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Die Chronologie | Die CAMP4-Kataloge | die Geschichte im WEB

So fing alles an

Begonnen hatten wir zu dritt, Detlef Stock, Andreas Hille und ich, Anke Kunst, mit einem ersten Warensortiment bestehend aus 3 Schlafsäcken, 2 (!) GoreTex Jacken, 5 Schuhmodellen und einem großen Angebot an Kletterschuhen, Gurten und Karabinern. Aber auch das hat eine Vorgeschichte.

 

Detlef war als Produzent von Klettergurten, Sektionsvorsitzender einer Berliner Klettersektion und Fan jeder verrückten Aktion bekannt wie ein bunter Hund. Ich hatte Klettern quasi vor dem Laufen gelernt und kannte auch fast alle aktiven Berliner Kletterer. Zusammen hatten wir bis dahin vor allem viel Spaß, tolle Reise- und Klettererlebnisse und 1990 die 1. Berliner Boulderfete organisiert.

 

Stockis Gurte verkauften sich mittlerweile doch etwas schlechter, als uns die Idee kam, aus der Werkstatt einen kleinen Laden zu machen. Das fehlende Geld dachten wir mit einem geeigneten Partner aus dem 'Westen' organisiert zu bekommen und so verschlug es uns nach einer Klingelrundreise bei vielen Trekkingläden auf die ISPO nach München. Eine zweietagige Halle nur mit Klettersachen, Rucksäcken, Schlafsäcken, Zelten und zwischendrin, ordentlich angezogen, Aktentasche unterm Arm und ebenso verdutzt wie wir, Andreas Hille.

 

Andreas kam auch aus Berlin, nähte zu Hause ebenfalls diverse Ausrüstungen für sich und Freunde, war aber insgesamt mehr begeistert von den großen, hohen Bergen im Kaukasus. Jaja, ich will auch einen Laden aufmachen, war seine Antwort und so beschlossen wir auf dem Gang, zu dritt weiterzumachen. Berührungsängste gab es keine, Geld allerdings leider auch noch nicht und die Werkstatt als Laden war nun endgültig zu eng.

 

Mit viel Glück und Beziehungen mieteten wir von der Reichsbahn einen Lagerraum in den S-Bahnbögen auf der Dircksenstraße. Kredite für Existenzgründer waren laut Auskunft der Bank kein Problem und somit alle unsere Sorgen unter Kontrolle. Wir machten uns an den Ausbau, zahlten die ersten Rechnungen mit erspartem oder von Freunden geliehenem Geld bzw. gar nicht und schoben sie vor uns her. Ein Vierteljahr dauerte der Umbau der Lagerräume mit der Hilfe unserer Eltern und Freunde.

 

Der 13. April 1991 war der große Tag der Eröffnung. Wir feierten ihn mit 300 Berliner Kletterern und im Anschluß gab es die 2. Berliner Boulderfete. 

 

Am Montag begann dann der 'Laden-Alltag'. Dazu gehörte auch die gemütliche, nachmittägliche Kaffeerunde mit Freunden oder Kunden, die gerade im Laden waren. Die täglichen Einnahmen tilgten ganz langsam die Schulden; von der Bank gab es statt Geld immer noch nur Versprechungen. Stück für Stück füllte sich der Laden mit Ware (wir waren gute Kunden für IVAR-Regale bei IKEA) und dann tatsächlich ein Jahr nach der Eröffnung zahlte uns die Bank den Kredit aus. (Man konnte ja jetzt auch absehen, dass es so zu funktionieren schien!)

 

Die nächsten Jahre vergingen wirklich wie im Flug. Es gab etliche Umbauten, zwischenmenschliche Höhen und Tiefen und irgendwann auch wieder Urlaub. Die Reisen führten jeden von uns zu seinen Wunschzielen: Andreas fuhr wieder in die großen Berge, ich ging exzessiv klettern, Detlef lernte den Dschungel kennen - und lieben. Seine nächsten Reisen führten ihn immer wieder dorthin. Es war dann auch nur folgerichtig, dass er 1995 seine Zelte in Berlin und im CAMP 4 abbrach und sein Leben ganz nach Venezuela verlagerte.

 

Andreas´ und mein Gesicht sah man mittlerweile auch nicht mehr so oft in den Verkaufsräumen, dafür das von Matze, Isa, Ulf, u. a.

Der Laden war nun x-mal umgebaut, die Platzreserven optimal genutzt und doch saßen wir in Stoßzeiten im Büro fast auf der Lagerware und der Raum für neue Ideen wurde ebenfalls knapp. Eine Veränderung drängte sich förmlich auf. Leider gab es aber mit der Bahn keine Einigung zur Anmietung weiterer Bögen, dafür ging - wie der Zufall es manchmal will - 500m von uns ein Café pleite.

 

Was für riesige Räume - um Gottes Willen, die wollen wir mit Ware füllen? Aber der Laden hatte alles, was wir vermissten. Platz, riesige Fenster mit viel Tageslicht, Lagerräume, Büro und Pausenraum.

 

Der Rest ist schnell erzählt. Wir bauten mal wieder, konnten endlich jede Menge gesammelter Ideen in die Tat umsetzen und stellten beim Umzug fest, dass wir die Regale in dem mehr als doppelt so großen neuen Domizil problemlos mit der Ware aus unserem kleinen Laden füllen konnten.

Am 28. Februar 1998 feierten wir mit 1000 Freunden, Gästen und Kunden einen irren Eröffnungstag und tanzten bis tief in die Nacht noch auf den Tischen. Geschafft!

 

Nun ist auch das hier Alltag. Um aber das Feiern nicht zu verlernen, gibt es gelegentlich gemeinsame Unternehmungen. So charterten wir im September mit unserer ganzen Ladencrew und der von SFU in Braunschweig ein Schiff zum Sailing-Singing-Drinking. Früher gab es schon gemeinsame Wochenenden zum Sachsenclimbing und Snowshoing. Und es sollen weitere folgen.

 

Die nächsten Veränderungen sind gerade abgeschlossen: unser Reiseshop. Dort könnt Ihr aus einem großen Sortiment Reisebekleidung auswählen und für die Frauen haben wir in dieser Männerbranche endlich eine eigene Abteilung. (Lange genug hat es ja gedauert!)

 

Also wir sehen uns im CAMP 4


Öffnungszeiten

Montag - Freitag:
10.00 - 20.00 Uhr
Samstag:
10:00 - 18:00 Uhr

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