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CAMP4 Ratgeber Schlafsäcke

Europäische Norm EN 13537:2002 Damit u.a. die Wärmeleistung von Schlafsäcken vergleichbar ist, wurde die Europäische Norm EN 13537:2002 eingeführt. Sie legt diverse Anforderungen wie Kennzeichnung, Reißfestigkeit, Füllung, Wasseraufnahme, Temperaturangaben usw. fest. Vor der Einführung waren die Temperaturangaben der Hersteller wenig bis gar nicht vergleichbar. Seit 2004 gibt es die standardisierten Messverfahren. Da wir die Interpretation der neuen Norm vom Schlafsackspezialisten Ajungilak für sehr gelungen halten, haben wir die Temperaturdefinitionen und Temperaturbalken in Anlehnung an das Ajungilak-System als Standard übernommen.

Was bedeuten die Angabe der Temperaturbereiche?

Komforttemperatur (Frau): Untere Grenze des Komforttemperaturbereichs, bis zu der sich eine erfahrene Benutzerin eines Schlafsackes in entspannter Körperhaltung, z.B. auf dem Rücken liegend, mit ihrem gesamten Körper im thermischen Gleichgewicht befindet und gerade noch nicht friert (bezogen auf eine Standard-Frau unter genormten Einsatzbedingungen).

Grenztemperatur (Mann): Untere Temperaturgrenze, bei der sich ein erfahrener Benutzer eines Schlafsacks in zusammengerollter Körperhaltung mit seinem gesamten Körper im thermischen Gleichgewicht befindet und gerade noch nicht friert (bezogen auf einen Standard-Mann unter genormten Einsatzbedingungen).

Extremtemperatur: Unterer Extremwert der Temperatur, ab der das Risiko von Gesundheitsschäden durch Hypothermie (Unterkühlung) besteht (bezogen auf eine Standard-Frau unter genormten Einsatzbedingungen).

Tipp: Wenn Du auf Tour gehst, möchtest Du keinen Schlafsacktest machen oder? Du möchtest sicher und warm schlafen – also spare nicht an der falschen Stelle, sondern nimm einen Schlafsack mit gutem Komfortbereich. Schlecht geschlafen ⇒ keine Power ⇒ blöde Tour..

Schlafsackfüllungen

Daune gilt immer noch als Füllmaterial Nr.1. Die hochwertigen Daunen, die in den von uns angebotenen Schlafsäcken verwendet werden, bieten Ihnen sehr gute Isolation bei geringem Gewicht und Packmaß und sind, bei entsprechender Pflege, langlebiger als Kunstfasern. Sie sorgen zudem für ein angenehmeres Schlafklima. Ein Maß für die Bauschkraft einer Daune und damit unter Hinzunahme der Füllmenge für ihre Wärmeleistung ist die sogenannte „Fillpower“. Sie wird in Kubikinch pro Unze gemessen und gibt an, bis zu welchem Volumen sich eine bestimmte Daunenqualität ausdehnt. Das Optimum stellen derzeit Daunenqualitäten von 850 cuin/oz dar, die z.B. von Western Mountaineering verarbeitet werden.
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Kunstfaserfüllungen bestehen aus Polyesterfasern, d.h. entweder aus kurzgeschnittenen Stapelfasern wie z.B. MTI 13, oder aus Endlosfasern wie z.B. Spirafill. Der ideale Einsatzbereich der Kunstfaser liegt in Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit oder auch bei Wintertouren, da die Füllung unempfindlich ist und selbst bei Nässe noch passabel isoliert.
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Vor- und Nachteile der Füllungen

Daune
+ kleines Packvolumen
+ geringes Gewicht
+ hohe Atmungsaktivität
+ guter Schlafkomfort
+ weiterer Temperatur-/Komfortbereich (bei gleicher Isolation unter 0°C schwitzt man nicht so schnell wie in Kunstfaser)
+ sehr lange Lebensdauer (bei richtiger Pflege/Lagerung)
– empfindlicher bei Feuchtigkeit
– lange Trockenzeit
– hoher Preis bei entsprechender Qualität

Kunstfaser
+ trocknet wesentlich schneller
+ preiswerter
+ unempfindlich gegen Feuchtigkeit
– geringere Atmungsaktivität
– hitzeempfindlich (z.B. starke Sonnenstrahlung im Auto)
– bei gleicher Isolation höheres Gewicht

Bezugsstoffe
Als Außenmaterial werden daunen- und faserdichte Nylon- und Polyestergewebe verarbeitet. Als Innenmaterial bieten sich Kunstfasergewebe an; sie haben klare Vorteile gegenüber Baumwoll- bzw. Viskosegeweben (Gewicht, Packmaß, Hygiene). Wer trotzdem Naturfasern auf der Haut bevorzugt, sollte ein Inlett aus Baumwolle oder Seide benutzen.

Formen
Es gibt die funktionellere und besser isolierende Mumienform und die bequemere Deckenform: Ein Mumienschlafsack ist bei gleicher Wärmeleistung deutlich leichter und kleiner im Packmaß. Beim Deckenschlafsack besteht die Gefahr, kalte Füße zu bekommen. Einen guten Kompromiss stellen Ovalschlafsäcke dar (Modelle Exped Comfort 400 und 600), die insbesondere im Hüft- und Kniebereich bequemer geschnitten sind.

Schlafsackpflege
Unterwegs lüfte Deinen Schlafsack möglichst täglich gründlich (dabei Innenseite nach außen) und befreie ihn nach Ankunft am Abend so früh wie möglich aus dem engen Packsack. Warum? Du verlierst jede Nacht ca. 500ml Feuchtigkeit. Teste es selbst: Wiege den Schlafsack abends und morgens und Du wirst staunen.

Wird der Schlafsack mal nass, sollte er trocknen, bevor er wieder klein verpackt wird. Zuhause lagere Dein gutes Stück möglichst in einem großvolumigen Netz- oder Baumwollsack.

Nach einigem Gebrauch hat er eine Wäsche nötig: Beachte die Pflegehinweise des Herstellers und verwende ausschließlich Spezialwaschmittel für die Daune oder Kunstfaser. Wenn Du den Schlafsack in der Maschine waschen möchtest, sollte die Trommel ein Fassungsvermögen von mindestens 7,5 kg haben. Sehr wichtig ist das gründliche Ausspülen hinterher, damit alle Waschmittelreste entfernt werden. Zum Trocknen den Schlafsack nicht hängen, sondern auf einem Wäscheständer ausbreiten. Daunenschlafsäcke brauchen je nach Temperatur bis zu einer Woche, um komplett zu trocknen. Zwischendurch muss die Daune immer wieder einmal aufgeschüttelt werden, damit sie sich lockert und wieder gleichmäßig verteilt. Das Trocknen in einem großen Trockner ist auf unterster Temperaturstufe möglich.

Die effektivste Reinigung des Daunenschlafsackes bekommst Du allerdings, wenn Du diesen zur professionellen Wäsche bei uns abgibst. Unsere Service-Spezialisten öffnen die Kammern des Schlafsackes, entnehmen die Daune und waschen diese bei 90°C - getrennt von der Schlafsackhülle, die nur 30 - 40°C verträgt. Beim Wiederbefüllen kann sogar Daune ergänzt werden. Nach der Prozedur ist Dein Schlafsack fast wie neu.

Kinderschlafsäcke 
Kinder wachsen sehr schnell, deshalb sollten Kinderschlafsäcke mitwachsen können und in der Länge variabel sein. In zu großen, zu langen oder zu weiten Schlafsäcke friert das Kindchen schneller, da zuviel Luft erwärmt werden muß. Das gilt für groß und klein. Mehr zum Thema Kinderschlafsack hier.
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