden aufgrund des Preis/Leistungsverhältnisses deutliche Zustimmung. Wer keine Touren geht und nicht das Non-Plus-Ultra braucht, findet hier, was er sucht. Nur bei Hydro Flask scheiden sich ein wenig die Geister. Unter normalen Bedingungen halten die Flaschen heiß. Ein eigener Test im norwegischen Rondane (diesen Oktober), ließ ein wenig Ernüchterung aufkommen. Zugegeben es war dort auch deutlich kälter. Das nächste Mal nehme ich dann doch wieder meine Thermos.

Zusätzliche Informationen:

Die Geschichte der Thermoskanne haben wir uns bereits vor einiger Zeit angesehen (zum Artikel).Kommen wir daher gleich zum Wesentlichen, dem Aufbau der Isoliergefäße.

„Never change a running system“ – (frei übersetzt: pfusche niemals in funktionierende Dinge) trifft es sehr gut, denn tatsächlich hat sich am Aufbau in 100 Jahren nicht viel verändert. Zwischen Innen- und Außengefäß wird die Luft entzogen. In diesem Vakuum fehlt nun die Wärmebrücke (Luft). Nach diesem Prinzip arbeiten alle Isoliergefäße. Im Normalfall handelt es sich dabei zu 99 % um ein verspiegeltes, doppelwandiges Edelstahlgefäß. Nur so wird die notwendige Robustheit gewährleistet, die es für manche Jobs braucht. Der Bauarbeiter mit verbeulter Thermosflasche? Kein Problem, das stecken die meisten Edelstahlflaschen gut weg. Und weil wir in Europa sind, gibt es dafür sogar eine Norm. Die Flaschen sind Jahrelanger Begleiter auf Wander- und Wintertouren. Sie sind zerkratzt, verbeult und erzählen seinem Besitzer so manche Geschichte.

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Für weniger rabiaten Umgang gibt es aber ebenfalls Alternativen. Teeliebhaber aufgepasst, das #TEAFAVS  von Amapodo, aus doppelwandigen Borosilikatglas. Ein auslaufsicherer, optischer Leckerbissen, der auf dem Schreibtisch filigran daherkommt und totsicher den Nachbar neidisch werden lässt – und dabei wiederverwendbar.

Was uns zu einem weiteren Thema bringt. Thermogefäße sind seit jeher schlicht nachhaltig. Somit ökologisch wertvoll seit 01.10.1903. An diesem Tag wurden das Patent und der Name „Thermos“ vom Berliner Reinhold Burger angemeldet. Leider hatte er kein Händchen für das Geschäft und verkaufte das Patent nach nur wenigen Jahren. In den USA gründete sich das Unternehmen „Thermos“, welches bis heute führend ist bei Isoliergefäßen. Unser Problem der Moderne, der Wegwerfbecher, wäre also gar keines. Das Prinzip ist seit über 100 Jahren bekannt, nur unsere Bequemlichkeit lässt den Wegwerfbecher zu viel Raum. Denn auch Thermobecher sind reichlich am Markt vertreten.

Patent von Reinhold Burger vor über 100 Jahren.


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